Meresasul

Meresasul
Wirkstoff(e)Sulpirid
ZulassungslandDE
ZulassungsinhaberRiemser Pharma GmbH
Zulassungsdatum11.09.1995
ATC CodeN05AL01
AbgabestatusApothekenpflichtig
Verschreibungsstatusverschreibungspflichtig
Pharmakologische GruppeAntipsychotika

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Meresasul ist ein Mittel zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen (depressive Erkrankung) und bei bestimmten Schwindelzuständen.

Anwendungsgebiete

Meresasul wird angewendet bei:

Depressiven Erkrankungen, wenn die Behandlung mit einem anderen Antidepressivum erfolglos war

Peripher-labyrinthären Schwindelzuständen, bei Morbus Ménière (anfallsweiser Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen, Innenohrschwerhörigkeit und Ohrgeräuschen)

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Meresasul darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Sulpirid, Benzamidderivaten oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
  • bei akuten Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel (Opiate)- oder Psychopharmaka-Vergiftungen
  • bei krankhafter Erlebnisreaktion mit übersteigert gehobener Stimmung (maniformen Psychosen)
  • bei gleichzeitiger Gabe von Levodopa (siehe Abschnitt „Bei Einnahme von Meresasul mit anderen Arzneimitteln“)
  • bei Krampfanfällen (Epilepsie)
  • bei hirnorganischen Erkrankungen, insbesondere des Alters, die mit Erregungszuständen einhergehen (organisches Psychosyndrom)
  • bei Morbus Parkinson (Schüttellähmung)
  • bei bestimmten Geschwülsten (Tumoren der Nebennieren [Phäochromozytome])
  • bei prolaktinabhängigen Tumoren sowie allen Mammatumoren
  • bei bestehender Hyperprolaktinämie (erhöhte Plasmaspiegel des Hormons Prolaktin)
  • von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, da keine ausreichenden Erkenntnisse zur Anwendung von Meresasul in dieser Altersgruppe bestehen.

Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen

Bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein geringer Anstieg in der Anzahl der Todesfälle im Vergleich mit denjenigen, die keine Antipsychotika einnahmen, berichtet.

Seien Sie (auch) besonders vorsichtig,

  • wenn Sie ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko oder eine vorübergehende Verringe- rung der Blutversorgung des Gehirns haben.
  • wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn derartige Arzneimittel werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Meresasul einnehmen, wenn Sie unter folgenden Zuständen leiden:

  • Störungen der Monatsblutungen (Zyklusstörungen) bei jüngeren Frauen
  • schweren Leber- und Nierenschäden
  • Neigung zu Thrombosen
  • malignem neuroleptischem Syndrom in der Vorgeschichte

Falls Sie unter den oben genannten Zuständen leiden, befragen Sie hierzu Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben früher einmal zutrafen.

Bei Vorliegen kardialer Störungen, verlangsamter Herzschlagfolge (Bradykardie), niedrigem Kaliumserumspiegel (Hypokaliämie), niedrigem Magnesiumserumspiegel (Hypomagnesiämie) und bei angeborener oder erworbener QT-Verlängerung (Veränderungen im EKG, die auf eine Störung der Erregungsleitung im Herzen hinweist) ist das Risiko von schweren ventrikulären Herzrhythmusstörungen wie Torsade de pointes erhöht, da Sulpirid dosisabhängig eine Verlängerung des QT- Intervalles verursachen kann.

  Vor der Anwendung von Meresasul und je nach klinischem Zustand des Patienten
  wird daher empfohlen, folgende Faktoren, die das Entstehen dieser
  Rhythmusstörungen begünstigen können, auszuschließen: verlangsamte
  Herzschlagfolge (< 55 bpm), niedriger Kaliumserumspiegel, angeborene QT-
  Verlängerung sowie gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die eine
  Verlangsamung der Herzschlagfolge (< 55 bpm), eine Erniedrigung des
  Kaliumserumspiegels, eine Verlangsamung der Erregungsleitung im Herzen oder
  eine Verlängerung des QT-Intervalls verursachen können (siehe unter „Bei Einnahme
  von Meresasul mit anderen Arzneimitteln“).
  Da Meresasul überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird, sollte bei
  eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) die Dosis vom Arzt
  vermindert, bei starker Einschränkung der Nierenfunktion sollte Meresasul nach
  ärztlicher Anordnung abgesetzt werden.
  Besondere Vorsicht ist auch geboten bei Anwendung von Meresasul an
  Patienten mit Glaukom, verengtem Magenausgang, Harnverhalten und
  Vergrößerung der Prostata mit Restharnbildung in der Vorgeschichte.
  Die Einnahme von Meresasul kann zu Zyklusstörungen bei Frauen und zu
  Potenzstörungen bei Männern führen.
  In sehr seltenen Fällen kann es unter der Behandlung mit Neuroleptika, zu
  denen Meresasul gehört, zu einem malignen neuroleptischen Syndrom
  (lebensbedrohlicher Zustand mit hohem Fieber, Muskelsteifigkeit bis hin zum
  Auftreten von Bewusstseinsstörungen etc.) kommen. Beim Auftreten derartiger
  Erscheinungsbilder während der Behandlung mit Meresasul ist dieses
  abzusetzen und sofort der Arzt zu informieren.
  Da bei Patienten, die mit atypischen antipsychotischen Wirkstoffen behandelt
  wurden, das Auftreten von Hyperglykämie (erhöhtem Blutzuckerspiegel) berichtet
  wurde, sollte bei Personen mit Diabetes mellitus oder einem Diabetes mellitus-Risiko,
  die mit Meresasul behandelt werden, der Blutzuckerspiegel überwacht werden.
  Regelmäßige Kontrollen des Blutbildes, der Nieren- und der Kreislauffunktionen
  werden empfohlen.
 

Einnahme von Meresasul zusammen mit anderen Arzneimitteln

  Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel
  einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet
  haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
  Meresasul verstärkt die beruhigende Wirkung anderer zentral-dämpfender
  Arzneimittel (z. B. Psychopharmaka [Präparate zur Behandlung geistig-seelischer
  Störungen], Schlafmittel, teils auch Schmerzmittel, Narkosemittel oder auch
  Antihistaminika [Arzneimittel z. B. zur Behandlung von Allergien oder Erkältungen]).
,

Meresasul kann in Verbindung mit Arzneimitteln, die stimulierend auf das Zentralnervensystem wirken (z. B. Appetitzügler, Asthmamittel), verstärkte Unruhe, Nervosität, Angst und Erregung bewirken.

Meresasul kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln abschwächen oder zu krisenhaftem Blutdruckanstieg führen.

Levodopa und Meresasul sollen nicht gleichzeitig eingenommen werden, da sich diese Arzneimittel in ihrer Wirkung gegenseitig antagonisieren (d.h. entgegengesetzt wirken).

Die Kombination mit Arzneimitteln, die am Herzen die Erregungsleitung beeinflussen und zu schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) führen können, wird nicht empfohlen:

  • Arzneimittel, die die Herzschlagfolge verlangsamen können wie Betablocker, bestimmte Calciumkanalblocker (Diltiazem und Verapamil), Clonidin, Guanfacin und Digitalglykoside,
  • Arzneimittel, die den Kaliumspiegel im Blut erniedrigen können, wie Diuretika, Abführmittel, intravenöse Gabe von Amphotericin B, Glukokortikoide, Tetracosactide. Eine Hypokaliämie muss behandelt werden.
  • Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen der Klasse Ia (Chinidin, Disopyramid) und der Klasse III (Amiodaron, Sotalol),
  • weitere Arzneimittel wie Pimozid, Sultoprid, Haloperidol, trizyklische Antidepressiva, Lithium, Bepridil, Cisaprid, Thioridazin, intravenöse Gabe von Erythromycin, intravenöse Gabe von Vincamin, Halofantrin, Pentamidin oder Sparfloxacin

Bei gleichzeitiger Einnahme von aluminiumhaltigen, magensäurebindenden Arzneimitteln (Antacida oder Sucralfate) ist die Resorption (Aufnahme) von Meresasul vermindert. Daher sollte Meresasul mindestens 2 Stunden vor der Verabreichung von Antacida oder Sucralfaten eingenommen werden.

Einnahme von Meresasul zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Während der Behandlung mit Meresasul sollten Sie Alkohol meiden, da durch Alkohol die Wirkung von Meresasul in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt wird.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Meresasul dürfen Sie in der Schwangerschaft nicht einnehmen, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen und das Arzneimittel im Tierversuch nur unzureichend geprüft wurde.

Der Eintritt einer Schwangerschaft sollte durch geeignete schwangerschafts- verhütende Maßnahmen vermieden werden.

Stillzeit

Meresasul dürfen Sie in der Stillzeit nicht einnehmen, da es in die Muttermilch ausgeschieden wird und im Säugling unerwünschte Wirkungen hervorrufen kann.

Bei neugeborenen Babys von Müttern, die Meresasul im letzten Trimenon (letzte drei Monate der Schwangerschaft) einnahmen, können folgende Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Daher sollten Sie das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung unterlassen. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

Meresasul enthält Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Meresasul daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dosierung richtet sich nach der individuellen Reaktionslage, Alter und Gewicht des Patienten sowie Art und Schwere des Krankheitsbildes.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Behandlung von depressiven Erkrankungen
Die Behandlung wird einschleichend mit 1 bis 3 Hartkapseln Meresasul (entsprechend 50 - 150 mg Sulpirid/ Tag) begonnen.

In der Regel beträgt die Erhaltungsdosis für Erwachsene 3mal täglich 1 - 2 Hartkapseln Meresasul (entsprechend 150 - 300 mg Sulpirid/Tag).

Höhere Tagesdosen sind in der Regel nicht erforderlich und werden im Einzelfall durch den Arzt festgelegt.

Behandlung von Schwindelzuständen
Die Behandlung wird bei Erwachsenen einschleichend mit 1 bis 3 Hartkapseln Meresasul (entsprechend 50 - 150 mg Sulpirid/Tag) begonnen.

In der Regel beträgt die Erhaltungsdosis für Erwachsene 3mal täglich 1 - 2 Hartkapseln Meresasul (entsprechend 150 - 300 mg Sulpirid/Tag).

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, soll Meresasul wie folgt eingenommen werden:

bei Depressionenbei Schwindelzuständen
morgens bis bis
mittags bis bis
bis spätestens 16.00 Uhr bis bis

Hinweise:

Ältere Patienten erhalten die Hälfte der oben angegebenen Erwachsenendosis.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhalten - abhängig vom Schweregrad der Einschränkung - niedrigere Tagesdosen.

Folgende Richtwerte sind zu beachten:

  • Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/min: 50 % der Tagesdosis
  • Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 30 ml/min: 30 % der Tagesdosis
  • Kreatinin-Clearance weniger als 10 ml/min: 20 % der Tagesdosis

Art und Dauer der Anwendung

Nehmen Sie Meresasul unzerkaut mit etwas Flüssigkeit ein. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Wegen der zentralerregenden Wirkungen von Meresasul empfiehlt es sich, die letzte Dosis in der Regel vor 16.00 Uhr einzunehmen bzw. anzuwenden, um Schlafstörungen zu vermeiden.

Der behandelnde Arzt bestimmt die Menge der täglichen Einnahme und die Dauer der Behandlung je nach dem Verlauf des Krankheitsbildes des Patienten.

Je nach Beschwerdebild kann vom Arzt die Tagesdosis nach etwa 1 - 3 Wochen verringert bzw. erhöht werden.

Bei einer Langzeittherapie sollte vom Arzt die Notwendigkeit der fortgesetzten Behandlung alle 3 - 6 Monate überprüft werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

  dass die Wirkung von Meresasul zu stark oder zu schwach ist.
 

Wenn Sie eine größere Menge von Meresasul eingenommen haben als Sie

 

sollten

  Im Falle einer Überdosierung ist der Arzt um Rat zu fragen. Unabhängig davon
  können Sie versuchen, durch ein erzwungenes Erbrechen den Mageninhalt zu
  entleeren. Bei jeder Beurteilung einer Vergiftung sollte an das Vorliegen einer
  Mehrfach-Vergiftung durch mögliche Einnahme oder Anwendung mehrerer
  Arzneimittel gedacht werden.
,

Symptome leichter Überdosierung können z. B. Unruhe, Bewusstseinstrübung und Störungen des Bewegungsablaufes (extrapyramidal-motorische Störungen) sein. Erregung, Verwirrtheit und verstärkte extrapyramidal-motorische Störungen können bei stärkerer Vergiftung vorkommen. Treten solche Krankheitszeichen in Erscheinung, ist umgehend ein Arzt zu informieren, der über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Maßnahmen entscheidet.

Wenn Sie die Einnahme von Meresasul vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die verordnete Dosis ein.

Wenn Sie die Einnahme von Meresasul abbrechen

Sollten Sie die Behandlung unterbrechen wollen, besprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt. Beenden Sie nicht eigenmächtig ohne ärztliche Beratung die medikamentöse Behandlung. Sie können damit den Therapieerfolg gefährden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Nervensystem / Psyche:

Übelkeit, verminderter (Mundtrockenheit) oder gesteigerter Speichelfluss, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, herabgesetzte körperliche Aktivität können häufig auftreten. Gelegentlich tritt Appetitsteigerung mit Gewichtszunahme auf.

Gelegentliche, aber schwerwiegende unerwünschte Wirkungen treten dosisabhängig auf und äußern sich, insbesondere unter hohen Dosen, als extrapyramidal-motorische Störungen (medikamentöses Parkinson-Syndrom, Frühdyskinesien), wie z. B. Muskelverspannungen und Störungen des Bewegungsablaufes (z. B. Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe, Versteifung der Rückenmuskulatur), Zittern (Tremor), Erregungszustände mit innerer Unruhe, Bewegungsdrang und

Unfähigkeit zum Sitzen (Akathisie), Nervosität, Schlaf- und

Konzentrationsstörungen.

Bei längerer und zumeist hochdosierter Behandlung mit Meresasul können anhaltende Störungen des Bewegungsablaufes (extrapyramidal-motorische Störungen) mit unwillkürlichen Bewegungen vornehmlich im Mund- und Gesichtsbereich, aber auch an Armen und Beinen (sogenannte Spätdyskinesien) auftreten. Frauen sowie Ältere scheinen eher davon betroffen zu sein. Diese Störungen treten manchmal erst nach Beenden einer Behandlung auf und lassen sich nach heutigem Wissensstand kaum behandeln. Daher ist der Arzt regelmäßig aufzusuchen, damit erste Anzeichen frühzeitig erkannt werden.

Sinnesorgane:
Gelegentlich: Sehstörungen

Herz / Kreislauf-System:

Häufig treten Herzklopfen und Beschleunigung des Herzschlags (Tachykardie) auf. Gelegentlich kommt es zu Blutdruckabfall oder – insbesondere bei erhöhtem Blutdruck – zu Blutdrucksteigerung.

Einzelne Fälle einer QT-Verlängerung und Torsade de pointes wurden berichtet. Es kann bei Lagewechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen zu einem Blutdruckabfall kommen.

Hormonhaushalt:
Meresasul besitzt besonders ausgeprägte Wirkungen auf den Hormonhaushalt. Diese äußern sich in Form von Brustschmerzen, Spannungsgefühl in der Brust, Vergrößerung der Brustdrüse und Milchfluss. Bei der Frau kommt es zu Störungen bzw. Verlust der Monatsblutungen, beim Mann zur Abnahme der Libido und Potenz. Diese Störungen bilden sich nach Absetzen von Meresasul in der Regel in kurzer Zeit wieder zurück.

Verdauungsorgane:
Häufig treten Verstopfung, Magen-Darm-Störungen mit Übelkeit und Erbrechen auf.

Harn- und Geschlechtsorgane:

Gelegentliche Störungen der Blasenentleerung.

Haut:
Meresasul kann Hautunverträglichkeiten mit Jucken und Ausschlägen (Exanthem) hervorrufen.

Über Blutbildschäden unter Behandlung mit Meresasul wurde bislang nicht berichtet.

Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach <verwendbar bis> angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Weitere Informationen

Was Meresasul enthält

Der Wirkstoff ist : Sulpirid

1 Hartkapsel enthält 50 mg Sulpirid

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Natriumdodecylsulfat, Maisstärke, hochdisperses Silciumdioxid, Gelatine, Farbstoffe: Indigocarmin (E 132),Titandioxid (E 171).

Wie Meresasul aussieht und Inhalt der Packung

Meresasul ist eine blau-weiße Hartkapsel.

Meresasul ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Hartkapseln erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

RIEMSER Pharma GmbH An der Wiek 7

17493 Greifswald – Insel Riems phone +49 30 338427-0

fax +49 38351 308 e-mail info@RIEMSER.com

Hersteller

Dolorgiet GmbH & Co.KG Otto-von-Guericke-Str. 1 53757 Sankt Augustin Telefon: 02241/317-0 Telefax: 02241/317390 E-Mail: info@dolorgiet.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2016.

Zuletzt aktualisiert am 24.08.2023

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden

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