Vilanterol

Vilanterol

Grundlagen

Vilanterol ist ein Wirkstoff zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD und zur Behandlung von Asthma Bronchiale. Er geh√∂rt zur Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika und wird in Kombination mit Fluticasonfuroat, einem entz√ľndungshemmenden Glucocorticoid, gegeben. Vilanterol liegt meist als Vilanteroltrifenatat vor. Es ist ein wei√ües Pulver. Strukturell ist es mit Adrenalin und Salbutamol verwandt. Es handelt sich bei Vilanterol um ein Saligenin-Derivat. Vilanterol ist sehr lange wirksam und hat dadurch den Vorteil, dass es nur einmal t√§glich angewendet werden muss.

Grafik Strukturformel des Wirkstoffs Vilanterol

Wirkung

Vilanterol wirkt, indem es an die Beta-2-Adrenozeptoren bindet. Es wirkt sehr spezifisch und auch sehr lang. Durch die Bindung von Vilanterol an die Beta-2-Adrenozeptoren wird die intrazellul√§re Adenylylcyclase stimuliert, welche wiederum Adenosin Triphosphat (ATP) in das cyclische Adenosin Monophosphat (cAMP) umwandelt. Dadurch steigt die cAMP-Konzentration und es kommt zur Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur und somit zur Besserung der Symptome. Zus√§tzlich kommt es zur Hemmung der Freisetzung von Mastzellmediatoren, welche f√ľr √úberempfindlichkeitsreaktionen verantwortlich sind. Die Wirkung setzt sehr rasch, bereits nach 5-15 Minuten, ein und h√§lt ca. 24 Stunden an.¬†

Die Bioverf√ľgbarkeit von Vilanterol, also zu wie viel Prozent der Wirkstoff im Blut verf√ľgbar ist, liegt bei ca. 27%. ¬†

Halbwertszeit, also die Zeit, die der K√∂rper ben√∂tigt, um die H√§lfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt bei 11-20 Stunden, je nach Dosierung des Wirkstoffes. Die maximale Plasmakonzentration (Cmax), also die maximale Konzentration des Wirkstoffes im Blutplasma (fl√ľssiger zellfreier Anteil des Blutes), wird nach 5-15 Minuten erreicht.¬†

Vilanterol wird in der Leber von den CYP3A4 Enzymen abgebaut und √ľber Urin und F√§kalien ausgeschieden.

Dosierung

Nehmen Sie Vilanterol immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Die √ľbliche empfohlene Dosis Vilanterol liegt bei 22 Mikrogramm t√§glich.

Die √ľbliche Dosis an Fluticason variiert zwischen 92 und 184 Mikrogramm t√§glich.

Die √ľbliche Dosierung Umeclidinium liegt bei 55 Mikrogramm t√§glich.

Die Einnahme ist immer nur eine Inhalation pro Tag. Sollten Sie also eine höhere Dosierung benötigen, inhalieren Sie NICHT zweimal. Sie bekommen ein anderes, höher dosiertes Präparat. 

Vilanterol ist nur als Kombinationspräparat mit Fluticason (als 2er Kombination) und Umeclidinium (als 3er Kombination) erhältlich.

Nebenwirkungen

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Sehr häufig:

Häufig:

Gelegentlich:

Selten: 

Bei einer Überdosierung von mehr als die 20-fache Dosis besteht die Möglichkeit, dass sich mesovariale Tumore bilden. 

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

Gegenanzeigen

Vilanterol darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:

Altersbeschränkung

Vilanterol sollte NICHT unter 12 Jahren angewendet werden. 

Schwangerschaft & Stillzeit

In der Schwangerschaft sollte Vilanterol nur in Absprache mit Ihrem Arzt angewendet werden. In Untersuchungen in Ratten und Hasen wurde kein Fehlbildungsrisiko in Bezug auf die Organanlage beobachtet. Allerdings wurden Fehlbildungen in Bezug auf die Knochen beobachtet. Es kam unter anderem zu einer fehlenden Verknöcherung (Ossifikation) der Knochen. 

In der Stillzeit sollte Vilanterol nur in Absprache mit Ihrem Arzt angewendet werden. Es konnte in Tierversuchen kein Übergang von Vilanterol in die Muttermilch beobachtet werden. 

Chemische & physikalische Eigenschaften

Summenformel C24H33Cl2NO5
Molare Masse (g¬∑mol‚ąí1) 486,428
Aggregatzustand fest
Dichte (g¬∑cm‚ąí3) 1,3
Siedepunkt (¬įC) 646,7
PKS Wert 10,12
CAS-Nummer 503068-34-6
PUB-Nummer 10184665
Drugbank ID DB09082

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Thomas Hofko

Thomas Hofko
Autor

Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor f√ľr pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders f√ľr die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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