MST 60 mg Retard-Granulat

Abbildung MST 60 mg Retard-Granulat
Wirkstoff(e) Morphin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Mundipharma Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 25.04.1997
ATC Code N02AA01
Pharmakologische Gruppe Opioide

Zulassungsinhaber

Mundipharma Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat wird angewendet bei starken und stärks- ten Schmerzen.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat darf NICHT eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Morphin, Ponceau 4R (E124) oder einem der in Abschnitt 6 ge- nannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • bei bestehendem Darmverschluss (Ileus),
  • bei unklaren akuten schmerzhaften Bauchbeschwerden (akutes Abdomen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie MST 20/30/60/100/200 mg Retard- Granulat anwenden:

  • bei Abh√§ngigkeit von Opioiden,
  • bei Bewusstseinsst√∂rungen,
  • bei Krankheitszust√§nden, bei denen eine St√∂rung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss,
  • bei ver√§ndertem Herz (Cor pulmonale) infolge chronischer √úberlastung des Lungenkreislau- fes,
  • bei Zust√§nden mit erh√∂htem Hirndruck,
  • bei niedrigem Blutdruck, verbunden mit geringer zirkulierender Blutmenge (Hypotension bei Hypovol√§mie),
  • bei vergr√∂√üerter Vorsteherdr√ľse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung wegen Gefahr der Blasenruptur (Riss der Harnblase) durch Harnverhalt,
  • bei Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege,
  • bei Gallenwegserkrankungen,
  • bei obstruktiven (mit Verengungen einhergehenden) und entz√ľndlichen Darmerkrankungen,
  • bei Tumor der Nebenniere (Ph√§ochromozytom),
  • bei Entz√ľndung der Bauchspeicheldr√ľse (Pankreatitis),
  • bei schwerer Beeintr√§chtigung der Nierenfunktion,
  • bei Schilddr√ľsenunterfunktion (Hypothyreose),
  • bei epileptischem Anfallsleiden oder erh√∂hter Neigung zu Krampfanf√§llen,
  • wenn Sie Medikamente einnehmen, die d√§mpfend auf die Gehirnfunktion wirken (siehe Ab- schnitt ‚ÄěAnwendung von MST 20/30/60/100/200 mg mit anderen Arzneimitteln‚Äú).

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn während der Anwendung von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat folgende Symptome bei Ihnen auftreten:

  • Bei l√§ngerfristiger Anwendung von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat kann es zur Entwicklung einer Gew√∂hnung (Toleranz) mit dem Erfordernis h√∂herer Dosen zum Erzielen des erw√ľnschten analgetischen Effektes kommen. Die chronische Anwendung von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat kann zu k√∂rperlicher (physischer) Abh√§ngigkeit f√ľhren, und bei abrupter Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom auftreten. Wenn die The- rapie mit Morphin nicht mehr l√§nger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis all- m√§hlich zu reduzieren, um das Auftreten der Symptome eines Entzugssyndroms zu vermeiden. Die h√§ufigsten Entzugssymptome sind in Abschnitt 3 genannt. Wenn diese bei Ihnen auftreten, kann Ihr Arzt die Art des Arzneimittels √§ndern oder die Dauer zwischen den Dosen √§ndern.
  • Der Wirkstoff Morphinsulfat besitzt √§hnlich wie andere stark wirksame Opioide (starke Schmerzmittel) ein Missbrauchspotenzial. Die Entwicklung einer psychischen Abh√§ngigkeit ist m√∂glich. In diesem Fall kann es zum Beispiel sein, dass Sie begonnen haben, viel dar√ľber nachzudenken, wann Sie die n√§chste Dosis einnehmen k√∂nnen, selbst wenn Sie sie nicht zur Linderung Ihrer Beschwerden ben√∂tigen. Daher ist MST 20/30/60/100/200 mg Retard- Granulat von Patienten mit bestehendem oder ehemaligem Alkohol- oder Arzneimittelmiss- brauch nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden.
  • MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat wird vor und innerhalb 24 Stunden nach Opera- tionen nicht empfohlen (erh√∂htes Risiko f√ľr Darml√§hmungen oder Atemd√§mpfung).
  • Erh√∂hte Schmerzempfindlichkeit trotz der Tatsache, dass Sie h√∂here Dosen einnehmen (Hy-
    peralgesie). Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Dosis geändert oder das starke Analgetikum
    (‚ÄěSchmerzmittel‚Äú) umgestellt werden muss.
  • Schw√§che, Ersch√∂pfung, Appetitlosigkeit, √úbelkeit, Erbrechen oder niedriger Blutdruck. Dies k√∂nnen Symptome einer zu geringen Produktion des Hormons Kortisol in den Neben- nieren sein, und m√∂glicherweise m√ľssen Sie ein Hormonerg√§nzungsmittel einnehmen.
  • Vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsst√∂rungen, Ausbleiben der monatlichen Regel- blutung. Dies kann auf eine verminderte Produktion von Sexualhormonen zur√ľckzuf√ľhren sein.

