ACARIZAX

ACARIZAX
Wirkstoff(e)Hausstaubmilben
ZulassungslandCH
ZulassungsinhaberALK-Abelló AG
ATC CodeV01AA03
VerschreibungsstatusArzneimittel zur Abgabe ohne aerztliche Verschreibung
Pharmakologische GruppeAllergene

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Acarizax enthält als Wirkstoff Allergen-Extrakte aus Hausstaubmilben. Acarizax liegt in einer speziellen Darreichungsform vor: Es handelt sich um eine gefriergetrocknete Tablette, die, einmal unter die Zunge gelegt, sich sehr schnell auflöst.

Acarizax kann bei Erwachsenen und Jugendlichen (12-65 Jahre) zur Behandlung des durch Hausstaubmilben ausgelösten allergischen Schnupfens (Entzündung der Nasenschleimhaut) verwendet werden, wenn diese Beschwerden mit anderen Arzneimitteln nicht ausreichend kontrolliert werden können. Acarizax wirkt durch eine Erhöhung der immunologischen Toleranz (die körpereigene Fähigkeit damit umzugehen) gegenüber Hausstaubmilben.

Der Arzt oder die Ärztin wird Ihre allergischen Symptome überprüfen sowie einen Hauttest durchführen und/oder eine Blutprobe entnehmen, um zu entscheiden, ob Acarizax eine geeignete Behandlung für Sie ist.

Acarizax wird von Ärzten oder Ärztinnen mit Erfahrung in der Behandlung von Allergien verschrieben.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wann ist bei der Einnahme von Acarizax Vorsicht geboten?

Wenn Sie bereits eine schwere allergische Reaktion im Zusammenhang mit einer Injektion eines Hausstaubmilben-Allergenextraktes hatten.

Wenn Sie starke allergische Symptome haben wie Nesselsucht, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen, Veränderungen in der Stimme, niedriger Blutdruck oder das Gefühl einen Kloss im Hals zu haben. Brechen Sie die Behandlung sofort ab und wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Wenn Ihre Asthma-Symptome deutlich schlechter sind als normal, brechen Sie die Behandlung ab und suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf. Daher muss Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie über Symptome dieser allergischen Reaktionen und deren Behandlungsmöglichkeiten informieren. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen, wenn erforderlich, ein Notfallset inklusive eines Adrenalinautoinjektors verschreiben. Wenn Sie eine schwere allergische Reaktion bei sich bemerken, konsultieren Sie umgehend Ihren/einen Arzt oder Ihre/eine Ärztin. Dies gilt sowohl für den Fall, wenn Sie ein Notfallset besitzen als auch in dem Fall, wenn Sie Ihr Notfallset angewendet haben.

Wenn Sie mit

-Beta-Blockern, z.B. bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen behandelt werden.

-trizyklischen Antidepressiva oder Monoaminooxidase-Hemmern (MAO-Hemmer), z.B. wegen einer Depression behandelt werden.

-COMT-Inhibitoren, z.B. wegen der Parkinson-Krankheit behandelt werden.

Wenn Sie gegen Ihre allergischen Symptome andere Arzneimittel wie Antihistaminika, Asthma-Bedarfsmedikation oder Kortisonpräparate einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darüber, so dass er/sie mit Ihnen die Anwendung dieser Medikamente während der Behandlung mit Acarizax besprechen kann. Wenn Sie die Medikamente gegen Ihre allergischen Symptome absetzen, könnten mehr Nebenwirkungen mit Acarizax auftreten.

Während der Behandlung können leichte bis mittelschwere lokale allergische Reaktionen auftreten. Sollten diese schwer sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob Sie antiallergische Medikamente wie Antihistaminika brauchen.

Sie sollten die Einnahme von Acarizax beenden und Ihren Arzt oder Ihre Ärztin kontaktieren, wenn Sie schweres oder anhaltendes Sodbrennen oder Schwierigkeiten beim Schlucken haben, da diese Symptome Anzeichen einer allergischen Entzündung der Speiseröhre sein könnten.

Kinder und Jugendliche

Acarizax ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren indiziert.

Acarizax enthält Mannitol. Mannitol kann eine leicht abführende Wirkung haben.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu «natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

▪an anderen Krankheiten leiden,

▪Allergien haben oder

▪andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen!

Darf Acarizax während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Derzeit gibt es keine Erfahrung mit der Einnahme von Acarizax während der Schwangerschaft. Die Behandlung mit Acarizax sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Wenn Sie während der Behandlung schwanger werden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, ob Sie die Behandlung fortsetzen können.

Derzeit gibt es keine Erfahrung mit der Einnahme von Acarizax während der Stillzeit.

Wie wird es angewendet?

Wie verwenden Sie Acarizax?

Es wird empfohlen, die erste Dosis Acarizax unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen. Nach der ersten Einnahme sollten Sie für mindestens eine halbe Stunde unter medizinischer Überwachung bleiben. Dies ist eine Vorsichtsmassnahme, um Ihre Reaktion auf das Medikament zu überwachen. Es gibt Ihnen auch die Möglichkeit, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin eventuell aufgetretene Nebenwirkungen zu besprechen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Nehmen Sie Acarizax genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin ein. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die übliche Dosierung ist eine Tablette täglich.

Die Behandlung muss eventuell für 8 bis 14 Wochen durchgeführt werden, bevor eine Besserung spürbar wird.

Die Anwendung und Sicherheit von Acarizax bei Kindern (unter 12 Jahren) ist bisher nicht geprüft worden.

Am Ende dieser Packungsbeilage finden Sie die Anleitung zur Entnahme der Tablette aus dem Blister und Hinweise zur Einnahme.

Wenn Sie mehr Acarizax eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Acarizax Tabletten eingenommen haben, kann es zu allergischen Symptomen einschliesslich lokaler Symptome in Mund und Hals kommen. Wenn bei Ihnen schwere Symptome auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder an ein Krankenhaus.

Wenn Sie vergessen haben, Acarizax einzunehmen

Wenn Sie die Einnahme einer Tablette vergessen haben, holen Sie sie im späteren Tagesverlauf nach. Nehmen Sie an einem Tag nicht die doppelte Dosis ein, um die Einnahme einer vergessenen Tablette nachzuholen.

Wenn Sie Acarizax absetzen

Wenn Sie dieses Medikament nicht wie vorgeschrieben einnehmen, können Sie nicht von der Wirkung der Behandlung profitieren. Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung von Acarizax haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Hinweise für die Handhabung

Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen

Vergewissern Sie sich, dass Ihre Hände trocken sind bevor Sie die Tablette aus ihrer Verpackung nehmen. Nehmen Sie Acarizax wie folgt ein:

1. Reissen Sie den mit den Dreiecken gekennzeichneten Streifen am oberen Rand des Blisterstreifens ab.

2. Trennen Sie ein Quadrat aus dem Blisterstreifen entlang den perforierten Linien heraus.

3. Drücken Sie die Tablette nicht durch die Folie heraus, da sie dadurch leicht zerbrechen kann. Klappen Sie stattdessen die markierte Ecke der Folie zurück und ziehen an dieser Stelle die Folie ab.

4. Nehmen Sie die Tablette vorsichtig aus dem Blister heraus und nehmen Sie sie sofort ein.

5. Legen Sie die Tablette unter die Zunge. Lassen Sie die Tablette dort liegen, bis sie sich aufgelöst hat. Vermeiden Sie es, während der ersten Minute nach der Einnahme zu schlucken. Für mindestens fünf Minuten dürfen Sie nichts essen oder trinken.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wann darf Acarizax nicht eingenommen werden?

Wenn Sie auf einen der Hilfsstoffe allergisch reagieren.

Wenn Sie eine schlechte Lungenfunktion haben (wie von Ihrem Arzt festgestellt).

Wenn Sie eine deutliche Verschlechterung Ihres Asthmas innerhalb der letzten drei Monate gehabt haben (wie von Ihrem Arzt festgestellt).

Wenn Sie eine Erkrankung des Immunsystems (das Abwehrsystems Ihres Körpers z.B. gegen Erreger) haben, Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken oder wenn Sie Krebs haben.

Wenn Sie Asthma haben und am Tag der geplanten ersten Einnahme von Acarizax eine Atemwegsinfektion, wie eine gewöhnliche Erkältung, Halsschmerzen oder eine Lungenentzündung, besteht. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird dann den Beginn der Behandlung verschieben, bis es Ihnen wieder besser geht.

Wenn Ihnen vor kurzem ein Zahn gezogen wurde, eine andere Operation im Mund durchgeführt wurde sowie bei Wunden oder Entzündungen im Mund, kann Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin empfehlen, den Beginn der Behandlung zu verschieben oder die Behandlung zu unterbrechen, bis Ihre Mundhöhle abgeheilt ist.

Welche Nebenwirkungen kann Acarizax haben?

Wie alle Arzneimittel kann Acarizax Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die Nebenwirkungen können eine allergische Reaktion auf das Allergen sein, mit dem Sie behandelt werden. In den meisten Fällen dauern diese Nebenwirkungen Minuten bis Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels an. Im Allgemeinen treten nach einem bis drei Monaten keine Nebenwirkungen mehr auf.

Setzen Sie Acarizax ab und kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin oder ein Krankenhaus, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt:

- Verschlechterung eines bestehenden Asthmas

- Rapides Anschwellen von Gesicht, Mund, Rachen oder Haut

- Schwierigkeiten beim Schlucken

- Schwierigkeiten beim Atmen

- Stimmveränderungen

- Niedriger Blutdruck

- Klossgefühl im Rachen (wie ein Schwellungsgefühl)

Nesselsucht und Juckreiz der Haut

Mögliche andere Nebenwirkungen:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

- Gefühl der Rachenreizung

- Schwellung im Mund und der Lippen

- Juckreiz im Mund und der Ohren

- Atemwegsinfektionen

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

- Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Mund oder der Zunge

- Jucken der Augen

- Jucken der Zunge und Lippen

- Schwellung der Zunge oder des Rachens

- Entzündung, Beschwerden oder Brennen im Mund

- Rötung im Mund oder Wunden in der Mundschleimhaut

- veränderter Geschmack

Bauchschmerzen oder Unwohlsein

Durchfall

- Unwohlsein (Übelkeit) und Erbrechen

- Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Schlucken

- Asthmasymptome

- Kurzatmigkeit

- Beschwerden im Brustraum

- Verdauungsstörungen und Sodbrennen

- Heiserkeit

- Müdigkeit

Nesselsucht und Juckreiz der Haut

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

- Schwerwiegende allergische Reaktion

- Augenentzündung

- Gefühl eines schnellen kräftigen oder unregelmässigen Herzschlages

- Ohrenbeschwerden

- Engegefühl im Rachen

- Beschwerden der Nase, verstopfte oder laufende Nase, Niesen

- Bläschen im Mund

- Reizung der Speiseröhre

- Fremdkörpergefühl im Rachen

Schwindel

- Allgemeines Unwohlsein

- Trockener Mund

- Rötung der Haut

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

- Rapides Anschwellen von Gesicht oder Haut

- Schwellung der Stimmbänder (Kehlkopf)

- Allergische Entzündung der Speiseröhre (eosinophile Ösophagitis)

Häufigkeit nicht bekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)

Husten

Wenn Sie Nebenwirkungen haben, die Sie beunruhigen oder die Ihnen Schwierigkeiten bereiten, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen, der/die über eine möglicherweise für Sie erforderliche Behandlung mit antiallergischen Arzneimitteln wie Antihistaminika entscheiden wird.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Das Haltbarkeitsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Nicht verwendete und verfallene Arzneimittel bitte zur Entsorgung in Ihre Apotheke zurückbringen.

Lagerungshinweis

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Weitere Informationen

Was ist in Acarizax enthalten?

Acarizax ist ein weisses bis creme-weisses rundes Lyophilisat zum Einnehmen mit einer Prägung auf einer Seite (Tablette). Jede sublinguale Tablette enthält:

Wirkstoffe

Standardisierter Milben-Allergenextrakt (Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae).

Die Aktivität pro Lyophilisat zum Einnehmen wird mit der Einheit SQ-HDM ausgedrückt. Die Aktivität von einem Lyophilisat zum Einnehmen (1 Tablette) ist 12 SQ-HDM.

Hilfsstoffe

Gelatine (aus Fisch gewonnen), Mannitol und Natriumhydroxid.

Zulassungsnummer

65823 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Acarizax? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen zu 30 und 90 Dosen.

Zulassungsinhaberin

ALK-Abelló AG, 8304 Wallisellen

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2022 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

Zuletzt aktualisiert am 25.08.2022

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden

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