Wann darf Progestan 400 mg nicht angewendet werden?
Progestan 400 mg darf nicht angewendet werden:
- bei vermutetem oder nachgewiesenem Brust- oder Gebärmutterkrebs;
- bei Lebertumoren oder anderen schweren gegenwärtigen oder früheren Erkrankungen der Leber;
- bei Gelbsucht;
- wenn Sie an einer schweren Erkrankung der Blutgefässe mit Bildung von Blutgerinnseln in einer Vene (Thrombose) leiden oder früher einmal gelitten haben, die manchmal schmerzhaft sein kann (Thrombophlebitis), z.B. in den Beinen (tiefe Venenthrombose) oder in der Lunge (Lungenembolie);
- wenn Sie eine Hirnblutung oder einen Schlaganfall hatten;
- bei Vorliegen einer Schwangerschaft mit totem Fetus oder einer Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter;
- bei Scheidenblutungen, deren Ursache unklar ist;
- wenn Sie an einer seltenen Erkrankung des Blutes mit dem Namen Porphyrie leiden, die familiär weitergegeben (vererbt) wird;
- bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber Progesteron oder einem der Bestandteile des Arzneimittels;
- bei einer Allergie (Überempfindlichkeit) gegenüber Soja oder Erdnuss.
Wann ist bei der Anwendung von Progestan 400 mg Vorsicht geboten?
Vor Beginn der Behandlung und regelmässig während der Behandlung muss eine vollständige körperliche Untersuchung durchgeführt werden.
Progestan 400 mg darf nur bei Gefahr einer Fehlgeburt in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft bis zur 16. Woche und ausschliesslich vaginal angewendet werden. Wenden Sie sich vor der Anwendung von Progestan 400 mg an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.
Wenn Sie glauben, eine Fehlgeburt gehabt zu haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, da Sie in diesem Fall die Anwendung von Progestan 400 mg beenden müssen.
Sie müssen Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren, wenn:
- Sie vaginale Blutungen haben
- es Ihnen innerhalb von ein paar Tagen nach der Anwendung des Arzneimittels nicht gut geht
Gründe, die ein sofortiges Absetzen der Behandlung erfordern
In folgenden Fällen müssen Sie unverzüglich einen Arzt bzw. eine Ärztin verständigen und die Hormonbehandlung beenden:
- Erste Anzeichen für thromboembolische oder thrombophlebitische Ereignisse (z.B. Schmerzen oder Schwellungen in den Gliedmassen, plötzliche Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, akute Sehstörungen, erstmaliges Auftreten starker, ungewöhnlicher oder migräneartiger Kopfschmerzen, plötzliche Hörstörungen);
- Plötzliche Anzeichen eines Schlaganfalls (z.B. plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite, Sprach- oder Verständnisstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen, plötzliche starke Kopfschmerzen);
- Abnorme Leberfunktionswerte oder Hepatomegalie (z.B. Schweregefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch, Ermüdung, Appetitlosigkeit);
- Anzeichen von Juckreiz am ganzen Körper;
- Auftreten von Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Augen);
- Verdacht auf einen Lebertumor;
- Auftreten einer ersten oder wiederkehrenden schweren depressiven Episode.
Progestan 400 mg kann den Zuckerstoffwechsel (Glucosestoffwechsel) beeinträchtigen. Wenn Sie an Diabetes leiden und Antidiabetika einnehmen, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, da die Dosis des Antidiabetikums möglicherweise angepasst werden muss. Nur der Arzt bzw. die Ärztin kann über eine solche Anpassung entscheiden.
Die Anwendung von mikronisiertem Progesteron kann zur Entwicklung einer Schwangerschaftscholestase oder einer hepatozellulären Erkrankung führen.
Kinder und Jugendliche
Progestan 400 mg ist für die Anwendung in der pädiatrischen Population nicht zugelassen.
Anwendung von Progestan 400 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln
Progestan 400 mg kann die Wirkung bestimmter anderer Arzneimittel beeinflussen. Ebenso können bestimmte andere Arzneimittel die Wirkung von Progestan 400 mg beeinflussen. Dazu gehören auch rezeptfreie Arzneimittel, einschliesslich pflanzlicher Heilmittel.
Informieren Sie insbesondere Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:
- gegen Schlafstörungen (Barbiturate);
- gegen Lungenhochdruck (Bosentan);
- gegen Epilepsie und Krampfanfälle (z.B. Carbamazepin, Felbamat, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon, Topiramat);
- gegen Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze (z.B. Rifampicin, Rifabutin, Clarithromycin, Erythromycin, Ritonavir, Itraconazol, Fluconazol, Ketoconazol, Voriconazol);
- HIV-Proteasehemmer oder Cobicistat;
- pflanzliche Präparate, die Johanniskraut enthalten;
- gegen Autoimmunkrankheiten oder bei Organtransplantationen (Ciclosporin);
- Bromocriptin, das zur Behandlung von Erkrankungen der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) oder der Parkinson-Krankheit eingesetzt wird.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie kürzlich auf Leber- oder Hormonprobleme untersucht wurden bzw. eine solche Untersuchung planen, da Progestan 400 mg die Ergebnisse von Labortests der Leber- und/oder der Hormonfunktion verfälschen kann.
Anwendung von Progestan 400 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Progestan 400 mg muss in die Scheide eingeführt werden. Nahrungsmittel und Getränke haben daher keinen Einfluss auf die Behandlung.
Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Wenn Sie sich müde oder schwindelig fühlen, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.
Progestan 400 mg enthält Sojalecithin.
Progestan 400 mg enthält Sojalecithin und kann bei sehr empfindlichen Personen schwere allergische Reaktionen hervorrufen, wie z.B. rote Flecken auf der Haut (Nesselsucht) oder eine sehr starke Reaktion, die zu Atembeschwerden oder Bewusstlosigkeit führen kann (anaphylaktischer Schock). Da ein möglicher Zusammenhang zwischen einer Allergie gegen Soja und einer Allergie gegen Erdnüsse besteht, dürfen Patientinnen mit einer Erdnussallergie Progestan 400 mg nicht anwenden (siehe «Wann darf Progestan 400 mg nicht angewendet werden?»).
Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie
- an anderen Krankheiten leiden
- Allergien haben
- andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen. Dazu gehören auch rezeptfreie Arzneimittel, einschliesslich pflanzlicher Heilmittel.
Darf Progestan 400 mg während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?
Schwangerschaft
Eine Studie hat ergeben, dass bei Jungen, deren Mütter kurz vor der Schwangerschaft oder in den ersten vierzehn Schwangerschaftswochen ein Gestagen angewendet haben, das Risiko einer angeborenen Fehlbildung der Harnröhrenöffnung zwei- bis viermal höher ist. Ein besonders hohes Risiko wurde vor allem bei Frauen festgestellt, die sich einer Unfruchtbarkeitsbehandlung unterzogen hatten. Allerdings konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob die Unfruchtbarkeitsbehandlung Ursache für diese Fehlbildungen war oder ob diese stattdessen auf eine Hormonstörung der Mutter zurückzuführen waren, die zur Unfruchtbarkeit geführt hatte.
Stillzeit
Sie sollten Progestan 400 mg nicht anwenden, wenn Sie stillen. Progesteron (der Wirkstoff in Progestan 400 mg) geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Die Auswirkungen auf den Säugling sind jedoch nicht bekannt.