Frovatriptan

ATC CodeN02CC07
CAS-Nummer158747-02-5
PUB-Nummer77992
Drugbank IDDB00998
SummenformelC14H17N3O
Molare Masse (g·mol−1)243,394
Aggregatzustandfest
Dichte (g·cm−3)1,3
Siedepunkt (°C)515,2
PKS Wert14,54
Löslichkeit0,123 mg/mL

Grundlagen

Frovatriptan ist ein Wirkstoff zur Akutbehandlung von Migräneattacken. Er ist ein gefäßverengender (vasokonstriktiver) Wirkstoff und gehört zur Gruppe der Triptane. Es ist in Tabletten erhältlich und liegt meist als Frovatriptansuccinat-Monohydrat vor. Zudem ist es ein weißes Pulver, welches wasserlöslich ist. Frovatriptan ist ein Indol-Derivat, welches strukturell mit Serotonin verwandt ist.

Grafik Strukturformel des Wirkstoffs Frovatriptan

Wirkung

Frovatriptan wirkt, indem es an den 5-HT Rezeptor bindet, speziell an den 5-HT1B und den 5-HT1D Rezeptor. Es hat einen Effekt auf extrazerebrale und intrakranielle Blutgefäße. Es soll ein Anschwellen (Dilatation) der Blutgefäße und zudem eine Ausschüttung von Entzündungsmediatoren verhindern. Die Pathologie hinter der Migräne ist vermutlich ein Anschwellen der Blutgefäße im Gehirn. Frovatriptan soll eben dieses Anschwellen verhindern, indem es die Blutgefäße verengt (Vasokonstriktion). 

Frovatriptan wird in der Leber metabolisiert (umgewandelt), hauptsächlich über das CYP1A2-Enzym. Die Bioverfügbarkeit, also zu wie viel Prozent der Wirkstoff im Blut verfügbar ist, liegt bei 20-30%. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des Wirkstoffes auszuscheiden, beträgt in etwa 26 Stunden.

Dosierung

Nehmen Sie Frovatriptan immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Die übliche empfohlene Dosis beträgt 2,5 mg bei einer Migräneattacke. Sollten sich die Beschwerden nach 2 Stunden nur wenig gebessert haben oder wieder aufgetaucht sein, so können erneut 2,5 mg eingenommen werden. 

Die Maximaldosis liegt bei 7,5 mg in 24 Stunden.

Frovatriptan sollte nicht öfter als bei max. 4 Migräneattacken pro Monat eingenommen werden, da sonst keine sichere Einnahme mehr möglich ist. 

Nebenwirkungen

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Häufig:

  • Übelkeit
  • Mundtrockenheit
  • Verdauungsstörungen
  • Magenschmerzen
  • Müdigkeit
  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • gestörtes Empfinden von Berührungsreizen
  • Hautrötung mit Hitzegefühl
  • Rachenenge
  • Sehstörungen
  • vermehrtes Schwitzen

Gelegentlich:

  • Geschmacksverwirrung
  • Zittern
  • Konzentrationsschwäche
  • Lethargie
  • Benommenheit
  • unwillkürliche Muskelkontraktionen
  • Durchfall
  • Schluckstörungen
  • Blähungen
  • Bauchbeschwerden
  • Herzklopfen
  • schneller Herzschlag
  • hoher Blutdruck
  • Brustschmerzen
  • Hitzegefühl
  • Kraftlosigkeit
  • Schwerfälligkeit
  • Unwohlsein
  • Ängstlichkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Verwirrtheit
  • Nervosität
  • Erregtheit
  • Depression
  • gestörtes Ich-Erleben
  • kalte Hände und Füße
  • Nasenreizung
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Rachen- und/oder Kehlkopfentzündung
  • Muskel- und Knochenbeschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Augenschmerzen
  • schmerzhafte Lichtüberempfindlichkeit
  • Juckreiz
  • Ohrengeräusche (Tinnitus)
  • Ohrenschmerzen
  • Wasserentzug
  • häufiges Harnlassen

Selten:

  • schlappe Muskeln
  • Hyporeflexie
  • Bewegungsprobleme
  • Verstopfung
  • Sodbrennen 
  • Reizdarmsyndrom
  • Lippenbläschen und -schmerzen
  • Speiseröhrenkrampf
  • Bläschen im Mund
  • Geschwüre im Magen-Darm-Trakt
  • Speicheldrüsenentzündung
  • Mundschleimhautentzündung
  • Zahnschmerzen
  • Fieber
  • abnorme Träume
  • Persönlichkeitsstörung
  • Nasenbluten
  • Hyperventilation
  • Atemstörungen
  • Rachenreizung
  • Nachtblindheit
  • Hautbeschwerden
  • Nesselausschlag
  • langsamer Herzschlag
  • Ohrenbeschwerden
  • erhöhtes Bilirubin
  • erniedrigter Blutkalziumspiegel
  • erniedrigter Blutzucker
  • Nierenschmerzen
  • häufiges nächtliches Harnlassen
  • selbst zugefügte Verletzungen
  • geschwollene Lymphknoten

Häufigkeit unbekannt:

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

Gegenanzeigen

Frovatriptan darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:

  • bei Allergie gegen Frovatriptan
  • nach einem Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • nach einem Schlaganfall oder anderen Durchblutungsstörungen
  • bei Bluthochdruck
  • bei schwerer Lebererkrankung
  • bei Einnahme von anderen Medikamenten zur Behandlung einer Migräne

Altersbeschränkung

Frovatriptan ist ab 18 Jahren freigegeben.

Schwangerschaft & Stillzeit

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Frovatriptan NICHT eingenommen werden, da hier fast keine Erfahrungsberichte oder Studien vorliegen. 

24 Stunden nach Einnahme von Frovatriptan sollte NICHT gestillt werden bzw. die Milch verworfen werden. 

Als Alternative sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit kann Sumatriptan verwendet werden. 

Thomas Hofko

Thomas Hofko

Autor


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