Autor: JANSSEN-CILAG

Kurzinformationen

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Motilium/Motilium lingual dient zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen. Der enthaltene Wirkstoff ist Domperidon.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Sie dürfen Motilium® nicht anwenden, wenn einer der hier aufgelisteten Punkte auf Sie zutriff.

Wie wird es angewendet?

Motilium wirkt am besten, wenn Sie das Arzneimittel mit etwas Flüssigkeit 15 - 30 Minuten vor den Mahlzeiten und falls nötig vor dem Schlafengehen einnehmen. Die empfohlene Dosis beträgt hierbei 1 Tablette zu 10 mg bis zu 3-mal täglich vor dem Essen.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Informationen über alle Nebenwirkungen finden Sie in der Langbeschreibung.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Bei Raumtemperatur (15 °C – 25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren.


Langinformationen

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Motilium/Motilium lingual dient zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Motilium/Motilium lingual können einige, seltene Nebenwirkungen auftreten, die es erforderlich machen, die Behandlung sofort abzubrechen und unverzüglich einen Arzt zu kontaktieren. Detaillierte Angaben finden sich im Abschnitt «Welche Nebenwirkungen kann Motilium/Motilium lingual haben?».

 

Wann darf Motilium/Motilium lingual nicht eingenommen werden?

Sie dürfen Motilium/Motilium lingual nicht anwenden:

  • wenn Sie allergisch (überempfindlich) sind gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Inhaltsstoffe (z.B. Hautausschlag, Juckreiz, Kurzatmigkeit oder Gesichtsschwellungen).
  • wenn Sie an einer Erkrankung der Hirnanhangsdrüse, genannt Prolaktinom, leiden.
  • bei schweren Magen-Darmkrankheiten (Blutungen, mechanischem Darmverschluss oder Darmdurchbruch). Solche Erkrankungen können sich in Form von schweren Bauchkrämpfen oder anhaltend dunklem Stuhl bemerkbar machen.
  • wenn Sie eine Lebererkrankung haben oder hatten.
  • wenn Ihr EKG (Elektrokardiogramm) auf ein Herzproblem hinweist, das als «verlängertes QT-Intervall» bezeichnet wird.
  • wenn Sie ein Problem haben oder hatten, bei dem Ihr Herz das Blut nicht so gut durch den Körper pumpen kann, wie es sollte (Herzinsuffizienz).
  • wenn Sie ein Problem haben, bei dem Ihr Kalium- oder Magnesiumspiegel erniedrigt ist oder der Kaliumspiegel in Ihrem Blut erhöht ist.
  • wenn Sie gleichzeitig folgende Arzneimittel anwenden, die das Leberenzym CYP3A4 hemmen, den Metabolismus anderer Arzneimittel im Körper verlangsamen oder Ihren Herzrhythmus beeinträchtigen können:
  • gewisse Arzneimittel (sog. Azol-Antimykotika) zur Behandlung von Pilzinfektionen wie z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol oder Voriconazol;
  • gewisse Antibiotika wie Erythromycin, Clarithromycin oder Telithromycin, welche gegen bakterielle Infektionen eingesetzt werden;
  • bestimmte Arzneimittel gegen Infektionen mit dem HIV-Virus (HIV-Proteinase-Hemmer) wie Ritonavir oder Saquinavir;

Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sind für Kinder unter 12 Jahren sowie für Erwachsene und Jugendliche, die weniger als 35 kg wiegen, nicht geeignet.

 

Wann ist bei der Einnahme von Motilium/Motilium lingual Vorsicht geboten?

Wenn Sie älter als 60 Jahre sind, sollten Sie vor der Einnahme von Motilium Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen.

Wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel (auch Präparate aus Heilpflanzen) einnehmen, müssen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin besprechen, da Motilium bei der gleichzeitigen Einnahme von Arzneimitteln, die ein bestimmtes Eiweiss - das Leberenzym CYP3A4 - beeinflussen, zu Wechselwirkungen führen kann.

Sie sollten Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren, wenn Sie früher Probleme mit dem Herzen hatten oder aktuell an einer Herzkrankheit leiden, einschliesslich Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Herzinfarkt, Angina pectoris (Herzenge) oder Herzrhythmusstörungen (schneller, langsamer oder unregelmässiger Herzschlag).

Falls Sie während der Behandlung einen abnormalen Herzrhythmus feststellen, sollten Sie die Behandlung mit Motilium beenden und umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Patienten mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung) sollten mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sprechen, bevor sie Motilium einnehmen.

Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sollten bei Patienten mit Lebererkrankungen nicht angewendet werden.

Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin evtl. eine Dosisanpassung vornehmen, insbesondere dann, wenn Sie Motilium/Motilium lingual über einen längeren Zeitraum einnehmen.

 

Spezielle Darreichungsformen

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die die Magensäure vermindern. Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sollten nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln, welche die Magensäure vermindern, eingenommen werden. Nehmen Sie Motilium Filmtabletten bzw. lingual Schmelztabletten vor und das Arzneimittel gegen die Magensäure nach der Mahlzeit ein.

 

Motilium Filmtabletten

Die Filmtabletten enthalten Laktose und sind daher nicht geeignet für Patienten mit einer Laktoseintoleranz (= Unfähigkeit Laktose, einen Zucker, der in der Milch und in Milchprodukten vorkommt, zu verdauen) oder einer Galaktosämie (Vorkommen von Galaktose im Blut) oder einem Glukose-Galaktose-Malabsorptions-Syndrom (= Stoffwechselstörung mit Unfähigkeit Kohlenhydrate und Zuckerarten, welche in der Nahrung vorkommen, einschliesslich Stärke, Milch und Milchprodukte, zu verdauen).

 

Motilium lingual Schmelztabletten

Die Lingual Schmelztabletten enthalten Aspartam und sind für Patienten mit einem Risiko für Hyperphenylalaninämie nicht geeignet.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Anticholinergika (Arzneimittel zur Behandlung von Allergien, Asthma, Inkontinenz, Magendarmkrämpfen, Muskelspasmen, Depression oder Schlafstörungen, beispielsweise Dextromethorphan oder Diphenhydramin) einnehmen, da diese Motilium beeinflussen könnten.

Lenken Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich müde, schläfrig oder schwindlig fühlen, nachdem Sie Ihr Medikament eingenommen haben. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen oder bakteriellen Infektionen, Herzproblemen, Malaria, AIDS/HIV, Depressionen, psychischen Erkrankungen, Magen-Darm-Problemen, Krebserkrankungen, Schmerzen oder Abhängigkeit nehmen.

 

Aprepitant nehmen, ein Arzneimittel zur Linderung von Übelkeit im Zusammenhang mit einer Chemotherapie.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob diese Arzneimittel zusammen mit Motilium/Motilium lingual eingenommen werden können oder ob Sie engmaschig auf das Auftreten von Herzproblemen überwacht werden müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen.

 

Darf Motilium/Motilium lingual während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Es ist nicht bekannt, ob eine Anwendung von Motilium während der Schwangerschaft schädlich ist. Wenn Sie schwanger sind oder meinen, schwanger zu sein, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, der bzw. die entscheiden wird, ob Sie Motilium einnehmen können.

Stillzeit

Geringe Mengen von Motilium wurden in der Muttermilch festgestellt. Die Anwendung bei stillenden Müttern wird daher nicht empfohlen.

Wie wird es angewendet?

Motilium wirkt am besten, wenn Sie das Arzneimittel mit etwas Flüssigkeit 15 - 30 Minuten vor den Mahlzeiten und falls nötig vor dem Schlafengehen einnehmen.

Die folgenden Dosen sind Richtdosen und können von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf Ihre persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

 

Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene bis 60 Jahre mit einem Körpergewicht von 35 kg oder mehr:

Dosierung von Motilium/Motilium lingual ohne ärztliche Verschreibung

1 Tablette zu 10 mg bis zu 3-mal täglich vor dem Essen. Die Maximaldosis beträgt 3 Tabletten zu 10 mg pro Tag.

Motilium sollte ununterbrochen nicht länger als eine Woche eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn die Übelkeit und das Erbrechen bei Ihnen länger als eine Woche anhalten.

 

Kinder unter 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene, die weniger als 35 kg wiegen:

Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sind für Kinder unter 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene mit einem Körpergewicht unter 35 kg nicht geeignet.

Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt bzw. der Ärztin verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Beenden Sie sofort die Behandlung mit Motilium/Motilium lingual und wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen eine der unten aufgeführten unerwünschten Nebenwirkungen eintritt.

 

Sehr selten (bei weniger als 1 von 10'000 Patienten festgestellt):

  • Krämpfe
  • Schwindelgefühl
  • unkontrollierte Bewegungen des Gesichts oder der Arme und Beine, starkes Zittern, extreme
  • Muskelsteifheit oder Muskelspasmen
  • allergische Reaktion, die kurz nach der Verabreichung auftreten kann und sich in Form von Hautausschlag, Juckreiz, Kurzatmigkeit und/oder einem geschwollenen Gesicht äussert
    starke Überempfindlichkeitsreaktionen, die kurz nach der Verabreichung auftreten und sich neben anderen Symptomen in Form von Nesselausschlag, Juckreiz, Erröten, Ohnmacht und Schwellungen der Hände, Füsse, des Gesichtes oder im Bereich des Kehlkopfes äussern können, die zu Schluck- und Atemproblemen führen können
  • Herzrhythmusstörungen
  • plötzlicher Tod aufgrund eines plötzlichen Verlusts der Herzfunktion insbesondere bei Personen, die vorher möglicherweise eine Herzkrankheit hatten

 

Andere unerwünschte Nebenwirkungen, die mit Motilium festgestellt wurden, sind unten aufgeführt:

Häufig (bei mindestens 1 von 100, aber weniger als 1 von 10 Patienten festgestellt):

  • Depression
  • Angstzustände
  • Verlust des Interesses an Sex oder verringertes Interesse an Sex
  • Kopfschmerzen
  • Schläfrigkeit
  • Ruhelosigkeit
  • Durchfall
  • Ausschlag
  • Juckreiz
  • Vergrösserung der Brust
  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit der Brust
  • Milchausfluss aus den Brüsten oder Probleme beim Brustgeben
  • unregelmässige oder unterbrochene Menstruation bei Frauen
  • allgemeines Schwächegefühl
  • trockener Mund

 

Gelegentlich (bei mindestens 1 von 1'000, aber weniger als 1 von 100 Patienten festgestellt):

  • Überempfindlichkeitsreaktion
  • Nesselausschlag
  • geschwollene Brüste
  • ungewöhnlicher Ausfluss aus den Brüsten

 

Selten (bei mindestens 1 von 10'000, aber weniger als 1 von 1'000 Patienten festgestellt):

  • erhöhter Prolaktinspiegel

 

Sehr selten (bei weniger als 1 von 10'000 Patienten festgestellt):

  • Erregtheit
  • Nervosität
  • Unfähigkeit zu urinieren
  • vorübergehende Darmkrämpfe
  • abnormale Leberfunktionswerte

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Motilium: Bei Raumtemperatur (15 °C – 25 °C) aufbewahren.

Motilium lingual: Bei Raumtemperatur (15 °C – 25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Spezielle Handhabung von Motilium lingual Schmelztabletten

Motilium lingual ist eine sich schnell auflösende Schmelztablette. Die Schmelztablette wird auf die Zunge gelegt, worauf sie sofort zerfällt und dann mit dem Speichel geschluckt werden kann. Flüssigkeitszufuhr ist für die Einnahme von Schmelztabletten nicht notwendig. Da die schnell zerfallenden Schmelztabletten zerbrechlich sind, dürfen Motilium lingual Schmelztabletten nicht durch den Blister gedrückt werden, da sie sonst beschädigt würden. Motilium lingual Schmelztabletten werden folgendermassen aus dem Blister genommen:

Folienecke an der Markierung abziehen (Abb. 1)
die Folie vollständig entfernen (Abb. 2)
Blister biegen (Abb. 3)
die Schmelztablette entnehmen (Abb. 4)

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Weitere Informationen

Was ist in Motilium/Motilium lingual enthalten?

1 Filmtablette Motilium enthält als Wirkstoff 10 mg Domperidon; Hilfsstoffe: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, vorgequollene Kartoffelstärke, Povidon K90, Magnesiumstearat, hydriertes Baumwollsamenöl (aus gentechnisch veränderten Baumwollsamen hergestellt), Natriumlaurylsulfat, Hydroxypropylmethylcellulose.

1 Schmelztablette Motilium lingual enthält als Wirkstoff 10 mg Domperidon; Hilfsstoffe: Aspartam, Gelatine, Mannitol, Minz-Aroma, Poloxamer.

 

Zulassungsnummer

41903, 54068 (Swissmedic).

 

Wo erhalten Sie Motilium/Motilium lingual? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken ohne ärztliche Verschreibung.

Motilium Filmtabletten: Packung mit 30 Filmtabletten

Motilium lingual Schmelztabletten: Packung mit 30 Schmelztabletten

 

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

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