Wirkstoff(e) Verapamil
Zulassungsland Deutschland
Hersteller ALIUD PHARMA GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 05.07.1984
ATC Code C08DA01
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Selektive Calciumkanalblocker mit vorwiegender Herzwirkung

Zulassungsinhaber

ALIUD PHARMA GmbH

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Veramex retard 240 mg Verapamil Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Falicard 40 Verapamil AWD.pharma GmbH & Co. KG
Falicard retard Verapamil AWD.pharma GmbH & Co. KG
Veramex 120mg Filmtabletten Verapamil Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Veranorm ISIS retard 120 Verapamil Actavis Deutschland GmbH & Co. KG

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Verapamil AL ist ein Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen, die mit einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einhergehen, sowie zur Behandlung bestimmter Störungen der Herzschlagfolge und zur Behandlung von Bluthochdruck.

Verapamil AL 80 wird angewendet bei:

    • anfallsweise auftretender, vom Herzvorhof ausgehender beschleunigter Herzschlagfolge (paroxysmaler supraventrikul√§rer Tachykardie),
    • Vorhofflimmern/Vorhofflattern (Herzrhythmusst√∂rungen infolge einer krankhaft erh√∂hten Vorhoferregung) mit schneller AV-√úberleitung (au√üer bei WPW-Syndrom, siehe unter Abschnitt 2.: Verapamil AL darf NICHT eingenommen werden),
  • Bluthochdruck.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Verapamil AL darf NICHT eingenommen werden

  • wenn Sie allergisch gegen Verapamilhydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • wenn Sie einen Herz-Kreislauf-Schock erlitten haben,
  • wenn Sie einen akuten Herzinfarkt mit Komplikationen, z.B. verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), ausgepr√§gter Blutdruckabfall (Hypotonie) oder eine Herzmuskelschw√§che des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz) erlitten haben,
  • wenn bei Ihnen h√∂hergradige Erregungsleitungsst√∂rungen im Herzen zwischen Sinusknoten und Herzvorhof (SA-Block II. und III. Grades) auftreten,
  • wenn bei Ihnen h√∂hergradige Erregungsleitungsst√∂rungen im Herzen zwischen Herzvorhof und Herzkammern (AV-Block II. und III. Grades) auftreten,
  • wenn Sie unter einem Sinusknotensyndrom (Herzrhythmusst√∂rungen infolge gest√∂rter Funktion des Sinusknotens) leiden, z.B. verlangsamter Herzschlag auf weniger als 60 Schl√§ge pro Minute oder im Wechsel auftretender verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag oder Erregungsleitungsst√∂rungen im Herzen zwischen Sinusknoten und Herzvorhof oder Ausfall der Reizbildung im Sinusknoten (Sinusbradykardie, Bradykardie-Tachykardie-Syndrom, SA-Blockierungen oder Sinusarrest),
  • wenn Sie unter einer Herzmuskelschw√§che (manifester Herzinsuffizienz) leiden,
  • wenn Sie unter Vorhofflimmern/-flattern (Herzrhythmusst√∂rungen infolge einer krankhaft erh√∂hten Vorhoferregung) und gleichzeitigem Vorliegen eines WPW-Syndroms (anfallsweise auftretender beschleunigter Herzschlag durch beschleunigte Erregungsleitung zwischen Herzvorhof und Herzkammer √ľber ein zus√§tzlich vorhandenes Erregungsleitungssystem) leiden: Es besteht dann ein erh√∂htes Risiko f√ľr die Ausl√∂sung eines beschleunigten Herzschlags in den Herzkammern (Kammertachykardie).
  • wenn Sie bereits ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ivabradin f√ľr die Behandlung bestimmter Herzerkrankungen einnehmen.

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von Betablockern darf bei Patienten während der Behandlung mit Verapamil AL nicht erfolgen (Ausnahme

Intensivmedizin) (siehe unter Abschnitt 2.: Einnahme von Verapamil AL zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Verapamil AL einnehmen:

  • wenn bei Ihnen leichtere Erregungsleitungsst√∂rungen im Herzen zwischen Herzvorhof und Herzkammern (AV-Block I. Grades) auftreten,
  • wenn Sie niedrigen Blutdruck (systolisch unter 90 mmHg) haben,
  • wenn Sie einen Ruhepuls unter 50 Schl√§gen pro Minute (Bradykardie) haben,
  • wenn bei Ihnen eine stark eingeschr√§nkte Leberfunktion vorliegt (siehe unter Abschnitt 3.: Die empfohlene Dosis betr√§gt),
  • wenn Sie an einer Erkrankung mit beeintr√§chtigender √úbertragung von Nervenimpulsen auf die Muskulatur (wie Myasthenia gravis, Lambert-Eaton- Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie) leiden.

Arzneimittelwechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Simvastatin (Arzneimittel zur Senkung erh√∂hter Blutfette) in h√∂heren Tagesdosen kann es zu einer von Simvastatin ausgehenden Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) oder zu einem Zerfall von Muskelzellen (Rhabdomyolyse) kommen. Die Simvastatindosis sollte nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt entsprechend der Herstellerangaben angepasst werden (siehe auch unter Abschnitt 2.: Einnahme von Verapamil AL zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Einnahme von Verapamil AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Die Wirkung nachfolgend genannter Wirkstoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Verapamil AL beeinflusst werden.

Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen, Betablocker, Arzneimittel zur Inhalationsnarkose
Gegenseitige Verstärkung der Herz-Kreislauf-Wirkungen (höhergradige AV- Blockierungen, höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzmuskelschwäche, verstärkte Blutdrucksenkung).

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von Betablockern darf bei Patienten während der Behandlung mit Verapamil AL nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin) (siehe unter Abschnitt 2.: Verapamil AL darf NICHT eingenommen werden).

Blutdrucksenkende Arzneimittel, harntreibende Arzneimittel (Diuretika), gefäßerweiternde Arzneimittel (Vasodilatatoren)
Verstärkung des blutdrucksenkenden Effekts.

Digoxin (Wirkstoff zur Erhöhung der Herzkraft)
Erh√∂hung der Digoxinkonzentration im Blut aufgrund verminderter Ausscheidung √ľber die Nieren. Deshalb sollte vorsorglich auf Anzeichen einer Digoxin-√úberdosierung geachtet werden und, falls notwendig, die Digoxindosis vom Arzt reduziert werden (evtl. nach Bestimmung der Digoxinkonzentration im Blut).

Chinidin (Wirkstoff gegen Herzrhythmusstörungen)
Verst√§rkter Blutdruckabfall ist m√∂glich, bei Patienten mit einer bestimmten Herzerkrankung (hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie) kann das Auftreten eines Lungen√∂dems (abnorme Fl√ľssigkeitsansammlung in der Lunge) m√∂glich sein, Erh√∂hung der Konzentration von Chinidin im Blut.

Carbamazepin (Wirkstoff zur Behandlung epileptischer Krampfanfälle) Carbamazepin-Wirkung wird verstärkt, Zunahme der nervenschädigenden Nebenwirkung.

Lithium (Wirkstoff gegen Depressionen)
Wirkungsabschwächung von Lithium, Erhöhung der nervenschädigenden Nebenwirkung.

Muskelrelaxanzien (Arzneimittel zur Muskelerschlaffung)
Mögliche Wirkungsverstärkung durch Verapamil AL.

Acetylsalicylsäure (Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und gegen die Bildung von Blutgerinnseln)
Verstärkte Blutungsneigung.

Dabigatran (Arzneimittel zur Vermeidung der Bildung von Blutgerinnseln)
Ethanol (Alkohol)
Verzögerung des Ethanolabbaus und Erhöhung der Konzentration von Ethanol im Blut, somit Verstärkung der Alkoholwirkung durch Verapamil AL.

Fungistatika (Wirkstoffe zur Behandlung von Pilzerkrankungen, wie z.B. Clotrimazol oder Ketoconazol), Proteasehemmstoffe (Wirkstoffe zur Behandlung von HIV, wie z.B. Ritonavir oder Indinavir), Wirkstoffe zur Behandlung von Infektionen (Makrolide, z.B. Erythromycin oder Clarithromycin) und Cimetidin (Wirkstoff zur Senkung der Magensäureproduktion)
Erhöhung der Verapamil-Konzentration im Blut und/oder der Konzentrationen dieser Arzneimittel im Blut durch (gegenseitige) Beeinflussung des Abbaus.

Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin (Wirkstoffe zur Behandlung epileptischer Krampfanfälle), Rifampicin (Wirkstoff zur Tuberkulosebehandlung) Senkung der Verapamil-Konzentration im Blut und Abschwächung der Wirkung von Verapamilhydrochlorid.

Antiarrhythmika (Arzneimittel gegen Herzrhythmusst√∂rungen, wie z.B. Amiodaron oder Chinidin), Cholesterin-senkende Arzneimittel (wie z.B. Lovastatin oder Atorvastatin), Midazolam (Wirkstoff zur Behandlung von Angstzust√§nden), Ciclosporin (Wirkstoff zur Unterdr√ľckung der Immunabwehr), Theophyllin (Wirkstoff zur Asthmabehandlung), Prazosin (Wirkstoff zur Behandlung des Bluthochdrucks)
Erhöhung der Konzentrationen dieser Arzneimittel im Blut.

Simvastatin (Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette)
Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Simvastatin in h√∂heren Dosen ist das Risiko einer Erkrankung der Muskulatur oder eines Zerfalls von Muskelzellen (Myopathie/Rhabdomyolyse) erh√∂ht. Die Simvastatindosis sollte nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt entsprechend der Herstellerangaben angepasst werden (siehe unter Abschnitt 2.: Warnhinweise und Vorsichtsma√ünahmen).

Metformin
Verapamil kann die blutzuckersenkende Wirkung von Metformin mindern.

Verapamil AL sollte daher nicht zusammen mit einem der o.g. Arzneimittel bzw. Wirkstoffe eingenommen werden, ohne dass Ihr Arzt ausdr√ľcklich die Anweisung gegeben hat.

Einnahme von Verapamil AL zusammen mit Nahrungsmitteln,

Getränken und Alkohol

Während der Einnahme von Verapamil AL sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken, da die Alkoholwirkung durch Verapamil AL verstärkt wird.

Während der Einnahme von Verapamil AL sollten Sie keine grapefruithaltigen Speisen und Getränke zu sich nehmen. Grapefruit kann die Konzentration von Verapamil im Blut erhöhen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Verapamil ist plazentag√§ngig. Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Verapamilhydrochlorid w√§hrend der Schwangerschaft vor. Daten √ľber eine begrenzte Anzahl von oral behandelten Schwangeren lassen jedoch nicht auf fruchtsch√§digende Wirkungen von Verapamil schlie√üen.

Tierstudien haben schädliche Auswirkungen von Verapamil auf die Nachkommen gezeigt.

Daher sollten Sie Verapamil AL in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft nicht einnehmen. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft d√ľrfen Sie Verapamil AL nur einnehmen, wenn Ihr Arzt dies unter Ber√ľcksichtigung des Risikos f√ľr Mutter und Kind f√ľr zwingend erforderlich h√§lt.

Stillzeit

Sie sollen Verapamil AL w√§hrend der Stillzeit nicht einnehmen, da der Wirkstoff in die Muttermilch √ľbergeht. Es gibt Anhaltspunkte daf√ľr, dass Verapamil in Einzelf√§llen die Prolaktin-Sekretion steigern und eine spontane Milchabsonderung ausl√∂sen kann.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Verapamil AL kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel oder zu Beginn einer Zusatzmedikation sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Verapamil AL enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enth√§lt weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h., es ist nahezu ‚Äěnatriumfrei‚Äú.

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Verapamil AL nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Verapamil AL sonst nicht richtig wirken kann.

Verapamilhydrochlorid, der Wirkstoff von Verapamil AL, ist individuell, dem Schweregrad der Erkrankung angepasst zu dosieren. Nach langjähriger klinischer Erfahrung liegt die durchschnittliche Dosis bei fast allen Anwendungsgebieten zwischen 240 mg und 360 mg pro Tag.

Eine Tagesdosis von 480 mg sollte als Dauertherapie nicht √ľberschritten werden; eine kurzfristige Erh√∂hung ist m√∂glich.

Erwachsene √ľber 50 kg K√∂rpergewicht
Beschwerden bei Zuständen mit unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (Angina pectoris), Störungen der Herzschlagfolge (paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie, Vorhofflimmern/Vorhofflattern mit schneller AV- Überleitung [außer bei WPW-Syndrom])

Die empfohlene Dosierung liegt bei 240 - 480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 3-4 Einzeldosen, entsprechend: 3 - 4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AL 80 (entspr. 240 - 320 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).

F√ľr h√∂here Dosierungen (z.B. 240 - 480 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) stehen Darreichungsformen mit geeigneten Wirkstoffst√§rken zur Verf√ľgung.

Bluthochdruck

Die empfohlene Dosierung liegt bei 240 - 360 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 3 Einzeldosen, entsprechend: 3-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AL 80 (entspr. 240 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).

F√ľr h√∂here Dosierungen (z.B. 240 -360 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) stehen Darreichungsformen mit geeigneten Wirkstoffst√§rken zur Verf√ľgung.

Kinder (nur bei Störungen der Herzschlagfolge)

√Ąltere Vorschulkinder bis 6 Jahre

Die empfohlene Dosierung liegt bei 80 - 120 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 2-3 Einzeldosen. Hierf√ľr stehen Darreichungsformen mit geeigneter Wirkstoffst√§rke (40 mg Verapamilhydrochlorid) zur Verf√ľgung.

Schulkinder 6-14 Jahre
Die empfohlene Dosierung liegt bei 80 - 360 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 2-4 Einzeldosen, entsprechend: 2- bis 4-mal täglich 1 Filmtablette Verapamil AL 80 (entspr. 160 - 320 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).

Verapamil AL 80 wird eingenommen, sofern mit niedrigeren Dosen (z.B. 80 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.

F√ľr h√∂here Dosierungen (z.B. 360 mg Verapamilhydrochlorid/Tag) stehen Darreichungsformen mit geeigneten Wirkstoffst√§rken zur Verf√ľgung.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird in Abhängigkeit vom Schweregrad wegen eines verlangsamten Arzneimittelabbaus die Wirkung von Verapamilhydrochlorid verstärkt und verlängert. Deshalb sollte in derartigen Fällen die Dosierung vom Arzt mit besonderer Sorgfalt eingestellt und mit niedrigen Dosen begonnen werden (z.B. bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen zunächst 2- bis 3-mal täglich 40 mg Verapamilhydrochlorid, entspr. 80 - 120 mg Verapamilhydrochlorid/Tag).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nehmen Sie Verapamil AL bitte ungelutscht und unzerkaut mit ausreichend Fl√ľssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser, kein Grapefruitsaft!) am besten zu oder kurz nach den Mahlzeiten ein.

Verapamil AL bitte nicht im Liegen einnehmen.

Dauer der Anwendung

Falls Ihnen Verapamil AL wegen Schmerzen und Engegef√ľhl (Angina pectoris) nach einem Herzinfarkt verordnet wurde, d√ľrfen Sie mit der Einnahme erst 7 Tage nach dem akuten Infarktereignis beginnen.

Die Dauer der Einnahme ist nicht begrenzt, sie wird vom behandelnden Arzt bestimmt.

Wenn Sie eine größere Menge von Verapamil AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Folgende Anzeichen und Symptome einer versehentlichen oder beabsichtigten Einnahme zu gro√üer Mengen von Verapamil AL k√∂nnen auftreten: Schwerer Blutdruckabfall, Herzmuskelschw√§che, Herzrhythmusst√∂rungen (z.B. verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag, St√∂rungen der Erregungsausbreitung im Herzen), die zum Herz-Kreislauf-Schock und Herzstillstand f√ľhren k√∂nnen. Bewusstseinstr√ľbung bis zum Koma, Erh√∂hung des Blutzuckers, Absinken der Kalium-Konzentration im Blut, Abfall des pH- Wertes im Blut (metabolische Azidose), Sauerstoffmangel im K√∂rpergewebe (Hypoxie), Herz-Kreislauf-Schock mit Wasseransammlung in der Lunge (Lungen√∂dem), Beeintr√§chtigung der Nierenfunktion und Kr√§mpfe. Todesf√§lle wurden gelegentlich berichtet.

In diesem Fall ist sofort ein Arzt/Notarzt zu benachrichtigen, der die erforderlichen Maßnahmen einleitet.

Wenn Sie die Einnahme von Verapamil AL vergessen haben

Nehmen Sie beim n√§chsten Mal nicht die doppelte Menge von Verapamil AL ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern f√ľhren Sie die Einnahme, wie in der Dosierungsanleitung beschrieben bzw. vom Arzt verordnet fort.

Wenn Sie die Einnahme von Verapamil AL abbrechen

Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Verapamil AL nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.

Eine Beendigung der Behandlung mit Verapamil AL sollte nach längerer Behandlung grundsätzlich nicht plötzlich, sondern ausschleichend erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Selten: kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen Sehr selten: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt: H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Verminderung der Glukosetoleranz.

Psychiatrische Erkrankungen

H√§ufig: M√ľdigkeit, Nervosit√§t.

Erkrankungen des Nervensystems

H√§ufig: Schwindel, Benommenheit, Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheits- und K√§ltegef√ľhl in den Gliedma√üen (Par√§sthesien) und Zittern (Tremor).

Sehr selten: St√∂rungen im Bereich der unwillk√ľrlichen Bewegungsabl√§ufe (extrapyramidale Symptome: Parkinson-Syndrom, Choreoathetose, dystone Syndrome): Bilden sich nach bisherigen Erfahrungen nach Absetzen von Verapamil AL zur√ľck.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Ohrgeräusche (Tinnitus).

Herzerkrankungen

H√§ufig: Entstehung einer Herzmuskelschw√§che bzw. Verschlimmerung einer vorbestehenden Herzmuskelschw√§che, √ľberm√§√üiger Blutdruckabfall und/oder Beschwerden durch Blutdruckabfall beim Wechsel der K√∂rperlage vom Liegen oder Sitzen zum Stehen (orthostatische Regulationsst√∂rungen), Verlangsamung des Herzschlags mit einem Puls unter 50 Schl√§gen pro Minute (Sinusbradykardie), Erregungsleitungsst√∂rung im Herzen (AV-Block I. Grades), Wasseransammlungen im Bereich der Kn√∂chel (Kn√∂chel√∂deme), Gesichtsr√∂te (Flush), Hautr√∂tung und W√§rmegef√ľhl.

Gelegentlich: Herzklopfen (Palpitationen), erhöhte Herzschlagfolge (Tachykardie), schwere Erregungsleitungsstörungen im Herzen (AV-Block II. oder III. Grades).

Sehr selten: Herzstillstand.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr h√§ufig: √úbelkeit, V√∂llegef√ľhl, Verstopfung (Obstipation). Gelegentlich: Erbrechen.

Sehr selten: Darmverschluss (Ileus), Zahnfleischver√§nderungen (Wucherung, Entz√ľndung, Blutung): Bilden sich nach Absetzen von Verapamil AL zur√ľck.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Wahrscheinlich allergisch bedingte Leberentz√ľndung (Hepatitis) mit Erh√∂hung der leberspezifischen Enzyme: Bildet sich nach Absetzen von Verapamil AL zur√ľck.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Allergische Reaktionen wie Hautrötung (Erythem), Juckreiz (Pruritus), Nesselfieber (Urtikaria), Hautauschlag mit Flecken und Papeln (makulopapulöse Exantheme), schmerzhafte Rötungen und Schwellungen der Gliedmaßen (Erythromelalgie).

Selten: Punkt- oder fleckenf√∂rmige Haut- bzw. Schleimhautblutungen (Purpura). Sehr selten: Gewebeschwellungen, vor allem im Gesichtsbereich (angioneurotisches √Ėdem), schwere allergische Hautreaktion mit schwerer St√∂rung des Allgemeinbefindens (Stevens-Johnson-Syndrom), sonnenbrand√§hnliche Hautreaktionen (Photodermatitis).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelschwäche.

Sehr selten: Verschlimmerung bestimmter Muskelerkrankungen (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdr√ľse

Gelegentlich: Impotenz.

Selten: Vergr√∂√üerung der m√§nnlichen Brustdr√ľse (Gyn√§komastie) unter Langzeitbehandlung bei √§lteren Patienten: Bildet sich nach bisherigen Erfahrungen nach Absetzen von Verapamil AL zur√ľck.

Sehr selten: Erhöhung des die Milchbildung fördernden Hormons (Prolaktin) im Blut, Milchfluss (Galaktorrhoe).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Kopfschmerzen.

Hinweis:
- 10 -

Bei Patienten mit Herzschrittmacher kann eine Funktionsbeeinflussung unter Verapamilhydrochlorid nicht ausgeschlossen werden.

Gegenmaßnahmen
Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er √ľber den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Ma√ünahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung nach ‚Äěverwendbar bis‚Äú oder ‚Äěverw. bis‚Äú angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

F√ľr dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals √ľber das Abwasser (z.B. nicht √ľber die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

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Weitere Informationen

Was Verapamil AL 80 enthält

Der Wirkstoff ist: Verapamilhydrochlorid.

1 Filmtablette enthält 80 mg Verapamilhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Maisstärke, Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum.

Film√ľberzug: Glycerol, Hypromellose.

Wie Verapamil AL 80 aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, bikonvexe Filmtablette.

Verapamil AL 80 ist in Packungen mit 30, 50 und 100 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA¬ģ GmbH Gottlieb-Daimler-Stra√üe 19 ‚Äď D-89150 Laichingen info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel Rottendorf Pharma GmbH, Ostenfelder Str. 51-61, 59320 Ennigerloh

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt √ľberarbeitet im Januar 2021.

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Zuletzt aktualisiert: 24.08.2023

Quelle: Verapamil AL 80 - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Verapamil
Zulassungsland Deutschland
Hersteller ALIUD PHARMA GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 05.07.1984
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden