Xipamid STADA 40mg Tabletten

Xipamid STADA 40mg Tabletten
Wirkstoff(e)Xipamid
ZulassungslandDE
ZulassungsinhaberSTADAPHARM
Zulassungsdatum22.09.2004
ATC CodeC03BA10
AbgabestatusApothekenpflichtig
Verschreibungsstatusverschreibungspflichtig
Pharmakologische GruppeLow-Ceiling-Diuretika, exkl. Thiazide

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Xipamid STADA® ist ein blutdrucksenkendes und harntreibendes Arzneimittel (Diuretikum).

wird angewendet

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Xipamid, andere Sulfona- midderivate oder Thiazide (mögliche Kreuzreaktionen beachten) oder ei- nen der sonstigen Bestandteile von Xipamid STADA® sind

  • bei schweren Leberfunktionsstörungen mit Bewusstseinsstörungen (Ko- ma und Praekoma hepaticum)
  • bei schweren Kaliummangelzuständen, die auf eine Behandlung nicht ansprechen (Hypokaliämie)
  • bei schweren Natriummangelzuständen (Hyponatriämie)
  • bei erhöhtem Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)
  • bei verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolämie)
  • bei Gicht (erhöhte Harnsäurewerte im Blut mit Ablagerungen der harnsau- ren Salze an verschiedenen Körperstellen, z.B. den Gelenken)
  • wenn Sie schwanger sind
  • wenn Sie stillen.

Bei folgenden Kombinationen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen er- forderlich

  • Substanzen, die zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, Kammerflimmern mit Störung der Erregungsausbreitung im Her- zen) führen können
    • Bestimmte Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Klasse I a Antiarrhythmika, z.B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid)
    • Klasse III Antiarrhythmika (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid)
    • Bestimmte Psychopharmaka (Antipsychotika), Phenothiazine (z.B. Chlorpromazin, Cyamemazin, Levomepromazin, Thioridazin, Tri- fluoperazin), Benzamine (z.B. Amisulpirid, Sulpirid, Sultoprid, Tiaprid), Butyrophenone (z.B. Droperidol, Haloperidol)
    • Andere: z.B. Bepridil, Cisaprid, Diphemanil, Erythromycin i.v., Halofan- trin, Mizolastin, Pentamidin, Sparfloxacin, Moxifloxacin, Vincamin i.v.

Das Risiko von Rhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Ar- rhythmien, insbesondere Torsade de pointes) wird durch einen erniedrigten Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie) erhöht. Engmaschige Kontrollen durch den Arzt sind unbedingt erforderlich

  • Entzündungshemmende und schmerzstillende Arzneimittel (nichtstero- idale Antiphlogistika, z.B. Indometacin und Acetylsalicylsäure) einschließlich selektive COX-2 Inhibitoren, hochdosierte Salicylsäure: Die blutdrucksen- kende und harntreibende Wirkung von Xipamid STADA® kann vermindert werden. Bei einem Mangel an Körperwasser (Dehydratation) besteht das Risiko eines akuten Nierenversagens. Daher muss zu Behandlungsbeginn die Nierenfunktion vom Arzt kontrolliert werden. Für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu sorgen
  • ACE-Hemmer (Mittel zur Behandlung z.B. von Bluthochdruck): Wenn unter der bestehenden Behandlung mit Xipamid STADA® zusätzlich ACE- Hemmer eingenommen werden, sind ein starker Blutdruckabfall und/oder ein akutes Nierenversagen möglich; der ACE-Hemmer ist vom Arzt entspre- chend vorsichtig zu dosieren. Die Nierenfunktion muss vom Arzt regelmäßig kontrolliert werden
  • Sonstige Mittel mit kaliumspiegelsenkender Wirkung: Bei gleichzeitiger Gabe von Xipamid STADA® und Arzneimitteln, die zu Kaliumverlusten füh- ren, z.B. andere kaliumspiegelsenkende und harntreibende Arzneimittel, Glykokortikoide (Cortison), Abführmittel, Amphotericin B, Tetracosactid kann es zu einem erniedrigten Kaliumspiegel im Blut kommen. Dadurch können Wirkungen und Nebenwirkungen von Herzglykosiden (Mittel gegen Herz- schwäche) verstärkt werden
  • Andere harntreibende oder blutdrucksenkende Arzneimittel, Betare- zeptorenblocker (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck), Nitrate (Arzneimittel zur Behandlung von Durchblutungsstörungen der Herzkranz- gefäße), gefäßerweiternde Mittel, Barbiturate (Arzneimittel zur Betäubung und gegen das Anfallsleiden), Psychopharmaka (z.B. Phenothiazine), tricyclische Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung von Depressio- nen) und Alkohol: Die blutdrucksenkende Wirkung von Xipamid STADA® kann durch diese Arzneimittel sowie durch Alkohol verstärkt werden
  • Baclofen: Die blutdrucksenkende Wirkung von Xipamid STADA® kann ver- stärkt werden. Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu sorgen. Die Nie- renfunktion muss vom Arzt zu Behandlungsbeginn kontrolliert werden
  • Herzglykoside (Digitalis): Bei erniedrigten Kaliumspiegeln im Blut können schädigende Wirkungen von Herzglykosiden (Mittel gegen Herzschwäche) verstärkt werden. Kontrollen des Kaliumspiegels im Blut und eine EKG- Überwachung durch den Arzt sind erforderlich, ggf. ist die Dosierung anzu- passen.

Bei folgenden Kombinationen sind ferner Wechselwirkungen möglich:

Kaliumsparende harntreibende Mittel (Amilorid, Spironolacton, Triamte- ren): Auch wenn diese Kombination bei bestimmten Patienten sinnvoll ist, kann es zu einem übermäßigen Abfall oder Anstieg des Kaliumspiegels im Blut (insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung oder Diabetes

mellitus) kommen. Kontrollen des Kaliumspiegels im Blut und EKG- Überwachung sind erforderlich, ggf. ist die Dosierung anzupassen

  • Kaliumausscheidung fördernde harntreibende Mittel (z.B. Furosemid), ACTH, Carbenoxolon, Penicillin G, Amphotericin: Die gleichzeitige An- wendung mit Xipamid STADA® kann zu einem verstärkten Abfall des Kali- umspiegels im Blut führen. Insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von Xipamid STADA® und bestimmten harntreibenden Arzneimitteln (Schlei- fendiuretika, z.B. Furosemid) ist das Risiko von Störungen des Salz- und Flüssigkeitshaushaltes erhöht
  • Metformin (Mittel bei Zuckerkrankheit): Xipamid kann die Nierenfunktion einschränken. Metformin sollte in solchen Fällen möglichst nicht angewen- det werden
  • Jodhaltige Kontrastmittel: Vor der Anwendung eines jodhaltigen Kon- trastmittels ist ein eventuell bestehender Flüssigkeitsmangel durch Zufuhr von Salzlösungen bzw. reichliches Trinken auszugleichen (Rehydratation)
  • Tricyclische Antidepressiva vom Imipramintyp (Arzneimittel zur Behand- lung von Depressionen), Neuroleptika: Die blutdrucksenkende Wirkung von Xipamid STADA® kann verstärkt werden und es besteht ein erhöhtes Risiko für einen Blutdruckabfall beim Lagewechsel vom Liegen bzw. Sitzen zum Stehen (orthostatische Hypotonie)
  • Calcium(salze): Es besteht das Risiko eines Anstiegs des Calciumspiegels im Blut durch eine verminderte Calciumausscheidung im Urin
  • Ciclosporin, Tacrolimus (Mittel mit immunsystemschwächender Wirkung): Bei gleichzeitiger Anwendung kann der Kreatininspiegel im Blut ansteigen ohne Veränderung im Wasser- oder Natriumhaushalt
  • Glykokortikoide („Cortison“), Tetracosactid: Die blutdrucksenkende Wir- kung von Xipamid STADA® kann vermindert sein
  • Zytostatika (z.B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat): Bei gleich- zeitiger Anwendung kann das Risiko einer verstärkten Knochenmarkschädi- gung insbesondere einer Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozytopenie) bestehen
  • Blutzuckersenkende Arzneimittel (Antidiabetika), harnsäuresenkende Arzneimittel gegen Gicht, Noradrenalin, Adrenalin: Die Wirkungen die- ser Arzneimittel können bei gleichzeitiger Einnahme von Xipamid STADA® abgeschwächt werden
  • Chinidin (Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen), Muskelrelaxanzien (Arzneimittel zur Senkung der Muskelspannung) vom Curare-Typ: Die Aus- scheidung dieser Mittel kann vermindert werden. Grundsätzlich ist dadurch eine verstärkte oder verlängerte Wirkung möglich
  • Colestipol und Colestyramin: Die Aufnahme (Resorption) von Xipamid STADA® im Magen-Darm-Trakt wird vermutlich durch diese Arzneimittel vermindert.

Bei Einnahme von Xipamid STADA® zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Während der Behandlung mit Xipamid STADA® kann es sinnvoll sein, wegen der erhöhten Kaliumausscheidung kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich zu nehmen (Bananen, Gemüse, Nüsse). Fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob diese Empfehlung für Sie zutrifft und welche Flüssigkeitsmenge Sie täglich trinken sollen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apothe- ker um Rat.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Xipamid STADA® nicht einnehmen, da aufgrund der Wirkungsweise von Xipamid, dem Wirkstoff von Xipamid STADA®, ein Risiko für das ungeborene bzw. neugeborene Kind besteht.

Bitte wenden Sie sich daher umgehend an Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwan- gerschaft planen oder bereits schwanger sind.

Stillzeit

Da nicht bekannt ist, ob Xipamid, der Wirkstoff von Xipamid STADA® in die Mut- termilch ausgeschieden wird, dürfen Sie während der Stillzeit Xipamid STADA® nicht einnehmen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reak- tionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne siche- ren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbe- ginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Al- kohol.

Xipamid STADA® enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Xipamid STADA® erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber be- stimmten Zuckern leiden.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Xipamid STADA® einzunehmen?

Nehmen Sie Xipamid STADA® immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Dosierung sollte individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - fest- gelegt und ohne Anweisung des Arztes nicht geändert werden. Es ist stets die niedrigste Dosis anzuwenden, mit der der gewünschte Effekt erzielt wird.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

  • Sowohl bei Bluthochdruck als auch bei Flüssigkeitsansammlungen im Ge- webe nehmen Erwachsene 1-mal täglich 10 bis 20 mg Xipamid (hierfür ste- hen Arzneizubereitungen mit niedrigerer Wirkstärke zur Verfügung).
  • Zur Behandlung von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe können Dosie- rungen bis zu 40 mg Xipamid (entsprechend 1-mal täglich 1 Tablette Xi- pamid STADA® 40 mg) erforderlich sein.
  • Bei höhergradig eingeschränkter Nierenfunktion kann die Dosierung bis auf 80 mg Xipamid täglich (entsprechend 2-mal täglich 1 Tablette Xipamid STADA® 40 mg) gesteigert werden. Eine Erhöhung der Dosis auf über 80 mg Xipamid pro Tag wird nicht empfohlen.

Nach erfolgter Ausschwemmung der Flüssigkeitsansammlungen kann zur Ver- hinderung eines Rückfalls auf 20 mg oder 10 mg Xipamid umgestellt werden.

Bei Langzeitbehandlung sollte Xipamid STADA® ausschleichend abgesetzt werden.

Bei eingeschränkter Leberfunktion

Bei Leberfunktionsstörungen sollte Xipamid der Einschränkung entsprechend dosiert werden.

Bei eingeschränkter Herzfunktion

Falls Sie eine schwere Herzschwäche (schwere kardiale Dekompensation) ha- ben, kann es vorkommen, dass die Aufnahme von Xipamid deutlich einge- schränkt ist.

Bei Kindern

Bei Kindern sollte Xipamid nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Kenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung bestehen.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein, am besten morgens nach dem Frühstück.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wir- kung von Xipamid STADA® zu stark oder zu schwach ist.

vergessen haben

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht etwa die doppelte Menge ein, sondern führen Sie die Einnahme in der verordneten Dosierung fort.

Wenn Sie die Behandlung mit Xipamid STADA® abbrechen

Nach einer Langzeitbehandlung sollte Xipamid ausschleichend abgesetzt wer- den.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Xipamid STADA® Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 Behandelten

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 Behandelten

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1000 Behandelten

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10 000 Behandelten

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10 000 Behandelten

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Sehr häufig:

Abfall des Kaliumspiegels im Blut, der zu Erscheinungen wie Übelkeit, Erb- rechen, EKG-Veränderungen, gesteigerter Empfindlichkeit gegen bestimmte Herzmittel (Glykoside), Herzrhythmusstörungen und Spannungsverlust der Skelettmuskulatur führen kann.

