Tiaprid 1A Pharma 200 mg Tabletten

Abbildung Tiaprid 1A Pharma 200 mg Tabletten
Wirkstoff(e) Tiaprid
Zulassungsland Deutschland
Hersteller 1 A Pharma GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 06.09.2006
ATC Code N05AL03
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Antipsychotika

Zulassungsinhaber

1 A Pharma GmbH

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Tiaprid Sandoz 100 mg Tabletten Tiaprid Sandoz Pharmaceuticals GmbH
Tiaprid STADA 100 mg Tabletten Tiaprid STADAPHARM
Tiaprid AL 100 mg Tabletten Tiaprid ALIUD PHARMA GmbH
Tiaprid STADA 200 mg Tabletten Tiaprid Stadapharm GmbH
Tiaprid Winthrop 100 mg Filmtabletten Tiaprid Winthrop Arzneimittel GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Tiaprid - 1 A Pharma wird angewendet zur Behandlung von unwillk√ľrlichen, rhythmischen Bewegungsst√∂rungen (Neuroleptika-induzierte Sp√§tdyskinesien), die durch andere Arzneimittel aus der Gruppe der Antipsychotika ausgel√∂st wurden und die vorwiegend die Mund-, Gesichts- und Zungenmuskulatur betreffen.

Antipsychotika sind Arzneimittel, die meist zur Behandlung von Zuständen mit gestörter Wahrnehmung

der Wirklichkeit (Psychosen) eingesetzt werden. Antipsychotika k√∂nnen ihrerseits als Nebenwirkungen Bewegungsst√∂rungen verursachen, die als ‚ÄěSp√§tdyskinesien‚Äú bezeichnet werden. Tiaprid geh√∂rt zwar

auch zur Gruppe der Antipsychotika, wirkt aber gegen Bewegungsstörungen, die durch andere Arzneimittel dieser Gruppe verursacht wurden.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

  • wenn Sie allergisch gegen Tiaprid oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • wenn Sie an einem Tumor leiden, der von dem Hormon Prolaktin abh√§ngig ist (z. B. hypophys√§res Prolaktinom und Brustkrebs).
  • wenn Sie an einem Tumor der Nebenniere (Ph√§ochromozytom) leiden.
  • wenn Sie gleichzeitig mit Levodopa behandelt werden.
  • wenn Sie gleichzeitig mit anderen so genannten Dopaminagonisten behandelt werden, au√üer wenn bei Ihnen eine Parkinson-Erkrankung bekannt ist (siehe auch unter ‚ÄěEinnahme von Tiaprid - 1 A Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln‚Äú).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Tiaprid - 1 A Pharma einnehmen

  • wenn Sie Herzprobleme haben wie z. B.
    • sehr langsamer Herzschlag mit weniger als 55 Schl√§gen pro Minute (Bradykardie)
    • anormaler Herzrhythmus in der Vorgeschichte (sichtbar im Elektrokardiogramm [EKG] des Herzens)
    • im EKG sichtbare Ver√§nderungen der elektrischen Aktivit√§t des Herzens (QT-Verl√§ngerung) in der

Vorgeschichte

  • wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die eine langsame Herzfrequenz verursachen k√∂nnen (siehe auch unter ‚ÄěEinnahme von Tiaprid - 1 A Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln‚Äú)
  • wenn Sie St√∂rungen des Elektrolythaushaltes haben, vor allem einen niedrigen Kaliumspiegel
  • wenn bei Ihnen eine Einschr√§nkung der Nierenfunktion vorliegt. In diesem Fall wird Ihre Dosis m√∂glicherweise vom Arzt vermindert werden (siehe Abschnitt 3). Bei starker Einschr√§nkung der Nierenfunktion sollte Ihr Arzt die Behandlung mit Tiaprid - 1 A Pharma bei Ihnen beenden.
  • wenn Sie an Epilepsie leiden, da Antipsychotika wie Tiaprid - 1 A Pharma die Neigung zu Krampfanf√§llen erh√∂hen k√∂nnen
  • wenn bei Ihnen Fieber, Muskelsteifigkeit oder eines der nachfolgenden Symptome auftritt: vegetative
    St√∂rungen wie Bl√§sse, Schwei√üausbr√ľche, Kreislaufinstabilit√§t oder Bewusstseinstr√ľbung und erh√∂hte Kreatinphosphokinase-(CPK-)Werte. Es kann sich hierbei um ein ‚Äěmalignes neuroleptisches Syndrom‚Äú handeln, das unter Umst√§nden einen t√∂dlichen Ausgang nehmen kann. Bei diesen Symptomen m√ľssen Sie sich sofort an Ihren behandelnden Arzt wenden.
  • wenn bei Ihnen eine Parkinson-Erkrankung bekannt ist
  • wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal ven√∂se Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn Arzneimittel wie Tiaprid - 1 A Pharma werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht
  • wenn Sie ein erh√∂htes Schlaganfall-Risiko aufgrund eines erh√∂hten Blutdruckes oder einer vor√ľbergehenden Verringerung der Blutversorgung des Gehirns haben
  • wenn Sie √§lter sind und Demenz haben, da in dieser Patientengruppe ein geringer Anstieg in der Anzahl der Todesf√§lle bei Patienten, die mit Antipsychotika behandelt wurden, im Vergleich mit denjenigen, die keine Antipsychotika einnahmen, berichtet wurde
  • wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie Brustkrebs in der Vergangenheit aufgetreten ist. Ihr Arzt wird regelm√§√üige Untersuchungen in einem solchen Fall vornehmen.

Eine Behandlung mit Tiaprid - 1 A Pharma kann zu einer Verminderung der Zahl wei√üer Blutk√∂rperchen (Leukopenie, Neutropenie) f√ľhren, die lebensbedrohend sein kann (Agranulozytose). Bei Anzeichen einer Infektion oder Fieber wenden Sie sich unverz√ľglich an Ihren Arzt. In solch einem Fall m√ľssen Blutuntersuchungen durchgef√ľhrt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine der oben genannten Aussagen auf Sie zutrifft oder in der Vergangenheit zutraf.

√Ąltere Patienten

Tiaprid - 1 A Pharma sollte bei älteren Patienten mit besonderer Vorsicht angewendet werden, da es zu einem verminderten Bewusstseinszustand und Koma kommen kann.

Kinder

Tiaprid - 1 A Pharma wird aufgrund von fehlender Erfahrung nicht f√ľr die Anwendung bei Kindern empfohlen.

Einnahme von Tiaprid - 1 A Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Folgende Arzneimittel können die Wirkung von Tiaprid - 1 A Pharma besonders beeinflussen oder in ihrer Wirkung von Tiaprid - 1 A Pharma besonders beeinflusst werden:

  • Arzneimittel, die unter ‚ÄěTiaprid - 1 A Pharma darf nicht eingenommen werden‚Äú aufgef√ľhrt sind:
    • Levodopa
    • andere so genannte Dopaminagonisten wie Cabergolin, Quinagolid, au√üer wenn bei Ihnen eine

Parkinson-Erkrankung bekannt ist

Die Wirkungen der beiden Arzneimittel heben sich gegenseitig auf.

Die gleichzeitige Einnahme von Tiaprid - 1 A Pharma mit folgenden Arzneimitteln wird nicht

empfohlen, es sei denn, Ihr Arzt h√§lt die Einnahme f√ľr erforderlich:

  • bestimmte andere Antipsychotika (Arzneimittel zur Behandlung von seelischen/psychischen Erkrankungen) wie z. B. Pimozid, Sultoprid, Pipothiazin, Sertindol, Veraliprid, Chlorpromazin, Levomepromazin, Trifluoperazin, Cyamemazin, Sulpirid, Haloperidol, Droperidol, Fluphenazin, Pipamperon, Zuclopenthixol, Flupentixol, Thioridazin
  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung eines unregelm√§√üigen Herzschlags, z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid
  • Arzneimittel, die eine Verlangsamung der Herzschlagfolge verursachen k√∂nnen, z. B.
    • Betablocker
    • einige Kalziumkanalblocker wie Diltiazem und Verapamil
    • Herzglykoside (Digitalis)
    • Cholinesterasehemmer
    • Pilocarpin, in Augentropfen oder Arzneimitteln zur Behandlung von Mundtrockenheit
    • Clonidin, ein Arzneimittel gegen Bluthochdruck
    • Guanfacin, ein Arzneimittel zur Behandlung von z. B. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit√§ts- St√∂rungen (ADHS)
  • Arzneimittel, die eine Erniedrigung des Kaliumspiegels im Blut verursachen k√∂nnen, wie z. B.
    • einige Diuretika (‚ÄěWassertabletten‚Äú)
    • bestimmte Abf√ľhrmittel
    • Glukokortikoide (Arzneimittel zur Behandlung von Entz√ľndungen)
    • Amphotericin B bei intraven√∂ser Gabe (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen)
    • Tetracosactid (zur Bestimmung der Funktion der Nebennierenrinde)

Bevor Sie Tiaprid - 1 A Pharma einnehmen, sollten Ihre Kaliumspiegel im Blut korrigiert werden.

