Was ist es und wofür wird es verwendet?

Die Bezeichnung Ihres Arzneimittels lautet Arefam Weichkapseln (ab jetzt in der gesamten Packungsbeilage als Arefam bezeichnet). Arefam enthält das Hormon Progesteron. Dieses ist mit dem von Ihrem Körper gebildeten Progesteron identisch.

Arefam wird angewendet zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut vor übermäßigem Wachstum bei Frauen, die eine Estrogentherapie wegen Beschwerden anwenden, welche nach den Wechseljahren (Menopause) oder nach der chirurgischen Entfernung der Eierstöcke auftreten.

Arefam kann nicht zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

  • bei akuten und chronisch fortschreitenden Lebererkrankungen (auch Dubin-Johnson- oder Rotor- Syndrom) sowie bei bestehendem Lebertumor, bei bösartigen Tumoren der Brust oder der Geschlechtsorgane,
  • wenn Sie unter bisher ungeklärten Blutungen im Bereich der Geschlechtsorgane leiden,
  • bei Venenentzündung oder thromboembolischen Erkrankungen (Verschluss eines Blutgefäßes durch Blutgerinnsel),
  • bei Juckreiz oder Bläschenbildung in einer vorausgegangenen Schwangerschaft (Herpes gestationis),
  • bei Hirnblutungen,
  • bei Porphyrie (Stoffwechselerkrankung mit Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs),
  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Progesteron oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile von Arefam sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Arefam einnehmen. Im Folgenden wir beschrieben, wann Sie Arefam nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht anwenden dürfen. Fragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonersatztherapie sollte eine vollständige Erfassung aller wichtigen Krankheiten in Ihrer Vorgeschichte sowie bei nahen Verwandten durchgeführt werden. Die ärztliche Untersuchung (einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an dieser Erfassung der Krankengeschichten sowie den Gegenanzeigen und Warnhinweisen für dieses Arzneimittel orientieren. Während der Behandlung sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, die sich in Häufigkeit und Art nach Ihrer persönlichen Gesundheitssituation richten (regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr). Ihr Arzt sollte Ihnen erläutern, welche Veränderungen Ihrer Brüste Sie ihm mitteilen müssen. Die Untersuchungen, u.a. Röntgenaufnahmen der Brüste (Mammographie), sollten entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Gesundheitssituation durchgeführt werden.

Übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)

Bei Frauen mit noch intakter Gebärmutterschleimhaut kann es zu Beginn der Behandlung zu regelmäßigen, periodenähnlichen Abbruchsblutungen kommen, die mit zunehmender Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut im Verlauf der Langzeitbehandlung zurückgehen bzw. aufhören. Sollten solche Abbruchsblutungen von vornherein ausbleiben, muss von Ihrem Arzt durch geeignete Maßnahmen ein übermäßiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) ausgeschlossen werden.

Durchbruch- und Schmierblutungen können in den ersten Monaten der Hormonersatzbehandlung auftreten. Wenn solche Blutungen über die ersten Behandlungsmonate hinausgehen, erst nach einer längeren Behandlungszeiteinsetzen oder diese nach Beendigung der Hormonersatztherapie anhalten, sollten Sie sich so bald wie möglich an Ihren Arzt wenden, um die Ursache der Blutungen feststellen zu lassen. Gegebenenfalls muss durch Beurteilung einer Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut eine bösartige Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut ausgeschlossen werden.

Abbruch der Behandlung

Aus Gründen besonderer Vorsicht sollte die Behandlung mit Arefam abgesetzt und der Arzt aufgesucht werden bei erstmaligem und gehäuftem Auftreten starker migräneartiger Kopfschmerzen, plötzlichen Sehstörungen, krankhaften Veränderungen an der Leber und Depressionen (psychische Störungen mit Beeinträchtigung der Stimmungslage). Zu möglichen Anzeichen für diese Erkrankungen fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Beachten Sie bitte auch die Vorsichtsmaßnahmen in der Packungsbeilage des Ihnen verschriebenen Östrogenpräparats.

Einnahme von Arefam zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Die Wirkungen von Arefam können bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel abgeschwächt werden. Dazu zählen z.B. Arzneimittel, die eingesetzt werden bei

  • Krampfanfällen (Epilepsie; z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin)
  • Infektionskrankheiten (z.B. die Tuberkulosemittel Rifampicin und Rifabutin)
  • HIV-Infektionen (z. B. Nevirapin, Efavirenz, Ritonavir und Nelfinavir)

Auch pflanzliche Zubereitungen, die Johanniskraut enthalten, können die Wirkungen von Arefam abschwächen.

Eine abgeschwächte Wirkung von Arefam kann zu Blutungsstörungen führen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme bzw. Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Arefam ist nicht für die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit vorgesehen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

  • Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Arefam kann Schläfrigkeit, Blutdrucksenkung und Schwindelgefühl verursachen (siehe auch Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Dadurch kann sich auch bei bestimmungsgemäßen Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirkung mit Alkohol. Bitte fragen Sie deshalb Ihren Arzt, ob Sie z.B. im Alltag oder bei der Berufsausübung bestimmte Verhaltensweisen beachten sollten.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Arefam immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wenn Ihnen die Gebärmutter operativ entfernt wurde, wird die Anwendung eines Gestagens im Rahmen einer Hormonersatzbehandlung nicht empfohlen, außer es wurde früher eine Endometriose (Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter) diagnostiziert.

Die Weichkapseln sollten nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen, jedoch mit einem mindestens 1,5-stündigen Abstand zwischen einer Mahlzeit und der Kapseleinnahme, eingenommen werden.

  • Die übliche Dosis von Arefam 200 mg Weichkapseln beträgt 1 Weichkapsel täglich über einen Zeitraum von mindestens 12 Tagen pro 28-Tage-Einnahmezyklus oder Monat. Nehmen Sie 1 Weichkapsel abends vor dem Schlafengehen ein.
  • Schlucken Sie die Weichkapsel(n) ganz mit einem Glas Wasser.
  • Trinken Sie nach der Einnahme der Weichkapsel(n) reichlich Wasser nach.
  • Die Weichkapseln dürfen nicht zerkaut werden.

Dauer der Anwendung

Die dauer der Behandlung mit Arefam richtet sich nach der Dauer der Östrogenbehandlung. Eine Hormonersatztherapie sollte über einen kürzest möglichen Zeitraum durchgeführt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Arefam eingenommen haben, als Sie sollten

Werden Arefam Weichkapseln, z.B. von Kindern, in erheblichen Mengen aufgenommen, so sind keine schweren Vergiftungserscheinungen zu erwarten. Es können jedoch Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Sicherheitshalber sollte jedoch auf jeden Fall der Arzt benachrichtigt werden.

Sofern Sie bei der Anwendung von Arefam kurzfristig versehentlich täglich mehr als die vereinbarte Dosis eingenommen haben, sind ebenfalls keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erwarten (siehe auch Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Vermindern Sie in diesem Fall in Absprache mit Ihrem Arzt die Anwendung auf die vorgesehene Dosis und halten Sie im Übrigen den Behandlungsplan ein.

Wenn Sie die Einnahme von Arefam vergessen haben

Wenn Sie bei einer vorgesehenen Behandlung über mehrere Wochen die Anwendung einmal oder wenige Tage vergessen haben, so nehmen Sie bei den nächsten Malen dennoch nur die verordnete Dosis ein. Wenn Sie bei einer Kurzbehandlung eine oder mehrere Anwendungen vergessen haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, inwieweit die Behandlungsdauer verlängert oder die Behandlung wiederholt werden muss.

Wenn Sie die Einnahme von Arefam abbrechen

Sollten Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen, evt. wegen aufgetretener Nebenwirkungen, so besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen:

Häufig (1 bis 10 Behandelte von 100):

  • Mattigkeit, Schläfrigkeit, Müdigkeit (siehe auch Abschnitt „Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen“)
  • Schwindelgefühl, migräneartige Kopfschmerzen
  • depressive Verstimmungen
  • Schmerzen und Spannungsgefühl in den Brüsten

Gelegentlich (1 bis 10 Behandelte von 1000):

  • Leichter Blutdruckabfall
  • Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit

Sehr selten (weniger als 1 Behandelter von 10 000):

  • In Einzelfällen wurden nach Einnahme von Arefam schwere Unverträglichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) mit Blutdruckabfall bis hin zu vorübergehender Bewusstseinseintrübung bzw. vorübergehender Bewusstseinsverlust (Synkopen) berichtet.

In Zusammenhang mit einer Östrogen-/Gestagen-Hormonersatzbehandlung wurden weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen berichtet:

  • Östrogenabhängige gutartige Geschwülste, sowie bösartige Tumoren, insbesondere Krebs der Gebärmutterschleimhaut
  • Venöse thromboembolische Ereignisse, d. h. Verschlüsse der tiefen Bein- bzw. Beckenvenen durch Blutgerinnsel (Thrombosen) sowieLungenembolien. Diese treten bei Anwenderinnen einer Hormonersatzbehandlung häufiger auf als bei Nichtanwenderinnen.
  • Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Gallenblasenerkrankungen
  • Bräunliche Hautpigmentierungen (Chloasma), verschiedene Hautkrankheiten mit Blasen- und Knötchenbildung oder Einblutungen in die Haut (Erythema multiforme, Erythema nodosum, vaskuläre Purpura) Hirnleistungsstörung

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über auftretende Nebenwirkungen, damit er diese gegebenenfalls spezifisch behandeln kann.

Einige der genannten Nebenwirkungen können auch Zeichen von Überdosierung sein und gehen deshalb bei einer mit dem Arzt abgesprochenen Dosis meist wieder zurück.

Bestimmte, während der Behandlung auftretende Blutungen (Durchbruchsblutungen) können in Absprache mit dem Arzt durch eine Dosiserhöhung beseitigt werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Traisengasse 5, AT-1200 WIEN, ÖSTERREICH, Fax: + 43 (0) 50 555 36207, Website: http://www.basg.gv.at/, anzuzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Weitere Informationen

Was Arefam Weichkapseln enthalten

  • Der Wirkstoff ist Progesteron.
  • Die sonstigen Bestandteile sind: raffiniertes Färberdistelöl, Gelatine, Glycerol und Titandioxid.

Eine Arefam 200 mg Weichkapsel enthält 200 mg Progesteron.

Wie Arefam aussieht und Inhalt der Packung

Arefam 200 mg Weichkapseln sind fast weiße, eiförmige, mit einer weißlichen Suspension gefüllte Weichkapseln in Packungen mit 15 Weichkapseln.

Pharmazeutischer Unternehmer

Exeltis Germany GmbH Adalperostraße 84 85737 Ismaning Deutschland

www. exeltis.de

Telefon: +49 89 4520529-0 Telefax: +49 89 4520529-99

Vertrieb in Österreich durch: Exeltis Austria GmbH

Office Center Rivergate Gate 2/2.OG/TOP B Handelskai 92

1200 Wien

Hersteller

<Effik

Bâtiment “le Newton” – 9-11 rue Jeanne Braconnier 92366 Meudon la Forêt

Frankreich>

<LEONFARMA C/LaVallina,s/n

PoligonoIndustrialNavatejera

24008VILLAQUILAMBRE–Leon–Spanien>

Z.Nr.: 1-31629

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland: Famenita 200 mg Weichkapseln Österreich: Arefam 200 mg Weichkapseln

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt genehmigt im März 2015.

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