Häufig:

  • Kopfschmerzen, Schwindel, Teilnahmslosigkeit (Lethargie)
  • Angst, Erregtheit (Agitiertheit)
  • Kreislaufbeschwerden beim Wechsel vom Liegen ins Stehen (orthostatische Hypotonie)
  • Herzklopfen
  • Oberbauchbeschwerden, krampfartige Schmerzen im Bauchraum, Durch- fall, Verstopfung, Mundtrockenheit
  • Schwitzen
  • Muskelkrämpfe
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit.
  • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt als Folge der vermehrten Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung. Daher sind regelmäßige Kontrol- len bestimmter Blutwerte (insbesondere Kalium, Natrium und Calcium) durch den Arzt angezeigt.

Selten:

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Blutung (hämorrhagische Pankrea- titis)
  • Akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) bei bestehenden Gallenstein- leiden (Cholelithiasis)
  • Allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Hautrötung, Nesselausschlag, Licht- empfindlichkeit mit Auftreten von Hauterscheinungen nach Lichteinwirkung)
  • Erhöhung der Blutfettwerte (Hyperlipidämie)
  • Geringfügige Sehstörungen, Verstärkung einer bestehenden Kurzsichtigkeit (Myopie)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen.

Sehr selten:

  • Verringerung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verringerung der wei- ßen Blutkörperchen (Leukopenie), Blutarmut durch Blutbildungsstörung im Knochenmark (aplastische Anämie), hochgradige Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit Infektneigung und schweren Allgemeinsympto- men (Agranulozytose)
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Akute Entzündung der Nieren (akute interstitielle Nephritis).

Nicht bekannt:

Verminderung des Sehvermögens oder Schmerzen in Ihren Augen aufgrund von hohem Druck (mögliche Anzeichen einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges (Aderhauterguss) oder akutes Engwinkelglaukom).

Bei hoher Dosierung ist insbesondere bei Vorliegen von Venenerkrankungen das Risiko einer Verstopfung von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel (Thrombosen und Embolien) erhöht.

Ein latenter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann zum Vorschein kommen. Bei Patienten mit Diabetes mellitus kann eine Erhöhung der Blutzuckerwerte auftreten.

Insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr oder erhöhten Kalium- verlusten (z.B. bei Erbrechen oder chronischem Durchfall, sehr starkem Schwit- zen) kann als Folge erhöhter Kaliumausscheidung über die Niere ein Kalium- mangelzustand auftreten, der sich in Symptomen wie Muskelschwäche, Miss- empfindungen in den Gliedmaßen (Parästhesien), Lähmungen (Paresen), Erb- rechen, Verstopfung, übermäßiger Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt

(Meteorismus), übermäßiger Harnausscheidung (Polyurie), krankhaft gesteiger- tem Durstgefühl mit übermäßiger Flüssigkeitsaufnahme (Polydipsie) und Pulsunregelmäßigkeiten (z.B. Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen des Herzens) äußern kann. Schwere Kaliumverluste können zu einer Darmlähmung (paralytischer Ileus) oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen.

Infolge erhöhter Natriumverluste über die Niere kann es - insbesondere bei ein- geschränkter Zufuhr von Kochsalz - zu Natriummangelzuständen mit entspre- chenden Krankheitszeichen kommen [Teilnahmslosigkeit (Apathie), Waden- krämpfe, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Schläfrigkeit, Erbrechen und Ver- wirrtheitszustände].

Erhöhte Calciumausscheidung über die Niere kann zu einem Calciummangel- zustand führen. Dieser kann in seltenen Fällen einen Zustand neuromuskulärer Übererregbarkeit (Tetanie) auslösen.

Bei erhöhten Magnesiumverlusten über die Niere kann als Folge ein Magnesi- ummangelzustand auftreten, in seltenen Fällen wurde eine Tetanie oder das Auftreten von Herzrhythmusstörungen beobachtet.

Als Folge der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste unter Behandlung mit Xipamid STADA® kann sich eine metabolische Alkalose (Anstieg des pH-Wertes im Blut) entwickeln bzw. eine bereits bestehende metabolische Alkalose verschlechtern.

Eine Erhöhung der Harnsäurespiegel im Blut kann bei entsprechend veranlag- ten Patienten zu Gichtanfällen führen.

Bei sehr starker (exzessiver) Harnausscheidung (Diurese) kann es zu einem Mangel an Körperwasser (Dehydratation) kommen. Infolge einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolämie) kann es zur Bluteindickung (Hämo- konzentration) und in seltenen Fällen zu Krampfanfällen (Konvulsionen), Be- nommenheit, Verwirrtheitszuständen und zum Kreislaufkollaps kommen.

Besondere Hinweise

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benach- richtigen Sie so bald wie möglich Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.

Die Therapie sollte abgebrochen werden bei:

  • Therapieresistenter Entgleisung des Elektrolythaushalts
  • Kreislaufbeschwerden bei aufrechter Körperhaltung (orthostatische Regula- tionsstörungen)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • ausgeprägten Magen-Darm-Beschwerden (gastrointestinale Beschwerden)
  • zentralnervösen Störungen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Blutbildveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie)

Falls eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie sofort einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen unter Umstän- den lebensbedrohlich werden können. Der Arzt entscheidet, welche Maßnah- men zu ergreifen sind und ob die Therapie weitergeführt werden kann.

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Xipamid STADA® nicht nochmals eingenommen werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apo- theker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Gebrauchsinfor- mation angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt anzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr In- formationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpa- ckung nach „verwendbar bis“ oder „verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des an- gegebenen Monats.

Nicht über 25°C, vor Licht geschützt im Umkarton lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toi- lette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimit- tel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

Weitere Informationen

Weitere Informationen

Pharmazeutischer Unternehmer

STADAPHARM GmbH, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Telefon: 06101 603-0, Telefax: 06101 603-3888, Internet: www.stadapharm.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2020.

Liebe Patientin, lieber Patient,

Ihr Arzt hat Ihnen Xipamid STADA® verordnet und Sie sicherlich genau über die Art Ihrer Erkrankung und die Notwendigkeit einer medikamentösen Therapie aufgeklärt. Hier, zur Erinnerung oder auch zur Ergänzung, noch einige Hinwei- se.

Für Patienten mit zu hohem Blutdruck

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Kreislauferkrankungen und leider langfris- tig nicht ungefährlich: Das Herz wird vermehrt belastet, da es ständig gegen den erhöhten Druck anpumpen muss, also viel mehr Arbeit leisten muss, als bei normalem Blutdruck. Auch die Wände der Adern können durch den hohen Blut- druck Schaden nehmen. Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzmuskelschwäche und Arterienverkalkung sind häufig u.a. Spätfolgen des Bluthochdrucks.

Ihr Herz arbeitet leichter und länger, wenn der Blutdruck stimmt; deshalb ist ei- ne blutdrucksenkende, medikamentöse Behandlung, wie in Ihrem Fall mit Xi- pamid STADA®, notwendig.

Sie können diese Behandlung wirksam unterstützen, wenn Sie zusätzliche Risi- kofaktoren wie Rauchen und Übergewicht vermeiden. Außerdem können Sie mit kochsalzarmer Ernährung und ausreichender körperlicher Bewegung dazu beitragen, Ihren Blutdruck in normaler Höhe zu halten.

Für Patienten mit Flüssigkeitsansammlungen

Bei Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen können im Gewebe und in Körper- höhlen Flüssigkeitsansammlungen, sog. Ödeme, auftreten, die Ihre Gesundheit beeinträchtigen. Ödeme können durch Medikamente wie Xipamid STADA® ausgeschwemmt werden, was über den Urin geschieht.

Sie werden bemerken, dass besonders zu Beginn der Tabletteneinnahme Ihre tägliche Urinmenge deutlich höher ist als sonst. Die überschüssige Flüssigkeit verschwindet so auf natürlichem Weg. Bei morgendlicher Einnahme von Xi- pamid STADA® ist die harntreibende Wirkung abends soweit beendet, dass Ihre Nachtruhe in der Regel nicht gestört wird.

Bitte beachten Sie:

Für Ihr tägliches Wohlergehen ist die zuverlässige und regelmäßige Tabletten- einnahme nach Verordnung des Arztes besonders wichtig, auch wenn Sie keine Beschwerden mehr haben. Eine eigenmächtige Änderung oder gar ein Abset- zen der täglichen Einnahme sollte nie ohne ärztliche Rücksprache erfolgen.

Zuletzt aktualisiert am 21.08.2022

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden

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