Frovatriptan

Frovatriptan

Grundlagen

Frovatriptan ist ein Wirkstoff zur Akutbehandlung von MigrĂ€neattacken. Er ist ein gefĂ€ĂŸverengender (vasokonstriktiver) Wirkstoff und gehört zur Gruppe der Triptane. Es ist in Tabletten erhĂ€ltlich und liegt meist als Frovatriptansuccinat-Monohydrat vor. Zudem ist es ein weißes Pulver, welches wasserlöslich ist. Frovatriptan ist ein Indol-Derivat, welches strukturell mit Serotonin verwandt ist.

Grafik Strukturformel des Wirkstoffs Frovatriptan

Medikamente mit Frovatriptan

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Eumitan 2,5 mg - Filmtabletten Frovatriptan Menarini International Operations Luxembourg S.A.
Frovamig 2,5 mg - Filmtabletten Frovatriptan Menarini International Operations Luxembourg S.A.
Frovatriptan Chanelle 2,5 mg Filmtabletten Frovatriptan Chanelle Medical
Frovalan 2,5 mg - Filmtabletten Frovatriptan G.L. Pharma GmbH

Wirkung

Frovatriptan wirkt, indem es an den 5-HT Rezeptor bindet, speziell an den 5-HT1B und den 5-HT1D Rezeptor. Es hat einen Effekt auf extrazerebrale und intrakranielle BlutgefĂ€ĂŸe. Es soll ein Anschwellen (Dilatation) der BlutgefĂ€ĂŸe und zudem eine AusschĂŒttung von EntzĂŒndungsmediatoren verhindern. Die Pathologie hinter der MigrĂ€ne ist vermutlich ein Anschwellen der BlutgefĂ€ĂŸe im Gehirn. Frovatriptan soll eben dieses Anschwellen verhindern, indem es die BlutgefĂ€ĂŸe verengt (Vasokonstriktion). 

Frovatriptan wird in der Leber metabolisiert (umgewandelt), hauptsĂ€chlich ĂŒber das CYP1A2-Enzym. Die BioverfĂŒgbarkeit, also zu wie viel Prozent der Wirkstoff im Blut verfĂŒgbar ist, liegt bei 20-30%. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die HĂ€lfte des Wirkstoffes auszuscheiden, betrĂ€gt in etwa 26 Stunden.

Dosierung

Nehmen Sie Frovatriptan immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Die ĂŒbliche empfohlene Dosis betrĂ€gt 2,5 mg bei einer MigrĂ€neattacke. Sollten sich die Beschwerden nach 2 Stunden nur wenig gebessert haben oder wieder aufgetaucht sein, so können erneut 2,5 mg eingenommen werden. 

Die Maximaldosis liegt bei 7,5 mg in 24 Stunden.

Frovatriptan sollte nicht öfter als bei max. 4 MigrÀneattacken pro Monat eingenommen werden, da sonst keine sichere Einnahme mehr möglich ist. 

Nebenwirkungen

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

HĂ€ufig:

  • Übelkeit
  • Mundtrockenheit
  • Verdauungsstörungen
  • Magenschmerzen
  • MĂŒdigkeit
  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • gestörtes Empfinden von BerĂŒhrungsreizen
  • Hautrötung mit HitzegefĂŒhl
  • Rachenenge
  • Sehstörungen
  • vermehrtes Schwitzen

Gelegentlich:

  • Geschmacksverwirrung
  • Zittern
  • KonzentrationsschwĂ€che
  • Lethargie
  • Benommenheit
  • unwillkĂŒrliche Muskelkontraktionen
  • Durchfall
  • Schluckstörungen
  • BlĂ€hungen
  • Bauchbeschwerden
  • Herzklopfen
  • schneller Herzschlag
  • hoher Blutdruck
  • Brustschmerzen
  • HitzegefĂŒhl
  • Kraftlosigkeit
  • SchwerfĂ€lligkeit
  • Unwohlsein
  • Ängstlichkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Verwirrtheit
  • NervositĂ€t
  • Erregtheit
  • Depression
  • gestörtes Ich-Erleben
  • kalte HĂ€nde und FĂŒĂŸe
  • Nasenreizung
  • NasennebenhöhlenentzĂŒndung
  • Rachen- und/oder KehlkopfentzĂŒndung
  • Muskel- und Knochenbeschwerden
  • RĂŒckenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Augenschmerzen
  • schmerzhafte LichtĂŒberempfindlichkeit
  • Juckreiz
  • OhrengerĂ€usche (Tinnitus)
  • Ohrenschmerzen
  • Wasserentzug
  • hĂ€ufiges Harnlassen

Selten:

  • schlappe Muskeln
  • Hyporeflexie
  • Bewegungsprobleme
  • Verstopfung
  • Sodbrennen 
  • Reizdarmsyndrom
  • LippenblĂ€schen und -schmerzen
  • Speiseröhrenkrampf
  • BlĂ€schen im Mund
  • GeschwĂŒre im Magen-Darm-Trakt
  • SpeicheldrĂŒsenentzĂŒndung
  • MundschleimhautentzĂŒndung
  • Zahnschmerzen
  • Fieber
  • abnorme TrĂ€ume
  • Persönlichkeitsstörung
  • Nasenbluten
  • Hyperventilation
  • Atemstörungen
  • Rachenreizung
  • Nachtblindheit
  • Hautbeschwerden
  • Nesselausschlag
  • langsamer Herzschlag
  • Ohrenbeschwerden
  • erhöhtes Bilirubin
  • erniedrigter Blutkalziumspiegel
  • erniedrigter Blutzucker
  • Nierenschmerzen
  • hĂ€ufiges nĂ€chtliches Harnlassen
  • selbst zugefĂŒgte Verletzungen
  • geschwollene Lymphknoten

HĂ€ufigkeit unbekannt:

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

Gegenanzeigen

Frovatriptan darf in folgenden FĂ€llen NICHT eingenommen werden:

  • bei Allergie gegen Frovatriptan
  • nach einem Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • nach einem Schlaganfall oder anderen Durchblutungsstörungen
  • bei Bluthochdruck
  • bei schwerer Lebererkrankung
  • bei Einnahme von anderen Medikamenten zur Behandlung einer MigrĂ€ne

AltersbeschrÀnkung

Frovatriptan ist ab 18 Jahren freigegeben.

Schwangerschaft & Stillzeit

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Frovatriptan NICHT eingenommen werden, da hier fast keine Erfahrungsberichte oder Studien vorliegen. 

24 Stunden nach Einnahme von Frovatriptan sollte NICHT gestillt werden bzw. die Milch verworfen werden. 

Als Alternative sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit kann Sumatriptan verwendet werden. 

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code N02CC07
Summenformel C14H17N3O
Molare Masse (g·mol−1) 243,394
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,3
Siedepunkt (°C) 515,2
PKS Wert 14,54
CAS-Nummer 158747-02-5
PUB-Nummer 77992
Drugbank ID DB00998

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Thomas Hofko

Thomas Hofko
Autor

Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor fĂŒr pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders fĂŒr die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.

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