Worauf m√ľssen Sie noch achten

Verstopfung ist unter einer Morphinbehandlung h√§ufig. Gerade wenn Sie vor Beginn der Einnah- me schon Probleme mit dem Stuhlgang hatten, sollten Sie von Anfang an ein Abf√ľhrmittel neh- men. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Männer im zeugungsfähigen und Frauen im gebärfähigen Alter

Wegen der erbgutver√§ndernden Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff bei M√§nnern im zeugungsf√§higen bzw. Frauen im geb√§rf√§higen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verh√ľtung sichergestellt ist.

Kinder

F√ľr Kinder unter 12 Jahren ist MST 100/200 mg Retard-Granulat im Allgemeinen nicht geeignet, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist. Dar√ľber hinaus liegen zur Anwendung von MST

20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat bei Kindern unter 12 Jahren keine ausreichend dokumentier- ten Erfahrungen vor.

√Ąltere Menschen

Bei √§lteren Menschen ist MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat besonders vorsichtig zu do- sieren (siehe Abschnitt ‚ÄěWie ist MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat einzunehmen‚Äú).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen f√ľhren.

Einnahme von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat zusammen mit anderen Arznei- mitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / an- wenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht ver- schreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen zentral d. h. auf die Gehirnfunktion dämpfend wirkenden Arzneimitteln [wie Arzneimittel gegen Angststörungen (Tranquili- zer/Anxiolytika), gegen Depressionen (Antidepressiva), gegen psychische Störungen (Neurolepti- ka wie z. B. Phenothiazine), zur Narkose (Anästhetika), gegen Schlafstörungen (Hypnotika, Seda- tiva wie z. B. Benzodiazepine, Barbiturate), Gabapentin, gegen Allergien oder Reisekrankheit (Antihistaminika/Antiemetika) oder andere stark wirksame Schmerzmittel (Opioide)]

kann zu einer Verst√§rkung der Nebenwirkungen von Morphin f√ľhren. Dies betrifft vor allem die Beeintr√§chtigung der Atemfunktion, ausgepr√§gte Sedierung, Blutdruckabfall oder Koma sowie unter Umst√§nden einen t√∂dlichen Ausgang. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur dann in Erw√§gung gezogen werden, wenn andere Behandlungsm√∂glichkeiten nicht infrage kommen. Wenn Ihr Arzt dennoch MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat zusammen mit Be- ruhigungsmitteln verschreibt, sollte er die Dosis und Dauer der gleichzeitigen Behandlung be- schr√§nken. Bitte informieren Sie Ihren Arzt √ľber alle Beruhigungsmittel, die Sie einnehmen, und befolgen Sie genau die Dosisempfehlungen Ihres Arztes. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Ver- wandte auf die vorstehend genannten Anzeichen und Symptome achten zu lassen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn derartige Symptome bei Ihnen auftreten.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Arzneimittel gegen Allergien, Erbrechen oder Parkinsonsche Krankheit) können anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstärken (z. B. Verstopfung, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen).

Durch Cimetidin (Mittel zur Behandlung von Magengeschw√ľren) und andere den Leberstoffwech- sel belastende Arzneimittel k√∂nnen durch Hemmung des Abbaus erh√∂hte Konzentrationen von Morphin im Blut auftreten.

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat sollte nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Arz- neimitteln, die gegen Depressionen wirken) verabreicht werden. Bei Gabe von MAO- Hemmstoffen innerhalb der letzten 14 Tage vor einer Gabe eines anderen Opioids (Pethidin) sind lebensbedrohende Wechselwirkungen beobachtet worden, die das Gehirn (Zentralnervensystem) sowie Atmungs- und Kreislauffunktion betrafen. Dieselben Wechselwirkungen mit MAO- Hemmern sind bei MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat nicht auszuschließen.

