Macrogol

Macrogol

Grundlagen

Macrogol, auch Polyethylenglykol (PEG) genannt, ist ein AbfĂŒhrmittel, welches eine eigene Gruppe bildet, die Macrogole. Es gibt sehr viele verschiedene Macrogole, alle mit einer Zahl als Beinamen, welche das Molekulargewicht angibt. Die bekanntesten sind Macrogol 3350 und Macrogol 4000. Macrogol wird zur Behandlung von Verstopfung und zur Darmentleerung eingesetzt. Durch seine FĂ€higkeit Wasser zu binden, wird der Stuhl flĂŒssiger und wirkt somit abfĂŒhrend. Macrogol wird nicht verstoffwechselt oder absorbiert. Macrogol wird in Medikamenten oft auch in Kombination mit Salzen wie Kaliumchlorid oder Natriumchlorid verwendet. Macrogole sind linear und bilden dadurch sehr lange Ketten. Macrogol ist je nach MolekĂŒlmasse eine viskose FlĂŒssigkeit (200-400 g/mol) oder eine weiße feste Substanz (>3000 g/mol). Polyethylenglykol besitzt aufgrund seiner vielen Sauerstoffatome eine hohe Wasserlöslichkeit. Macrogol kann auch vor Koloskopien zur Darmentleerung angewendet werden. 

Grafik Strukturformel des Wirkstoffs Macrogol

Wirkung

Macrogol wirkt, indem es Wasser bindet. Durch die hohe Anzahl an Sauerstoffatomen hat Macrogol die FĂ€higkeit viele WassermolekĂŒle ĂŒber WasserstoffbrĂŒckenbindungen zu binden. Durch das vermehrte Wasser im Darm, wird das Stuhlvolumen erhöht, welches wiederum den Darmentleerungsreiz aktiviert. Dadurch kommt es zu einer erhöhten DarmmotilitĂ€t, also zu vermehrten Darmbewegungen und somit nicht nur zu vermehrtem Stuhldrang, sondern auch zu einem weicheren Stuhl. 

Polyethylenglycol wirkt ca. 1-2 Stunden nach oraler Einnahme. Es wird unverĂ€ndert wieder ĂŒber den Stuhl ausgeschieden. Es werden nur sehr minimale Mengen absorbiert, die ĂŒber den Urin ausgeschieden werden und eine maximale Plasmakonzentration (Cmax), also die maximale Konzentration des Wirkstoffes im Blutplasma (flĂŒssige zellfreie Anteil des Blutes), bewirken, die nach Einnahme von 140 Gramm eine Cmax von 2,7 Mikrogramm nach 3 Stunden betrĂ€gt. Um die geringe Absorptionskraft zu verdeutlichen: Das wĂ€ren bei oben genannten Werten 0,000002% Absorption. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die HĂ€lfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt im Mittel bei 4,1 Stunden. 

Dosierung

Nehmen Sie Macrogol immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Die ĂŒbliche empfohlene Dosis fĂŒr Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren betrĂ€gt 10-20 g pro Tag. Es sollte ĂŒblicherweise in Wasser aufgelöst werden. 50 ml Wasser pro 10 g Macrogol. Die Einnahme sollte möglichst in der FrĂŒh erfolgen.

Nebenwirkungen

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Bei Kindern:

Bei Erwachsenen:

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

  • bei Medikamenten, die eine enge therapeutische Breite oder eine kurze Halbwertszeit besitzen. Dazu gehören zum Beispiel Digoxin, Antiepileptika, Cumarine und Immunsuppressiva. Es kann zu einer WirkungsabschwĂ€chung kommen. 
  • bei Verdickungsmitteln - Macrogol kann Verdickungsmitteln entgegenwirken

Die therapeutische Breite ist ein Parameter in der Pharmazie, der angibt, wie sicher ein Medikament ist. Die therapeutische Breite ist der Abstand von der therapeutischen Wirkung zur toxischen Wirkung. Berechnet wird er durch Division der LD50 (letale Dosis), also der Dosis, bei der 50% der Versuchstiere sterben, durch die ED50 (effektive Dosis), also der Dosis, bei der 50% der Versuchstiere einen therapeutischen Effekt verspĂŒren.

Gegenanzeigen

Macrogol darf in folgenden FĂ€llen NICHT eingenommen werden:

  • bei Allergie gegen Macrogol
  • bei entzĂŒndlichen Darmerkrankungen, wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder einer abnormen Darmerweiterung
  • bei einem Darmdurchbruch, oder wenn Gefahr eines Darmdurchbruches besteht
  • bei einem Darmverschluss oder bei Verdacht auf einem Darmverschluss

AltersbeschrÀnkung

Macrogol kann ab 8 Jahren eingenommen werden.

Schwangerschaft & Stillzeit

In der Schwangerschaft kann Macrogol indikationsgerecht eingenommen werden. Es wird seit Jahrzehnten in der Schwangerschaft gegen Verstopfung eingesetzt. Risiken zu Fehlbildungen wurden dabei nicht beobachtet und sind aufgrund der fehlenden Resorption im Darm auch nicht zu erwarten. Auch bei Tierversuchen konnten keine Risiken zu Fehlbildungen festgestellt werden. Die Studienlage ist allerdings sehr dĂŒnn. 

In der Stillzeit kann Macrogol indikationsgerecht eingenommen werden. Es wurden bisher keine AuffÀlligkeiten bei SÀuglingen beobachtet, welche aufgrund der fehlenden Resorption im Darm auch nicht zu erwarten sind. Die Studienlage zur Anwendung in der Stillzeit ist nicht vorhanden. 

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code A06AD15
Summenformel C2nH4n+2On+1
Molare Masse (g·mol−1) 44,03 (wiederholende Einheit)
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 58-61
Siedepunkt (°C) >200
CAS-Nummer 25322-68-3
Drugbank ID DB09287

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Thomas Hofko

Thomas Hofko
Autor

Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor fĂŒr pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders fĂŒr die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden