Dienogest

Dienogest

Grundlagen

Dienogest ist ein orales Gestagen (Hormon), welches in Kombination mit dem synthetisch hergestellten Hormon Ethinylestradiol zur EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung oder als MonoprĂ€parat zur symptomatischen Behandlung der Endometriose eingesetzt wird.

Synthetisiert und patentiert wurde das Hormon 1977 von dem pharmazeutischen Unternehmen Jenapharm.

Medikamente mit Dienogest

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Ethinylestradiol/Dienogest Pharbil Waltrop 0,03/2,0mg Filmtabletten Ethinylestradiol Dienogest Pharbil Waltrop GmbH
BonaDea Ethinylestradiol Dienogest Zentiva Pharma GmbH
Luvyna 0,03 mg / 2 mg Filmtabletten Ethinylestradiol Dienogest Hormosan Pharma Gesellschaft mit beschrÀnkter Haftung
Endovelle 2 mg Tabletten Dienogest Exeltis Germany GmbH
Diemono 2 mg Filmtabletten Dienogest mibe GmbH Arzneimittel

Wirkung

Pharmakodynamik

Dienogest aktiviert den Progesteronrezeptor zwar nur schwach, zeigt jedoch eine sehr starke progestagene Wirkung in der GebĂ€rmutterschleimhaut, welche sich nach lĂ€ngerer Anwendung des Hormons verdĂŒnnt. Dies trĂ€gt neben der Linderung von Endometriosesymptomen auch dazu bei, dass Spermien sich erschwert einnisten können.

Weitere empfĂ€ngnisverhĂŒtende Wirkungen durch Dienogest werden durch die Hemmung des Eisprungs und durch die Blockade des GebĂ€rmutterhalses fĂŒr Spermien verursacht.

Zudem hat Dienogest auch antiandrogene Wirkungen, das heißt es unterdrĂŒckt mĂ€nnliche Sexualhormone und lindert Symptome von Akne durch die Regulation der Talgproduktion. HierfĂŒr wird der Wirkstoff hĂ€ufig mit einer Estrogenkomponente (z.B. Ethinylestradiol) kombiniert.

Pharmakokinetik

Nach oraler Verabreichung wird Dienogest schnell mit einer BioverfĂŒgbarkeit von 90% resorbiert. Die maximale Konzentration im Plasma wird nach 1,5 Stunden erreicht und das Hormon zirkuliert zu 90% an Album gebunden.
Dienogest wird vollstÀndig durch das Enzym CYP3A4 verstoffwechselt und wird hauptsÀchlich mit dem Urin ausgeschieden. Die Halbwertszeit betrÀgt ca. 9-10 Stunden.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen

HĂ€ufige unerwĂŒnschte Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Akne, Kopf-, Brust- und Unterleibsschmerzen, Menstruationsstörungen, Stimmungsschwankungen und Störungen des Gastrointestinaltraktes.

Toxikologische Daten

LD50 (Maus, oral): 4 mg/kg

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code G03DB08
Summenformel C20H25NO2
Molare Masse (g·mol−1) 311,425
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 210-218
CAS-Nummer 65928-58-7
PUB-Nummer 68861
Drugbank ID DB09123

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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