Morphinsulfat AbZ 100 mg Retardtabletten

Abbildung Morphinsulfat AbZ 100 mg Retardtabletten
Wirkstoff(e) Morphin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller AbZ-Pharma GmbH
Betäubungsmittel Ja
Zulassungsdatum 27.11.2009
ATC Code N02AA01
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus Betäubungsmittel
Pharmakologische Gruppe Opioide

Zulassungsinhaber

AbZ-Pharma GmbH

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Morphin-ratiopharm 20mg/ml Injektionslösung Morphin Ratiopharm GmbH
Morphinsulfat-GRY 10 mg Retardtabletten Morphin TEVA GmbH
Morphinsulfat PS Pharma 100 mg Retardtabletten Morphin Dopiopharm GmbH
Morphin VIER PS Pharma 100 mg retard Morphin PS Marketing und Outsourcing GmbH
Morphinsulfat AbZ 30 mg Retardtabletten Morphin AbZ-Pharma GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Morphinsulfat AbZ 100 mg ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate.

Morphinsulfat AbZ 100 mg wird angewendet bei - starken und stärksten Schmerzen

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Morphinsulfat AbZ 100 mg darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Morphin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
  • bei bestehendem Darmverschluss (Ileus)
  • bei unklaren akuten schmerzhaften Bauchbeschwerden (akutes Abdomen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Morphinsulfat AbZ 100 mg einnehmen,

  • bei Abh√§ngigkeit von Opioiden
  • bei Bewusstseinsst√∂rungen
  • bei Krankheitszust√§nden, bei denen eine St√∂rung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss
  • bei ver√§ndertem Herz (Cor pulmonale) infolge chronischer √úberlastung des Lungenkreislaufes
  • bei Zust√§nden mit erh√∂htem Hirndruck
  • bei niedrigem Blutdruck, verbunden mit geringer zirkulierender Blutmenge (Hypotonie bei Hypovol√§mie)
  • bei vergr√∂√üerter Vorsteherdr√ľse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung (Gefahr der Blasenruptur (Riss der Harnblase) durch Harnverhalt)
  • bei Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege
  • bei Gallenwegserkrankungen
  • bei obstruktiven (mit Verengungen einhergehenden) und entz√ľndlichen Darmerkrankungen
  • bei einem Tumor der Nebenniere (Ph√§ochromozytom)
  • bei Entz√ľndung der Bauchspeicheldr√ľse (Pankreatitis)
  • bei Schilddr√ľsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • bei epileptischem Anfallsleiden oder erh√∂hter Neigung zu Krampfanf√§llen
  • bei Drogen- oder Alkoholabh√§ngigkeit in der Vergangenheit. Geben Sie ebenfalls Bescheid, wenn Sie das Gef√ľhl haben, dass Sie abh√§ngig von Morphinsulfat AbZ 100 mg werden, w√§hrend Sie es anwenden. In diesem Fall kann es zum Beispiel sein, dass Sie begonnen haben, viel dar√ľber nachzudenken, wann Sie die n√§chste Dosis einnehmen k√∂nnen, selbst wenn Sie sie nicht zur Linderung der Schmerzen ben√∂tigen.
  • bei Sichelzellenkrankheit.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn während der Einnahme von Morphinsulfat AbZ 100 mg folgende Symptome auftreten:

  • erh√∂hte Schmerzempfindlichkeit trotz der Tatsache, dass Sie h√∂here Dosen einnehmen (Hyperalgesie). Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Dosis ge√§ndert oder das starke Analgetikum (‚ÄěSchmerzmittel‚Äú) umgestellt werden muss.
  • Schw√§che, Ersch√∂pfung, Appetitlosigkeit, √úbelkeit, Erbrechen oder niedriger Blutdruck. Dies kann ein Symptom einer zu geringen Produktion des Hormons Kortisol in den Nebennieren sein, und m√∂glicherweise m√ľssen Sie ein Hormonerg√§nzungsmittel einnehmen.
  • Vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsst√∂rungen, Ausbleiben der monatlichen Regelblutung. Dies kann auf eine verminderte Produktion von Sexualhormonen zur√ľckzuf√ľhren sein.
  • Entzugssymptome oder Abh√§ngigkeit. Die h√§ufigsten Entzugssymptome sind in Abschnitt 3 genannt. Wenn dies der Fall ist, kann Ihr Arzt die Art des Arzneimittels √§ndern oder die Dauer zwischen den Dosen √§ndern.

Bei chronischen Schmerzpatienten ist das Risiko psychischer Abhängigkeit bei bestimmungsgemäßer Anwendung deutlich reduziert bzw. differenziert zu bewerten.

Morphinsulfat AbZ 100 mg wird vor und innerhalb 24 Stunden nach Operationen nicht empfohlen (erh√∂htes Risiko f√ľr Darml√§hmungen oder Atemd√§mpfung).

Worauf m√ľssen Sie noch achten?

Verstopfung ist unter einer Morphinbehandlung h√§ufig. Gerade wenn Sie vor Beginn der Einnahme schon Probleme mit dem Stuhlgang hatten, sollten Sie von Anfang an ein Abf√ľhrmittel nehmen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Männer im zeugungsfähigen und Frauen im gebärfähigen Alter
Wegen der erbgutver√§ndernden Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff bei M√§nnern im zeugungsf√§higen bzw. Frauen im geb√§rf√§higen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verh√ľtung sichergestellt ist.

Kinder
F√ľr Kinder unter 12 Jahren ist Morphinsulfat AbZ 100 mg im Allgemeinen nicht geeignet, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist. Dar√ľber hinaus liegen zur Anwendung von Dosisst√§rken mit weniger als 100 mg Morphin bei Kindern unter 12 Jahren keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor.

√Ąltere Menschen
Bei √§lteren Menschen ist Morphinsulfat AbZ 100 mg besonders vorsichtig zu dosieren (siehe Abschnitt 3. ‚ÄěWie ist Morphinsulfat AbZ 100 mg einzunehmen?‚Äú).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken
Die Anwendung von Morphinsulfat AbZ 100 mg kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen f√ľhren. Die Anwendung von Morphinsulfat AbZ 100 mg als Dopingmittel kann zu einer Gef√§hrdung der Gesundheit f√ľhren.

Einnahme von Morphinsulfat AbZ 100 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben, oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen zentral d.h. auf die Gehirnfunktion d√§mpfend wirkenden Arzneimitteln [wie Arzneimittel gegen Angstst√∂rungen (Tranquilizer), gegen Depressionen (Antidepressiva), gegen psychische St√∂rungen (Neuroleptika), zur Narkose (An√§sthetika), gegen Schlafst√∂rungen (Hypnotika, Sedativa, Barbiturate), gegen Allergien oder Reisekrankheit (Antihistaminika/Antiemetika) oder andere stark wirksame Schmerzmittel (Opioide)] kann zu einer Verst√§rkung der Nebenwirkungen von Morphin, insbesondere Beeintr√§chtigung der Atemfunktion, f√ľhren.

Die gleichzeitige Anwendung von Morphinsulfat AbZ 100 mg und Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel erh√∂ht das Risiko f√ľr Schl√§frigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsm√∂glichkeiten gibt. Wenn Ihr Arzt jedoch Morphinsulfat AbZ 100 mg zusammen mit sedierenden Arzneimitteln verschreibt, sollten die Dosis und die Dauer der begleitenden Behandlung von Ihrem Arzt begrenzt werden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt √ľber alle sedierenden Arzneimittel, die Sie einnehmen und halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Es k√∂nnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte dar√ľber zu informieren, bei Ihnen auf die oben genannten Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome bei Ihnen auftreten.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Arzneimittel gegen Allergien, Erbrechen oder Parkinsonsche Krankheit) können anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstärken (z. B. Verstopfung, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen).

Durch Cimetidin (Mittel zur Behandlung von Magengeschw√ľren) und andere den Leberstoffwechsel belastende Arzneimittel k√∂nnen durch Hemmung des Abbaus erh√∂hte Morphin-Konzentrationen im Blut auftreten.

Morphinsulfat AbZ 100 mg sollte nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Arzneimitteln, die gegen Depressionen wirken) verabreicht werden. Bei Gabe von MAO-Hemmstoffen innerhalb der letzten 14 Tage vor einer Gabe eines anderen Opioids (Pethidin) sind lebensbedrohende Wechselwirkungen beobachtet worden, die das Gehirn (Zentralnervensystem) sowie Atmungs- und Kreislauffunktion betrafen. Dieselben Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern sind bei Morphinsulfat AbZ 100 mg nicht auszuschließen.

Durch Morphin kann die Wirkung von muskelentspannenden Arzneimitteln (Muskelrelaxantien) verstärkt werden.

Die Wirkung einiger Arzneimittel zur Behandlung von Blutgerinnseln (z. B. Clopidogrel, Prasugrel, Ticagrelor) kann bei gleichzeitiger Einnahme mit Morphin verzögert und vermindert sein.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose) kann es zu einer Abschwächung der Morphinwirkung kommen.

Einnahme von Morphinsulfat AbZ 100 mg zusammen mit Alkohol

Die Einnahme von Alkohol w√§hrend der Behandlung mit Morphinsulfat AbZ 100 mg kann zu verst√§rkter Schl√§frigkeit f√ľhren oder das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erh√∂hen, wie flache Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust. Es wird empfohlen, w√§hrend der Einnahme von Morphinsulfat AbZ 100 mg keinen Alkohol zu trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft
Da aus Tierstudien Hinweise auf Sch√§digungen der Nachkommen Morphin-behandelter M√ľtter vorliegen, d√ľrfen Sie Morphinsulfat AbZ 100 mg in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dass Ihr behandelnder Arzt dies f√ľr zwingend notwendig erachtet und den Nutzen f√ľr Sie deutlich h√∂her einsch√§tzt als das Risiko f√ľr das Kind.

Wegen der erbgutver√§ndernden Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff M√§nnern und Frauen im zeugungs- und geb√§rf√§higen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verh√ľtung sichergestellt ist.

Wird Morphinsulfat AbZ 100 mg √ľber einen l√§ngeren Zeitraum w√§hrend der Schwangerschaft angewendet, besteht das Risiko, dass beim Neugeborenen Entzugssymptome (Abstinenzsymptome) auftreten, die durch einen Arzt behandelt werden sollten.

Stillzeit
Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und kann beim Säugling wirksame Konzentrationen erreichen. Vom Stillen wird daher abgeraten.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Morphinsulfat AbZ 100 mg kann die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt reagieren.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B. Autofahren (siehe unten) können. Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten. Fahren Sie dann nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie dann keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie dann nicht ohne sicheren Halt!

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dosierung von Morphinsulfat AbZ 100 mg muss der Stärke der Schmerzen und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden.

Initial wird die Behandlung mit einem nicht retardierten Morphin (Tablette oder Lösung) begonnen, um diejenige Dosis zu ermitteln, mit der eine angemessene Schmerzkontrolle erzielt wird. Danach wird der Patient auf die entsprechende Tagesdosis Morphinsulfat AbZ 100 mg umgestellt. Weiter bestehende Schmerzen (Durchbruchschmerzen) sind mit einer unretardierten Darreichungsform von Morphin (Tablette oder Lösung) zu behandeln.

Retardiertes Morphin wird in der Regel in einem 12-Stunden-Intervall eingenommen. Dabei hängt die Dosierung von der Schwere der Schmerzen sowie vom Alter des Patienten und dessen bisherigem Analgetikabedarf ab.

Die empfohlene Dosis beträgt:
Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren:

1 Retardtablette Morphinsulfat AbZ 100 mg 2-mal täglich (entsprechend 150 mg Morphin/Tag).

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen:

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Verdacht auf verzögerte Magen- Darm-Passage soll Morphinsulfat AbZ 100 mg besonders vorsichtig dosiert werden.

√Ąltere Patienten:

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem körperlichen Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder längere Dosisintervalle zu wählen sind. Gegebenenfalls ist auf geringere Wirkstoffstärken auszuweichen.

Besondere Hinweise zur Dosiseinstellung:
Zur ersten Dosiseinstellung sollten schnell freisetzende Morphinzubereitungen genutzt werden. F√ľr eine Neueinstellung der Dosis kommen gegebenenfalls Darreichungsformen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Anwendung, eventuell auch zus√§tzlich zu einer bestehenden Therapie mit Retardtabletten.

Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.

Sollten Sie sich einer anderen zusätzlichen Schmerzbehandlung unterziehen (z. B. Operation, Plexusblockade), so wird nach dem Eingriff die Dosis neu einzustellen sein. Dies wird im gegebenen Fall durch Ihren Arzt geschehen.

Hinweise zur Dauer der Behandlung:
Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt in Abhängigkeit von den Schmerzbeschwerden.

Morphinsulfat AbZ 100 mg sollte auf keinen Fall l√§nger als unbedingt notwendig angewendet werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine l√§nger dauernde Schmerzbehandlung mit Morphinsulfat AbZ 100 mg erforderlich erscheint, sollte eine sorgf√§ltige und in kurzen Abst√§nden regelm√§√üige √úberpr√ľfung erfolgen (gegebenenfalls durch Einlegen von Anwendungspausen), ob und inwieweit ein medizinisches Erfordernis weiter besteht. Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen auszuweichen.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben.

Art der Anwendung Zum Einnehmen.

Die Retardtabletten sind unzerkaut, unzerkleinert und ungeteilt mit ausreichend Fl√ľssigkeit - unabh√§ngig von den Mahlzeiten - einzunehmen, wobei sich die Einnahme morgens und abends empfiehlt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Morphinsulfat AbZ 100 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Morphinsulfat AbZ 100 mg eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie mehr Morphinsulfat AbZ 100 mg als verordnet eingenommen haben, sollten Sie sofort den nächsten erreichbaren Arzt informieren.

Im Einzelnen k√∂nnen auftreten: enge Pupillen, Bewusstseinsst√∂rungen bis zum Koma, Blutdruckabfall bis hin zum Schock, Steigerung der Herzfrequenz, Schwindel, Lungenentz√ľndung durch Einatmen von Erbrochenem oder Fremdk√∂rpern (Symptome k√∂nnen Atemnot, Husten und Fieber sein). Bei Personen, die eine √úberdosis eingenommen haben, k√∂nnen au√üerdem Atembeschwerden auftreten, die zu Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod f√ľhren.

Keinesfalls d√ľrfen Sie sich in Situationen begeben, die erh√∂hte Aufmerksamkeit erfordern, z. B. Autofahren.

Folgende Maßnahmen bei Überdosierung sind bis zum Eintreffen eines Arztes sinnvoll: Wachhalten, Atembefehle geben, Atemhilfe.

Wenn Sie die Einnahme von Morphinsulfat AbZ 100 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie eine geringere Dosis als vorgesehen von Morphinsulfat AbZ 100 mg eingenommen oder die Einnahme ganz vergessen haben, so f√ľhrt dies zu einer mangelhaften bzw. fehlenden Schmerzlinderung. Sollten Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, so k√∂nnen Sie diese nachholen, wenn die n√§chste regul√§re Einnahme in mehr als 8 Stunden vorgesehen war. In so einem Fall k√∂nnen Sie Ihren √ľblichen Einnahmeplan beibehalten.

Ist der Zeitraum zur n√§chsten Einnahme k√ľrzer als 8 Stunden, nehmen Sie Morphinsulfat AbZ 100 mg auch. In diesem Fall verschiebt sich aber ihr urspr√ľnglicher Einnahmeplan. Bitte sprechen Sie √ľber das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt. Grunds√§tzlich sollten Sie nicht h√§ufiger als alle 12 Stunden Morphinsulfat AbZ 100 mg einnehmen. Keinesfalls sollten Sie die doppelte Einzeldosis einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Morphinsulfat AbZ 100 mg abbrechen

Beenden Sie die Behandlung mit Morphinsulfat AbZ 100 mg nur nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt. Wenn Sie die Behandlung mit Morphinsulfat AbZ 100 mg beenden m√∂chten, fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die Dosis langsam verringern k√∂nnen, damit Sie Entzugserscheinungen vermeiden k√∂nnen. Entzugserscheinungen k√∂nnen K√∂rperschmerzen, Zittern, Durchfall, Bauchschmerzen, √úbelkeit, grippe√§hnliche Symptome, schneller Herzschlag und gro√üe Pupillen sein. Psychische Symptome sind ein ausgepr√§gtes Gef√ľhl der Unzufriedenheit, Angst und Reizbarkeit.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Wichtige Nebenwirkungen oder Symptome, auf die zu achten ist, und was zu tun ist, wenn Sie betroffen sind:

  • Schwere allergische Reaktion, die Atemnot oder Schwindel verursacht.
  • Morphin f√ľhrt dosisabh√§ngig zu einer Atemd√§mpfung und Beruhigung in unterschiedlichem Ausma√ü von leichter M√ľdigkeit bis zur Benommenheit.

Wenn Sie von diesen wichtigen Nebenwirkungen betroffen sind, wenden Sie sich unverz√ľglich an einen Arzt.

Weitere mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen) Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen) Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Nicht bekannt (H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar)

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Sehr selten: Zittern (Tremor), unwillk√ľrliches Muskelzucken, epileptische Krampfanf√§lle.

Insbesondere bei hoher Dosierung erhöhte Schmerzempfindlichkeit, die nicht auf eine weitere Dosiserhöhung von Morphin anspricht.

Psychische Störungen

Morphin zeigt vielfältig psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten.

Sehr häufig: Stimmungsveränderungen, meist gehobene (Euphorie) aber auch missmutige Verstimmung (Dysphorie).

H√§ufig: Ver√§nderungen der Aktiviertheit (meist D√§mpfung, aber auch Steigerung der Erregungszust√§nde), Schlaflosigkeit und St√∂rungen im Denken und F√ľhlen (z. B. Denkst√∂rungen, Wahrnehmungsst√∂rungen/Halluzinationen, Verwirrtheit).

Sehr selten: Abh√§ngigkeit (siehe auch Abschnitt 2. ‚ÄěWarnhinweise und Vorsichtsma√ünahmen‚Äú), Verminderung der Libido oder Potenzschw√§che.

Augen

Sehr selten: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern.

Pupillenverengung ist ein typischer Begleiteffekt.

Magen-Darm-Trakt

Dosisabhängig können Übelkeit und Mundtrockenheit auftreten.

Bei Dauerbehandlung ist Verstopfung ein typischer Begleiteffekt.

Häufig: Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und Geschmacksveränderungen.

Selten: Erh√∂hung der Pankreasenzyme bzw. eine Entz√ľndung der Bauchspeicheldr√ľse (Pankreatitis).

Sehr selten: Darmverschluss, Bauchschmerzen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Gallenkoliken.

Sehr selten: Erhöhung leberspezifischer Enzyme.

Nieren und Harnwege

Häufig: Störungen bei der Blasenentleerung.

Selten: Nierenkoliken.

Bewegungsapparat

Sehr selten: Muskelkrämpfe, Muskelstarre.

Atemwege

Selten: Krämpfe der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmen).

Sehr selten: Atemnot (Dyspnoe).

Bei intensivmedizinisch behandelten Patienten sind Wasseransammlungen in der Lunge, die nicht auf einer Störung der Herzfunktion beruhten (nicht-kardiogen bedingte Lungenödeme) beobachtet worden.

Haut, allergische Reaktionen

Häufig: Schwitzen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz (Pruritus).

Sehr selten: Andere Hautausschl√§ge (Exantheme) und Wasseransammlung im Gewebe (periphere √Ėdeme) - bilden sich nach Absetzen zur√ľck.

Herz-Kreislauf-System

Gelegentlich: Klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz.

Es können Gesichtsrötungen, Herzklopfen, allgemeine Schwäche bis hin zum Ohnmachtsanfall und Herzversagen auftreten.

Allgemeine Erkrankungen

Es kann zu einer Gewöhnung und eventuell zum Nachlassen der Wirksamkeit (Toleranzentwicklung) kommen.

Selten: Entzugssymptome (Symptome siehe Abschnitt 3. ‚ÄěWenn Sie die Anwendung von

Morphinsulfat AbZ 100 mg abbrechen“).

Sehr selten: Schw√§che (Asthenie), Unwohlsein, Sch√ľttelfrost. Ausbleiben der Regelblutung. Zahnver√§nderungen, wobei jedoch ein urs√§chlicher Zusammenhang zur Morphin- Behandlung nicht hergestellt werden kann.

Hormonelle Störungen

Sehr selten: Es kann ein Syndrom der unangemessenen Freisetzung eines die Wasserausschwemmung steuernden Hormons ausgelöst werden (SIADH); Leitsymptom: Natriummangel (Hyponatriämie).

Gegenmaßnahmen
Sollten Sie Anzeichen einer der oben geschilderten, schwerwiegenden Nebenwirkungen bei sich beobachten, rufen Sie den n√§chst erreichbaren Arzt zu Hilfe. Bei anderen unerw√ľnschten Wirkungen sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt √ľber die weitere Behandlung.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach ‚ÄěVerwendbar bis‚Äú angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht √ľber 25 ¬įC lagern.

Im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu sch√ľtzen.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals √ľber das Abwasser (z. B. nicht √ľber die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

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Weitere Informationen

Was Morphinsulfat AbZ 100 mg enthält

  • Der Wirkstoff ist: Morphinsulfat
    Jede Retardtablette enthält 100 mg Morphinsulfat entsprechend 75 mg Morphin.
  • Die sonstigen Bestandteile sind:
    Hypromellose, Stearinsäure, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Macrogol 400, Titandioxid (E 171), Eisen(II,III)oxid (E 172).

Wie Morphinsulfat AbZ 100 mg aussieht und Inhalt der Packung

Morphinsulfat AbZ 100 mg ist eine gebrochen-wei√üe Tablette mit Aufschrift ‚Äě100‚Äú.

Morphinsulfat AbZ 100 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Retardtabletten erhältlich. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

AbZ-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt √ľberarbeitet im Juli 2020.

AbZ-Pharma w√ľnscht Ihnen gute Besserung!

Versionscode: Z07

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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2022

Quelle: Morphinsulfat AbZ 100 mg Retardtabletten - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Morphin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller AbZ-Pharma GmbH
Betäubungsmittel Ja
Zulassungsdatum 27.11.2009
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden