Musaril, 50mg Filmtabletten

Abbildung Musaril, 50mg Filmtabletten
Wirkstoff(e) Tetrazepam
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Betäubungsmittel Nein
ATC Code M03BX07
Pharmakologische Gruppe Muskelrelaxanzien, zentral wirkende Mittel

Kurzinformationen

Zulassungsinhaber

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Tetrazepam STADA 50 mg Filmtabletten Tetrazepam Stadapharm GmbH
Tetrazepam Aristo 50 mg Tabletten Tetrazepam Aristo Pharma GmbH
Tetrazepam AL 50 Tetrazepam ALIUD PHARMA GmbH
Tetramdura 50mg Tetrazepam Mylan dura GmbH
Tetrazepam 50 Heumann Tetrazepam Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Musaril ist ein Mittel gegen eine erhöhte Muskelspannung aus der Gruppe der Benzodiazepine. Der enthaltene Wirkstoff ist Tetrazepam.

Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wenn Sie allergisch gegen einen der Inhaltsstoffe sind, Ihre Atmung beeintr√§chtigt ist oder Sie am Schlafapnoe-Syndrom leiden, d√ľrfen Sie das Arnzneimittel nicht einnehmen.

Bevor Sie Musaril, 50mg Filmtabletten zu sich nehmen sprechen Sie bitte mit einem Arzt oder Apotheker. Falls Sie an einer der hier aufgelisteten Beschwerden leiden, darf das Arzneimittel nicht eingenommen werden.

Wie wird es angewendet?

Falls von Ihrem Arzt nicht anders verordnet, nehmen Sie bitte zu Beginn der Behandlung 1 Filmtablette Musaril (entsprechend 50¬†mg Tetrazepam) pro Tag ein. Bei Ausbleiben der erw√ľnschten Wirkung kann Ihr Arzt die Dosis vorsichtig anpassen.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Verlangsamtes oder undeutliches Sprechen (Artikulationsst√∂rungen),
  • Bewegungs- und Gangunsicherheit und √úbelkeit,
  • Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung,
  • Schwindelgef√ľhl und Benommenheit.

Hier finden Sie Informationen √ľber die selteneren Nebenwirkungen.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich aufbewahren. Nicht √ľber 25¬†¬įC lagern.

Die Kurzinformation

Alle f√ľr die Kurzinformation herangezogenen Informationen stammen von der Gebrauchsinformation des jeweiligen Medikaments. Kurzinformationen sollen Ihnen dabei helfen einen schnellen √úberblick √ľber ein Medikament zu gewinnen. Diese Informationen sind aus Gr√ľnden der Lesbarkeit bewusst verk√ľrzt und beinhalten nicht alle Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen. Bitte lesen Sie die gesamte Gebrauchsinformation - speziell bei Fragen zu Gegenanzeigen, Dosierungen und Nebenwirkungen.
Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Musaril ist ein Mittel gegen eine erhöhte Muskelspannung aus der Gruppe der Benzodiazepine.

Musaril wird angewendet bei
durch Schmerzen hervorgerufene Muskelverspannungen, insbesondere als Folge von Erkrankungen der Wirbelsäule und der achsennahen Gelenke, Zuständen mit krankhaft gesteigerter Muskelspannung (spastischen Syndromen) unterschiedlicher Ursache.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Musaril darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie √ľberempfindlich (allergisch) gegen Tetrazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile von Musaril sind,
  • bei schwerer Beeintr√§chtigung der Atmung,
  • bei kurzzeitigem Aussetzen der Atmung w√§hrend des Schlafes (Schlafapnoe-Syndrom), von Kindern unter 1 Jahr.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Musaril ist erforderlich bei

  • St√∂rungen der Gang- und Bewegungskoordination (spinale und zerebellare Ataxien),
  • bestimmten Formen schwerer, krankhafter Muskelschw√§che (Myasthenia gravis); die Behandlung mit Benzodiazepinen f√ľhrt zu einer neuerlichen Verschlimmerung der Beschwerden,
  • einer Vergiftung mit Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmitteln sowie mit Arzneimitteln zur Behandlung geistig-seelischer St√∂rungen (Neuroleptika, Antidepressiva und Lithium),
  • schweren Lebersch√§den, z.¬†B. Gelbsucht mit Gallestauung (cholestatischer Ikterus); bei Leberfunktionsst√∂rung kann die Einnahme von Benzodiazepinen eine Hirnver√§nderung (Enzephalopathie) verursachen (siehe Abschnitt 3. "Wie ist Musaril einzunehmen"),
  • einer eingeschr√§nkten Nierenfunktion (siehe Abschnitt 3. "Wie ist Musaril einzunehmen"),
  • Atemschw√§che. Hier sollte die atemd√§mpfende Wirkung der Benzodiazepine ber√ľcksichtigt werden.

Sie d√ľrfen Musaril nicht einnehmen, wenn Sie derzeit oder fr√ľher einmal abh√§ngig von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen sind bzw. waren, ausgenommen in seltenen, nur vom Arzt zu beurteilenden Situationen. Machen Sie Ihren Arzt auf diesen Umstand aufmerksam.

Toleranzentwicklung
Nach wiederholter Einnahme von Musaril ‚Äď √ľber wenige Wochen ‚Äď kann es zu einem Verlust an Wirksamkeit (Toleranz) kommen. Erh√∂hen Sie in diesem Fall keinesfalls die vom Arzt verordnete Dosierung. Durch eigenm√§chtige Dosissteigerung wird die gezielte Behandlung erschwert.

Abhängigkeit/Absetzerscheinungen
Bei mehrw√∂chiger t√§glicher Einnahme von Musaril besteht die Gefahr einer psychischen und k√∂rperlichen Abh√§ngigkeitsentwicklung. Dies gilt nicht nur f√ľr besonders hohe Dosen, sondern auch f√ľr den therapeutischen Dosisbereich. Sp√§testens nach vierw√∂chiger Einnahme sollte der Arzt deshalb pr√ľfen, ob die Behandlung weiterhin erforderlich ist.

Um das Risiko f√ľr die Entwicklung von k√∂rperlicher und psychischer Abh√§ngigkeit so gering wie m√∂glich zu halten, sind folgende Hinweise zu beachten:

1. Benzodiazepine sind ausschlie√ülich zur Behandlung krankhafter Zust√§nde geeignet und d√ľrfen nur auf √§rztliche Anweisung eingenommen werden.
2. Wenn Sie derzeit oder fr√ľher einmal abh√§ngig von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen sind bzw. waren, d√ľrfen Sie Benzodiazepine nicht einnehmen; seltene, nur vom Arzt zu beurteilende Situationen ausgenommen. Machen Sie Ihren Arzt auf diesen Umstand aufmerksam.
3. Eine unkontrollierte l√§ngerfristige Einnahme muss vermieden werden, da sie zu einer Medikamentenabh√§ngigkeit f√ľhren kann. Bei Beginn der Therapie ist mit dem behandelnden Arzt ein Folgetermin zu vereinbaren, damit dieser √ľber die Weiterbehandlung entscheiden kann. Bei einer Einnahme ohne √§rztliche Anweisung verringert sich die Chance, Ihnen durch √§rztliche Verordnung mit diesen Arzneimitteln zu helfen.
4. Erh√∂hen Sie auf keinen Fall die vom Arzt vorgeschriebene Dosis und verringern Sie auf keinen Fall die Zeitabst√§nde zwischen den einzelnen Einnahmen, auch dann nicht, wenn die Wirkung nachl√§sst. Dies kann ein erstes Zeichen einer entstehenden Abh√§ngigkeit sein. Durch eigenm√§chtige √Ąnderung der vom Arzt verordneten Dosis wird die gezielte Behandlung erschwert.
5. Benzodiazepine d√ľrfen nie abrupt abgesetzt werden, sondern nur im Rahmen einer schrittweisen Dosisreduktion (Ausschleichen). Bei Absetzen nach l√§ngerem Gebrauch k√∂nnen ‚Äď oft mit Verz√∂gerung von einigen Tagen ‚Äď Unruhe, Angstzust√§nde, Schlaflosigkeit, Krampfanf√§lle und Halluzinationen auftreten. Diese Absetzerscheinungen verschwinden nach einigen Tagen bis Wochen. Sprechen Sie dar√ľber n√∂tigenfalls mit Ihrem Arzt.
6. Nehmen Sie Benzodiazepine nie von anderen entgegen, und nehmen Sie diese nie ein, weil sie "anderen so gut geholfen haben". Geben Sie diese Arzneimittel nie an andere weiter.
Dauerbehandlungen sollten nur bei spastischen Syndromen durchgef√ľhrt werden, wobei die Notwendigkeit der Weiterbehandlung vom Arzt regelm√§√üig zu √ľberpr√ľfen ist.


Beim pl√∂tzlichen Absetzen, insbesondere nach l√§ngerer Einnahme von Musaril, kann es zu Absetzerscheinungen kommen, die auch mit Verz√∂gerung von einigen Tagen auftreten k√∂nnen. Sie k√∂nnen sich in Unruhe, Angstzust√§nden, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Spannungszust√§nden, Verwirrtheit und Reizbarkeit √§u√üern. Au√üerdem k√∂nnen Zittern und Schwitzen auftreten. In schweren F√§llen kann es auch zu bedrohlichen k√∂rperlichen und seelischen Reaktionen kommen, wie z.¬†B. Entzugsdelir, Halluzinationen, Depressionen. Au√üerdem k√∂nnen Krampfanf√§lle, Empfindungsst√∂rungen in Armen und Beinen, √úberempfindlichkeit gegen√ľber Licht, Ger√§uschen und k√∂rperlichem Kontakt auftreten. Deshalb wird empfohlen, eine l√§ngere Behandlung durch schrittweise Verringerung der Dosis √ľber mehrere Wochen zu beenden.

Gedächtnisstörungen
Wie auch andere Benzodiazepine kann Tetrazepam, vor allem bei h√∂herer Dosierung, zeitlich begrenzte Ged√§chtnisl√ľcken (anterograde Amnesien) verursachen. Das bedeutet, dass (meist einige Stunden) nach Medikamenteneinnahme unter Umst√§nden Handlungen ausgef√ľhrt werden, an die Sie sich sp√§ter nicht erinnern k√∂nnen.

Depressionen
Während der Behandlung mit Benzodiazepinen kann eine bis dahin möglicherweise unerkannte Depression zutage treten.

Kinder
Bei Kindern unter einem Jahr darf Musaril nicht angewendet werden.
Kinder √ľber ein Jahr und Jugendliche d√ľrfen Musaril nur dann erhalten, wenn dies zur Behandlung schwerer spastischer Syndrome unbedingt erforderlich ist.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Musaril darf während der Schwangerschaft nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den behandelnden Arzt verordnet werden, da bislang keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen vorliegen. Wenn Sie während der Behandlung mit Musaril schwanger werden möchten oder vermuten, dass Sie schwanger sind, teilen Sie dies bitte umgehend Ihrem Arzt mit, damit er Sie auf ein anderes Arzneimittel umstellen kann.

Bei l√§ngerer Einnahme von Musaril w√§hrend der Schwangerschaft k√∂nnen beim Neugeborenen Entzugserscheinungen und k√∂rperliche Abh√§ngigkeit auftreten. Eine Einnahme hoher Dosen Musaril gegen Ende der Schwangerschaft oder w√§hrend der Geburt kann beim Neugeborenen zu erniedrigter K√∂rpertemperatur, Atemd√§mpfung, herabgesetzter Muskelspannung und Trinkschw√§che sowie Entzugserscheinungen f√ľhren.

Musaril sollte w√§hrend der Stillzeit nicht eingenommen werden, da der Wirkstoff Tetrazepam wahrscheinlich in die Muttermilch √ľbergeht. Ist eine l√§ngerfristige Behandlung mit Musaril in der Stillperiode unvermeidlich, m√ľssen Sie abstillen. Bei einer Behandlung √ľber ein bis zwei Tage muss das Stillen bis ca. 48 Stunden nach der letzten Dosis unterbrochen, die Milch abgepumpt und verworfen werden.

Verkehrst√ľchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgem√§√üem Gebrauch Ihr Reaktionsverm√∂gen so weit ver√§ndern (z.¬†B. durch vermehrte M√ľdigkeit, Mattigkeit, eine verlangsamte Reaktionszeit), dass die F√§higkeit zur aktiven Teilnahme am Stra√üenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt unabh√§ngig von der zu behandelnden Erkrankung beeintr√§chtigt wird. Dies gilt in verst√§rktem Ma√üe im Zusammenwirken mit Alkohol oder mit anderen zentral wirksamen Medikamenten (siehe unter Abschnitt 2. "Bei Einnahme von Musaril mit anderen Medikamenten"). Sie sollten daher das F√ľhren von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefahrvolle T√§tigkeiten ganz, zumindest jedoch w√§hrend der ersten Tage der Behandlung unterlassen. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt in jedem Einzelfall unter Ber√ľcksichtigung Ihrer individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Musaril immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Dosierung
Im Allgemeinen wird die Dosierung zu Beginn schrittweise gesteigert, um die f√ľr Sie g√ľnstigste Dosis ermitteln zu k√∂nnen.

Die Hauptdosis kann je nach tageszeitlicher Abhängigkeit Ihrer Beschwerden morgens, mittags oder abends eingenommen werden.

Falls von Ihrem Arzt nicht anders verordnet, nehmen Sie bitte zu Beginn der Behandlung 1 Filmtablette Musaril (entsprechend 50 mg Tetrazepam) pro Tag ein.

Wenn bei dieser Dosierung die gew√ľnschten Wirkungen nicht erzielt werden k√∂nnen, kann die Dosis auf √§rztliche Anweisung t√§glich um eine halbe Filmtablette Musaril (entsprechend 25¬†mg Tetrazepam) gesteigert werden. Die mittleren Tagesdosen liegen zwischen 1 und 4 Filmtabletten Musaril (entsprechend 50 bis 200¬†mg Tetrazepam).
Bei der Behandlung schwerer spastischer Syndrome können im Einzelfall Dosen bis 8 Filmtabletten Musaril (entsprechend 400 mg Tetrazepam) pro Tag erforderlich sein.

Kinder ab 1 Jahr
Kinder ab einem Jahr und Jugendliche erhalten bei schweren spastischen Syndromen als Tagesdosis im Allgemeinen nicht mehr als 4¬†mg Tetrazepam/kg K√∂rpergewicht, auf drei Einzelgaben √ľber den Tag verteilt.

√Ąltere Patienten
Bei älteren oder geschwächten Patienten kann z. B. die Hälfte der Standarddosis ausreichend sein. Bei Patienten mit Erkrankungen des Gehirns, Kreislauf- und Atemschwäche (chronisch obstruktiver Ateminsuffizienz) sowie eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion kann eine Dosisverringerung erforderlich sein.

Art der Anwendung
Die Filmtabletten sind teilbar. Nehmen Sie Musaril unzerkaut mit ausreichend Fl√ľssigkeit ein.

Dauer der Anwendung
√úber die Dauer der Einnahme entscheidet Ihr Arzt je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes. Sie sollte, insbesondere bei schmerzhaften Muskelverspannungen, so kurz wie m√∂glich sein. Dauerbehandlungen sollten nur bei spastischen Syndromen durchgef√ľhrt werden, wobei die Notwendigkeit der Weiterbehandlung vom Arzt regelm√§√üig zu √ľberpr√ľfen ist.

Bei l√§ngerer Anwendungsdauer (l√§nger als eine Woche) sollte beim Absetzen von Musaril die Dosis schrittweise √ľber mehrere Wochen verringert werden, um Absetzerscheinungen (siehe Abschnitt 2. unter "Abh√§ngigkeit/Absetzerscheinungen") zu vermeiden.

Wenn Sie eine größere Menge von Musaril eingenommen haben, als Sie sollten
Im Falle einer √úberdosierung oder Vergiftung mit Musaril ist in jedem Fall unverz√ľglich ein Arzt (z.¬†B. Vergiftungsnotruf) um Rat zu fragen, der den Schweregrad der Vergiftung beurteilt und die erforderlichen Ma√ünahmen festlegt.

Anzeichen einer (leichten) √úberdosierung k√∂nnen Schl√§frigkeit, Benommenheit, Sehst√∂rungen, undeutliches Sprechen, geistige Verwirrung, Blutdruckabfall, Gang- und Bewegungsunsicherheit und Muskelschw√§che sein. Auch sogenannte ?paradoxe Reaktionen? (Unruhezust√§nde, Halluzinationen) sind m√∂glich. In F√§llen hochgradiger Vergiftungen kann es dar√ľber hinaus zu Tiefschlaf bis Bewusstlosigkeit, Atemst√∂rungen und Kreislaufkollaps und Koma kommen. Eine Intensiv√ľberwachung ist unbedingt notwendig!

Wenn Sie die Einnahme von Musaril vergessen haben
Bitte holen Sie die versäumte Dosis nicht nach, sondern setzen Sie die Einnahme von Musaril, wie von Ihrem Arzt verordnet, fort.

Wenn Sie die Einnahme von Musaril abbrechen
In keinem Fall sollten Sie die Behandlung mit Musaril eigenmächtig verändern, unterbrechen oder vorzeitig beenden. Sie können damit den Therapieerfolg gefährden.
Bitte sprechen Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Unvertr√§glichkeiten oder eine √Ąnderung in Ihrem Krankheitsbild eintreten.

Ein plötzliches Beenden einer Behandlung mit Musaril sollte vermieden werden, da hier unter Umständen mit schwerwiegenden Absetzerscheinungen zu rechnen ist (siehe Abschnitt 2. unter "Abhängigkeit/Absetzerscheinungen").

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Musaril mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die folgenden Arzneimittel können die Wirkung von Musaril beeinflussen oder in ihrer Wirkung beeinflusst werden:
Bei gleichzeitiger Anwendung anderer auf das zentrale Nervensystem einwirkender Arzneimittel (z. B. Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Störungen [Psychopharmaka], Schlafmittel, bestimmte Schmerzmittel, Hustenmittel [Antitussiva] und Arzneimittel gegen Krampfanfälle [Barbiturate], Narkosemittel oder auch bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Allergien [sedierende Antihistaminika]) kann es zu einer gegenseitigen Verstärkung der Wirkung kommen.

Bei gleichzeitiger Gabe von anderen muskelerschlaffenden Mitteln (Muskelrelaxanzien) kann deren Wirkung verst√§rkt werden ‚Äď insbesondere bei √§lteren Patienten und bei h√∂herer Dosierung (Sturzgefahr).
Musaril sollte nicht mit anderen Benzodiazepinen kombiniert werden, da dadurch das Risiko von Abhängigkeitsentwicklung und Entzugssymptomen weiter erhöht wird.

Bei Patienten, die unter Dauerbehandlung mit anderen Arzneimitteln, wie z. B. Mitteln gegen zu hohen Blutdruck oder blutgerinnungshemmenden Mitteln, stehen, sind Art und Umfang von Wechselwirkungen nicht vorhersehbar. Daher sollte der behandelnde Arzt vor Beginn der Behandlung abklären, ob entsprechende Dauerbehandlungen bestehen. In solchen Fällen ist, insbesondere zu Beginn der Behandlung, besondere Vorsicht geboten.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Cisaprid, Cimetidin oder Omeprazol kann die Wirkung von Musaril verstärkt und verlängert werden.

Die gleichzeitige Gabe von Clozapin und einem Benzodiazepin erhöht das Risiko eines Atem- und/oder Herz-Kreislauf-Versagens.

Bei Einnahme von Musaril zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
W√§hrend der Behandlung mit Musaril sollten Sie Alkohol meiden, da durch Alkohol die Wirkung von Musaril in nicht vorhersehbarer Weise ver√§ndert und verst√§rkt wird (z.¬†B. Verst√§rkung beruhigender Effekte). Daher sollte w√§hrend der Behandlung mit Musaril auf alkoholische Getr√§nke verzichtet werden. Dies gilt ebenso f√ľr alkoholhaltige Medikamente.


Wie alle Arzneimittel kann Musaril Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten m√ľssen.

Mögliche Nebenwirkungen
Die im Folgenden in der Kategorie "Häufig" genannten Begleiterscheinungen klingen im Verlauf der Therapie meistens ab.

Häufig (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100)

  • Verlangsamtes oder undeutliches Sprechen (Artikulationsst√∂rungen),
  • Bewegungs- und Gangunsicherheit,
  • √úbelkeit,
  • Erbrechen,
  • Durchfall oder Verstopfung,
  • Schwindelgef√ľhl,
  • Benommenheit.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000)

  • √úberempfindlichkeitsreaktionen, die manchmal schwer verlaufen k√∂nnen, bis hin zum allergischen Schock,
  • anhaltende Schwellungen von Haut und Schleimh√§uten (Angio√∂deme) und Nesselsucht (Urtikaria),
  • Schl√§frigkeit (besonders bei √§lteren Menschen),
  • allergische Hautreaktionen (z.¬†B. Juckreiz, Hautr√∂tung, Gesichtsschwellung),
  • Ekzeme,
  • Ausschl√§ge mit Kn√∂tchenbildung,
  • Hautr√∂tung und Juckreiz,
  • Muskelschw√§che.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000)

  • √ľberm√§√üig gesteigertes Durstgef√ľhl (Polydipsie),
  • abnehmendes geschlechtliches Bed√ľrfnis,
  • Mundtrockenheit,
  • √ľberm√§√üiger Speichelfluss,
  • schwere Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale
  • Nekrolyse [auch als Lyell-Syndrom bezeichnet]). Dabei bestand fast immer eine gleichzeitige Behandlung mit
  • Wirkstoffen, die schwere Hautreaktionen ausl√∂sen k√∂nnen,
  • St√∂rungen beim Wasserlassen,
  • Regelblutungsst√∂rungen.

Häufigkeit nicht bekannt

  • Verlangsamung aller psychischer Abl√§ufe (Bradyphrenie), Sinnesst√∂rungen (Halluzinationen) oder eine
  • Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen", wie z.¬†B. Schlafst√∂rungen, Verwirrtheits- oder Erregungszust√§nde,
  • Wutanf√§lle, Angst oder erh√∂hte Selbstmordneigung).
    Vor allem bei h√∂herer Dosierung k√∂nnen Benzodiazepine zeitlich begrenzte Ged√§chtnisl√ľcken (anterograde Amnesien) verursachen (siehe Abschnitt 2. unter "Ged√§chtnisst√∂rungen"),
  • vermehrte Muskelkr√§mpfe (sogenannte "paradoxe Reaktion").
    Schw√§che. Je nach verabreichter Dosis und abh√§ngig von Ihrer pers√∂nlichen Reaktion auf Musaril k√∂nnen vermehrt M√ľdigkeit, Mattigkeit und eine verlangsamte Reaktionszeit (z.¬†B. beim Bedienen von Maschinen oder F√ľhren von Kraftfahrzeugen) auftreten.

Beim Auftreten "paradoxer Reaktionen" sollte die Behandlung mit Musaril beendet werden. Mit solchen Reaktionen muss insbesondere bei Kindern und älteren Personen gerechnet werden.

Die Anwendung von Benzodiazepinen kann (auch in therapeutischen Dosen) zur Entwicklung einer k√∂rperlichen und seelischen Abh√§ngigkeit f√ľhren; beim pl√∂tzlichen Beenden der Behandlung k√∂nnen Absetzerscheinungen auftreten (siehe Abschnitt 2. unter "Abh√§ngigkeit/Absetzerscheinungen").

Sollten Sie eine oder mehrere der oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt, damit er √ľber die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Ma√ünahmen entscheiden kann. Nebenwirkungen bilden sich im Allgemeinen nach Verringerung der Dosis zur√ľck und lassen sich in der Regel durch sorgf√§ltige und individuelle Einstellung der Tagesdosen vermeiden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgef√ľhrt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich aufbewahren.

Sie d√ľrfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel sowie auf der Durchdr√ľckpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:
Nicht √ľber 25¬†¬įC lagern.

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Weitere Informationen

Was Musaril enthält
Der Wirkstoff ist Tetrazepam.
Eine Filmtablette Musaril enthält 50 mg Tetrazepam.

Die sonstigen Bestandteile sind:
Copovidon, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Talkum, vorverkleisterte Stärke (Mais), Hypromellose, Triacetin, Titandioxid (E 171).

Wie Musaril aussieht und Inhalt der Packung:
Runde Filmtabletten, cremefarben mit je einer Bruchrille auf beiden Seiten.
Musaril ist in Packungen mit 10, 20, 50 und 100 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
65926 Frankfurt am Main
Postanschrift:
Postfach 80 08 60
65908 Frankfurt am Main
Telefon: (01 80) 2 22 20 10*
Telefax: (01 80) 2 22 20 11*
*0,06 ?/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 ?/min (Mobilfunk).

Hersteller
Sanofi-Aventis S.A.
Josep Pla, 208019 Barcelona
Spanien

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt √ľberarbeitet im September 2011.

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Wirkstoff(e) Tetrazepam
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Betäubungsmittel Nein
ATC Code M03BX07
Pharmakologische Gruppe Muskelrelaxanzien, zentral wirkende Mittel

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden