Was ist es und wofür wird es verwendet?

Was ist Dociretic® und wofür wird es angewendet?
Dociretic® ist eine Betarezeptorenblocker-Diuretikum-Kombination.
Dociretic® wird angewendet bei
allen Schweregraden des Bluthochdrucks (essenzielle Hypertonie), insbesondere Hochdruckformen, die auf Betablocker oder Diuretika allein nur unzureichend ansprechen.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Dociretic® darf nicht eingenommen werden
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Propranolol, andere Betarezeptorenblocker, Bendroflumethiazid, Sulfonamide, Soja, Erdnuss oder einen der sonstigen Bestandteile von Dociretic® sind (mögliche Kreuzreaktionen beachten)
- wenn Sie eine Herzmuskelschwäche (manifeste Herzinsuffizienz) haben
- bei Schock
- bei Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern (AVBlock 2. oder 3. Grades)
- bei Sinusknoten-Syndrom (sick sinus syndrome)
- bei Erregungsleitungsstörungen zwischen Sinusknoten und Vorhof (sinuatrialer Block)
- nach frischem Herzinfarkt
- wenn Sie einen Ruhepuls von unter 50 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn (Bradykardie) haben
- wenn Sie stark erniedrigten Blutdruck (Hypotonie) haben
- bei Übersäuerung des Blutes (Azidose)
- bei Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen
- wenn Sie eine Neigung zu Bronchialverkrampfung (bronchiale Hyperreagibilität, z. B. bei Asthma bronchiale) haben
- wenn Sie gleichzeitig MAO-Hemmstoffe (ausgenommen MAO-B-Hemmstoffe) einnehmen
- bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Serumkreatinin > 1,8 mg/100 ml bzw. Kreatinin-Clearance < 30 ml) und akuter Nierenentzündung (Glomerulo-nephritis)
- wenn Sie unter schweren Leberfunktionsstörungen (Praecoma/Coma hepaticum) leiden
- wenn Sie schwere Elektrolytstörungen (Hyperkalzämie, Hyponatriämie, Hypokaliämie) haben
- wenn Sie Gicht haben
- bei Neigung zu niedrigem Blutzuckerspiegel, z. B. nach langem Fasten, schwerer körperlicher Belastung oder eingeschränkter Gegenregulation.
Die intravenöse Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazemtyp oder Antiarrhythmika während der Behandlung mit Dociretic® ist kontraindiziert (Ausnahme: Intensivmedizin). Verapamil i.v. erst 48 Stunden nach dem Absetzen von Dociretic® verabreichen.
Siehe auch Informationen für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal am Ende dieser Packungsbeilage.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Dociretic® ist erforderlich bei
- geringgradigen Erregungsleitungsstörungen von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-Block 1. Grades)
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit stark schwankenden Blutzucker-werten (Zustände mit stark erniedrigtem Blutzucker möglich)
- einem hormonproduzierenden Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom, vorherige Therapie mit Alpharezeptorenblockern erforderlich)
- Prinzmetal-Angina.
Bei Schuppenflechte (Psoriasis) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte sollte die Anwendung von Betarezeptorenblockern (z. B. Dociretic®) bei Ihnen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen, d. h. akuter allergischer Allgemein-reaktionen, erhöhen. Deshalb ist eine strenge Indikationsstellung geboten, wenn Sie schon einmal eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion in der Vorgeschichte hatten oder wenn Sie sich einer Therapie zur Schwächung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft unterziehen (Desensibilisierungstherapie; Vorsicht: überschießende anaphylaktische Reaktionen).
Während der Therapie mit anderen Betarezeptorenblockern wurden schwere Leberschäden beobachtet; daher sollten Ihre Leberwerte regelmäßig überprüft werden (s. Nebenwirkungen).
Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist die Ausscheidung von Propranolol vermindert, so dass unter Umständen eine Dosisreduzierung erforderlich ist (s. Dosierung). Bei schweren Nierenfunktionsstörungen ist Bendroflumethiazid nicht nur unwirksam, sondern sogar schädlich, da in solchen Fällen die Nierenleistung weiter vermindert wird. Während der Behandlung mit Dociretic® sollte Ihre Nierenfunktion überwacht werden.
Wenn Sie gleichzeitig Digitalispräparate einnehmen, müssen regelmäßig Ihre Kaliumwerte kontrolliert werden.
Da die Warnzeichen des erniedrigten Blutzuckers verschleiert werden können, sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.
Dociretic® kann die Anzeichen und Symptome eines niedrigen Blutzuckerspiegels (speziell schneller Herzschlag) abschwächen. Auch bei Nicht-Diabetikern, älteren Patienten, Dialysepatienten, chronisch leberkranken Patienten und bei Patienten, die überdosiert wurden, kann gelegentlich ein niedriger Blutzuckerspiegel auftreten. Schwere durch Dociretic® bedingte Zustände mit niedrigem Blutzuckerspiegel wurden selten von Anfällen und/oder Koma begleitet. Daher sollte die Behandlung mit Dociretic® bei Ihnen mit Vorsicht erfolgen, wenn Sie Diabetiker sind und gleichzeitig eine blutzuckerspiegelsenkende Therapie erhalten. Dociretic® kann die Dauer eines durch Insulin hervorgerufenen niedrigen Blutzuckerspiegels verlängern.
Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie auf eine mögliche Einschränkung des Tränenflusses achten.
Eine Unterbrechung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Nach längerer Anwendung sollte die Behandlung mit Dociretic® grundsätzlich langsam ausschleichend unterbrochen oder abgesetzt werden, da abruptes Absetzen zur Minderdurchblutung des Herzmuskels (Herzischämie) mit neuerlicher Verschlimmerung einer Angina pectoris, zu einem Herzinfarkt oder zum Wiederauftreten des Bluthochdrucks führen kann.
Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken
Die Anwendung von Dociretic® kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Dociretic® als Dopingmittel können nicht abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Sie dürfen Dociretic® während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwenden, da Nebenwirkungen, insbesondere ein niedriger Blutzuckerspiegel und verlangsamter Herzschlag beim Neugeborenen und ein verlangsamter Herzschlag beim Fetus, auftreten können.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparate-wechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Dociretic®
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Dociretic® daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Dociretic® einzunehmen?
Nehmen Sie Dociretic® immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
Morgens und am späten Nachmittag je 1 Kapsel.
In den meisten Fällen führt diese Dosis zu einer zufriedenstellenden Blutdrucksenkung. Ihr Arzt kann Dociretic® - falls erforderlich - mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln kombinieren.
Die Dosierung sollte individuell, vor allem nach dem Behandlungserfolg, festgelegt werden und darf ohne Anweisung des Arztes nicht geändert werden.
Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist unter Umständen eine Reduzierung der Dosis erforderlich.
Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Dociretic® sonst nicht richtig wirken kann!
Art der Anwendung
Nehmen Sie die Kapseln unzerkaut mit etwas Flüssigkeit (z. B. ein Glas Wasser) nach den Mahlzeiten ein.
Dauer der Anwendung
Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Dociretic® ist zur Langzeitbehandlung vorgesehen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Dociretic® zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge Dociretic® eingenommen haben als Sie sollten
Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt/Notarzt, der dann über das weitere Vorgehen entscheidet.
In Abhängigkeit vom Ausmaß der Überdosierung kann es zu starkem Blutdruckabfall (Hypotonie), verminderter Herzschlagfolge (Bradykardie) bis hin zum Herzstillstand, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und kardiogenen Schock kommen.
Zusätzlich können Atembeschwerden, Bronchospasmen, Erbrechen, Bewusst-seinsstörungen, gelegentlich auch generalisierte Krampfanfälle auftreten.
Überdosierung durch Bendroflumethiazid kann Herzfunktionsstörungen und Schock infolge von Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, Kaliummangel, Blutdruck-abfall, erhöhte Krampfbereitschaft und Schläfrigkeit auslösen.
Bei Überdosierung oder bedrohlichem Abfall der Herzfrequenz oder des Blutdrucks muss die Behandlung mit Dociretic® abgebrochen werden.
Siehe auch Informationen für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal am Ende dieser Packungsbeilage.
Wenn Sie die Einnahme von Dociretic® vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.
Wenn Sie die Einnahme von Dociretic® abbrechen
Eine Unterbrechung der Behandlung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anordnung hin erfolgen.
Nach längerer Anwendung von Dociretic® sollte die Behandlung grundsätzlich langsam ausschleichend unterbrochen oder beendet werden, da abruptes Absetzen zur Minderdurchblutung des Herzmuskels (Herzischämie) mit der Verschlimmerung einer Angina pectoris, zu einem Herzinfarkt oder zu einem Blutdruckanstieg führen kann.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Dociretic® mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Insulin oder orale Antidiabetika
Die blutzuckersenkende Wirkung kann durch Propranolol verstärkt oder verlängert werden, durch Diuretika (Bendroflumethiazid) kann sie abgeschwächt werden. Warnzeichen des erniedrigten Blutzuckers (Hypoglykämie), insbesondere erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und Zittern der Finger (Tremor), sind verschleiert oder abgemildert. Daher sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.
Andere blutdrucksenkende Arzneimittel, Nitroglycerin, Diuretika, Vasodilatatoren sowie trizyklische Antidepressiva, Phenothiazine, Barbiturate und Alkohol
Es kann zu verstärktem Blutdruckabfall kommen.
Calciumantagonisten vom Nifedipintyp
Die Blutdrucksenkung kann verstärkt werden. Gelegentlich kommt es zu einer Herzmuskelschwäche.
Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazemtyp oder andere Antiarrhythmika (z. B. Disopyramid)
Es kann zu verstärktem Blutdruckabfall (Hypotonie), stark verminderter Herzfrequenz (Bradykardie) oder anderen Herzrhythmusstörungen kommen.
Sie sollten daher sorgfältig überwacht werden.
Antiarrhythmika
Die die Herzkraft schwächenden Wirkungen (kardiodepressive Wirkungen) von Dociretic® und Antiarrhythmika können sich addieren.
Herzglykoside, Reserpin, Alpha-Methyldopa, Guanfacin oder Clonidin
Es kann zu einem stärkeren Absinken der Herzfrequenz bzw. einer Verzögerung der Erregungsleitung am Herzen kommen.
Beim abrupten Absetzen von Clonidin kann der Blutdruck überschießend ansteigen. Deshalb darf Clonidin erst abgesetzt werden, wenn einige Tage zuvor die Verabreichung von Dociretic® beendet wurde. Anschließend kann Clonidin stufenweise abgesetzt werden. Die Behandlung mit Dociretic® erst mehrere Tage nach dem Absetzen von Clonidin beginnen. Bei Kalium- oder Magnesiummangel kann die Wirkung von Herzglykosiden verstärkt sein.
Adrenalin oder Noradrenalin
Es ist ein beträchtlicher Blutdruckanstieg möglich.
Monoaminooxidase (MAO)-Hemmstoffe
Es ist ein überschießender Blutdruckanstieg möglich. Die gleichzeitige Einnahme sollte unterbleiben.
Indometacin und Salicylate
Die blutdrucksenkende Wirkung von Dociretic® kann abgeschwächt werden. Die toxische Wirkung von hoch dosiertem Salicylat auf das zentrale Nervensystem kann verstärkt werden.
Narkotika
Es kann eine verstärkte Blutdrucksenkung eintreten. Die die Herzkraft schwächenden Wirkungen (negativ inotrope Wirkungen) beider Arzneimittel können sich addieren.
Periphere Muskelrelaxanzien (z. B. Suxamethonium, Tubocurarin)
Die neuromuskuläre Blockade kann durch die Betarezeptorenhemmung von Dociretic® (Propranolol) verstärkt und durch Bendroflumethiazid verlängert werden.
Für den Fall, dass Dociretic® vor Eingriffen in Allgemeinnarkose oder vor der Anwendung peripherer Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt über die Behandlung mit Dociretic® informiert werden.
Ergotamin, Dihydroergotamin und verwandte Substanzen
Es können Gefäßkrämpfe (Vasospasmen) auftreten.
Chlorpromazin
Die antipsychotische Wirkung von Chlorpromazin und die blutdrucksenkende Wirkung von Propranolol können verstärkt werden.
Lidocain-Infusion
Die Lidocain-Konzentration im Blut kann um 30% erhöht sein. Lidocain und Dociretic® sollten nicht gleichzeitig verabreicht werden.
Cimetidin oder Hydralazin
Die Wirkung von Dociretic® wird verstärkt.
ACE-Hemmer
Es kann zu Beginn der Behandlung zu einem überschießenden Blutdruckabfall kommen.
Glukokortikoide oder Laxanzien
Eine erhöhte Kaliumausscheidung kann auftreten.
Harnsäuresenkende Arzneimittel oder Sympathomimetika
Deren Wirkung kann abgeschwächt werden.
Lithium
In hohen Dosen kann dessen kardio- und neurotoxische Wirkung verstärkt werden.
Chinidin
Die Ausscheidung von Chinidin kann vermindert werden.
Cholestyramin oder Cholestipol
Die Aufnahme von Bendroflumethiazid kann beeinträchtigt werden.
Aus entsprechenden Studien geht hervor, dass es zwischen Propranolol und Chinidin bzw. Propafenon (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen), Rifampicin (Mittel gegen Tuberkulose), Theophyllin (Mittel gegen Asthma), Warfarin (Mittel, das die Blutgerinnung hemmt), Thioridazin (Mittel gegen psychische Erkrankungen) sowie Calciumantagonisten wie Nifedipin, Nisoldipin, Nicardipin, Isradipin und Lacidipin (Mittel gegen Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäße) zu Wechselwirkungen kommen kann, da die Verstoffwechselung dieser Wirkstoffe und von Propranolol in der Leber beeinflusst werden kann. Die Konzentrationen von Propranolol und diesen Wirkstoffen im Blut können verändert werden, so dass gegebenenfalls eine Dosisanpassung erforderlich ist (s. auch Wechselwirkungen mit Calciumantagonisten vom Nifedipintyp).
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewendete Arzneimittel gelten können.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann Dociretic® Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig:1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich:1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten:1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten:weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt:Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Gelegentlich: Blutbildveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie), Purpura (kleinfleckige Einblutungen in die Haut oder Schleimhaut).
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche oder –ermüdbarkeit) ähnliches Krankheitsbild.
Selten: Verstärkung einer bestehenden Myasthenia gravis.
Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Siehe ?Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Dociretic® ist erforderlich bei?.
Endokrine Erkrankungen
Bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion können die klinischen Zeichen einer Thyreotoxikose (Tachykardie und Tremor) verschleiert sein.
Gelegentlich kann eine bisher nicht in Erscheinung getretene Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) erkennbar werden oder eine bereits bestehende Zuckerkrankheit sich verschlechtern. Bei Patienten mit Diabetes mellitus kann Bendroflumethiazid den Blutzuckerspiegel erhöhen. Nach längerem strengen Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es bei gleichzeitiger Behandlung mit Dociretic® zu Zuständen mit erniedrigtem Blutzucker (hypoglykämische Zustände) kommen. Warnzeichen des erniedrigten Blutzuckers, insbesondere erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und Zittern der Finger (Tremor), können verschleiert werden.
Bei älteren Patienten, Neugeborenen, Säuglingen, Kindern, Dialysepatienten, Patienten mit begleitender antidiabetischer Therapie und bei chronisch leberkranken Patienten kann selten ein niedriger Blutzucker auftreten (s. auch ?Dociretic® darf nicht eingenommen werden?, ?Bei Einnahme von Dociretic® mit anderen Arzneimitteln?).
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Auch Störungen im Fettstoffwechsel wurden während der Therapie mit Dociretic® beobachtet. Bei meist normalem Gesamtcholesterin kam es zu einer Verringerung des HDL-Cholesterins und einer Erhöhung der Triglyzeride im Blut.
Selten kann es zu einer Erhöhung der Leberenzyme (GOT, GPT) im Blut kommen.
Es kann ferner zu einer Erhöhung der Harnsäure und - insbesondere zu Beginn der Behandlung - einem Anstieg der stickstoffhaltigen harnpflichtigen Stoffe (Harnstoff, Kreatinin) im Blut sowie zu einem Kalium-, Natrium-, Magnesium- oder Chloridmangel oder zu einem Calciumüberschuss im Blut kommen. Bei disponierten Patienten können Gichtanfälle ausgelöst werden.
Insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Digitalispräparate erhalten, sind regelmäßige Kontrollen der Kaliumwerte erforderlich.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Insbesondere zu Beginn der Behandlung zentralnervöse Störungen wie Müdigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Nervosität, Schwitzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Albträume, Psychosen oder Halluzinationen, Missempfindungen (Parästhesien) und Kältegefühl an den Gliedmaßen, Muskelverspannungen und Wadenkrämpfe.
Gelegentlich: Mundtrockenheit.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Verminderter Tränenfluss (dies ist beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten), Augenbindehautentzündung (Konjunktivitis) und in Einzelfällen Sehstörungen oder Entzündungen der Horn- und Bindehaut des Auges (Keratokonjunktivitis).
Bendroflumethiazid kann gelegentlich eine Verschlimmerung einer bestehenden Kurzsichtigkeit auslösen.
Herzerkrankungen
Häufig: verstärkter Blutdruckabfall mit Orthostase, starke Verminderung der Herzfrequenz (Bradykardie), anfallartige, kurz dauernde Bewusstlosigkeit (Synkope), Herzklopfen (Palpitationen), atrioventrikuläre Überleitungsstörungen, Verstärkung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).
Selten: Verstärkung der Anfälle bei Angina pectoris (anfallsweise auftretende Schmerzen in der Herzgegend).
Gefäßerkrankungen
Eine Verstärkung der Beschwerden von Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen, einschließlich intermittierendem Hinken (Claudicatio intermittens) und Verkrampfungen der Fingerschlagadern (Raynaud-Syndrom) wurde beobachtet.
Bendroflumethiazid kann gelegentlich Gefäßentzündung (Vaskulitis), bei zuvor bestehenden Venenerkrankungen Thrombosen und Embolien auslösen.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums
Infolge einer möglichen Erhöhung des Atemwegswiderstandes kann es bei Neigung zu bronchospastischen Reaktionen (insbesondere obstruktiven Atemwegserkrankungen) zu Atemnot kommen.
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
Vorübergehend können Magen-Darmbeschwerden (Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, krampfartige Beschwerden im Bauchraum) auftreten.
Bendroflumethiazid kann gelegentlich eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auslösen.
Leber- und Gallenerkrankungen
Bendroflumethiazid kann gelegentlich Gelbsucht (Ikterus) und bei bereits vorhandenen Gallensteinen eine Gallenblasenentzündung auslösen.
Während der Therapie mit anderen Betarezeptorenblockern wurden schwere Leberschäden beobachtet; daher sollten Ihre Leberwerte regelmäßig überprüft werden.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: allergische Hautreaktionen (Rötung, Juckreiz, Exanthem), Photosensibilität und Haarausfall.
Betarezeptorenblocker können selten eine Psoriasis auslösen, die Symptome dieser Erkrankung verschlechtern oder zu psoriasiformen Exanthemen führen.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Selten: bei Langzeittherapie Gelenkerkrankungen (Arthropathie), wobei ein Gelenk betroffen sein kann (Monoarthritis) oder mehrere Gelenke (Polyarthritis).
Erkrankungen der Nieren- und Harnwege
Bei schweren Nierenfunktionsstörungen wurde in Einzelfällen über eine Verschlechterung der Nierenfunktion berichtet. Deshalb sollte während der Behandlung mit Dociretic® die Nierenfunktion entsprechend überwacht werden (siehe Dosierung).
Bendroflumethiazid kann gelegentlich Nierenentzündung (akute interstitielle Nephritis) auslösen.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Selten: Libido- und Potenzstörungen.
Andere mögliche Nebenwirkungen
Sojalecithin kann sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blister und der Faltschachtel nach ?Verwendbar bis? angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen
Nicht über 25C lagern!

Weitere Informationen

Was Dociretic® enthält
Die Wirkstoffe sind Propranololhydrochlorid und Bendroflumethiazid.
1 Hartkapsel enthält 80,0 mg Propranololhydrochlorid und 2,5 mg Bendroflumethiazid.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Lactose Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzl.], Gelatine, Titandioxid (E 171), Drucktinte (enthält Sojalecithin).
Wie Dociretic® aussieht und Inhalt der Packung
Dociretic® Kapseln sind weiße Hartgelatinekapseln mit dem Aufdruck ?Dociretic?.
Die Blisterpackungen enthalten 30 [N1] und 100 [N3] Kapseln.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
mibe GmbH Arzneimittel
Münchener Straße 15
06796 Brehna
Tel.: 0349547-0
Fax: 0349547-100
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im April 2008.
Informationen für Ärzte und medizinisches Fachpersonal
Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Ärztliche Maßnahmen bei Überdosierung:
Neben allgemeinen Maßnahmen der primären Giftelimination sind die Überwachung unter intensivmedizinischen Bedingungen und der Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlust angezeigt.
Als Gegenmittel können gegeben werden:
- Atropin 0,5 - 2 mg i.v. als Bolus,
- Glucagon initial 1 - 10 mg i.v., anschließend 2 - 2,5 mg/h als Dauerinfusion,
- Sympathomimetika in Abhängigkeit vom Körpergewicht und Effekt: Dopamin, Dobutamin, Isoprenalin, Orciprenalin und Adrenalin.
Bei therapierefraktärer Bradykardie sollte eine temporäre Schrittmachertherapie durchgeführt werden.
Bronchospasmen können in der Regel durch Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol zum Inhalieren (bei ungenügender Wirkung auch intravenös) behoben werden. Zur Aufhebung der durch Propranolol herbeigeführten Betablockade können hohe Dosen erforderlich sein, die entsprechend ihrer Wirkung titriert werden sollten. Auch Aminophyllin i.v., Ipratropiumbromid als Inhalationsnebel oder Glucagon (1 - 2 mg i.v.) können gegeben werden. In schweren Fällen können Sauerstoffbehandlung oder künstliche Beatmung erforderlich sein.
Bei generalisierten Krampfanfällen empfiehlt sich die langsame intravenöse Gabe von Diazepam.

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