Saxenda®

ATC Code
A10BJ02
Saxenda®

Hersteller: Novo Nordisk Pharma AG

Zulassungsland: Schweiz

Standardarzneimittel Human
Wirkstoff(e)
Liraglutid
Suchtgift
Nein
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur Abgabe ohne aerztliche Verschreibung
Pharmakologische Gruppe Antidiabetika, exkl. Insuline

Alle Informationen

Zulassungsinhaber

Novo Nordisk Pharma AG

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Saxenda ist ein Arzneimittel zur Gewichtsabnahme, das den Wirkstoff Liraglutide enthält. Es gleicht einem natürlich vorkommenden Hormon, dem sog. GLP-1. Saxenda reguliert den Appetit, und löst so bei Ihnen ein gesteigertes Sättigungsgefühl und abgeschwächtes Hungergefühl aus. Das kann Ihnen helfen, weniger zu essen und Ihr Körpergewicht zu reduzieren.

Saxenda wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zusätzlich zu einer Diät und körperlicher Aktivität zur Gewichtsregulierung bei Erwachsenen ab 18 Jahren angewendet, mit

  • einem Body Mass Index von 30 oder höher (fettleibig) oder
  • einen Body Mass Index von 27 oder höher (übergewichtig), wenn Sie unter zusätzlichen Krankheiten Diabetes, Bluthochdruck oder unter erhöhten Blutfettwerten leiden.

Saxenda kann bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren, die schwerer sind als 60 Kg sind und mit starkem Übergewicht angewendet werden.

Sie dürfen die Behandlung mit Saxenda nach 12 Wochen in Absprache mit Ihrem Arzt resp. Ärztin nur dann fortführen, wenn sich Ihr BMI (Körper-Mass-Index, errechnet aus Gewicht und Körpergrösse) um mindestens 4 % verbessert hat.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen ein Diät- und Trainingsprogramm verordnen. Behalten Sie dieses Programm während der Anwendung von Saxenda bei.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wann darf Saxenda nicht angewendet werden?

  • Wenn Sie allergisch gegen Liraglutide oder einen der anderen Bestandteile von Saxenda sind (siehe unter «Was ist in Saxenda enthalten?»).
  • Wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, die einen sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten enthalten.

Wann ist bei der Anwendung von Saxenda Vorsicht geboten?

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, bevor Sie Saxenda anwenden:

  • Falls Sie unter einer schweren Herzerkrankung leiden.
  • Falls Sie eine Nierenerkrankung haben oder unter Dialyse sind.
  • Falls Sie unter einer Lebererkrankung leiden.
  • Falls Sie eine schwere Magen- oder Darmstörung haben, die zu verzögerter Magenentleerung (genannt Gastorparese) oder einer entzündlichen Darmerkrankung führen kann.
  • Falls Sie eine Schilddrüsenerkrankung einschliesslich Knötchen und Vergrösserung der Schilddrüse haben.
  • Falls Sie unter Diabetes leiden und mit Insulin behandelt werden.
  • Falls Sie unter Essstörungen leiden.
  • Falls Sie eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse haben oder hatten. Wenn Sie während der Behandlung mit Saxenda Symptome einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) wie anhaltende, schwere Bauchschmerzen verspüren, sollten Sie umgehend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Wenn Sie stark an Gewicht verlieren, besteht die Gefahr der Entstehung von Gallensteinen und damit einer Gallenblasenentzündung. Unterbrechen Sie die Anwendung von Saxenda und nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin auf, wenn Sie starke Schmerzen im Oberbauch verspüren, die gewöhnlich auf der rechten Seite unterhalb der Rippen am schlimmsten sind. Die Schmerzen können auch bis zu Ihrem Rücken oder Ihrer rechten Schulter hindurch zu spüren sein. Siehe unter «Welche Nebenwirkungen kann Saxenda haben?».

Wenn Sie starkes, bewusst gefühltes Herzklopfen oder Herzrasen im Ruhezustand während der Behandlung mit Saxenda haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Nach Beginn der Behandlung mit Saxenda können Sie Körperflüssigkeit verlieren oder dehydrieren. Ursachen dafür können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein. Es ist wichtig, einer Dehydrierung durch das Trinken von viel Flüssigkeit vorzubeugen. Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn diese Beschwerden länger andauern.

Saxenda sollte von Patienten über 75 Jahre nicht angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin vor allem, wenn Sie:

  • Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes einnehmen, die zu den sog. Sulfonylharnstoffen gehören (z.B. Glimepirid oder Glibenclamid) oder Insulin anwenden – sie können bei gleichzeitiger Anwendung mit Saxenda zu Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann in diesem Fall die Dosis Ihres Diabetes-Arzneimittels anpassen, um ein Auftreten von Unterzuckerung zu vermeiden. Siehe unter «Welche Nebenwirkungen kann Saxenda haben?» für weitere Informationen über die Warnzeichen einer Unterzuckerung.
  • blutgerinnungshemmende Arzneimittel (sogenannte Antikoagulanzien) einnehmen. Häufigeres Untersuchen Ihres Blutes zur Bestimmung der Gerinnungsfähigkeit kann erforderlich sein.
  • andere Arzneimittel zur Gewichtsabnahme verwenden.

Verwechseln Sie Saxenda nicht mit anderen Arzneimitteln, die Sie sich spritzen (z.B. Insulin).

Kinder und Jugendliche

Saxenda sollte bei Kindern unter 12 Jahren oder bei Jugendlichen mit einem Körpergewicht von 60 kg und darunter nicht angewendet werden, da die Wirkungen dieses Arzneimittels in dieser Altersgruppe nicht untersucht wurden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

  • an anderen Krankheiten leiden,
  • Allergien haben oder
  • andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Autofahren und Bedienen von Maschinen

Saxenda hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Darf Saxenda während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenden Sie Saxenda nicht an, wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden oder Ihr Kind stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen.

Wie wird es angewendet?

Wenden Sie Saxenda immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen ein Diät- und Trainingsprogramm verordnen. Behalten Sie dieses Programm während der Anwendung von Saxenda bei.

Ihre Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis, die dann in den ersten fünf Behandlungswochen schrittweise erhöht wird.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen genau sagen, wie viel Saxenda Sie jede Woche anwenden sollen. In der Regel wird Ihnen empfohlen, nach folgender Tabelle vorzugehen.

Woche

Injizierte Dosis

Woche 1

0,6 mg einmal täglich

Woche 2

1,2 mg einmal täglich

Woche 3

1,8 mg einmal täglich

Woche 4

2,4 mg einmal täglich

ab Woche 5

3,0 mg einmal täglich

Sobald Sie in der 5. Behandlungswoche bei der empfohlenen Dosis von 3,0 mg angelangt sind, behalten Sie diese Dosis bis zum Ende Ihrer Behandlung bei. Erhöhen Sie die Dosis nicht weiter.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihre Behandlung in regelmässigen Abständen beurteilen.

Wie ist Saxenda anzuwenden?

  • Vor der ersten Anwendung des Pens wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklären, wie Sie den Pen richtig anwenden.
  • Sie können Saxenda zu jeder beliebigen Tageszeit, mit oder ohne Nahrungsmittel und Getränke, anwenden.

Saxenda wird unter die Haut gespritzt (subkutane Injektion).

  • Die besten Stellen für die Injektion sind die Vorderseite Ihres Bauches, die Vorderseite Ihrer Oberschenkel oder Ihr Oberarm.
  • Spritzen Sie das Arzneimittel nicht in eine Ader oder einen Muskel.

Eine detaillierte Bedienungsanleitung für die Anwendung finden Sie am Ende dieser Packungsbeilage.

Wenn Sie eine grössere Menge von Saxenda angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Saxenda angewendet haben, als Sie sollten, informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin oder begeben Sie sich umgehend in ein Krankenhaus. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung mit. Sie benötigen möglicherweise sofortige ärztliche Behandlung. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) können auftreten. Weitere Warnzeichen für einen niedrigen Blutzuckerspiegel finden Sie unter «Welche Nebenwirkungen kann Saxenda haben?».

Wenn Sie die Anwendung von Saxenda vergessen haben

  • Wenn Sie eine Dosis vergessen haben und dies innerhalb von 12 Stunden, nachdem Sie die Dosis üblicherweise anwenden, bemerken, injizieren Sie sie, sobald es Ihnen einfällt.
  • Sollten jedoch mehr als 12 Stunden seit der geplanten Anwendung von Saxenda vergangen sein, lassen Sie die vergessene Dosis aus und injizieren Sie Ihre nächste Dosis am folgenden Tag zur üblichen Zeit.
  • Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an oder erhöhen Sie nicht die Dosis am folgenden Tag, um die vergessene Dosis auszugleichen.

Wenn Sie die Anwendung von Saxenda abbrechen

Brechen Sie die Anwendung von Saxenda nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei diesem Arzneimittel auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö), Verstopfung (Obstipation), Kopfweh – diese verschwinden üblicherweise nach einigen Tagen oder Wochen.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

  • Magen-Darm-Beschwerden wie: Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Magenschmerzen, Oberbauchbeschwerden, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen (Flatulenz), Aufstossen und trockener Mund
  • Schwäche- oder Müdigkeitsgefühl
  • Erschöpfung
  • Veränderte Geschmacksempfindungen
  • Schwindel
  • Schlaflosigkeit. Tritt hauptsächlich in den ersten 3 Behandlungsmonaten auf.
  • Gallensteine
  • Reaktionen an der Injektionsstelle (wie z.B. Blutergüsse, Schmerzen, Hautreizung, Jucken und Hautausschlag)
  • Niedriger Blutzucker (Unterzuckerung/Hypoglykämie). Die folgenden Warnzeichen einer Unterzuckerung können plötzlich auftreten: kalter Schweiss, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit, starkes Hungergefühl, Sehstörungen, Müdigkeit, Schwäche, Nervosität, Ängstlichkeit, Verwirrung, Konzentrationsschwierigkeiten und Zittern (Tremor). Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen sagen, wie Sie Unterzuckerungen behandeln und was Sie tun müssen, wenn Sie diese Warnzeichen bemerken.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

  • Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung). Tritt mit grösserer Wahrscheinlichkeit zu Beginn der Behandlung auf und kann auf Erbrechen, Übelkeit und Durchfall zurückgehen.
  • Gallenblasenentzündung
  • Allergische Reaktionen, wie z.B. Hautausschlag
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Erhöhter Puls
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Eine Pankreatitis ist eine schwerwiegende, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Brechen Sie die Behandlung mit Saxenda ab und wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder eine Ärztin, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken:

    Starke und anhaltende Schmerzen im Bauchraum (Bereich des Oberbauches), die in Ihren Rücken ausstrahlen können, sowie Übelkeit und Erbrechen, da dies ein Anzeichen für eine entzündete Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) sein kann.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

  • Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie). Sollten bei Ihnen Symptome wie z.B. Probleme bei der Atmung, Anschwellen des Halses und des Gesichts und beschleunigter Herzschlag auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen.
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
  • Akutes Nierenversagen. Anzeichen können eine Verminderung der Urinmenge, metallischer Geschmack im Mund und schnelles Auftreten von blauen Flecken sein.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Vor der ersten Anwendung

Im Kühlschrank lagern (2-8 °C). Nicht einfrieren. Nicht in der Nähe des Gefrierfachs aufbewahren.

Aufbrauchsfrist nach Anbruch (sobald Sie den Pen zum ersten Mal benutzt haben)

Sie können den Pen 1 Monat lang verwenden, wenn Sie ihn bei einer Temperatur von unter 30 °C oder im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.

Lagerungshinweis

Nicht einfrieren. Nicht in der Nähe des Gefrierfachs aufbewahren.

Wenn Sie den Pen nicht verwenden, lassen Sie die Verschlusskappe aufgesetzt, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Weitere Hinweise

Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht an, wenn die Lösung nicht klar und farblos oder nahezu farblos aussieht.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Weitere Informationen

Was ist in Saxenda enthalten?

Wirkstoffe

Ein Fertigpen enthält 18 mg Liraglutide als Wirkstoff. 1 ml Injektionslösung enthält 6 mg Liraglutide.

Hilfsstoffe

Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Propylenglycol, das Konservierungsmittel Phenol 5,5 mg/ml und Wasser für Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

65899 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Saxenda? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Saxenda ist in Packungsgrössen zu 3 und 5 Pens erhältlich.

Nadeln sind nicht enthalten.

Zulassungsinhaberin

Novo Nordisk Pharma AG, Kloten.

Domizil: Zürich