Mesalazin

Mesalazin

Grundlagen

Mesalazin ist ein Wirkstoff zur Behandlung von entzĂŒndlichen Schleimhauterkrankungen des Mast- und Dickdarms. Er hat entzĂŒndungshemmende und antioxidative Eigenschaften und gehört zur Gruppe der Aminosalicylate. Mesalazin ist in Form von EinlĂ€ufen oder ZĂ€pfchen erhĂ€ltlich, aber auch in Filmtablettenform, Granulat, Depotgranulat oder in Retardtablettenform erhĂ€ltlich. Mesalazin ist ein weiß bis hellrosa Pulver. Olsalazin und Sulfasalazin sind Prodrugs von Mesalazin und werden im Körper zum wirksamen Mesalazin umgewandelt.

Grafik Strukturformel des Wirkstoffs Mesalazin

Wirkung

Mesalazin wird zur Behandlung von chronisch entzĂŒndlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt. Es ist chemisch verwandt mit den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Die Arzneiformen sind so gestaltet, dass Mesalazin seine Wirkung erst im Darm entfaltet. Wie seine engen Verwandten, die NSAR, greift auch Mesalazin in den ArachidonsĂ€uremetabolismus ein, indem es Ă€hnlich wie Aspirin, die Cyclooxygenase 1&2 hemmt. 

ZusĂ€tzlich wirkt Mesalazin als RadikalfĂ€nger. Radikale sind einzelne Elektronen. Elektronen kommen meist paarweise vor, wenn sie das nicht tun, dann werden sie als Radikale bezeichnet. Radikale zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr reaktiv sind und somit im Körper ZellschĂ€den verursachen können. Bei entzĂŒndlichen Darmerkrankungen kommt es zu einer höheren Konzentration von schĂ€digenden Sauerstoff- und Stickstoffradikalen. Mesalazin senkt die Konzentration dieser Radikale. 

Mesalazin senkt auch die AktivitĂ€t des Immunsystems, indem es die Produktion von Antikörpern hemmt und die Funktion von Lymphozyten und Makrophagen stört. Alle drei sind fĂŒr diverse EntzĂŒndungen im Körper verantwortlich. Werden diese in ihrer Arbeit gestört, so fĂ€llt auch die EntzĂŒndungsreaktion abgeschwĂ€chter aus.

Mesalazin wird ĂŒber die Leber abgebaut und ĂŒber den Urin durch die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit von Mesalazin, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die HĂ€lfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt im Mittel bei ungefĂ€hr 25 Stunden. Da Mesalazin auch als Retardtablette erhĂ€ltlich ist, kann sich die Halbwertszeit deutlich verlĂ€ngern.

Dosierung

Nehmen Sie Mesalazin immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Die ĂŒbliche empfohlene Dosis bei Erwachsenen beim Akuten Schub liegt zwischen 0,8 g und 4,8 g tĂ€glich. 

Bei der Remission liegt die ĂŒbliche Dosis beim Erwachsenen zwischen 1,5 g und 2,4 g pro Tag.

Die empfohlene Einnahme bei Kindern ab 5 Jahren oder ab 17 kg liegt zwischen 1,2 g und 2,4 g pro Tag. 

Die Dauer der Therapie sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen 6 Wochen nicht ĂŒberschreiten. 

Nebenwirkungen

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Allergischen Reaktionen

Selten:

Sehr selten:

HĂ€ufigkeit unbekannt:

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

Gegenanzeigen

Mesalazin darf in folgenden FÀllen NICHT eingenommen werden:

  • bei Allergie gegen Mesalazin oder andere Salicylate
  • bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

AltersbeschrÀnkung

Mesalazin kann ab 5 Jahren oder einem Gewicht von 17 kg eingenommen werden.

Schwangerschaft & Stillzeit

In der Schwangerschaft kann Mesalazin eingenommen werden. Es wurden in Untersuchungen keine erhöhten Risiken fĂŒr das Ungeborene festgestellt. Mesalazin ist in der Schwangerschaft das Mittel der Wahl.

In der Stillzeit kann Mesalazin ebenfalls eingenommen werden. Mesalazin geht zwar in die Muttermilch ĂŒber, aber selbst bei sehr hohen Dosen nur in minimalen Spuren. Es gibt einen einzigen Fallbericht von wĂ€ssrigem Durchfall bei einem 6-Wochen alten Kind, der aber bei der Therapiepause sofort abgeklungen ist. Mesalazin ist auch in der Stillzeit das Mittel der Wahl. 

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code A07EC02
Summenformel C7H7NO3
Molare Masse (g·mol−1) 153,135
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,5
Schmelzpunkt (°C) 280
PKS Wert 2,02
CAS-Nummer 89-57-6
PUB-Nummer 4075
Drugbank ID DB00244

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Thomas Hofko

Thomas Hofko
Autor

Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor fĂŒr pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders fĂŒr die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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