Haloperidol

Haloperidol

Grundlagen

Haloperidol ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von psychotischen Krankheiten sowie chronischen Schmerzen und Bewegungsstörungen eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Neuroleptika und wirkt antipsychotisch und antidopaminerg. Haloperidol ist ein Pethidin-Derivat und ist strukturell sehr mit Loperamid verwandt. Es liegt meist als weißes Pulver vor, welches unlöslich ist in Wasser.   

Grafik Strukturformel des Wirkstoffs Haloperidol

Medikamente mit Haloperidol

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Haloperidol-ratiopharm 5mg Tabletten Haloperidol Ratiopharm GmbH
Haloperidol-ratiopharm 2 mg/ml Lösung Haloperidol Ratiopharm GmbH
Haloperidol-ratiopharm 10mg Tabletten Haloperidol Ratiopharm GmbH
Haloperidol-neuraxpharm Injektionslösung Haloperidol neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Haloperidol-neuraxpharm forte Haloperidol neuraxpharm Arzneimittel GmbH

Wirkung

Haloperidol wirkt, indem es an die Dopamin-Rezeptoren bindet, haupts√§chlich D2. Es hemmt die Effekte, welche Dopamin hervorruft. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht g√§nzlich erforscht, es wird aber vermutet, dass Haloperidol an die postsynaptischen Dopamin-2-Rezeptoren bindet, dadurch Dopamin von den Rezeptoren verdr√§ngt und somit Halluzinationen oder Wahnvorstellungen verschwinden l√§sst. Haloperidol hat auch Einfl√ľsse auf die 5-HT2- und Alpha-1-Rezeptoren, welche aber f√ľr die Wirkung von Haloperidol vernachl√§ssigbar sind.¬†

Haloperidol wird in der Leber abgebaut, haupts√§chlich durch die Enzyme CYP2D6 und CYP3A4. Die Bioverf√ľgbarkeit, also zu wie viel Prozent der Wirkstoff im Blut verf√ľgbar ist, liegt bei 40-75%. Die Halbwertszeit von Haloperidol, ¬†also die Zeit, die der K√∂rper ben√∂tigt, um die H√§lfte des Wirkstoffes auszuscheiden, betr√§gt ca. 14,5-36,7 Stunden. Die maximale Plasmakonzentration (Cmax), also die maximale Konzentration des Wirkstoffes im Blutplasma (fl√ľssigen zellfreien Anteil des Blutes), wird nach 1,7-6,1 Stunden erreicht.¬†

Dosierung

Nehmen Sie Haloperidol immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Die √ľbliche empfohlene Dosis f√ľr Erwachsene und Kinder ab 13 Jahren betr√§gt bei moderater Symptomatik 0,5-2 mg 2-3 mal t√§glich und bei schwerer Symptomatik 3-5 mg 2-3 mal t√§glich.¬†

Die Maximaldosis liegt bei 20 mg pro Tag. 

Die empfohlene Einnahme f√ľr Kinder von 6 bis 12 Jahren liegt bei 0,5 mg t√§glich. Diese sollten auf 2-3 Dosen pro Tag aufgeteilt werden.¬†

Nebenwirkungen

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Sehr häufig:

Häufig:

  • Wahnvorstellungen
  • Halluzinationen
  • Depression
  • abnorme Muskelspannung
  • Schwindelgef√ľhl
  • Schl√§frigkeit
  • unkontrollierbare Augenbewegungen
  • Sehst√∂rungen
  • niedriger Blutdruck
  • √úbelkeit und Erbrechen
  • Verstopfung
  • Mundtrockenheit
  • Hautausschlag
  • Harnverhalt
  • Erektionsst√∂rungen
  • Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust
  • ver√§nderte Blutleberwerte

Gelegentlich:

