Aphenylbarbit 15 mg/50 mg/100 mg, Tabletten

Abbildung Aphenylbarbit 15 mg/50 mg/100 mg, Tabletten
Wirkstoff(e) Phenobarbital
Zulassungsland Schweiz
Hersteller Streuli Pharma AG
Suchtgift Nein
ATC Code N03AA02
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur Abgabe ohne aerztliche Verschreibung
Pharmakologische Gruppe Antiepileptika

Zulassungsinhaber

Streuli Pharma AG

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Phenobarbital 50 H√§nseler¬ģ Phenobarbital H√ĄNSELER

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Der Wirkstoff von Aphenylbarbit ist Phenobarbital, ein Vertreter aus der Gruppe der Barbiturate. Aphenylbarbit wird gegen Epilepsie und Krampfanfälle sowie als starkes Beruhigungsmittel eingesetzt.

Auf Verschreibung des Arztes oder der √Ąrztin.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Aphenylbarbit Vorsicht geboten?

Es kann sich bei längerem Gebrauch eine Arzneimittelabhängigkeit entwickeln. Bei abruptem Absetzen nach Langzeitanwendung ist mit Entzugserscheinungen zu rechnen.

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr, insbesondere beim Autofahren, oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Aphenylbarbit kann zu einer Vermehrung der arzneimittelabbauenden Fermente in der Leber f√ľhren. Dadurch wird der Abbau einiger Arzneimittel beschleunigt, was deren Wirkungsverlust bedeuten kann. Dies gilt beispielsweise f√ľr Pr√§parate zur Empf√§ngnisverh√ľtung (¬ęPille¬Ľ), f√ľr Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung, f√ľr andere Arzneimittel gegen Epilepsie oder Krampfanf√§lle, f√ľr Antipilzmittel mit Griseofulvin sowie f√ľr Pr√§parate, die bestimmte Hormone (wie Androgene, Gestagene, √Ėstrogene und Glucocorticoide) enthalten.

Die Wirkung einiger Arzneimittel kann, bei gleichzeitiger Anwendung von Aphenylbarbit, verstärkt oder abgeschwächt werden. Ebenso beeinflussen eine Reihe von Präparaten die Wirkung von Aphenylbarbit. Wird z.B. Aphenylbarbit zusammen mit anderen Beruhigungsmitteln und/oder Alkohol angewendet, kann sich die zentral dämpfende Wirkung bedrohlich verstärken.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Phenobarbital behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt oder √Ąrztin in Verbindung.

Aufgrund der Möglichkeit einer Photosensibilisierung (erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut) ist während der Anwendung von Phenobarbital starke Sonnenbestrahlung zu vermeiden.

In sehr seltenen F√§llen k√∂nnen lebensbedrohliche Hautreaktionen, wie das sogenannte Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) oder das DRESS-Syndrom auftreten. Deshalb sollen Sie aufmerksam auf Hautreaktionen wie zunehmende Hautr√∂tung, oft mit Blasen oder Schleimhautl√§sionen achten. Das gr√∂sste Risiko f√ľr das Auftreten von diesen Hautreaktionen ist in den ersten Wochen der Behandlung. Treten solche Hautreaktionen bei Ihnen auf, nehmen Sie Aphenylbarbit nicht weiter ein und teilen Sie dies sofort dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden √Ąrztin mit.

Wenn bei Ihnen ein Stevens-Johnson-Syndrom, oder eine toxische epidermale Nekrolyse oder ein DRESS-Syndrom in Zusammenhang mit der Anwendung von Aphenylbarbit oder einem anderen Arzneimittel, das Phenobarbital enth√§lt, aufgetreten ist, d√ľrfen Sie nie wieder mit diesen Arzneimitteln behandelt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder √§usserlich anwenden!

Darf Aphenylbarbit während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin, wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft planen. Aphenylbarbit kann negative Wirkungen auf das ungeborene Kind haben und Missbildungen verursachen.

Bei Einnahme w√§hrend der Schwangerschaft kann Phenobarbital schwerwiegende Geburtsfehler hervorrufen und die Entwicklung des heranwachsenden Kindes beeintr√§chtigen. Zu den Geburtsfehlern, √ľber die in Studien berichtet wurde, geh√∂ren Lippenspalten (Spalt in der Oberlippe) und Gaumenspalten (Spalt im Munddach) sowie Herzfehler. Es wurden auch andere Geburtsfehler wie Penisfehlbildungen (Hypospadie), ein abnorm kleiner Kopf, Fehlbildungen des Gesichts, der Finger oder Fingern√§gel berichtet.

Wenn Sie w√§hrend der Schwangerschaft Phenobarbital einnehmen, haben Sie ein h√∂heres Risiko als andere Frauen, ein Kind mit Geburtsfehlern zu bekommen, die einer medizinischen Behandlung bed√ľrfen. In der Allgemeinbev√∂lkerung liegt das Grundrisiko f√ľr schwere Fehlbildungen bei 2 ‚Äď 3 %. Dieses Risiko ist bei Frauen, die Phenobarbital einnehmen, um etwa das Dreifache erh√∂ht.

Bei Neugeborenen von M√ľttern, die w√§hrend der Schwangerschaft Phenobarbital eingenommen haben, besteht ausserdem ein erh√∂htes Risiko, dass sie kleiner als erwartet sind.

Bei Kindern, die w√§hrend der Schwangerschaft Phenobarbital ausgesetzt waren, wurde √ľber neurologische Entwicklungsst√∂rungen (Entwicklungsverz√∂gerungen aufgrund von St√∂rungen der Gehirnentwicklung) berichtet. Studien zum Risiko von neurologischen Entwicklungsst√∂rungen sind nach wie vor widerspr√ľchlich.

Aphenylbarbit ist daher während der Schwangerschaft nicht anzuwenden, es sei denn, es wurde von Ihrem Arzt verordnet.

Bitte sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger geworden sind. Ihr Arzt sollte die m√∂glichen Auswirkungen von Aphenylbarbit Tabletten auf das ungeborene Kind mit Ihnen besprechen und die Risiken und Vorteile der Behandlung m√ľssen sorgf√§ltig abgewogen werden. Beenden Sie die Einnahme von Aphenylbarbit erst nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt, da ein abruptes Absetzen des Arzneimittels das Risiko von Krampfanf√§llen erh√∂hen kann, was sch√§dliche Auswirkungen auf Sie und das ungeborene Kind haben kann.

Wenn Sie Aphenylbarbit im letzten Drittel der Schwangerschaft eingenommen haben, sollte eine entsprechende √úberwachung erfolgen, um m√∂gliche St√∂rungen beim Neugeborenen zu erkennen, wie z.B. Krampfanf√§lle, √ľberm√§ssiges Weinen, Muskelschw√§che, Saugst√∂rungen.

Im Falle einer Behandlung w√§hrend der Schwangerschaft wird empfohlen, die niedrigste wirksame Dosis anzuwenden, sowie eine spezielle √úberwachung des Ungeborenen durchzuf√ľhren. Die regelm√§ssige Einnahme von Aphenylbarbit kann Blutgerinnungsst√∂rungen bei Neugeborenen in den ersten 24 Lebensstunden hervorrufen. Die vorsorgliche Einnahme von Vitamin K1 im letzten Schwangerschaftsmonat kann dazu beitragen, diese Komplikationen zu verhindern.

Frauen im gebärfähigen Alter

Wenn Sie eine Frau im geb√§rf√§higen Alter sind, sollten Sie w√§hrend der Behandlung mit Phenobarbital und √ľber zwei Monate nach der Behandlung eine wirksame Methode der Empf√§ngnisverh√ľtung anwenden. Aphenylbarbit kann die Wirkung hormoneller Verh√ľtungsmittel, wie z.B. der Antibabypille, beeintr√§chtigen und deren Wirksamkeit zur Verh√ľtung einer Schwangerschaft verringern. Wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, um das f√ľr Sie am Besten geeignete Verh√ľtungsmittel w√§hrend der Behandlung mit Aphenylbarbit zu besprechen.

Wenn Sie eine Frau im geb√§rf√§higen Alter sind und eine Schwangerschaft planen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt eine m√∂gliche Umstellung auf andere geeignete Therapien, bevor Sie das Verh√ľtungsmittel absetzen und bevor Sie schwanger werden, um zu verhindern, dass das ungeborene Kind Aphenylbarbit ausgesetzt wird.

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Wie wird es angewendet?

Die f√ľr Sie pers√∂nlich notwendige Menge wird von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer √Ąrztin festgelegt. Die verordnete Dosis h√§ngt von der zu behandelnden Krankheit ab. In der Regel erhalten Erwachsene zwischen 100-200 mg pro Tag.

Auf keinen Fall d√ľrfen von Erwachsenen mehr als 600 mg Phenobarbital pro Tag eingenommen werden.

Die Anwendung von Aphenylbarbit wird bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen. Falls Aphenylbarbit doch angewendet werden soll, muss die Dosierung individuell durch den Arzt bzw. die √Ąrztin erfolgen.

Aphenylbarbit wird h√§ufig abends angewendet. Die Tabletten werden mit etwas Fl√ľssigkeit eingenommen.

√Ąndern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer √Ąrztin oder Apothekerin.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wann darf Aphenylbarbit nicht eingenommen / angewendet werden?

Bei Vergiftungen mit zentral wirkenden Arzneimitteln (Schlaf-, Beruhigungs-, Anregungs- und Schmerzmittel) und Alkohol darf Aphenylbarbit nicht angewendet werden. Ebenso darf Aphenylbarbit bei schweren Störungen der Nieren-, Leber- und Lungenfunktionen, bei Herzmuskelschäden, bei Störungen des Abbaus des Blutfarbstoffes in der Leber sowie bei Arzneimittelabhängigkeit und Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht angewendet werden.

Während der Behandlung darf kein Alkohol getrunken werden.

Welche Nebenwirkungen kann Aphenylbarbit haben?

Benommenheit, M√ľdigkeit, Schl√§frigkeit, Antriebslosigkeit, verlangsamte Reaktionszeit, eingeschr√§nktes Urteilsverm√∂gen, Artikulationsst√∂rungen und Schwindel. Da Aphenylbarbit ein Barbiturat mit langer Wirkungsdauer enth√§lt, k√∂nnen diese Anzeichen einer allgemeinen D√§mpfung bis zum n√§chsten Tag anhalten! Als weitere unerw√ľnschte Wirkungen wurden Kopfschmerzen, √úbelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Schmerzzust√§nde an Muskeln, Nerven und Gelenken beobachtet. Viele der genannten Nebenwirkungen k√∂nnen zu Beginn einer Behandlung st√§rker ausgepr√§gt sein.

Besonders bei Kindern und älteren Patienten können Barbiturate Erregungszustände auslösen (paradoxe Reaktionen mit Unruhe, Aggressivität und Verwirrung).

Allergische √úberempfindlichkeitsreaktionen, vor allem in Form sehr verschiedenartiger Hautver√§nderungen, sind bekannt. In Einzelf√§llen k√∂nnen diese Hautreaktionen schwerwiegend und m√∂glicherweise lebensbedrohlich sein (wie das sogenannte Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) oder das DRESS-Syndrom. Siehe Abschnitt ¬ęWann ist bei der Einnahme von Aphenylbarbit Vorsicht geboten?¬Ľ). Informieren Sie unverz√ľglich Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin beim Auftreten von Hautver√§nderungen.

Wie bei jeder antiepileptischen Langzeittherapie empfehlen sich regelmässige Blutbildkontrollen, da in seltenen Fällen unter Phenobarbital Blutbildveränderungen aufgetreten sind.

Im Hinblick auf mögliche Störungen des Kalziumstoffwechsels werden ebenfalls regelmässige Kontrolluntersuchungen und ggf. die Behandlung mit Vitamin D empfohlen, u.a. bei Kindern.

Bei längerem Gebrauch in hohen Dosen kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Bei abruptem Absetzen nach Langzeitanwendung können Entzugssymptome auftreten, daher soll die Dosis allmählich reduziert werden.

Es wurden F√§lle von Verringerungen der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu Knochenbr√ľchen)¬†berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer √Ąrztin oder Apothekerin, wenn Sie Antiepileptika √ľber eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone einnehmen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin informieren.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bei Raumtemperatur (15-25 ¬įC), vor Licht gesch√ľtzt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Beh√§lter mit ¬ęEXP¬Ľ bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Ausk√ľnfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin. Diese Personen verf√ľgen √ľber die ausf√ľhrliche Fachinformation.

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Weitere Informationen

Was ist in Aphenylbarbit enthalten?

Wirkstoffe

Tabletten zu 15 mg, 50 mg und 100 mg enthalten 15 mg, 50 mg, 100 mg Phenobarbital sowie Hilfsstoffe

Zulassungsnummer

12175 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Aphenylbarbit? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Aphenylbarbit 15 mg: Packungen zu 30 und 100 Tabletten.

Aphenylbarbit 50 mg und 100 mg: Packungen zu 20 und 100 Tabletten (teilbar).

Zulassungsinhaberin

Streuli Pharma AG, 8730 Uznach

Diese Packungsbeilage wurde im August 2022 letztmals durch die Arzneimittelbeh√∂rde (Swissmedic) gepr√ľft.

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Wirkstoff(e) Phenobarbital
Zulassungsland Schweiz
Hersteller Streuli Pharma AG
Suchtgift Nein
ATC Code N03AA02
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur Abgabe ohne aerztliche Verschreibung
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden