Ginkgo Sandoz®

Hersteller: Sandoz Pharmaceuticals AG

Standardarzneimittel Human
Wirkstoff(e)
Ginkgoblätter
Suchtgift
Nein
Zulassungsland Schweiz
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur Abgabe ohne aerztliche Verschreibung
Pharmakologische Gruppe Antidementiva

Alle Informationen

Zulassungsinhaber

Sandoz Pharmaceuticals AG

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Ginkgo Sandoz enthält einen standardisierten Extrakt aus den Blättern des japanischen Tempelbaums (Ginkgo biloba). Dem Tempelbaum werden traditionsgemäss durchblutungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.

Ginkgo Sandoz wird verwendet bei nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit (Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche) sowie bei Schwindel unbekannter Ursache.

Ginkgo Sandoz wird nach ärztlicher Untersuchung zur unterstützenden Behandlung von Tinnitus (Ohrgeräusche) angewendet.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Was sollte dazu beachtet werden?

Bevor die Behandlung mit Ginkgo Sandoz begonnen wird, sollte geklärt werden, ob die Krankheitssymptome nicht auf einer spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen.

Häufig auftretende Schwindelgefühle und Ohrgeräusche bedürfen grundsätzlich einer Abklärung durch den Arzt oder die Ärztin.

Bei plötzlich auftretender Schwerhörigkeit bzw. einem Hörverlust sollte unverzüglich ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Wenn die Beschwerden nicht innerhalb einer angemessenen Zeit nachlassen, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin um Rat fragen.

Wann ist bei der Einnahme von Ginkgo Sandoz Vorsicht geboten?

Insbesondere bei Langzeitanwendung und besonders bei älteren Personen wurde über Einzelfälle von Blutungen berichtet (deren ursächlicher Zusammenhang mit der Einnahme von ginkgohaltigen Zubereitungen bisher nicht eindeutig gesichert ist).

Bei gleichzeitiger Gabe von Ginkgo biloba-Extrakten mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (z.B. Phenprocoumon, Warfarin, Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika) kann deren Wirkungsverstärkung nicht ausgeschlossen werden.

Bei Ginkgo biloba-Extrakten kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie die Verstoffwechselung verschiedener anderer Arzneimittel im Körper beeinflussen, was wiederum die Wirksamkeit und/oder die Wirkdauer verändern kann. So besteht bei der gleichzeitigen Einnahme von Ginkgoextrakten mit Calciumantagonisten (in manchen Arzneimitteln zur Blutdrucksenkung enthalten), wie Nifedipin und Diltiazem, das Risiko für höhere Wirkspiegel dieser Substanzen. Bei der gleichzeitigen Einnahme mit einzunehmendem Theophylin (in manchen Arzneimitteln zur Asthmabehandlung enthalten) besteht das Risiko von niedrigeren Wirkspiegeln durch Beeinflussung der Ausscheidung aus dem Körper. Sorgfältige Überwachungen und möglicherweise Dosisanpassungen sind deshalb erforderlich. Die gleichzeitige Anwendung mit dem Wirkstoff Efavirenz (zur Behandlung einer HIV-Infektion) wird nicht empfohlen. Aufgrund von einzelnen Hinweisen, dass die Einnahme von Ginkgo biloba-Extrakten die Blutungsanfälligkeit erhöhen kann, sollte Ginkgo Sandoz sicherheitshalber 3–4 Tage vor geplanten operativen Eingriffen abgesetzt werden. Falls bei Ihnen ein Krampfleiden (Epilepsie) bekannt ist oder Sie Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie einnehmen müssen, halten Sie vor der Einnahme von Ginkgo Sandoz bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen!

Darf Ginkgo Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Auf Grund der bisherigen Erfahrungen ist bei bestimmungsgemässer Anwendung kein Risiko für das Kind bekannt. Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden aber nie durchgeführt. Da es einzelne Hinweise gibt, dass ginkgohaltige Zubereitungen das Blutungsrisiko erhöhen können, darf Ginkgo Sandoz während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Dieses Arzneimittel darf in der Stillzeit nicht eingenommen werden, da keine ausreichenden Studien vorliegen. Es ist nicht bekannt, ob die Bestandteile des Extrakts in die Muttermilch übergehen.

Wie wird es angewendet?

Die Filmtabletten werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit jeweils vor den Mahlzeiten eingenommen.

Falls vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verschrieben, gelten die nachstehend üblichen Dosierungsangaben (entsprechend 240 mg Ginkgo-Extrakt täglich):

  • Ginkgo Sandoz 80: 3× täglich 1 Filmtablette.
  • Ginkgo Sandoz 120: 2× täglich 1 Filmtablette.

Eine Einnahme während längerer Zeit (6–8 Wochen), längstens aber 3 Monate, ist ratsam, sollte aber vorgängig mit dem Arzt bzw. der Ärztin abgesprochen werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wann darf Ginkgo Sandoz nicht eingenommen werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Ginkgo biloba-Zubereitungen oder auf im Arzneimittel enthaltene Hilfsstoffe (siehe «Was ist in Ginkgo Sandoz enthalten») sowie in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit darf Ginkgo Sandoz nicht angewendet werden.

Zur Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Untersuchungen vor. Es darf deshalb bei Kindern unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Ginkgo Sandoz haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Ginkgo Sandoz auftreten:

Bei der Einnahme von ginkgohaltigen Arzneimitteln können sehr häufig Kopfschmerzen, häufig Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl oder Verstärkung eines bereits vorhanden Schwindelgefühls und sehr selten Schlaflosigkeit, Unruhe, Verwirrtheit, auftreten. Ausserdem kann es zu allergischen Reaktionen der Haut (Hautrötung, Hautschwellung, Juckreiz) kommen; die Häufigkeit dieser Reaktionen ist nicht bekannt. Es kann zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock) kommen. In diesem Fall ist die Behandlung zu unterbrechen und ein Arzt bzw. eine Ärztin zu konsultieren.

Es können Blutungen an einzelnen Organen auftreten, vor allem wenn gleichzeitig gerinnungshemmende Arzneimittel wie Phenprocoumon, Acetylsalicylsäure oder andere nichtsteroidale Antirheumatika eingenommen werden oder bei längerer Anwendung, siehe unter der Rubrik «Wann ist bei der Einnahme von Ginkgo Sandoz Vorsicht geboten?».

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Weitere Informationen

Was ist in Ginkgo Sandoz enthalten?

1 Filmtablette Ginkgo Sandoz 80 enthält 80 mg quantifizierten, raffinierten Ginkgotrockenextrakt (DEV 35–67:1, Auszugsmittel Aceton 60% [m/m]) entsprechend 17,6–21,6 mg Flavonoide, berechnet als Flavonglycoside sowie 4,32–5,28 mg Terpenlactone pro Filmtablette.

1 Filmtablette Ginkgo Sandoz 120 enthält 120 mg quantifizierten, raffinierten Ginkgotrockenextrakt (DEV 35–67:1, Auszugsmittel Aceton 60% [m/m]) entsprechend 26,4–32,4 mg Flavonoide, berechnet als Flavonglycoside sowie 6,48–7,92 mg Terpenlactone pro Filmtablette.

Das Präparat enthält zusätzlich Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

51294 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Ginkgo Sandoz? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Ginkgo Sandoz 80: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten.

Ginkgo Sandoz 120: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.