  • Arzneimittel zur Behandlung von Malaria (Halofantrin, Lumefantrin)
  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen wie Erythromycin oder Spiramycin (bei intraven√∂ser Behandlung), Moxifloxacin, Sparfloxacin, Pentamidin
  • Vincamin bei intraven√∂ser Gabe (Arzneimittel zur Verbesserung des Blutflusses im Gehirn)
  • Methadon (Arzneimittel zur Behandlung der Abh√§ngigkeit von Arzneimitteln aus der Gruppe der so genannten Opioide)
  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen wie z. B. trizyklische Antidepressiva
  • Lithium (ein Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Arten von psychiatrischen Erkrankungen)
  • Bepridil (ein Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Herzprobleme)
  • Cisaprid (ein Arzneimittel zur Behandlung von Magen- oder Darm-Problemen)
  • Diphemanil (ein Arzneimittel zur Behandlung von bestimmten Magenproblemen oder von einem sehr langsamen Herzschlag)
  • Mizolastin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Allergien)

Die Anwendung von diesen Arzneimitteln (mit Ausnahme von Arzneimitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten) sollte, wenn m√∂glich, durch Ihren Arzt beendet werden, da ein erh√∂htes Risiko f√ľr eine Ver√§nderung im EKG (QT-Verl√§ngerung) und damit verbundenen Herzrhythmusst√∂rungen besteht. Wenn eine gleichzeitige Behandlung nicht vermieden werden kann, sollte Ihr Arzt die Reizleitung am Herzen mittels EKG (QT-Intervall) vor und w√§hrend der Behandlung √ľberpr√ľfen.

so genannte Dopaminagonisten (wie z. B. Amantadin, Apomorphin, Bromocriptin, Entacapon, Lisurid, Pergolid, Piribedil, Pramipexol, Ropinirol, Selegilin), mit Ausnahme von Levodopa (siehe ‚ÄěTiaprid - 1 A Pharma darf nicht eingenommen werden‚Äú) Wenn Sie als Parkinson-Patient Dopaminagonisten nehmen und die Anwendung von Tiaprid - 1 A Pharma nicht vermieden werden kann, sollte der Dopaminagonist von Ihrem Arzt langsam abgesetzt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie Tiaprid - 1 A Pharma einnehmen, wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

  • Betablocker, die bei einer ‚ÄěHerzschw√§che‚Äú verabreicht werden, wie Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol. Ihr Arzt wird Ihre Herzfunktion √ľberpr√ľfen.
  • Bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva) kann das Risiko eines Blutdruckabfalls beim Wechsel in die aufrechte K√∂rperlage (so genannte orthostatische Hypotonie) erh√∂ht sein.
  • andere Arzneimittel, die eine d√§mpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben:
  • einige Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) wie z. B. Amitriptylin, Doxepin, Mianserin, Mirtazapin, Trimipramin
  • Bet√§ubungsmittel (schmerzstillende Mittel, Arzneimittel gegen Husten, die Opioide wie z. B. Codein enthalten, Arzneimittel f√ľr eine Drogenersatztherapie)
  • Barbiturate (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanf√§llen)
  • Hypnotika wie z. B. Benzodiazepine (Arzneimittel, die unter anderem zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt werden)
  • Anxiolytika (Arzneimittel zur Behandlung von Angstzust√§nden)
  • Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von seelischen/psychischen St√∂rungen)
  • bestimmte H1-Antihistaminika (Arzneimittel, die unter anderem zur Behandlung von Allergien eingesetzt werden)
  • Clonidin und verwandte Substanzen, Arzneimittel gegen Bluthochdruck
  • Baclofen (Arzneimittel zur Muskelrelaxation)
  • Thalidomid (Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)
  • Pizotifen (Arzneimittel zur Behandlung von migr√§neartigen Kopfschmerzen)

Die dadurch verminderte Aufmerksamkeit kann die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

  • Betablocker, die gegen Bluthochdruck oder Herzerkrankungen verabreicht werden (mit Ausnahme von Esmolol, Sotalol und Betablockern, die bei Herzschw√§che gegeben werden [siehe oben]). Durch die verst√§rkte Wirkung auf die Erweiterung der Blutgef√§√üe besteht ein erh√∂htes Risiko eines Blutdruckabfalls, insbesondere beim Aufstehen.
  • Nitratverbindungen wie z. B. Isosorbiddinitrat (Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen wie Angina pectoris)
  • so genannte Anticholinergika (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung) wie z. B. Biperiden. Diese Arzneimittel k√∂nnen die Wirkung von Tiaprid - 1 A Pharma abschw√§chen.

Bitte beachten Sie, dass diese Beeinträchtigungen auch auftreten können, wenn Sie eines dieser Arzneimittel kurz vor Tiaprid - 1 A Pharma eingenommen haben.

Einnahme von Tiaprid - 1 A Pharma zusammen mit Alkohol

Alkohol verstärkt die beruhigende Wirkung von Tiaprid - 1 A Pharma. Der Genuss von alkoholischen Getränken und die Einnahme von Alkohol enthaltenden Zubereitungen sollten vermieden werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Es liegen unzureichende Daten √ľber die Anwendung von Tiaprid - 1 A Pharma bei Schwangeren vor.

Im sp√§ten Stadium der Schwangerschaft kann die Einnahme von Tiaprid - 1 A Pharma, insbesondere hoher Dosen, bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln gegen Parkinson eine Beschleunigung des Herzschlages, √úbererregbarkeit, ein Spannungsgef√ľhl im Bauch, eine verz√∂gerte erste Darmentleerung des Neugeborenen sowie eine Sedierung ausl√∂sen.

Bei neugeborenen Babys von M√ľttern, die Tiaprid im letzten Trimenon (letzte 3 Monate der Schwangerschaft) einnahmen, k√∂nnen folgende Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schw√§che, Schl√§frigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

Antipsychotika werden meist zur Behandlung von Zuständen mit gestörter Wahrnehmung der Wirklichkeit (Psychosen), aber auch bei Übelkeit und Erbrechen, anderen Störungen und - wie bei Tiaprid - Bewegungsstörungen eingesetzt.

Aufgrund mangelnder Erfahrung sollte Tiaprid - 1 A Pharma w√§hrend der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, Ihr Arzt h√§lt es f√ľr absolut notwendig.

Stillzeit

Tiaprid - 1 A Pharma soll in der Stillzeit nicht angewendet werden, da der Wirkstoff in die Muttermilch √ľbergeht. Bei erforderlicher Behandlung w√§hrend der Stillperiode ist abzustillen.

Fortpflanzungsfähigkeit

Tiaprid - 1 A Pharma kann den Prolaktinspiegel im Blut erhöhen, wodurch es zu einem Ausbleiben der Regelblutung oder des Eisprungs sowie zu einer beeinträchtigten Fruchtbarkeit kommen kann (siehe Abschnitt 4).

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Tiaprid - 1 A Pharma kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Sedierung hervorrufen und somit das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Abh√§ngig von der Art Ihrer Beschwerden wird Ihr Arzt entscheiden wie und in welcher Dosierung Sie Tiaprid - 1 A Pharma einnehmen sollen. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene in der Regel 3-mal t√§glich ¬Ĺ-1 Tablette (entsprechend 300-600 mg Tiaprid t√§glich) ein. Wenn Sie eine eingeschr√§nkte Nierenfunktion haben, sollte Ihre Dosis vom Arzt entsprechend reduziert werden.

Die Dauer der Behandlung hängt in hohem Maße davon ab, wie gut Sie auf die Therapie mit Tiaprid - 1 A Pharma ansprechen.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Die Tabletten sollten vorzugsweise mit etwas Fl√ľssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Der Therapieerfolg zeigt sich eventuell erst nach 4-6 Wochen Behandlungsdauer.

Wenn Sie eine größere Menge von Tiaprid - 1 A Pharma eingenommen haben als Sie sollten

Benachrichtigen Sie umgehend einen Arzt, damit er erforderliche Maßnahmen einleiten kann.

Die Erfahrungen mit √úberdosierungen von Tiaprid sind begrenzt. Die Einnahme hoher Dosen weit √ľber dem therapeutischen Bereich (3.000-4.000 mg anstatt der verordneten 300-600 mg) f√ľhrte zu keinen schweren und nicht r√ľckg√§ngig zu machenden Folgeerscheinungen. Schwindelgef√ľhl, schnelle Erm√ľdbarkeit, Koma (Bewusstlosigkeit), Blutdrucksenkung und Bewegungsst√∂rungen k√∂nnen im Zusammenhang mit einer √úberdosierung auftreten. Vor allem bei Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln, die einen Einfluss auf das Gehirn haben, wurde √ľber Todesf√§lle berichtet.

Treten solche Krankheitszeichen auf, ist umgehend ein Arzt zu informieren, der √ľber den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Ma√ünahmen entscheidet.

Wenn Sie die Einnahme von Tiaprid - 1 A Pharma vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Bitte nehmen Sie bei der nächsten Einnahme das Arzneimittel so ein, wie es Ihnen verordnet wurde.

Wenn Sie die Einnahme von Tiaprid - 1 A Pharma abbrechen

Falls Sie die Behandlung mit Tiaprid - 1 A Pharma unterbrechen oder beenden wollen, wenden Sie sich bitte vorher an Ihren behandelnden Arzt. Sie können sonst den Behandlungserfolg gefährden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Beenden Sie sofort die Einnahme von Tiaprid - 1 A Pharma und kontaktieren Sie unverz√ľglich Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken oder vermuten. M√∂glicherweise ist eine umgehende medizinische Behandlung n√∂tig.

  • Fieber, Muskelsteifigkeit oder eines der nachfolgend genannten Symptome: St√∂rungen des autonomen
    Nervensystems wie Bl√§sse, Schwei√üausbr√ľche, Kreislaufinstabilit√§t, Bewusstseinstr√ľbung und erh√∂hte Creatinphosphokinase-(CPK-)Werte. Es kann sich hierbei um ein ‚Äěmalignes neuroleptisches Syndrom‚Äú handeln, das unter Umst√§nden einen t√∂dlichen Ausgang nehmen kann.
  • Infektion mit Symptomen wie Fieber und allgemeinem Unwohlsein oder Fieber mit lokalen Infektionszeichen wie Schmerzen im Hals-, Rachen- oder Mundraum oder Probleme beim Wasserlassen. Dies kann Zeichen einer schwerwiegenden Verminderung der Zahl wei√üer Blutk√∂rperchen (Agranulozytose) sein. Ihr Arzt wird m√∂glicherweise die Anzahl Ihrer wei√üen Blutk√∂rperchen √ľberpr√ľfen.
  • ein Gef√ľhl von Herzklopfen oder unregelm√§√üigem Herzschlag. Ihr Arzt wird m√∂glicherweise ein EKG durchf√ľhren, um Ihren Herzrhythmus zu messen.
  • Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und R√∂tungen der Beine), die m√∂glicherweise √ľber die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen k√∂nnen. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverz√ľglich √§rztlichen Rat ein.
  • Bewegungsst√∂rungen (Sp√§tdyskinesien) nach einer l√§ngeren Behandlungsdauer (mehr als 3 Monate), die durch rhythmische, unwillk√ľrliche Bewegungen vornehmlich der Zunge und/oder der Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet sind. Tiaprid kann selbst Bewegungsst√∂rungen (Sp√§tdyskinesien) verursachen, obwohl es zu deren Therapie eigentlich eingesetzt wird (siehe Abschnitt 1). Antiparkinsonmittel, die oft bei Bewegungsst√∂rungen angewendet werden, sollen bei der Entwicklung von Sp√§tdyskinesien nicht eingesetzt werden, da sie unwirksam sind und die Symptome sogar noch verst√§rken k√∂nnen.

Nebenwirkungen können mit den folgenden Häufigkeiten auftreten:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • erh√∂hte Blutspiegel des Hormons Prolaktin, die die Ursache f√ľr weitere Erkrankungen sein k√∂nnen (siehe unter ‚ÄěGelegentlich‚Äú)
  • gesteigerte k√∂rperliche Erregbarkeit (Agitiertheit), Teilnahmslosigkeit (Apathie), Benommenheit, Schl√§frigkeit und Schlaflosigkeit
  • Schwindel/Vertigo, Kopfschmerzen
  • so genannte extrapyramidale Beschwerden wie bei der Parkinson-Erkrankung (Zittern, Steifigkeit, erh√∂hter Muskeltonus, Bewegungsminderung und vermehrter Speichelfluss)
  • Schw√§chegef√ľhl, M√ľdigkeit

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • akute Bewegungsst√∂rungen (Fr√ľhdyskinesien), Dystonie (Muskelkr√§mpfe, Schiefhals, Blickkr√§mpfe, Kiefersperre) und Unverm√∂gen ruhig zu sitzen (Akathisie)
  • Brustschmerzen, Vergr√∂√üerung der Brustdr√ľse und Milchfluss sowie bei der Frau zus√§tzlich Zyklusst√∂rungen (Dysmenorrh√∂, Amenorrh√∂) und beim Mann Orgasmus- und Potenzst√∂rungen. Diese Erkrankungen werden durch erh√∂hte Blutspiegel des Hormons Prolaktin hervorgerufen und bilden sich in der Regel nach Absetzen von Tiaprid - 1 A Pharma in kurzer Zeit wieder zur√ľck.
  • Gewichtszunahme

H√§ufigkeit nicht bekannt (H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar)

  • Verminderung der Zahl wei√üer Blutk√∂rperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose) (siehe auch unter ‚ÄěSchwerwiegende Nebenwirkungen‚Äú)
  • Bewegungsst√∂rungen (Sp√§tdyskinesien), (siehe auch unter ‚ÄěSchwerwiegende Nebenwirkungen‚Äú)
  • malignes neuroleptisches Syndrom (siehe auch unter ‚ÄěSchwerwiegende Nebenwirkungen‚Äú)
  • im EKG sichtbare Ver√§nderungen der elektrischen Aktivit√§t des Herzens (QT-Verl√§ngerung) und schwere
    Herzrhythmusst√∂rungen (ventrikul√§re Arrhythmien wie z. B. Torsade de pointes, ventrikul√§re Tachykardie) (siehe auch unter ‚ÄěSchwerwiegende Nebenwirkungen‚Äú)
  • Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (siehe auch unter ‚ÄěSchwerwiegende
    Nebenwirkungen“)
  • Blutdruckabfall beim Aufstehen
  • extrapyramidale Symptome des Neugeborenen, Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen (siehe Abschnitt 2 ‚ÄěSchwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsf√§higkeit‚Äú)
  • Verstopfung
  • Darmverschluss
  • erh√∂hte Leberenzyme
  • Bewusstlosigkeit
  • Kr√§mpfe
  • Verwirrtheit
  • Halluzinationen
  • Aspirationspneumonie aufgrund von Essenspartikeln oder Erbrochenen, die in die Lunge gelangen
  • beeintr√§chtigte Atmung
  • Anstieg der Kreatinphosphokinase-Spiegel im Blut
  • Muskelschw√§che und/oder Muskelschmerzen
  • Hautausschlag
  • erniedrigte Natriumspiegel im Blut (Hyponatri√§mie)
  • eine Krankheit genannt ‚ÄěSyndrom der inad√§quaten ADH-Sekretion‚Äú (SIADH)
  • Sturz, insbesondere bei √§lteren Patienten

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Blisterpackung nach ‚Äěverwendbar bis‚Äú angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

F√ľr dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zur entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

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Weitere Informationen

Der Wirkstoff ist Tiaprid (als Hydrochlorid).

Jede Tablette enthält 200 mg Tiaprid (als Hydrochlorid).

Die sonstigen Bestandteile sind: Mannitol (Ph.Eur.) (E 421), mikrokristalline Cellulose (E 460), Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E 470b), Povidon K30 (E 1201), hochdisperses Siliciumdioxid (E 551)

Wie Tiaprid - 1 A Pharma aussieht und Inhalt der Packung

Tiaprid - 1 A Pharma Tabletten sind runde, weiße Tabletten mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten.

Die Tabletten sind in PVC/Aluminium-Blisterpackungen in einem Umkarton verpackt.

Packungsgrößen:

20, 50, 100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

1 A Pharma GmbH

Keltenring 1 + 3

82041 Oberhaching

Telefon: (089) 6138825-0

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt √ľberarbeitet im Dezember 2018.

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Zuletzt aktualisiert: 04.07.2022

Quelle: Tiaprid 1A Pharma 200 mg Tabletten - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Tiaprid
Zulassungsland Deutschland
Hersteller 1 A Pharma GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 06.09.2006
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden