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Grundlagen
Tramadol ist ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioid-Analgetika. Es wird zur Behandlung von mittelmäßigen- bis starken Schmerzen eingesetzt. Auf Grund seiner besseren Verträglichkeit im Gegensatz zu anderen Opioiden, gilt Tramadol als "low risk"-Opioid. Zu den Anwendungsgebieten gehören unter anderem: Schmerzen nach Operationen, Verletzungen oder chronische Schmerzen. Tramadol wird häufig in Form einer Tablette oder Kapsel verabreicht, kann jedoch auch als Zäpfchen oder intravenös gegeben werden. Wie bei allen Opioiden gibt es ein mit der Einnahme einhergehendes Abhängigkeitspotenzial. Tramadol ist rezeptpflichtig.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Seinen Haupteffekt erzielt Tramadol über eine agonistische (aktivierende) Wirkung am sogenannten μ-opioid-Rezeptor. Tramadol bindet auch schwach an die beiden anderen bekannten Opioid-Rezeptoren. Dabei ist seine Affinität 6000 Mal geringer als die von Morphin. Durch die Bindung an diese Rezeptoren wird die Schmerzwahrnehmung gedämpft. Tramadol hat jedoch noch einen zweiten Wirkmechanismus, der für die Schmerzlinderung mitverantwortlich ist. Tramadol hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die Präsynapse, wodurch deren Konzentration im synaptischen Spalt dauerhaft erhöht ist. Beide Neurotransmitter sind an der Schmerzweiterleitung beteiligt. Dadurch wird der Schmerz nochmals zusätzlich gelindert und die Stimmung wird verbessert (antidepressiver Effekt).
Pharmakokinetik
Tramadol wird schnell und fast gänzlich über den Magen-Darm-Trakt resorbiert. Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 75%. Die maximale Plasmakonzentration erreicht Tramadol (nach oraler Einnahme) in Normalfalls nach 1-2 Stunden. Lediglich 20% der gegebenen Dosis sind an Plasmaproteine gebunden. Tramadol wird in der Leber in mindestens 23 verschiedene Metaboliten umgewandelt. Das Enzym, das diese Reaktionen katalysiert, ist CYP2D6. 90% der Dosis werden letztendlich über die Nieren ausgeschieden. die verbleibenden 10% scheidet der Körper über den Stuhl aus. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 5-6 Stunden.
Wechselwirkungen
Die gemeinsame Einnahme mit Bupropion oder MAO-Hemmern kann zu schweren Nebenwirkungen führen. Außerdem soll die gleichzeitige Einnahme von zentral dämpfenden Substanzen, Benzodiazepinen, Carbamazepin, Antikoagulantien und Substanzen, die den Serotoninspiegel erhöhen (Antidepressiva, Kokain, Ecstasy) vermieden werden.
Toxizität
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen umfassen:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Verstopfung
- Müdigkeit
- Schwitzen
- Mundtrockenheit
Mit der Einnahme von Tramadol geht eine Abhängigkeitsgefahr einher.
Toxikologische Daten
LD50 (Maus, oral): 350 mg/kg

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.