Levodopa

Levodopa

Grundlagen

Levodopa, oder auch L-Dopa, wird im Körper zu Dopamin umgewandelt und dadurch zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung eingesetzt. HierfĂŒr wird das Medikament stets mit einem Decarboxylasehemmer wie Benserazid oder Carbidopa kombiniert, die fĂŒr eine höhere BioverfĂŒgbarkeit von L-Dopa im Gehirn sorgen. Weiterhin kann das Medikament bei Patienten mit Restless-Legs- Syndrom verwendet werden.

Medikamente mit Levodopa

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
isicom 250 mg/25 mg Levodopa Carbidopa Desitin Arzneimittel GmbH
Duodopa, 20 mg/ml + 5 mg/ml, Gel zur intestinalen Anwendung Levodopa AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
dopadura C 100/25 mg retard Levodopa Carbidopa Mylan Germany GmbH
dopadura C 100/25mg Levodopa Carbidopa Mylan Germany GmbH
dopadura C 200/50 mg retard Levodopa Carbidopa Mylan Germany GmbH

Wirkung

Pharmakodynamik
Levodopa kann die Blut-Hirn-Schranke ĂŒberwinden und so in das zentrale Nervensystem gelangen. Dort wird es zur eigentlichen Wirksubstanz Dopamin umgewandelt und kann dem bei Parkinson-Erkrankten vorherrschenden Dopamin-Mangel entgegenwirken. Da Dopamin die Blut-Hirn-Schranke nicht ĂŒberwinden kann, wird durch gleichzeitig verabreichte Decarboxylasehemmer die Umwandlung von L-Dopa zu Dopamin in der Peripherie verhindert. Dadurch kann die BioverfĂŒgbarkeit von Levodopa erhöht und die benötigte Dosis reduziert werden.

Pharmakokinetik
Bei alleiniger Anwendung betrĂ€gt die BioverfĂŒgbarkeit von L-Dppa 15 bis 33 %, in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer kann diese auf 80 bis 98 % gesteigert werden. Im Blut liegt das Medikament zu etwa 10 bis 30 % an Proteine gebunden vor. Die Halbwertszeit liegt bei einer bis 1,5 Stunden.

Wechselwirkungen
In Kombination mit Monoaminoxidasehemmern kann es zu stark erhöhtem Blutdruck bis hin zur hypertensiven Krise kommen. Bei paralleler Einnahme von Blutdrucksenkern oder trizyklischen Antidepressiva kann es andererseits zu einem stark erniedrigten Blutdruck kommen. Bei Einnahme mit Domperidon ist das Risiko fĂŒr Herzrhythmusstörungen stark erhöht. Mehrere Medikamente, darunter Risperidon, Isoniazid, Phenytoin und Opioide, können die Wirksamkeit von Levodopa reduzieren.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen
HĂ€ufig treten Herz-Kreislauf-Störungen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel auf. Bei Einnahme ĂŒber mehrere Jahre kann Levodopa die Bewegungsstörungen bei Parkinson-Erkrankten verstĂ€rken. Bei plötzlichem Absetzen kann ein Entzugssyndrom auftreten.

Toxikologische Daten
In Rattenexperimenten betrugt die mittlere letale Dosis bei oraler Aufnahme 1780 mg pro Kilogramm.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code N04BA01
Summenformel C9H11NO4
Molare Masse (g·mol−1) 197,19
Dichte (g·cm−3) 1,5
Schmelzpunkt (°C) 276 - 278
Siedepunkt (°C) 448,4
PKS Wert 1,65; 9,06
CAS-Nummer 59-92-7
PUB-Nummer 104778
Drugbank ID DB01235

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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