Wirkstoff(e) Kaliumiodid
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
BetÀubungsmittel Nein
ATC Code V03AB21
Pharmakologische Gruppe Alle ĂŒbrigen therapeutischen Mittel

Zulassungsinhaber

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofĂŒr wird es verwendet?

WAS IST Thyprotect Henning, UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?
Thyprotect Henning ist ein Antidot. Es enthÀlt als Wirkstoff Kaliumiodid.
Wirkungsweise
Die Thyprotect Henning-Tabletten sĂ€ttigen die SchilddrĂŒse mit dem fĂŒr die SchilddrĂŒsenhormonbildung erforderlichen Iod. So wird die Aufnahme des bei ReaktorstörfĂ€llen freiwerdenden radioaktiven Iods in die SchilddrĂŒse vermindert.
Durch diese Iodblockade mit Dosen in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 100 mg Iodid und darĂŒber kommt es zu einer Verminderung der Aufnahme des radioaktiven Iods in die SchilddrĂŒse um den Faktor 90 und darĂŒber, vorausgesetzt, dass die Tabletten rechtzeitig eingenommen werden.
Die Iodtabletten sollten möglichst schon vor der Aufnahme des radioaktiven Iods eingenommen worden sein. Eine befriedigende Blockade ist auch dann noch zu erreichen, wenn die Aufnahme des Radioiods weniger als zwei Stunden zurĂŒckliegt. Die Verweildauer radioaktiven Iods im Körper wird sogar noch einige Stunden nach dessen Aufnahme durch Iodtabletten verkĂŒrzt.
Die erstmalige Anwendung sollte jedoch nicht spÀter als einen Tag nach Aufnahme von radioaktivem Iod erfolgen, da sonst dessen Ausscheidung verzögert wird.
Bei einer GefĂ€hrdung durch radioaktives Iod informieren die zustĂ€ndigen Behörden ĂŒber die Medien sowohl ĂŒber die Bereitstellung von Kaliumiodid-Tabletten als auch ĂŒber die Einnahmedauer.
Thyprotect Henning wird angewendet zur
Iodblockade der SchilddrĂŒse bei kerntechnischen UnfĂ€llen (Vorbeugung der Einlagerung von radioaktivem Iod (Iod131) in die SchilddrĂŒse).

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Was mĂŒssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Thyprotect Henning darf nicht eingenommen werden,
wenn Sie ĂŒberempfindlich (allergisch) gegenĂŒber Kaliumiodid (IodĂŒberempfindlichkeit, diese ist sehr selten und darf nicht mit der hĂ€ufigeren Überempfindlichkeit gegenĂŒber Röntgenkontrastmitteln verwechselt werden) oder einen der sonstigen Bestandteile von Thyprotect Henning sind,
bei SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion jeglicher Art,
bei hypokomplementĂ€mischer Vaskulitis (EntzĂŒndung der GefĂ€ĂŸe),
bei Dermatitis herpetiformis Duhring (chronische HautentzĂŒndung).
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Thyprotect Henning
Wird bei Ihnen eine iodvermittelte Überempfindlichkeitsreaktion vermutet, ist ein differenziertes Herangehen erforderlich. Überempfindlichkeitsreaktionen auf iodhaltige Röntgenkontrastmittel oder allergische Reaktionen auf iodhaltige Nahrungsmittel werden in der Regel nicht durch den Iodanteil ausgelöst. Ist dagegen bei Ihnen die seltene Reaktion auf ein iodhaltiges Medikament bekannt, wie z.B. eine hypokomplementĂ€mische Vaskulitis (EntzĂŒndung der GefĂ€ĂŸe) oder eine Dermatitis herpetiformis Duhring (chronische HautentzĂŒndung), dĂŒrfen Sie nicht mehr mit iodhaltigen Medikamenten behandelt werden, da höhere Ioddosen eine Verschlimmerung der Grunderkrankung auslösen. Da das Ausmaß der Reaktionen im Einzelfall nicht vorhersehbar ist, muss das langfristige und unbestimmte Risiko einer Strahleneinwirkung auf die SchilddrĂŒse geringer eingeschĂ€tzt werden als die sofortigen und möglicherweise schweren Folgen einer Überempfindlichkeitsreaktion.
Durch die Gabe von hohen Iodmengen kann eine GrĂ¶ĂŸenzunahme der SchilddrĂŒse verursacht werden, die eine bereits bestehende höhergradige Einengung der Luftröhre verschlimmert. Bei unbehandelten, unkontrolliert Hormon bildenden Bezirken (so genannte heiße Knoten) besteht die Gefahr der Überproduktion von SchilddrĂŒsenhormonen, schlimmstenfalls die Provozierung einer thyreotoxischen Krise (Notfall infolge Bewusstlosigkeit durch eine SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion). Daher sollten auch diese Personen keine Iodtabletten einnehmen.
Patienten, die bereits mit Thyreostatika behandelt werden, mĂŒssen diese Behandlung fortfĂŒhren und in kurzen AbstĂ€nden Ă€rztlich untersucht werden.
Iodgaben sollten bei Verdacht auf SchilddrĂŒsenkarzinom grundsĂ€tzlich vermieden werden.
Die Gabe von Iodid in so großen Mengen kann eine geplante Radioiodtherapie unmöglich machen. Ebenso kann die SchilddrĂŒsendiagnostik beeinflußt werden und so zu IrrtĂŒmern fĂŒhren. Dies gilt besonders fĂŒr SchilddrĂŒsenzintigramme und fĂŒr Iodwechselstudien, aber auch fĂŒr den TRH-Test.
Personen ĂŒber 45 Jahre
Wegen des im Iodmangelgebiet Deutschland mit zunehmendem Alter hĂ€ufigeren Auftretens von Stoffwechselstörungen in der SchilddrĂŒse (funktionelle Autonomie) und des dadurch erhöhten Risikos von Nebenwirkungen der Iodblockade sowie des andererseits mit steigendem Lebensalter stark abnehmenden Risikos eines strahleninduzierten SchilddrĂŒsenkarzinoms wird die Iodblockade bei Personen, die ĂŒber 45 Jahre alt sind, nicht empfohlen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangere und Stillende erhalten die gleiche Dosis wie Jugendliche und Erwachsene (siehe auch Abschnitt 3 ?Wie ist Thyprotect Henning einzunehmen??). Die Dauer der Einnahme soll sich bei Schwangeren und Stillenden auf zwei Tage beschrÀnken.
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
VerkehrstĂŒchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es gibt keine Hinweise, dass Iodid die VerkehrstĂŒchtigkeit, die FĂ€higkeit zum Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne festen Halt beeintrĂ€chtigt.

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Thyprotect Henning immer genau nach der Anweisung in dieser Packungsbeilage ein.
Einnahme erst nach Aufforderung durch den Arzt oder die Behörden.
Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Thyprotect Henning sonst nicht richtig wirken kann!
Schwangere und Stillende:
1 Tablette (entsprechend 100 mg Iodid(ionen)) muss in ca. 200 ml FlĂŒssigkeit aufgelöst werden. Dies entspricht ungefĂ€hr der GrĂ¶ĂŸe eines normalen Trinkbechers. Der gesamte Inhalt muss getrunken werden. Diese Tabletteneinnahme ist auf 2 Tage zu beschrĂ€nken.
Altersgruppen:
13 – 45 Jahre:
1 Tablette (entsprechend 100 mg Iodid(ionen)) muss in ca. 200 ml FlĂŒssigkeit aufgelöst werden. Dies entspricht ungefĂ€hr der GrĂ¶ĂŸe eines normalen Trinkbechers. Der gesamte Inhalt muss getrunken werden. Die HĂ€ufigkeit der Einnahme wird von den zustĂ€ndigen Behörden bestimmt.
3 – 12 Jahre: Diese Altersgruppe trinkt die HĂ€lfte der FlĂŒssigkeit
(ca. 100 ml = 50 mg Iodid(ionen)).
1 Tablette (entsprechend 100 mg Iodid(ionen)) muss in ca. 200 ml FlĂŒssigkeit aufgelöst werden. Dies entspricht ungefĂ€hr der GrĂ¶ĂŸe eines normalen Trinkbechers. Von der so zubereiteten Lösung gießen Sie die HĂ€lfte weg. Die restliche Trinkmenge von 100 ml entspricht der erforderlichen Joddosierung fĂŒr diese Altersgruppe. Die HĂ€ufigkeit der Einnahme wird von den zustĂ€ndigen Behörden bestimmt.
1 – 36 Monate: Diese Altersgruppe trinkt der FlĂŒssigkeit (ca. 50 ml = 25 mg Iodid(ionen)).
1 Tablette (entsprechend 100 mg Iodid(ionen)) muss in ca. 200 ml FlĂŒssigkeit in einer handelsĂŒblichen Trinkflasche fĂŒr SĂ€uglinge oder einem normalen Trinkbecher aufgelöst werden. Von der so zubereiteten Lösung gießen Sie die ĂŒberschĂŒssige Menge bis auf den Rest von 50 ml (das entspricht der FlĂŒssigkeitsmenge) weg. Die restliche Trinkmenge von 50 ml entspricht der erforderlichen Iodiddosierung fĂŒr diese Altersgruppe. Die HĂ€ufigkeit der Einnahme wird von den zustĂ€ndigen Behörden bestimmt.
< 1 Monat: Diese Altersgruppe trinkt der FlĂŒssigkeit
(ca. 25 ml = 12,5 mg Iodid(ionen)).
1 Tablette (entsprechend 100 mg Iodid(ionen)) muss in ca. 200 ml FlĂŒssigkeit in einer handelsĂŒblichen Trinkflasche fĂŒr SĂ€uglinge aufgelöst werden. Von der so zubereiteten Lösung gießen Sie die ĂŒberschĂŒssige Menge bis auf den Rest von 25 ml weg. Die restliche Trinkmenge von 25 ml entspricht der erforderlichen Iodiddosierung fĂŒr diese Altersgruppe. Die Dauer der Einnahme ist auf einen Tag zu beschrĂ€nken.
> 45 Jahre:
Keine Tabletteneinnahme erforderlich.
Nehmen Sie die Tabletten zur Vermeidung von Magenbeschwerden nicht auf nĂŒchternen Magen ein. Die Tabletten mĂŒssen vor der Einnahme in reichlich FlĂŒssigkeit (ca. 200 ml) aufgelöst werden (s. o.), damit eventuelle Magenschleimhautreizungen vermieden werden.
Es ist sehr wichtig, dass Sie die Tabletten rechtzeitig einnehmen (siehe auch Absatz ?Wirkungsweise? unter Abschnitt 1 ?Was ist Thyprotect Henning, und wofĂŒr wird es angewendet?).
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Thyprotect Henning mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Thyreostatika (SchilddrĂŒsenhemmstoffe, die wegen einer SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion eingenommen werden mĂŒssen) zeigen eine verminderte Wirksamkeit bei gleichzeitiger Einnahme von Thyprotect Henning.
Substanzen, die ĂŒber den gleichen Mechanismus wie Iodid in die SchilddrĂŒse eingeschleust werden (wie z.B. Perchlorat), aber auch Substanzen, die selbst nicht transportiert werden (wie Thiocyanat bei Konzentrationen ĂŒber 5 mg/dl) hemmen die Iodaufnahme der SchilddrĂŒse.
WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Thyprotect Henning Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten mĂŒssen.
Bei der Anwendung von Thyprotect Henning zur Vorbeugung der Einlagerung von radioaktivem Iod kann es in EinzelfĂ€llen zu einer iodbedingten SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion kommen. Voraussetzung dafĂŒr sind in den meisten FĂ€llen unkontrolliert Hormon bildende Bezirke in der SchilddrĂŒse.
In seltenen FĂ€llen kann eine nicht bekannte Iodallergie bei Einnahme von Iodtabletten erstmals manifest werden. Dabei können allgemeine allergische Erscheinungen und zusĂ€tzlich infolge vermehrter Schleimhautsekretion Jucken und Brennen in den Augen, Iodschnupfen, Reizhusten, DurchfĂ€lle und Kopfschmerzen infolge einer NasennebenhöhlenentzĂŒndung (Sinusitis) u.Ă€. Symptome auftreten. Besonders bei vorbestehender Dermatitis herpetiformis Duhring (chronische HautentzĂŒndung) sind lebensbedrohliche Reaktionen möglich; auch eine Periarteriitis nodosa (GefĂ€ĂŸentzĂŒndung) kann auftreten.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgefĂŒhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrĂ€chtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel fĂŒr Kinder unzugĂ€nglich aufbewahren.
Sie dĂŒrfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und auf dem Blister nach ?Verwendbar bis? angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
FĂŒr dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

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Weitere Informationen

Was Thyprotect Henning enthÀlt
Der Wirkstoff ist: Kaliumiodid
1 Tablette enthÀlt 130 mg Kaliumiodid, entspr. 100 mg Iodid(ionen).
Die sonstigen Bestandteile sind: Talkum, hochdisperses Siliciumdioxid.
Wie Thyprotect Henning aussieht und Inhalt der Packung:
Thyprotect Henning sind weiße bis gelblich-weiße, runde Tabletten ohne PrĂ€gung.
Thyprotect Henning ist in Packungen zu 10 Tabletten erhÀltlich.
Pharmazeutischer Unternehmer
Henning Berlin Arzneimittel GmbH
10898 Berlin
Telefon: (0180) 222 20 10**0,06 Euro/Anruf.
Telefax: (0180) 222 20 11*
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
65926 Frankfurt am Main
Postanschrift:
Postfach 80 08 60
65908 Frankfurt am Main
Hersteller
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
65926 Frankfurt am Main
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt ĂŒberarbeitet im Februar 2009.

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Wirkstoff(e) Kaliumiodid
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
BetÀubungsmittel Nein
ATC Code V03AB21
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden