Oramorph®

Hersteller: Norgine

Wirkstoff(e)
Morphin
Suchtgift
Nein
Zulassungsland Schweiz
Pharmakologische Gruppe Opioide

Alle Informationen

Zulassungsinhaber

Norgine

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Oramorph ist ein Schmerzmittel zur Linderung von mittelstarken bis starken akuten und länger anhaltenden Schmerzen, wenn leichtere Schmerzmittel nicht genügend helfen. Oramorph enthält den Wirkstoff Morphin Sulfat pentahydrat (als Morphin-S-P abgekürzt). Oramorph darf nur auf Verschreibung und unter regelmässiger Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Oramorph dient ausschliesslich zur Schmerzunterdrückung und führt nicht zu einer Beseitigung der den Schmerzzuständen zugrunde liegenden Ursachen. Oramorph darf nur dann eingenommen werden, wenn es der Arzt bzw. die Ärztin verschreibt. Eine spätere Weiterverwendung aus anderen Gründen oder die Einnahme durch andere Menschen mit Schmerzen muss unterbleiben.

Bei Überempfindlichkeit gegenüber Morphin oder einem der Inhaltsstoffe darf Oramorph nicht verwendet werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird immer wieder neu beurteilen, ob Sie Oramorph einnehmen dürfen, da es Situationen gibt, bei denen Oramorph nicht angewendet werden darf, wie z.B. bei Kindern unter 1 Jahr, bei gewissen akuten Baucherkrankungen (z.B. Darmverschluss, Bauchentzündungen), bei schweren Lungenleiden und/oder bei Asthmaanfall, bei akuten Lebererkrankungen, bei Gehirnverletzungen, bei Epilepsie und Alkoholismus sowie bei gleichzeitiger Verwendung von Arzneimitteln aus der Reihe der Monoaminooxidase-Hemmern (gewisse Mittel gegen Depressionen) oder innert 2 Wochen nach Beendigung derer Einnahme (konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin!).


Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kennt eine Reihe von Situationen, in denen spezielle Vorsicht nötig ist z.B. bei Atemschwierigkeiten, bei Nieren- und Gallenkoliken, bei Vergrösserung der Prostata (Vorsteherdrüse), bei nicht behandelten Schilddrüsenerkrankungen (Unter- und Überfunktion), bei gewissen Leber- und Nierenleiden, bei Kreislaufversagen (Schock), bei ungenügender Leistung der Nebennierenrinden, bei schwerer Neigung zur Verstopfung (gewisse Darmentzündungen und Darmeinengungen), bei älteren Personen.

Die Einnahme von Morphin muss immer wieder überprüft werden, da sich eine Gewöhnung oder eine Abhängigkeit entwickeln kann.

Eine Gewöhnung tritt evtl. nach 2?3 Wochen auf, und es werden evtl. höhere Dosierungen benötigt. Eine Abhängigkeit kann sich nach 1?2 Wochen regelmässiger Einnahme entwickeln. Wenn Sie dann mehrere Stunden kein Morphin eingenommen haben, fühlen Sie sich über 1?4 Tage zunehmend krank (vor allem Schwächegefühl, Tränen, laufende Nase, Unruhe, Angst, Zittern, Übelkeit und Bauchbeschwerden). Diese Symptome klingen dann wieder ab. Deshalb sollten Sie Oramorph nicht plötzlich absetzen, sondern nach Besprechung mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin die Dosis langsam reduzieren.

Oramorph kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Das gilt in verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Viele Arzneimittel, besonders solche, die auf das Gehirn wirken und evtl. müde machen (z.B. Arzneimittel bei Depressionen, Schlafmittel, auch Alkohol) aber auch Muskel erschlaffende Arzneimittel können die Nebenwirkungen von Oramorph verstärken. Deshalb muss der Arzt bzw. die Ärztin immer über alle Arzneimittel informiert sein, die Sie einnehmen. Zusätzlichen Alkohol sollten Sie vermeiden oder vorher Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin befragen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.


Während der Schwangerschaft darf das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich (die Umstände sollten angegeben werden). Bitte teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen. Während der Behandlung mit Oramorph dürfen Sie nicht stillen.

Wie wird es angewendet?

Umrechnung: 10 mg Morphin-S-P entsprechen 7,5 mg Morphin (Faktor = 0,75).

a) Dosierung

Oramorph Lösung (10 mg/5 ml) abmessen mit Messbecher

Erwachsene: übliche Dosis 5?10 ml entsprechend 10?20

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Häufig sind Stimmungsveränderungen, Depression, Veränderungen der Aktiviertheit (meist Dämpfung, gelegentlich Steigerung), Schlaflosigkeit, Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Erregungszustände festzustellen. Häufig tritt eine Verminderung der Libido oder Potenzschwäche auf.

Gelegentlich können Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Koliken, Harnverhalten, Verengung der Atemwege, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Nesselsucht, Juckreiz, Exantheme und Ödeme und besonders zu Beginn der Behandlung Erbrechen, Appetitlosigkeit und Geschmacksveränderungen auftreten.

Selten sind Bradykardie und sowohl klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz aufgetreten.

Morphin führt dosisabhängig zu Atemdepression und Sedierung unterschiedlichen Ausmasses von leichter Müdigkeit bis zu Benommenheit, Übelkeit und Mundtrockenheit.

Die Anwendung von Morphin kann zu Euphorie und zur Entwicklung einer Abhängigkeit führen.

Bei Dauermedikation ist Verstopfung, im Einzelfall bis hin zum Darmverschluss, ein typischer Begleiteffekt.

Es können Gesichtsrötungen, Schüttelfrost, Herzklopfen, allgemeine Schwäche bis hin zum Ohnmachtsanfall und Herzversagen auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Überdosierung

Wenn Sie mehr Oramorph als verordnet eingenommen haben, sollten Sie sofort den nächsten erreichbaren Arzt informieren.

Im Einzelnen können auftreten: enge Pupillen, Beeinträchtigung der Atmung bis zum Atemstillstand, Bewusstseins­störungen bis zum Koma, Blutdruckabfall bis hin zum Schock, Steigerung der Herzfrequenz, Schwindel. Die Überdosierung starker Opioide kann zu einem tödlichen Ausgang führen.

Keinesfalls dürfen Sie sich in Situationen begeben, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern, z.B. Autofahren.

Folgende Massnahmen bei Überdosierung sind bis zum Eintreffen eines Arztes sinnvoll: Wachhalten, Atembefehle geben, Atemhilfe.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bei der Oramorph Lösung (Mehrfachdosenbehälter) zu 10

Weitere Informationen

Wirkstoff: Morphin-S-P.

Umrechnung: 10 mg Morphin-S-P entsprechen 7,5 mg Morphin (Faktor = 0,75).

Oramorph Lösung (Mehrfachdosenbehälter) 10 mg/5 ml mit Messbecher

1 ml enthält: Morphin-S-P 2 mg (entspricht 1,5 mg Morphin).

Hilfsstoffe: Konservierungsmittel: Methyl-p-hydroxybenzoat (E 218), Propyl-p-hydroxybenzoat (E 216), Alkohol 10,0 Vol.-% und andere Hilfsstoffe.

Oramorph Lösung (Mehrfachdosenbehälter) 20 mg/1 ml mit Messpipette

1 ml enthält: Morphin-S-P 20 mg (entspricht 15 mg Morphin).

Hilfsstoffe: Konservierungsmittel: Natriumbenzoat (E 211) und andere Hilfsstoffe.

Oramorph Lösung (Einzeldosisbehälter) 10 mg/5 ml

5 ml enthalten: Morphin-S-P 10 mg (entspricht 7,5 mg Morphin) und andere Hilfsstoffe.

Oramorph Lösung (Einzeldosisbehälter) 30 mg/5 ml

5 ml enthalten: Morphin-S-P 30 mg (entspricht 22,5 mg Morphin) und andere Hilfsstoffe.

Oramorph Lösung (Einzeldosisbehälter) 100 mg/5 ml

5 ml enthalten: Morphin-S-P 100 mg (entspricht 75 mg Morphin) und andere Hilfsstoffe.

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden