Ascorbinsäure (Vitamin C)

Ascorbinsäure (Vitamin C)
ATC Code A11GA01
Summenformel C6H8O6
Molare Masse (g·mol−1) 176,1241
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,65
Schmelzpunkt (°C) 191
PKS Wert 4,7
CAS-Nummer 50-81-7
PUB-Nummer 54670067
Drugbank ID DB00126
Löslichkeit löslich in Wasser

Grundlagen

Ascorbinsäure oder Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin, welches natürlich in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vorkommt. Für den menschlichen Organismus ist der Nährstoff essentiell, da er für die Erhaltung des Bindegewebes und der Knochen zuständig ist und an vielen Stoffwechselwegen beteiligt ist. Das Vitamin wirkt als Antioxidans, weil es die Zellen durch Abfangung schädlicher (Sauerstoff-)Verbindungen und Radikale schützt. Des Weiteren hemmt der Wirkstoff die Bildung von krebserregenden Nitrosaminen.

In der Pharmazie wird es zur Behandlung von Mangelzuständen eingesetzt und zur Kombination mit Eisenpräparaten verwendet, da Ascorbinsäure die Aufnahme von pflanzlichem Eisen im Darm erhöht. Vitamin C wird in Form von (Lutsch- und Brause-)Tabletten, Retardkapseln, Pulver und als Lösung zur Injektion im Handel vertrieben. Häufig ist, neben Eisen, auch eine Kombination mit Acetylsalicylsäure (Aspirin), anderen Vitaminen und Mineralstoffen.

Die Wirksamkeit zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten ist wissenschaftlich umstritten bzw. nicht eindeutig bewiesen.

Die Entdeckung des bekanntesten Vitamins führt auf die „Seefahrer-Krankheit“ Skorbut im 18. Jahrhundert zurück. Die Seefahrer litten wegen des Vitamin-C-Mangels unter Zahnfleischbluten, Zahnausfall, Muskelschwund und Herzmuskelschwäche. Am Ende des Jahrhunderts wurde frischer Zitronensaft als Behandlungsmittel erklärt und die Mitnahme von Zitrusfrüchten an Bord wurde verpflichtend. Die Entdeckung der Ascorbinsäure erfolgte erst 1933 durch den ungarischen Mediziner Albert Szent-Györgi und die Isolation durch den Briten Walter Harworth, welche beide für ihre Entdeckung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Als Cofaktor von enzymkatalysierten Reaktionen ist Vitamin C ein wichtiger Bestandteil vieler Stoffwechselvorgänge. Als antioxidativer Radikalfänger ist das Vitamin an vielen Redoxreaktionen beteiligt und wirkt hierbei als Reduktionsmittel.
Pflanzliches Eisen wird durch Ascorbinsäure reduziert und kann somit besser absorbiert werden. Da es an den Vorgängen der Kollagenbildung und Wundheilung teilnimmt, ist es auch für den Knochen- und Zahnaufbau verantwortlich.
Nebenbei wirkt der Nährstoff bei der Synthese der Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin mit.

Pharmakokinetik

Vitamin C wird durch passive Diffusion in den oberen Dünndarmabschnitten zu ca. 80% aufgenommen und zirkuliert im Plasma zu ca. 25% proteingebunden. Die Aufnahmemenge ist abhängig von der Dosierung, die resorbierte Menge reduziert sich mit steigenden Dosen. In der Leber wird die Ascorbinsäure zu Dehydroascorbinsäure oxidiert und hauptsächlich über die Niere ausgeschieden.

Kontraindikationen

Vitamin C ist kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit
  • Nierensteinen
  • Niereninsuffizienz, Nierenversagen
  • Eisen-Speichererkrankungen
  • Erthrozytärer Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel

Toxizität

Nebenwirkungen

Unerwünschte Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden können bei zu hoher Dosierung auftreten.

Toxikologische Daten

Folgen einer Hypervitaminose sind nicht bekannt.

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