Dexamethason

Dexamethason

Grundlagen

Dexamethason ist ein Kortikosteroid, das zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden, einer Reihe von Hauterkrankungen, schweren Allergien, Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Krupp, Hirnschwellung, Augenschmerzen nach Augenoperationen und zusammen mit Antibiotika bei Tuberkulose eingesetzt wird. Es kann durch den Mund, als Injektion in einen Muskel, als Injektion in eine Vene, als topische Creme oder Salbe fĂŒr die Haut oder als topische Lösung fĂŒr das Auge gegeben werden.

Medikamente mit Dexamethason

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
OZURDEX 700 Mikrogramm intravitreales Implantat in einem Applikator Dexamethason AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Spersadex Augentropfen Dexamethason Omnivision GmbH
Solutio Cordes Dexa N Dexamethason Ichthyol-Gesellschaft Cordes
Infectodexakrupp 2 mg/5 ml Saft Dexamethason InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH
Fortecortin 8mg Tabletten Dexamethason Merck Serono GmbH

Wirkung

Pharmakodynamik

Dexamethason wirkt aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeit zu körpereigenen Glucocorticoiden. Ungebunden kann es die Membran der Zelle durchdringen und dann mit hoher AffinitĂ€t an intrazellulĂ€re Glucocorticoid-Rezeptoren binden. 

Die antiinflammatorische (entzĂŒndungshemmende) Wirkung wird durch einen Eingriff in den sogenannten ArachidonsĂ€urestoffwechsel erreicht. Der Wirkstoff bewirkt, dass am Ende dieses Stoffwechsels weniger Prostaglandine und Leukotriene produziert werden. Diese sind maßgeblich am EntzĂŒndungsgeschehen des menschlichen Körpers beteiligt.

Dexamethason wirkt antiallergisch, indem es die Freisetzung von Histamin verhindert und gleichzeitig die Zahl und AktivitÀt von bestimmten B- und T-Lymphozyten verringert.

Es hat auch eine minimale Mineralokortikoid-AktivitÀt.

Alle Wirkungen von Dexamethason treten, aufgrund des komplexen Wirkmechanismus, mit einer zeitlichen Verzögerung von 1-3 Tagen ein.

Pharmakokinetik

Dexamethason ist im Plasma zu etwa 77 % proteingebunden. Der Großteil ist an Serumalbumin gebunden. Dexamethason wird in der Leber durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert, weshalb es eventuell zu Arzneimittelwechselwirkungen kommen kann. Kortikosteroide werden im Allgemeinen ĂŒberwiegend mit dem Urin ausgeschieden. Dexamethason wird jedoch zu <10 % mit dem Urin ausgeschieden. Die mittlere Halbwertszeit einer Tablette betrĂ€gt 4 Stunden. Nach einer intramuskulĂ€ren Injektion betrĂ€gt die Halbwertszeit rund 3-6 Stunden. 

Wechselwirkungen

Bekannte Arzneimittelwechselwirkungen sind:

  • Induktoren von hepatischen mikrosomalen Enzymen (CYP450) wie Barbiturate, Phenytoin und Rifampicin können die Halbwertszeit von Dexamethason verringern.
  • Die gleichzeitige Behandlung mit oralen Kontrazeptiva kann sein Verteilungsvolumen erhöhen.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen

HĂ€ufige und gelegentlich auftretende Nebenwirkungen:

  • Akne
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindel
  • Erhöhter Appetit
  • Gewichtszunahme
  • BeeintrĂ€chtigte Hautheilung
  • Depression
  • Euphorie
  • Bluthochdruck
  • Erhöhtes Risiko einer Infektion
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Erbrechen
  • Dyspepsie
  • Verwirrung
  • Amnesie
  • Reizbarkeit
  • Übelkeit
  • Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Katarakt (tritt bei Langzeitbehandlung bei etwa 10 % der Patienten auf)

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral): 54 mg·kg−1 

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code A01AC02, C05AA09, D07AB19, D07XB05, D10AA03, H02AB02, R01AD03, R03BA19, S01BA01, S01CB01, S02BA06, S03BA01
Summenformel C22H29FO5
Molare Masse (g·mol−1) 392,47
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 262–264
CAS-Nummer 50-02-2
PUB-Nummer 53629845
Drugbank ID DB01234

Quellenangaben

  • Drugbank
  • PubChem
  • Aktories, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsvier, 2017

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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