Durch Morphin kann die Wirkung von muskelentspannenden Arzneimitteln (Muskelrelaxantien) verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose) kann es zu einer Abschwächung der Morphinwirkung kommen.

Die Wirkung einiger Arzneimittel zur Behandlung von Blutgerinnseln (z. B. Clopidogrel, Prasugrel, Ticagrelor) kann bei gleichzeitiger Einnahme mit Morphin verzögert und vermindert sein.

Einnahme von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Einnahme von Alkohol w√§hrend der Behandlung mit MST 20/30/60/100/200 mg Retard- Granulat kann zu verst√§rkter Schl√§frigkeit f√ľhren oder das Risiko schwerwiegender Nebenwirkun- gen erh√∂hen, wie flache Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlusts. Es wird empfohlen, w√§hrend der Einnahme von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat kei- nen Alkohol zu trinken.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsich- tigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Da aus Tierstudien Hinweise auf Sch√§digungen der Nachkommen Morphin-behandelter M√ľtter vorliegen, d√ľrfen Sie MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dass Ihr behandelnder Arzt dies f√ľr zwingend notwendig erachtet und den Nutzen f√ľr Sie deutlich h√∂her einsch√§tzt als das Risiko f√ľr das Kind. Wegen der erbgutver√§ndern- den Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff M√§nnern und Frauen im zeugungs- und geb√§rf√§higen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verh√ľtung sichergestellt ist.

Wenn Sie während der Schwangerschaft Morphin eingenommen haben, sollte bei Ihrem Neugebo- renen auf Anzeichen einer nicht ausreichenden, d. h. deutlich abgeflachten und verlangsamten At- mung (Atemdepression) oder eines Entzugssyndroms geachtet werden. Derartige Entzugserschei- nungen können sich in Symptomen wie z. B. hochfrequentes Schreien, Reizbarkeit und Unruhe, Muskelzittern, Probleme beim Stillen und Schwitzen äußern. Diese Symptome sollten durch einen Arzt behandelt werden.

Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und kann beim Säugling wirksame Konzentratio- nen erreichen. Vom Stillen wird daher abgeraten.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat kann die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermö- gen beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt reagieren.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B. Autofahren (sie- he unten) können. Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Do- siserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten. Fahren Sie dann nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedie- nen Sie dann keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie dann nicht ohne siche- ren Halt!

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Die Dosierung von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat muss der Stärke der Schmerzen

und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden.

Initial wird die Behandlung mit einem nicht retardierten Morphin (Tablette oder Lösung) begon- nen, um diejenige Dosis zu ermitteln, mit der eine angemessene Schmerzkontrolle erzielt wird. Danach wird der Patient auf die entsprechende Tagesdosis MST 20/30/60/100/200 mg Retard- Granulat umgestellt. Weiterbestehende Schmerzen (Durchbruchschmerzen) sind mit einer unretar- dierten Darreichungsform von Morphin (Tablette oder Lösung) zu behandeln.

Retardiertes Morphin wird in der Regel in einem 12-Stunden-Intervall eingenommen. Dabei hängt die Dosierung von der Schwere der Schmerzen sowie vom Alter des Patienten und dessen bisheri- gem Analgetikabedarf ab.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis bei Erwachsenen und Jugend- lichen ab 12 Jahren:
1 Beutel MST 20 mg Retard-Granulat 2-mal täglich (entsprechend 30 mg Morphin/Tag); 1 Beutel MST 30 mg Retard-Granulat 2-mal täglich (entsprechend 45 mg Morphin/Tag); 1 Beutel MST 60 mg Retard-Granulat 2-mal täglich (entsprechend 90 mg Morphin/Tag);

1 Beutel MST 100 mg Retard-Granulat 2-mal täglich (entsprechend 150 mg Morphin/Tag); 1 Beutel MST 200 mg Retard-Granulat 2-mal täglich (entsprechend 300 mg Morphin/Tag).

MST 200 mg Retard-Granulat ist insbesondere zur Beherrschung von Tumorschmerzen f√ľr diejeni- gen Patienten gedacht, die Morphin tolerieren und eine Tagesdosis von mehr als 200 mg Morphin ben√∂tigen.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt in Abhängigkeit von den Schmerzbeschwer- den.

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat sollte auf keinen Fall l√§nger als unbedingt notwendig angewendet werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine l√§nger dauernde Schmerzbehandlung mit MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat erforderlich erscheint, sollte eine sorgf√§ltige und in kurzen Abst√§nden regelm√§√üige √úberpr√ľfung erfolgen (gegebenenfalls

durch Einlegen von Anwendungspausen siehe Abschnitt ‚ÄěWenn Sie die Einnahme von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat abbrechen‚Äú), ob und inwieweit ein medizinisches Erforder-

nis weiterbesteht. Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen auszuweichen.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vor- zug zu geben.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Verdacht auf verzögerte Ma- gen-Darm-Passage soll MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat besonders vorsichtig dosiert werden.

√Ąltere Patienten

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem kör- perlichen Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder längere Dosisintervalle zu wählen sind. Gegebenenfalls ist auf geringere Wirkstoffstärken auszuweichen.

Besondere Hinweise zur Dosiseinstellung

Zur ersten Dosiseinstellung sollten schnell freisetzende Morphinzubereitungen genutzt werden. F√ľr eine Neueinstellung der Dosis kommen gegebenenfalls Darreichungsformen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Anwendung, eventuell auch zus√§tzlich zu einer bestehenden Therapie mit Retardtabletten.

Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im Einzel- fall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.

Sollten Sie sich einer anderen zusätzlichen Schmerzbehandlung unterziehen (z. B. Operation, Ple- xusblockade), so wird nach dem Eingriff die Dosis neu einzustellen sein. Dies wird im gegebenen Fall durch Ihren Arzt geschehen.

Der Inhalt des Beutels kann in Wasser einger√ľhrt und getrunken, √ľber weiche Nahrung, z. B. Jo- ghurt, gestreut, oder √ľber eine Ern√§hrungssonde verabreicht werden, wobei sich die Einnahme morgens und abends empfiehlt.

Das Retard-Granulat kann √ľber Ern√§hrungssonden ab der Gr√∂√üe CH 8 verabreicht werden. Dazu geben Sie bitte das Retard-Granulat in ein Gef√§√ü, f√ľgen pro Beutelinhalt mindestens St√§rke 20/30/60 mg ‚Äď 20 ml, St√§rke 100 mg ‚Äď 40 ml, St√§rke 200 mg ‚Äď 50 ml Wasser hinzu und r√ľhren um. Die homogene Suspension ziehen Sie in eine Spritze auf, setzen diese auf die Sonde und applizie- ren die Suspension. Abschlie√üend sp√ľlen Sie wie gewohnt nach. Achten Sie bitte darauf, dass kei- ne Granulatreste in dem Ansatzgef√§√ü oder der Spritze verbleiben.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wir- kung von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat als verordnet eingenommen haben, sollten Sie sofort den nächsten erreichbaren Arzt informieren.

Im Einzelnen k√∂nnen auftreten: enge Pupillen, Beeintr√§chtigung der Atmung bis zum Atemstill- stand, Bewusstseinsst√∂rungen bis zum Koma, Blutdruckabfall bis hin zum Schock, Steigerung der Herzfrequenz, Krampfanf√§lle sowie Muskelsch√§digung bis hin zum Muskelzerfall (ggf. mit der Folge eines Nierenversagens). Es kann eine Lungenentz√ľndung (m√∂gliche Symptome: Atemnot, Husten und Fieber) auftreten, welche durch Einatmen von Erbrochenem oder festen Bestandteilen ausgel√∂st wird. Die √úberdosierung starker Opioide kann zu einem t√∂dlichen Ausgang f√ľhren. Keinesfalls d√ľrfen Sie sich in Situationen begeben, die erh√∂hte Aufmerksamkeit erfordern, z. B. Autofahren.

Folgende Maßnahmen bei Überdosierung sind bis zum Eintreffen eines Arztes sinnvoll: Wachhalten, Atembefehle geben, Atemhilfe.

Wenn Sie die Einnahme von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat vergessen haben

Wenn Sie eine geringere Dosis als vorgesehen von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat eingenommen oder die Einnahme ganz vergessen haben, so f√ľhrt dies zu einer mangelhaften bzw. fehlenden Schmerzlinderung.

Sollten Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, so k√∂nnen Sie diese nachholen, wenn die n√§chste regul√§re Einnahme in mehr als 8 Stunden vorgesehen war. In so einem Fall k√∂nnen Sie Ihren √ľblichen Einnahmeplan beibehalten.

Ist der Zeitraum zur n√§chsten Einnahme k√ľrzer als 8 Stunden, nehmen Sie MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat auch. In diesem Fall verschiebt sich aber Ihr urspr√ľnglicher Einnahmeplan.

Bitte sprechen Sie √ľber das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt. Grunds√§tzlich sollten Sie nicht h√§u- figer als alle 12 Stunden MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat einnehmen. Keinesfalls soll- ten Sie die doppelte Einzeldosis einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat abbrechen

Beenden Sie die Behandlung mit MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat nur nach R√ľckspra- che mit Ihrem Arzt. Wenn Sie die Behandlung mit MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat beenden m√∂chten, fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die Dosis langsam verringern k√∂nnen, damit Sie Entzugserscheinungen vermeiden k√∂nnen. Entzugserscheinungen k√∂nnen K√∂rperschmerzen, Zit- tern, Durchfall, Bauchschmerzen, √úbelkeit, grippe√§hnliche Symptome, schneller Herzschlag und gro√üe Pupillen sein. Psychische Symptome sind ein ausgepr√§gtes Gef√ľhl der Unzufriedenheit, Angst und Reizbarkeit.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Morphin zeigt vielf√§ltige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich St√§rke und Art individuell unterschiedlich (je nach Pers√∂nlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten k√∂nnen. Der- artige Nebenwirkungen sind in der nachfolgenden Aufstellung aufgef√ľhrt.

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat enthält den Farbstoff Ponceau 4R (E124). Ponceau 4R kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten bedeutsamen Nebenwirkungen betroffen sind, rufen Sie sofort einen Arzt.

Eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression) ist die bedeutsamste Gef√§hr- dung einer Opioid√ľberdosierung und tritt am ehesten bei √§lteren oder geschw√§chten Patienten auf.

Schwere allergische Allgemeinreaktionen wie plötzlich auftretende Atemprobleme, Schwellung der Haut, Schwindel und/oder Blutdruckabfall (anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen).

Andere mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Stimmungsver√§nderungen, meist gehobene (euphorische) Stimmung, aber auch missmutige Verstimmung
  • Pupillenverengung
  • Verstopfung (bei Dauerbehandlung)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Verdauungsst√∂rungen
  • Allergische Reaktionen (√úberempfindlichkeitsreaktionen)
  • Appetitabnahme bis zum Appetitverlust
  • Ver√§nderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivit√§t, aber auch erh√∂hte Aktivit√§t oder √úbererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkst√∂rungen, Wahrnehmungsst√∂rungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszust√§nde
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksst√∂rungen
  • Schwitzen, Quaddeln bzw. nesselartiger Hautausschlag (Urticaria), Juckreiz
  • Harnverhalt
  • Unwohlsein, Schw√§chegef√ľhl, M√ľdigkeit oder Ersch√∂pfung

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Pulsbeschleunigung, Pulsverlangsamung
  • Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

  • Kr√§mpfe der Atemwegsmuskulatur
  • Erh√∂hung von Bauchspeicheldr√ľsenenzymen, Entz√ľndung der Bauchspeicheldr√ľse (Pankre- atitis)
  • Gallenkoliken
  • Nierenkoliken

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

  • Verminderung der Libido
  • Epileptische Krampfanf√§lle, Muskelzittern, unwillk√ľrliche Muskelzuckungen;
  • Atemnot
  • Darmverschluss, Bauchschmerzen; Zahnerkrankungen, wobei jedoch ein urs√§chlicher Zu- sammenhang zur Morphin-Behandlung nicht hergestellt werden kann.
  • Syndrom der unangemessenen Freisetzung eines die Wasserausschwemmung steuernden Hormons (SIADH)
  • Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern
  • Erh√∂hung der Leberwerte
  • Andere Hautausschl√§ge (z. B. Exantheme)
  • Muskelkr√§mpfe, Erh√∂hung der Muskelspannung
  • Erektionsst√∂rungen, Ausbleiben der Regelblutung
  • Sch√ľttelfrost, Wasseransammlung im Gewebe.

Nicht bekannt (H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar)

  • Akute allergische Allgemeinreaktionen wie pl√∂tzlich auftretende Atemprobleme, Schwellung der Haut und/oder Blutdruckabfall (anaphylaktische Reaktionen)
  • Psychische Abh√§ngigkeit (siehe auch Abschnitt 2) und k√∂rperliche Abh√§ngigkeit mit Entzugs- symptomen (Symptome siehe Abschnitt 3: ‚ÄěWenn Sie die Anwendung von MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat abbrechen‚Äú)
  • Benommenheit, Sedierung (dosisabh√§ngig); Ohnmacht, Missempfindungen, erh√∂hte Schmerz- empfindlichkeit (Hyperalgesie - siehe auch Abschnitt 2)
  • Drehschwindel
  • Herzklopfen, Herzversagen
  • Hitzegef√ľhl
  • verminderter Hustenreiz, Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression ‚Äď eine dosisabh√§ngige Nebenwirkung), Wasseransammlungen in der Lunge (nach rascher Dosissteige- rung)
  • √úbelkeit, Mundtrockenheit (beides dosisabh√§ngig)
  • Toleranzentwicklung
  • Entzugserscheinungen bei Neugeborenen, deren Mutter in der Schwangerschaft MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat angewendet hat (siehe Abschnitt 2 unter ‚ÄěSchwanger- schaft, ‚Ķ‚Äú).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie k√∂nnen Ne- benwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Phar- makovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel nach ‚ÄěVerwendbar bis‚Äú bzw. auf dem Beutel nach ‚Äěverw. b.‚Äú angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu sch√ľtzen.

Hinweis auf Aufbewahrung nach Anbruch oder Zubereitung

Unmittelbar nach Zubereitung zu trinken bzw. einzunehmen/anzuwenden.

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Weitere Informationen

Was MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat enthält

Der Wirkstoff ist Morphin-poly (styrol-co-divinylbenzol) sulfonat. MST 20 mg Retard-Granulat:

1 Beutel mit 0,583 g Retardgranulat enthält 42 mg Morphin-poly (styrol-co-divinylbenzol) sulfonat entsprechend 20 mg Morphinsulfat entsprechend 15 mg Morphin.

MST 30 mg Retard-Granulat:
1 Beutel mit 0,583 g Retardgranulat enthält 63 mg Morphin-poly (styrol-co-divinylbenzol) sulfonat entsprechend 30 mg Morphinsulfat entsprechend 22,5 mg Morphin.

MST 60 mg Retard-Granulat:
1 Beutel mit 1,166 g Retardgranulat enthält 126 mg Morphin-poly (styrol-co-divinylbenzol) sulfonat entsprechend 60 mg Morphinsulfat entsprechend 45 mg Morphin.

MST 100 mg Retard-Granulat:
1 Beutel mit 1,943 g Retardgranulat enthält 210 mg Morphin-poly (styrol-co-divinylbenzol) sulfonat entsprechend 100 mg Morphinsulfat entsprechend 75 mg Morphin.

MST 200 mg Retard-Granulat:
1 Beutel mit 3,887 g Retardgranulat enthält 420 mg Morphin-poly (styrol-co-divinylbenzol) sulfonat entsprechend 200 mg Morphinsulfat entsprechend 150 mg Morphin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Xylitol, Xanthan-Gummi, Himbeer-Aroma, Farbstoff Ponceau 4R (E124).

Wie MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat aussieht und Inhalt der Packung

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat ist ein rosafarbiges Granulat.

MST 20/30/60/100/200 mg Retard-Granulat ist in folgenden Packungsgrößen erhältlich: MST 20/30 mg Retard-Granulat:

20, 50 und 100 Beutel zu je 0,583 g Retardgranulat.

MST 60 mg Retard-Granulat:
20, 50 und 100 Beutel zu je 1,166 g Retardgranulat.

MST 100 mg Retard-Granulat:
20, 50 und 100 Beutel zu je 1,943 g Retardgranulat.

MST 200 mg Retard-Granulat:

20, 50 und 100 Beutel zu je 3,887 g Retardgranulat.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Mundipharma GmbH De-Saint-Exupéry-Straße 10 60549 Frankfurt am Main Telefon: (0 69) 506029-000 Telefax: (0 69) 506029-201

Hersteller

Fidelio Healthcare Limburg GmbH

Mundipharmastraße 2

65549 Limburg

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt √ľberarbeitet im August 2020.

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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2022

Quelle: MST 60 mg Retard-Granulat - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Morphin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Mundipharma Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 25.04.1997
ATC Code N02AA01
Pharmakologische Gruppe Opioide

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