Mito-medac-proinfusione

Mito-medac-proinfusione
Wirkstoff(e)Mitomycin
ZulassungslandDE
ZulassungsinhaberKyowa Kirin Holdings B.V.
Zulassungsdatum04.01.1983
ATC CodeL01DC03
Pharmakologische GruppeZytotoxische Antibiotika und verwandte Substanzen

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofĂŒr wird es verwendet?

Das Antibiotikum Mitomycin ist ein Zytostatikum, d. h. ein Arzneistoff, der die Zellteilung funktionell aktiver Zellen durch unterschiedliche Beeinflussung ihres Stoffwechsels verhindert oder erheblich verzögert. Die therapeutische Anwendung von Zytostatika in der Tumortherapie basiert darauf, dass Tumorzellen sich von normalen Körperzellen unter anderem durch eine der Wachstumskontrolle entzogene gesteigerte Zellteilungsrate unterscheiden.

Mitomycin wird in der palliativen Tumortherapie (Therapie zur Linderung der Beschwerden) eingesetzt. Bei intravenöser Gabe ist es in der Monochemotherapie, d. h. der Behandlung mit nur einem Wirkstoff oder in kombinierter zytostatischer Chemotherapie bei folgenden metastasierenden (Tochtergeschwulst- bildenden) Tumoren wirksam:

Intravesikale Anwendung (Anwendung in der Harnblase) zur Rezidivprophylaxe bei oberflÀchlichem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion (Abtragung von Gewebe durch die Harnröhre).

Was mĂŒssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Folgende Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen werden bei der intravenösen Anwendung empfohlen:

Vor Therapiebeginn:

  • Kompletter Blutstatus
  • LungenfunktionsprĂŒfung bei Verdacht auf eine vorbestehende Lungenfunktionsstörung
  • NierenfunktionsprĂŒfung zum Ausschluss einer Niereninsuffizienz (verminderte FunktionsfĂ€higkeit der Nieren)
  • LeberfunktionsprĂŒfung zum Ausschluss einer Leberinsuffizienz (verminderte FunktionsfĂ€higkeit der Leber)

WĂ€hrend der Therapie

  • RegelmĂ€ĂŸige ÜberprĂŒfung des Blutstatus
  • Engmaschige Überwachung der Nierenfunktion

Die Anwendung von Mitomycin darf nur bei strenger Indikationsstellung, unter laufender Kontrolle der Blutwerte und von in dieser Therapie erfahrenen Ärzten erfolgen.

MITO-MEDAC-PROINFUSIONE darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie ĂŒberempfindlich (allergisch) gegen Mitomycin sind,
  • im Falle einer starken Verminderung der Blutzellen aller Systeme (Panzytopenie) oder einer isolierten Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) oder der BlutplĂ€ttchen (Thrombozytopenie),
  • wenn Sie zu Blutungen neigen (hĂ€morrhagische Diathese),
  • bei akuten Infekten,
  • als Immunsuppressivum (Arzneistoff, der Reaktionen des Immunsystems unterdrĂŒckt bzw. abschwĂ€cht),
  • Stillzeit: wĂ€hrend der Behandlung mit Mitomycin dĂŒrfen Sie nicht stillen,
  • im Rahmen einer intravesikalen Therapie (Anwendung in der Harnblase) bei Vorliegen einer Blasenwandperforation.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von MITO-MEDAC-PROINFUSIONE ist erforderlich,

  • falls Sie sich in einem schlechten Allgemeinzustand befinden.
  • falls bei Ihnen Lungen-, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen vorliegen.
  • bei Krankheitszeichen der Lunge, die nicht auf die Grunderkrankung zurĂŒckgefĂŒhrt werden können, ist die Therapie sofort abzubrechen, ebenso bei Anzeichen des Abbaus der roten Blutkörperchen (HĂ€molyse) oder Anzeichen einer Nierenfunktionsstörung.
  • wenn Sie im zeitlichen Zusammenhang mit der Mitomycin-Behandlung eine Strahlentherapie oder Therapie mit anderen Zytostatika erhalten, da Mitomycin eine schĂ€digende Wirkung auf das Knochenmark zeigt. Entsprechend mĂŒssen andere Therapien, die ebenfalls schĂ€digende Wirkung auf das Knochenmark zeigen (insbesondere andere Zytostatika, Bestrahlung) mit besonderer Vor- sicht gehandhabt werden, um eine UnterdrĂŒckung der Funktion des Knochenmarks in Grenzen zu halten.
  • im Rahmen einer lĂ€ngerfristigen Therapie, da diese zu einer verstĂ€rkten gesundheitsschĂ€digenden Wirkung auf das Knochenmark fĂŒhrt.
  • im Rahmen einer intravesikalen Therapie (Anwendung in der Harnblase) bei Vorliegen einer HarnblasenentzĂŒndung. In diesem Fall ist Mitomycin nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden.

Mitomycin ist eine Substanz, die erblich VerÀnderungen des genetischen Materials auslösen kann, sowie auch beim Menschen krebserregend wirken kann.

Haut- und Schleimhautkontakte sind zu vermeiden.

Bei Anwendung von MITO-MEDAC-PROINFUSIONE mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Durch zusÀtzliche Anwendung anderer TherapiemodalitÀten (insbesondere Zytostatika, Bestrahlung), die auch knochenmarkschÀdliche Wirkungen zeigen, ist eine VerstÀrkung dieser Wirkung möglich.

Eine Kombination mit Vinca-Alkaloiden oder Bleomycin (Arzneistoffe aus der Gruppe der Zytostatika) kann die schÀdigende Wirkung auf die Lunge verstÀrken.

Die gleichzeitige Gabe von Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6) fĂŒhrte in Tierversuchen zu einem Wirkungsverlust von Mitomycin.

Im Zusammenhang mit einer Mitomycin-Behandlung sollten keine Impfungen mit Lebend-Impfstoffen erfolgen.

Die schÀdigende Wirkung auf das Herz von Adriamycin (Doxorubicin) (Arzneistoff aus der Gruppe der Zytostatika) kann durch Mitomycin verstÀrkt werden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch fĂŒr vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

FertilitĂ€t und EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung

Mitomycin wirkt erbgutschĂ€digend. MĂ€nnern, die mit Mitomycin behandelt werden, wird daher empfohlen, wĂ€hrend der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen InfertilitĂ€t durch die Therapie mit Mitomycin ĂŒber eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Frauen dĂŒrfen wĂ€hrend einer Behandlung mit Mitomycin nicht schwanger werden. Tritt wĂ€hrend der Behandlung eine Schwangerschaft ein, so ist die Möglichkeit einer genetischen Beratung zu nutzen.

Patientinnen im geschlechtsreifen Alter sollten wĂ€hrend und bis zu 6 Monate nach Beendigung der Chemotherapie empfĂ€ngnisverhĂŒtende Maßnahmen ergreifen bzw. sexuelle Abstinenz einhalten.

Schwangerschaft

Mitomycin wirkt erbgutschĂ€digend und kann die Entwicklung eines Embryos beeintrĂ€chtigen. Mito- mycin sollte nicht wĂ€hrend der Schwangerschaft angewendet werden. Bei vitaler Indikation zur Behand- lung einer schwangeren Patientin sollte eine medizinische Beratung ĂŒber das mit der Behandlung verbun- dene Risiko von schĂ€digenden Wirkungen fĂŒr das Kind erfolgen.

Stillzeit

Mitomycin geht in die Muttermilch ĂŒber. WĂ€hrend der Behandlung darf nicht gestillt werden.

VerkehrstĂŒchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemĂ€ĂŸem Gebrauch durch Auslösen von Übelkeit und Erbrechen das Reaktionsvermögen soweit verĂ€ndern, dass die FĂ€higkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintrĂ€chtigt wird. Dies gilt in verstĂ€rktem Maße im Zusammenhang mit Alkohol.

Wichtige Informationen ĂŒber bestimmte sonstige Bestandteile von MITO-MEDAC- PROINFUSIONE

Eine Durchstechflasche mit 20 mg Mitomycin enthĂ€lt 8,2 mmol (188 mg) Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme DiĂ€t einhalten mĂŒssen, sollten Sie dies berĂŒcksichtigen.

Wie wird es angewendet?

Mitomycin darf nur von in dieser Therapie erfahrenen Onkologen (Ärzten, die sich mit der Lehre von den Tumoren und tumorbedingten Krankheiten beschĂ€ftigen) angewendet werden bei strenger Indika- tionsstellung und unter laufender Kontrolle der hĂ€matologischen Parameter (Blutwerte).

Mitomycin ist zur intravenösen Injektion oder Infusion oder zur intravesikalen Instillation nach Auflösen bestimmt. Die intravenöse Injektion oder Infusion muss streng intravasal (in ein GefĂ€ĂŸ) erfolgen. Bei paravasaler Injektion (Injektion in das umliegende Gewebe) treten im betroffenen Bereich ausgedehnte schwere SchĂ€digungen des Gewebes (Nekrosen) auf.

Haut und Schleimhautkontakte sind zu vermeiden.

Soweit nicht anders verordnet, wird Mitomycin wie folgt dosiert:

Intravenöse Anwendung:

In der zytostatischen Monochemotherapie wird Mitomycin zumeist als Bolusinjektion intravenös verabreicht. Als Dosierung können 10 – 20 mg/mÂČ KörperoberflĂ€che alle 6 – 8 Wochen oder 8 – 12 mg/mÂČ KörperoberflĂ€che alle 3 – 4 Wochen empfohlen werden.

In der Kombinationstherapie ist die Dosierung deutlich geringer: Wegen der Gefahr der additiven (zusÀtzlichen) schÀdigenden Wirkung auf das Knochenmark darf von erprobten Therapieprotokollen ohne besonderen Grund nicht abgewichen werden.

Intravesikale Anwendung (Anwendung in der Harnblase):

Bei der intravesikalen Therapie werden 20 – 40 mg Mitomycin gelöst in 20 – 40 ml Natriumchlorid- Instillationslösung wöchentlich in die Blase instilliert.

Bei Patienten mit ausgiebiger zytostatischer Vortherapie und bei Àlteren Patienten muss eine Dosisreduktion erfolgen.

Herstellung der gebrauchsfertigen Lösungen zur Injektion oder Infusion:
Der Inhalt einer Durchstechflasche MITO-MEDAC-PROINFUSIONE wird in 20 ml Wasser fĂŒr Injektionszwecke durch Umschwenken zu einer Konzentration von 1 mg/ml gelöst. Sollte sich das Pulver

nicht sofort lösen, bei Raumtemperatur bis zur vollstÀndigen Lösung stehen lassen. Der Inhalt der Durchstechflasche muss sich innerhalb von 2 Minuten klar lösen.

Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung zur intravesikalen Anwendung: MITO-MEDAC-PROINFUSIONE wird in 20 – 40 ml steriler 0,9 %iger Natriumchlorid- Instillationslösung zu einer Konzentration von 1 mg/ml gelöst.

Hinweise
Die gebrauchsfertige Lösung sollte vor Licht geschĂŒtzt aufbewahrt werden.

Es dĂŒrfen nur klare Lösungen verwendet werden. Der Inhalt der Durchstechflaschen ist zur einmaligen Entnahme bestimmt. Nicht verbrauchte Lösungen sind zu verwerfen. MITO-MEDAC-PROINFUSIONE darf nicht in Mischspritzen verwendet werden. Andere Injektionslösungen oder Infusionslösungen mĂŒssen getrennt verabreicht werden.

Da bisher keine ausreichenden Untersuchungsergebnisse zur chemischen und physikalischen StabilitĂ€t der gebrauchsfertigen Zubereitung vorliegen sowie aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung mit Wasser fĂŒr Injektionszwecke oder steriler 0,9 %iger Natriumchloridlösung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender fĂŒr die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

Wenn eine grĂ¶ĂŸere Menge von MITO-MEDAC-PROINFUSIONE verabreicht wurde als vorgesehen:

Bei Überdosierung muss mit einer schweren SchĂ€digung des Knochenmarks bis zu Knochenmark- schwund gerechnet werden, die erst nach etwa 2 Wochen klinisch voll in Erscheinung tritt.

Der Zeitraum bis zum Absinken der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) auf den tiefsten Wert kann 4 Wochen betragen. Auch bei Verdacht auf Überdosierung muss daher eine lĂ€ngere, engmaschige Kontrolle der Blutwerte erfolgen.

Da effektive Gegenmittel nicht verfĂŒgbar sind, ist bei jeder Verabreichung grĂ¶ĂŸte Vorsicht geboten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann MITO-MEDAC-PROINFUSIONE Nebenwirkungen haben.

HĂ€ufigkeitsangaben:
Sehr hÀufig: > 10 % (mehr als 1 von 10 Behandelten) HÀufig: > 1 % (mehr als 1 von 100 Behandelten) Gelegentlich: > 0,1 % (mehr als 1 von 1.000 Behandelten) Selten: > 0,01 % (mehr als 1 von 10.000 Behandelten)

Sehr selten: 0,01 % (1 oder weniger von 10.000 Behandelten einschließlich EinzelfĂ€lle)

Knochenmarksuppression (UnterdrĂŒckung

der Knochenmarkfunktion), Leukopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen), Thrombopenie (Verminderung der BlutplĂ€ttchen) Selten: Lebensbedrohliche Infektion, Sepsis (Blutvergiftung), hĂ€molytische AnĂ€mie (Blutarmut durch Abbau roter Blutkörperchen)
Erkrankungen des ImmunsystemsSehr selten: Schwere allergische Reaktion
HerzerkrankungenSelten: Herzinsuffizienz (Herzversagen) nach vorausgegangener Anthrazyklintherapie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsHĂ€ufig: Interstitielle Pneumonie (EntzĂŒndung des Bindegewebes der Lunge), Atemnot, Husten, Kurzatmigkeit Selten: pulmonaler Hypertonus (Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf), venookklusive Erkrankung der Lunge (Lungenvenenverschlußkrankheit [PVOD])
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr hĂ€ufig: Übelkeit, Erbrechen Gelegentlich: Mukositis (SchleimhautentzĂŒndung), Stomatitis (EntzĂŒndung der Mundschleimhaut), Diarrhö (Durchfall)
Leber-und GallenerkrankungenSelten: Leberfunktionsstörung, Transaminasenerhöhung, Ikterus (Gelbsucht), venookklusive Erkrankung der Leber (Lebervenenverschlußkrankheit [VOD])
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHĂ€ufig: Lokale Exantheme (umschriebener Hautausschlag), allergischer Hautausschlag, Kontaktdermatitis (Hautreaktion durch Kontakt mit Mitomycin), Palmar-Plantar-Erythem (Hand-Fuß-Syndrom) Gelegentlich: Alopezie (Haarausfall) Selten: Generalisierte Exantheme (Ausschlag am gesamten Körper)
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHÀufig: Nierenfunktionsstörung, Anstieg des Serumkreatinins, Glomerulopathie
(VerĂ€nderungen der Nierenglomerula) Bei intravesikaler Anwendung: Zystitis (BlasenentzĂŒndung), Dysurie (Beschwerden beim Wasserlassen), Nykturie (vermehrtes nĂ€chtliches Wasserlassen), Pollakisurie (hĂ€ufige Entleerung kleiner Harnmengen), HĂ€maturie (Blut im Urin), lokale Blasenwandirritation (umschriebene Reizung der Blasenwand) Selten: HĂ€molytisch-UrĂ€misches Syndrom ([HUS] spezielle Form des Nierenversagens), mikroangiopathische hĂ€molytische AnĂ€mie ([MAHA-Syndrom] spezielle Form der Blutarmut) Sehr selten: Bei intravesikaler Anwendung: nekrotisierende Zystitis (BlasenentzĂŒndung mit SchĂ€digung des Blasengewebes), allergische (eosinophile) Zystitis (BlasenentzĂŒndung), Stenosen (Verengungen) der ableitenden Harnwege, EinschrĂ€nkung der BlasenkapazitĂ€t
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHĂ€ufig: Bei Paravasation (Injektion oder Übertritt von Mitomycin aus dem GefĂ€ĂŸ in umliegendes Gewebe): Zellulitis (GewebsentzĂŒndung). Gewebsnekrosen (GewebeschĂ€den) Gelegentlich: Fieber, Anorexie (Appetitlosigkeit)

Bei systemischer Anwendung tritt regelmĂ€ĂŸig eine UnterdrĂŒckung der Knochenmarkfunktion ein, mit Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und insbesondere der BlutplĂ€ttchen (Thrombopenie). Sie kann sich erst verzögert mit maximaler AusprĂ€gung nach 4 – 6 Wochen darstellen, nach lĂ€ngerer Anwendung stĂ€rker werden (kumulieren) und erfordert deshalb hĂ€ufig eine individuelle Dosisanpassung (siehe auch Abschnitt 2. Was mĂŒssen Sie vor der Anwendung von MITO-MEDAC- PROINFUSIONE beachten). Mit der UnterdrĂŒckung der Knochenmarkfunktion kann eine lebensbedrohliche Infektion bzw. Blutvergiftung (Sepsis) mit potentiell tödlichem Ausgang einhergehen.

Die ĂŒberwiegende Zahl der Patienten erleidet eine SchĂ€digung des Magen-Darm-Trakts mit Übelkeit und unterschiedlich stark ausgeprĂ€gtem Erbrechen.

Gelegentlich werden SchleimhautschĂ€den in Form von EntzĂŒndungen der Mundschleimhaut und/oder DurchfĂ€lle beobachtet.

Bei bis zu 10 % der Patienten muss mit einer schwerwiegenden SchÀdigung der Lunge (interstitielle Pneumonie) oder der Nieren gerechnet werden. In diesem Fall muss die Therapie unterbrochen werden

(siehe auch Abschnitt 2. Was mĂŒssen Sie vor der Anwendung von MITO-MEDAC-PROINFUSIONE beachten).

Eine SchĂ€digung der Lunge fĂŒhrt hĂ€ufig zu zunehmender Atemnot und nicht-produktivem Husten, kann sich jedoch auch in plötzlich einsetzender Kurzatmigkeit manifestieren. Die SchĂ€digung der Lunge ist mit Steroiden (Kortison-artige Substanzen) gut behandelbar.

Selten wurden FĂ€lle eines pulmonalen Hypertonus (Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf) und einer Lungenvenenverschlußkrankheit (venookklusive Erkrankung der Lunge [PVOD]) beschrieben.

Die NierentoxizitĂ€t von Mitomycin kann zu rasch-progressiv oder chronisch-progressiv verlaufenden Nierenfunktionsstörungen fĂŒhren. Bei Auftreten eines hĂ€molytisch-urĂ€mischen Syndroms (HUS: spezielle Form des Nierenversagens mit mikroangiopathischer hĂ€molytischer AnĂ€mie [MAHA-Syndrom: spezielle Form der Blutarmut] und Verminderung der BlutplĂ€ttchen [Thrombozytopenie]) sind tödliche VerlĂ€ufe hĂ€ufig. In diesem Fall wird Ihnen Ihr Arzt, wenn nötig, einen Therapieversuch zur Entfernung von Immunkomplexen, die eine wesentliche Rolle bei der Manifestation der Symptome zu spielen scheinen, mittels Staphylococcus-Protein A, empfehlen.

Das MAHA-Syndrom wurde bisher bei Dosen von > 30 mg Mitomycin/mÂČ KörperoberflĂ€che beobachtet und scheint dosisabhĂ€ngig zu sein. Eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion wird empfohlen.

Seltene Nebenwirkungen sind die Ausbildung einer Herzinsuffizienz (Herzversagen) nach vorausgegangener Therapie mit Anthrazyklinen (Arzneistoffe aus der Gruppe der Zytostatika).

Mitomycin ist potentiell leberschĂ€digend. Dies fĂŒhrt selten zu Leberfunktionsstörungen (z. B. Trans- aminasenerhöhung, Ikterus [Gelbsucht]). Selten tritt eine Lebervenenverschlusskrankheit (venookklusive Erkrankung der Leber [VOD]) auf.

Gelegentlich treten Fieber sowie Appetitlosigkeit (Anorexie) auf.

Gelegentlich kann Haarausfall auftreten. In den meisten FĂ€llen wachsen die Haare nach der Therapie wieder nach.

In EinzelfĂ€llen wurde ĂŒber eine schwere allergische Reaktion berichtet.

Vor allem bei der intravesikalen Anwendung können allergische Hautreaktionen in Form lokaler HautausschlÀge (z. B. Kontaktdermatitis, auch in Form von Palmar- und Plantarerythemen) und generalisierte HautausschlÀge auftreten.

Bei der intravesikalen Anwendung können eine BlasenentzĂŒndung (Zystitis), u. U. blutiger Natur, Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie), vermehrtes nĂ€chtliches Wasserlassen (Nykturie), hĂ€ufige Entleerung kleiner Harnmengen (Pollakisurie), Blut im Urin (HĂ€maturie) sowie eine umschriebene Reizung der Blasenwand (lokale Blasenwandirritation) auftreten. Sollte bei Ihnen eine BlasenentzĂŒndung (Zystitis) auftreten, wird Ihr Arzt diese, wenn nötig, symptomatisch durch lokale entzĂŒndungshemmende (antiphlogistische) und schmerzlindernde (analgetische) Maßnahmen behandeln. In den meisten FĂ€llen kann die Therapie mit Mitomycin, gegebenenfalls in geringerer Dosierung, fortgesetzt werden. In EinzelfĂ€llen ist eine allergische (eosinophile) Zystitis beschrieben worden, die zum Therapieabbruch zwang.

Verengungen (Stenosen) der ableitenden Harnwege sind aufgrund einer direkt schĂ€dlichen Wirkung von Mitomycin auf das Urothel (Epithel, das die gesamten ableitenden Harnwege zwischen Nierenbecken und der Ă€ußeren HarnröhrenmĂŒndung innen auskleidet) als seltene Komplikation nicht auszuschließen.

Sehr selten wurde ĂŒber FĂ€lle einer BlasenentzĂŒndung mit SchĂ€digung des Blasengewebes (nekrotisierende Zystitis) berichtet.

In EinzelfÀllen kann es zu einer EinschrÀnkung der BlasenkapazitÀt kommen.

Paravasate:

Bei nicht sachgerechter Injektion oder beim Übertritt aus dem GefĂ€ĂŸ in umliegendes Gewebe kommt es hĂ€ufig zu GewebsentzĂŒndungen (Zellulitis) mit schweren SchĂ€digungen des Gewebes (Nekrosen). In diesem Fall wird Ihr Arzt, wenn nötig, eine lokale Behandlung mit Dimethylsulfoxid (DMSO 99 %) sowie mit trockener KĂ€lte durchfĂŒhren. Ein (plastischer) Chirurg sollte frĂŒhzeitig (innerhalb von

72 Stunden) hinzugezogen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgefĂŒhrt sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel fĂŒr Kinder unzugĂ€nglich aufbewahren!

Sie dĂŒrfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett / Umkarton nach „Verw.bis / Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Aufbewahrungsbedingungen:

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schĂŒtzen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

Weitere Informationen

Was MITO-MEDAC-PROINFUSIONE enthÀlt

Der Wirkstoff ist Mitomycin.

Der sonstige Bestandteil ist Natriumchlorid.

1 Durchstechflasche enthÀlt 20 mg Mitomycin.

Wie MITO-MEDAC-PROINFUSIONE aussieht und Inhalt der Packung

1 Durchstechflasche mit 500 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung oder Lösung zur intravesikalen Anwendung enthÀlt 20 mg Mitomycin

Packungen mit 1 Durchstechflasche (N1) Packungen mit 5 Durchstechflaschen (N1)

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller medac Gesellschaft fĂŒr klinische SpezialprĂ€parate mbH Fehlandtstr. 3

20354 Hamburg Telefon: 04103 – 8006-0

Telefax: 04103 – 8006-100

Diese Gebrauchsinformation wurde ĂŒberarbeitet im November 2010.

Zuletzt aktualisiert am 11.08.2022

Weitere Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff

Folgende Medikamente enthalten auch den Wirksstoff Mitomycin. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ĂŒber ein mögliches Subsitut zu Mito-medac-proinfusione

Medikament
Zulassungsinhaber
Apogepha Arzneimittel GmbH
Kyowa Kirin Holdings B.V.
Hexal Aktiengesellschaft
Kyowa Kirin Holdings B.V.
Hexal Aktiengesellschaft
medikamio Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie wertvolle Tipps fĂŒr Ihre Gesundheit.


Logo

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

Medikamente

Durchsuchen Sie hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung, Nebenwirkungen und Dosierung.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen sowie Medikamente, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Symptome, Ursachen und Therapie fĂŒr hĂ€ufige Krankheiten und Verletzungen.

medikamio App

Kostenlos herunterladen

PlaystoreAppstore
app_screen

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden

© medikamio