  • Abnahme aller Blutzellen
  • Verwirrtheit
  • ver√§ndertes sexuelles Verlangen
  • Krampfanf√§lle
  • Muskel- und Gelenksteife
  • Muskelkr√§mpfe
  • Gehst√∂rungen
  • Kurzatmigkeit
  • Leberentz√ľndung¬†
  • Leberfunktionsst√∂rung
  • erh√∂hte Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Juckreiz
  • Schwei√üausbr√ľche
  • Ver√§nderung des Menstruationszyklus
  • starke und schmerzhafte Blutungen
  • unerwartete Milchabsonderung
  • Brustschmerzen
  • hohe K√∂rpertemperatur
  • √Ėdeme

Selten:

  • hohe Prolaktinspiegel im Blut
  • verengte Atemwege in der Lunge
  • der Mund kann nur eingeschr√§nkt oder gar nicht ge√∂ffnet werden
  • Probleme beim Geschlechtsverkehr

Häufigkeit unbekannt:

  • Herzrhythmusst√∂rungen
  • Herzrasen
  • Herzstolpern
  • malignes neuroleptisches Syndrom
  • Sp√§tdyskinesie
  • Rastlosigkeit
  • Muskelzittern
  • Muskelsteife
  • schlurfender Gang
  • Unf√§higkeit sich zu bewegen
  • Verlust der normalen Mimik
  • schwere allergische Reaktionen
  • Blutgerinnselbildung
  • hohe ADH Spiegel im Blut
  • niedriger Blutzuckerspiegel
  • Schwellungen im Kehlkopfentz√ľndung
  • Leberversagen
  • verminderter Gallenfluss
  • Abl√∂sen der Haut
  • entz√ľndete kleine Blutgef√§√üe
  • Abbau von Muskelgewebe
  • schmerzhafte Dauererektion
  • Anschwellen der Brust beim Mann
  • niedrige K√∂rpertemperatur

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

Gegenanzeigen

Haloperidol darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:

Altersbeschränkung

Haloperidol kann ab 6 Jahren angewendet werden.

Schwangerschaft & Stillzeit

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann Haloperidol nach¬†R√ľcksprache mit Ihrem Arzt und wenn keine Alternative m√∂glich ist angewendet werden.

Im 1. Schwangerschaftsdrittel konnte kein erh√∂htes Risiko f√ľr Fehlbildungen festgestellt werden.

Im 2.&3. Schwangerschaftsdrittel kann es zu Anpassungsstörungen beim Neugeborenen kommen, die aber wieder verschwinden. Dadurch kann es zur Beeinträchtigung von Atmung, Magen-Darm-Trakt und Gehirnleistungen (das Nervensystem betreffend) kommen. Zusätzlich zu den Anpassungsstörungen kann es zu extrapyramidalmotorischen Störungen kommen. 

Stillzeit

In der Stillzeit sollte Haloperidol nur nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt¬†und unter Vorbehalt angewendet werden.¬†

Bei S√§uglingen, deren M√ľtter ungew√∂hnlich hohe Dosen zu sich nehmen, kann es zu psychomotorischen Entwicklungsst√∂rungen kommen. Sollte die Therapie fortgesetzt werden m√ľssen, empfiehlt es sich, nach 2-3 Wochen die Plasmaspiegel des S√§uglings bestimmen zu lassen, um zu sehen, in welchem Ausma√ü der S√§ugling den Wirkstoff durch die Muttermilch zu sich nimmt.¬†

Geschichte zum Wirkstoff

Von Paul Janssen, dem Gr√ľnder der Pharmafirma Janssen Pharmaceutica, wurde Haloperidol entwickelt und anschlie√üend vertrieben. In Belgien wurde es 1957 erstmals zugelassen.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code N05AD01
Summenformel C21H23ClFNO2
Molare Masse (g¬∑mol‚ąí1) 375,864
Aggregatzustand fest
Dichte (g¬∑cm‚ąí3) 1,2
Schmelzpunkt (¬įC) 148-152
Siedepunkt (¬įC) 529
PKS Wert 8,66
CAS-Nummer 52-86-8
PUB-Nummer 3559
Drugbank ID DB00502

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Thomas Hofko

Thomas Hofko
Autor

Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor f√ľr pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders f√ľr die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.

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