L-Polamidon Lösung zur Substitution

L-Polamidon Lösung zur Substitution
Wirkstoff(e)Levomethadon
ZulassungslandAT
Zulassungsinhabersanofi-aventis GmbH
Suchtgift1
Zulassungsdatum25.08.2010
ATC CodeN07BC05
AbgabestatusAbgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
VerschreibungsstatusArzneimittel zur Abgabe gegen besondere aerztliche Verschreibung, Suchtgifte
Pharmakologische GruppeMittel zur Behandlung von Suchterkrankungen

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Levomethadonhydrochlorid, der Wirkstoff von L-Polamidon Lösung zur Substitution, ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Opioide. L-Polamidon wurde Ihnen zur Substitutionsbehandlung (Drogenersatzbehandlung) bei Opiatabhängigkeit verschrieben.

[Kurzzusammenfassung]

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Falls Sie allergisch auf einen der Inhaltsstoffe sind oder sogenannte Monoaminooxidase-Hemmer einnehmen, dürfen Sie die Lösung nicht einnehmen.

[Kurzzusammenfassung]

Wie wird es angewendet?

Sie erhalten von Ihrem Apotheker die erforderliche Dosis zur unmittelbaren Einnahme. Die Abmessung der erforderlichen Menge erfolgt dabei ausschließlich durch den Apotheker.

[Kurzzusammenfassung]

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

[Kurzzusammenfassung]

Weitere Informationen

Was L-Polamidon enthält
Der Wirkstoff ist:
Levomethadonhydrochlorid
1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 5 mg Levomethadonhydrochlorid, entsprechend
4,47 mg Levomethadon.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Methyl-4-hydroxybenzoat (Paraben E 218) als Konservierungsmittel, Betainhydrochlorid,
Glycerol 85 %, Natriumhydroxid- oder Salzsäurelösung zur pH-Einstellung, gereinigtes
Wasser.

Wie L-Polamidon aussieht und Inhalt der Packung
L-Polamidon ist eine klare und farblose Lösung zum Einnehmen. Sie ist erhältlich in
Packungen zu 100 ml, 3 x 100 ml, 500 ml und 1000 ml.
Die Lösung ist in einer Braunglasflasche mit kindersicherem Verschluss abgefüllt.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer
Mundipharma Gesellschaft m.b.H.,
Apollogasse 16-18,
1070 Wien

Hersteller
A. Nattermann & Cie. GmbH,
Nattermannallee 1
50829 Köln, Deutschland
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Industriepark Höchst
65926 Frankfurt am Main, Deutschland
Z.Nr.: 1-29565

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2019

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt.

Hinweise für den Apotheker:

Wenn vom Arzt eine Viskosität erhöhende Zubereitung verordnet wurde, kann diese wie folgt ausgeführt werden:

L-Polamidon wird im Verhältnis 1:1 mit einer Trägerlösung vermischt, dafür sind folgende Standardrezepturen geeignet:
1. Viskose Grundlösung (Stammzubereitung S.20) nach dem Neuen Rezeptur-Formularium
(NRF)
2. Saccharose-freie Trägerlösung analog zu NRF 2.4
3. Sirup simplex nach ÖAB

Hinweise für den Arzt:
Überdosierung/Vergiftung mit L-Polamidon

Symptome
Anzeichen einer Überdosierung können sein: „sich komisch fühlen", schlechte Konzentrationsfähigkeit, Schläfrigkeit und möglicherweise Schwindelgefühl im Stehen. Bei entsprechender Vergiftung kommt es zu Miosis, Erschlaffung der Skelettmuskulatur, feuchtkalter Haut, Bradykardie, Hypotension, Atemdepression (Cheyne-Stokes-Atmung, Zyanose), extreme Schläfrigkeit mit Tendenz zu Bewusstseinsstörungen bis hin zu Koma, Atemstillstand, Kreislaufversagen bzw. Herzstillstand.

Therapie
Es sind unverzüglich notfallmedizinische oder gegebenenfalls intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich (z.B. Intubation und Beatmung). Zur Behandlung der Intoxikationssymptome können spezifische Opiat-Antagonisten (z.B. Naloxon) angewendet werden. Die Dosierung einzelner Opiat-Antagonisten unterscheidet sich voneinander (Herstellerinformationen beachten!). Insbesondere ist zu bedenken, dass
Levomethadonhydrochlorid langdauernde atemdepressive Wirkungen haben kann (bis zu 75 Stunden), während die Opiat-Antagonisten viel kürzer wirken (1 bis 3 Stunden). Nach Abklingen der antagonistischen Wirkungen können daher Nachinjektionen erforderlich sein. Maßnahmen zum Schutz vor Wärmeverlusten und Volumenersatz können notwendig werden.

Bei oraler Levomethadonhydrochloridvergiftung darf eine Magenspülung erst nach Antagonisierung durchgeführt werden. Ein Schutz der Atemwege durch Intubation ist sowohl bei der Durchführung von Magenspülungen als auch vor der Gabe von Antagonisten (Auslösen von Erbrechen möglich) besonders wichtig. In der Therapie von Intoxikationen dürfen Alkohol, Barbiturate, Bemegrid, Phenothiazine und Scopolamin nicht zur Anwendung kommen. Levomethadonhydrochlorid ist nicht dialysierbar.

Vergiftungen bei opiatnaiven Personen
Bei nicht opiattoleranten Personen (vor allem bei Kindern) können bereits bedrohliche Intoxikationen durch wesentlich niedrigere als in der Substitutionstherapie übliche Dosen hervorgerufen werden. Bei Kindern bis 5 Jahren ist dies ab ca. 0,5 mg, bei älteren Kindern ab ca. 1,5 mg und bei nicht opiattoleranten Erwachsenen ab ca. 10 mg Levomethadonhydrochlorid möglich.

Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Lektor


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Zuletzt aktualisiert am 26.07.2023

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Medikament
Zulassungsinhaber
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