Morphin Aristo 30 mg Retardtabletten

Abbildung Morphin Aristo 30 mg Retardtabletten
Wirkstoff(e) Morphin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Aristo Pharma GmbH
Betäubungsmittel Ja
Zulassungsdatum 27.11.2009
ATC Code N02AA01
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus Betäubungsmittel
Pharmakologische Gruppe Opioide

Zulassungsinhaber

Aristo Pharma GmbH

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
MST 10mg Mundipharma Morphin Mundipharma Gesellschaft mit beschränkter Haftung
ZYO-Morphinsulfat 100 mg/5 ml Injektionslösung Morphin TEVA GmbH
MST Continus 60mg Morphin Mundipharma GmbH
MST 30 mg Mundipharma Morphin Mundipharma Gesellschaft mit beschränkter Haftung
MSTW 60 mg Krugmann Morphin Mundipharma GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Morphin Aristo 30 mg ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate.

Morphin Aristo 30 mg wird angewendet bei:

starken und stärksten Schmerzen.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Morphin Aristo 30 mg darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Morphinsulfat (Ph. Eur.), Ponceau-4R oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;
  • bei bestehendem Darmverschluss (Ileus);
  • bei unklaren akuten schmerzhaften Bauchbeschwerden (akutes Abdomen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Morphin Aristo 30 mg einnehmen. Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Morphin Aristo 30 mg ist erforderlich bei

  • Abh√§ngigkeit von Opioiden;
  • Bewusstseinsst√∂rungen;
  • Krankheitszust√§nden, bei denen eine St√∂rung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss;
  • ver√§ndertem Herz (Cor pulmonale) infolge chronischer √úberlastung des Lungenkreislaufes;
  • Zust√§nden mit erh√∂htem Hirndruck;
  • niedrigem Blutdruck, verbunden mit geringer zirkulierender Blutmenge (Hypotension bei Hypovol√§mie);
  • vergr√∂√üerter Vorsteherdr√ľse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung [Gefahr der Blasenruptur (Riss der Harnblase) durch Harnverhalt];
  • Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege;
  • Gallenwegserkrankungen;
  • obstruktiven (mit Verengungen einhergehenden) und entz√ľndlichen Darmerkrankungen;
  • Tumor der Nebenniere (Ph√§ochromozytom);
  • Entz√ľndung der Bauchspeicheldr√ľse (Pankreatitis);
  • Schilddr√ľsenunterfunktion (Hypothyreose);
  • epileptischem Anfallsleiden oder erh√∂hter Neigung zu Krampfanf√§llen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn während der Einnahme von Morphin Aristo 30 mg folgende Symptome bei Ihnen auftreten:

  • erh√∂hte Schmerzempfindlichkeit trotz der Tatsache, dass Sie h√∂here Dosen einnehmen (Hyperalgesie). Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Dosis ge√§ndert oder das starke Analgetikum (‚ÄěSchmerzmittel‚Äú) umgestellt werden muss.
  • Schw√§che, Ersch√∂pfung, Appetitlosigkeit, √úbelkeit, Erbrechen oder niedriger Blutdruck. Dies k√∂nnen Symptome einer zu geringen Produktion des Hormons Kortisol in den Nebennieren sein, und m√∂glicherweise m√ľssen Sie ein Hormonerg√§nzungsmittel einnehmen.
  • vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsst√∂rungen, Ausbleiben der monatlichen Regelblutung. Dies kann auf eine verminderte Produktion von Sexualhormonen zur√ľckzuf√ľhren sein.
  • Wenn Sie in der Vergangenheit drogen- oder alkoholabh√§ngig waren. Geben Sie ebenfalls Bescheid, wenn Sie das Gef√ľhl haben, dass Sie abh√§ngig von Morphin Aristo 30 mg werden, w√§hrend Sie es anwenden. In diesem Fall kann es zum Beispiel sein, dass Sie begonnen haben, viel dar√ľber nachzudenken, wann Sie die n√§chste Dosis einnehmen k√∂nnen, selbst wenn Sie sie nicht zur Linderung der Schmerzen ben√∂tigen.
  • Entzugssymptome oder Abh√§ngigkeit. Die h√§ufigsten Entzugssymptome sind in Abschnitt 3 genannt. Wenn dies der Fall ist, kann Ihr Arzt die Art des Arzneimittels √§ndern oder die Dauer zwischen den Dosen √§ndern.

Die Einnahme von Morphin kann zur Entwicklung k√∂rperlicher Abh√§ngigkeit f√ľhren. Das Absetzen nach wiederholter Einnahme oder Einnahme eines Gegenmittels (Opiatantagonist) kann ein typisches Entzugsbild (Entzugssyndrom) ausl√∂sen.

Bei chronischen Schmerzpatienten ist das Risiko psychischer Abhängigkeit bei bestimmungsgemäßer Anwendung deutlich reduziert bzw. differenziert zu bewerten.

Morphin Aristo 30 mg wird vor und innerhalb 24 Stunden nach Operationen nicht empfohlen (erh√∂htes Risiko f√ľr Darml√§hmungen oder Atemd√§mpfung).

Sollte bei Ihnen eine Erkrankung der Nebennierenrinde (z. B. Morbus Addison) bestehen, so wird Ihr Arzt die Konzentration des Nebennierenrindenhormons im Blut (Plasmakortisolkonzentration) kontrollieren und Ihnen gegebenenfalls entsprechende Medikamente (Kortikoide) verordnen.

Die Einnahme von Alkohol w√§hrend der Behandlung mit Morphin Aristo 30 mg kann zu verst√§rkter Schl√§frigkeit f√ľhren oder das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erh√∂hen, wie flache Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust. Es wird empfohlen, w√§hrend der Einnahme von Morphin Aristo 30 mg keinen Alkohol zu trinken.

Worauf m√ľssen Sie noch achten?
Verstopfung ist unter einer Morphinbehandlung h√§ufig. Gerade wenn Sie vor Beginn der Einnahme schon Probleme mit dem Stuhlgang hatten, sollten Sie von Anfang an ein Abf√ľhrmittel nehmen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Männer im zeugungsfähigen und Frauen im gebärfähigen Alter
Wegen der erbgutver√§ndernden Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff bei M√§nnern im zeugungsf√§higen bzw. Frauen im geb√§rf√§higen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verh√ľtung sichergestellt ist.

Kinder

Zur Anwendung von Morphin Aristo 30 mg bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor.

√Ąltere Menschen
Bei √§lteren Menschen ist Morphin Aristo 30 mg besonders vorsichtig zu dosieren (siehe Abschnitt 3. ‚ÄěWie ist Morphin Aristo 30 mg einzunehmen?‚Äú).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken
Die Einnahme von Morphin Aristo 30 mg kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen f√ľhren. Die Einnahme von Morphin Aristo 30 mg als Dopingmittel kann zu einer Gef√§hrdung der Gesundheit f√ľhren.

Einnahme von Morphin Aristo 30 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie eines der nachstehend genannten Arzneimittel bzw. Arzneimittel gegen die folgenden Beschwerden und Erkrankungen einnehmen:

  • Rifampicin, z. B. zur Behandlung von Tuberkulose.
  • Die Wirkung einiger Arzneimittel zur Behandlung von Blutgerinnseln (z. B. Clopidogrel, Prasugrel, Ticagrelor) kann bei gleichzeitiger Einnahme mit Morphin verz√∂gert und vermindert sein.
  • Die gleichzeitige Anwendung von Morphin Aristo 30 mg und Beruhigungsmitteln, wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln, erh√∂ht das Risiko f√ľr Benommenheit, Beeintr√§chtigung der Atmung (Atemdepression) und Bewusstlosigkeit und kann mitunter lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur dann in Erw√§gung gezogen werden, wenn andere Behandlungsm√∂glichkeiten nicht infrage kommen. Wenn Ihr Arzt dennoch Morphin Aristo 30 mg zusammen mit Beruhigungsmitteln verschreibt, sollte er die Dosis und Dauer der gleichzeitigen Behandlung beschr√§nken. Bitte informieren Sie Ihren Arzt √ľber alle Beruhigungsmittel, die Sie einnehmen, und befolgen Sie genau die Dosisempfehlungen Ihres Arztes. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Verwandte auf die vorstehend genannten Anzeichen und Symptome achten zu lassen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn derartige Symptome bei Ihnen auftreten.

Die gleichzeitige Einnahme von Morphin und anderen zentral, d. h. auf die Gehirnfunktion, d√§mpfend wirkenden Arzneimitteln [wie Arzneimittel gegen Angstst√∂rungen (Tranquilizer), gegen Depressionen (Antidepressiva), gegen psychische St√∂rungen (Neuroleptika), zur Narkose (An√§sthetika), gegen Schlafst√∂rungen (Hypnotika, Sedativa, Barbiturate), gegen Allergien oder Reisekrankheit (Antihistaminika/Antiemetika) oder andere stark wirksame Schmerzmittel (Opioide)] oder Alkohol kann zu einer Verst√§rkung der Nebenwirkungen von Morphin, insbesondere Beeintr√§chtigung der Atemfunktion, f√ľhren.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z. B. Psychopharmaka, Arzneimittel gegen Allergien, Erbrechen oder Parkinsonsche Krankheit) können anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstärken (z. B. Verstopfung, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen).

Durch Cimetidin (Mittel zur Behandlung von Magengeschw√ľren) und andere den Leberstoffwechsel belastende Arzneimittel k√∂nnen durch Hemmung des Abbaus erh√∂hte Konzentrationen von Morphin im Blut auftreten.

Morphin Aristo 30 mg sollte nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Arzneimitteln, die gegen Depressionen wirken) verabreicht werden. Bei Gabe von MAO-Hemmstoffen innerhalb der letzten 14 Tage vor einer Gabe eines anderen Opioids (Pethidin) sind lebensbedrohende Wechselwirkungen beobachtet worden, die das Gehirn (Zentralnervensystem) sowie Atmungs- und Kreislauffunktion betrafen. Dieselben Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern sind bei Morphin Aristo 30 mg nicht auszuschließen.

Durch Morphin kann die Wirkung von muskelentspannenden Arzneimitteln (Muskelrelaxantien) verstärkt werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose) kann es zu einer Abschwächung der Morphinwirkung kommen

Einnahme von Morphin Aristo 30 mg zusammen mit Alkohol

W√§hrend der Einnahme von Morphin Aristo 30 mg d√ľrfen Sie keinen Alkohol trinken, da Alkohol die d√§mpfende Wirkung von Morphin Aristo 30 mg deutlich verst√§rken kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft
Da aus Tierstudien Hinweise auf Sch√§digungen der Nachkommen morphin-behandelter M√ľtter vorliegen, d√ľrfen Sie Morphin Aristo 30 mg in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dass Ihr behandelnder Arzt dies f√ľr zwingend notwendig erachtet und den Nutzen f√ľr Sie deutlich h√∂her einsch√§tzt als das Risiko f√ľr das Kind. Wegen der erbgutver√§ndernden Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff M√§nnern und Frauen im zeugungs- und geb√§rf√§higen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verh√ľtung sichergestellt ist.

Wird Morphin Aristo 30 mg √ľber einen l√§ngeren Zeitraum w√§hrend der Schwangerschaft angewendet, besteht das Risiko, dass beim Neugeborenen Entzugssymptome (Abstinenzsymptome) auftreten, die durch einen Arzt behandelt werden sollten.

Stillzeit
Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und kann beim Säugling wirksame Konzentrationen erreichen. Vom Stillen wird daher abgeraten.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Morphin Aristo 30 mg kann die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt reagieren.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B. Autofahren können. Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten. Fahren Sie dann nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie dann keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie dann nicht ohne sicheren Halt!

Morphin Aristo 30 mg enthält Lactose

Jede Retardtablette Morphin Aristo 30 mg enth√§lt 83,32 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat). Bitte nehmen Sie Morphin Aristo 30 mg erst nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunvertr√§glichkeit leiden.

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Die Dosierung von Morphin Aristo 30 mg muss der Stärke der Schmerzen und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden.

Initial wird die Behandlung mit einem nicht retardierten Morphin (Tablette oder Lösung) begonnen, um diejenige Dosis zu ermitteln, mit der eine angemessene Schmerzkontrolle erzielt wird. Danach wird der Patient auf die entsprechende Tagesdosis Morphin Aristo 30 mg Retardtabletten umgestellt. Weiter bestehende Schmerzen (Durchbruchschmerzen) sind mit einer unretardierten Darreichungsform von Morphin (Tablette oder Lösung) zu behandeln.

Retardiertes Morphin wird in der Regel in einem 12-Stunden-Intervall eingenommen. Dabei hängt die Dosierung von der Schwere der Schmerzen sowie vom Alter des Patienten und dessen bisherigem Analgetikabedarf ab.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die √ľbliche Dosis bei:

Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren
1 Retardtablette Morphin Aristo 30 mg 2-mal täglich (entsprechend 60 mg Morphinsulfat = 45 mg Morphin/Tag).

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Verdacht auf verzögerte Magen- Darm-Passage soll Morphin Aristo 30 mg besonders vorsichtig dosiert werden.

√Ąltere Patienten
Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem körperlichen Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder längere Dosisintervalle zu wählen sind. Gegebenenfalls ist auf geringere Wirkstoffstärken auszuweichen.

Besondere Hinweise zur Dosiseinstellung
Zur ersten Dosiseinstellung sollten schnell freisetzende Morphinzubereitungen genutzt werden. F√ľr eine Neueinstellung der Dosis kommen gegebenenfalls Darreichungsformen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Anwendung, eventuell auch zus√§tzlich zu einer bestehenden Therapie mit Retardtabletten.

Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.

Sollten Sie sich einer anderen zusätzlichen Schmerzbehandlung unterziehen (z. B. Operation, Plexusblockade), so wird nach dem Eingriff die Dosis neu einzustellen sein. Dies wird im gegebenen Fall durch Ihren Arzt geschehen.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr Arzt in Abhängigkeit von den Schmerzbeschwerden.

Morphin Aristo 30 mg sollte auf keinen Fall l√§nger als unbedingt notwendig eingenommen werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine l√§nger dauernde Schmerzbehandlung mit Morphin Aristo 30 mg erforderlich erscheint, sollte eine sorgf√§ltige und in kurzen Abst√§nden regelm√§√üige √úberpr√ľfung erfolgen (gegebenenfalls durch Einlegen von Einnahmepausen), ob und inwieweit ein medizinisches Erfordernis weiter besteht. Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen auszuweichen.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben.

Art der Anwendung

Die Retardtabletten sind unzerkaut, unzerkleinert und ungeteilt mit ausreichend Fl√ľssigkeit - unabh√§ngig von den Mahlzeiten - einzunehmen, wobei sich die Einnahme morgens und abends empfiehlt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Morphin Aristo 30 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Morphin Aristo 30 mg eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie mehr Morphin Aristo 30 mg als verordnet eingenommen haben, sollten Sie sofort den nächsten erreichbaren Arzt informieren.

Im Einzelnen können auftreten: enge Pupillen, Beeinträchtigung der Atmung bis zum Atemstillstand, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Blutdruckabfall bis hin zum Schock, Steigerung der Herzfrequenz, Schwindel.

Bei Personen, die eine √úberdosis eingenommen haben, kann eine Lungenentz√ľndung durch Einatmen von Erbrochenem oder Fremdk√∂rpern auftreten; Symptome k√∂nnen Atemnot, Husten und Fieber sein.

Bei Personen, die eine √úberdosis eingenommen haben, k√∂nnen au√üerdem Atembeschwerden auftreten, die zu Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod f√ľhren.

Die √úberdosierung starker Opioide kann zu einem t√∂dlichen Ausgang f√ľhren. Keinesfalls d√ľrfen Sie sich in Situationen begeben, die erh√∂hte Aufmerksamkeit erfordern, z. B. Autofahren.

Folgende Maßnahmen bei Überdosierung sind bis zum Eintreffen eines Arztes sinnvoll: Wachhalten, Atembefehle geben, Atemhilfe.

Wenn Sie die Einnahme von Morphin Aristo 30 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie eine geringere Dosis Morphin Aristo 30 mg als vorgesehen eingenommen oder die Einnahme ganz vergessen haben, so f√ľhrt dies zu einer mangelhaften bzw. fehlenden Schmerzlinderung. Sollten Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, so k√∂nnen Sie diese nachholen, wenn die n√§chste regul√§re Einnahme in mehr als 8 Stunden vorgesehen ist. In so einem Fall k√∂nnen Sie Ihren √ľblichen Einnahmeplan beibehalten.

Ist der Zeitraum zur n√§chsten Einnahme k√ľrzer als 8 Stunden, nehmen Sie Morphin Aristo 30 mg auch. In diesem Fall verschiebt sich aber ihr urspr√ľnglicher Einnahmeplan. Bitte sprechen Sie √ľber das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt. Grunds√§tzlich sollten Sie nicht h√§ufiger als alle 12 Stunden Morphin Aristo 30 mg einnehmen. Keinesfalls sollten Sie die doppelte Einzeldosis einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Morphin Aristo 30 mg abbrechen

Beenden Sie die Behandlung mit Morphin Aristo 30 mg nur nach R√ľcksprache mit Ihrem Arzt. Wenn Sie die Behandlung mit Morphin Aristo 30 mg beenden m√∂chten, fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die Dosis langsam verringern k√∂nnen, damit Sie Entzugserscheinungen vermeiden k√∂nnen.

Entzugserscheinungen k√∂nnen Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Zittern, Durchfall, Bauchschmerzen, √úbelkeit, grippe√§hnliche Symptome, schneller Herzschlag, gro√üe Pupillen und Krampfanf√§lle sein. Psychische Symptome sind ein ausgepr√§gtes Gef√ľhl der Unzufriedenheit, Angst, Spannungszust√§nde, Unruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, wiederkehrende Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen und Halluzinationen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Selten: kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen Sehr selten: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar

Wichtige Nebenwirkungen oder Symptome, auf die zu achten sind, und was zu tun ist, wenn Sie betroffen sind

schwere allergische Reaktion, die Atemnot oder Schwindel verursacht

Wenn Sie von diesen wichtigen Nebenwirkungen betroffen sind, wenden Sie sich unverz√ľglich an einen Arzt.

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Erkrankungen des Immunsystems

Es kann zu akuten allergischen Allgemeinreaktionen mit Blutdruckabfall und/oder Luftnot (anaphylaktische Reaktionen) kommen.

Endokrine (hormonelle) Erkrankungen
Sehr selten: Es kann ein Syndrom der unangemessenen Freisetzung eines die Wasserausschwemmung steuernden Hormons ausgelöst werden (SIADH; Leitsymptom: Natriummangel (Hyponatriämie)).

Psychiatrische Erkrankungen
Morphin zeigt vielfältig psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten.

Sehr häufig: Stimmungsveränderungen, meist gehobene (Euphorie) aber auch missmutige Verstimmung (Dysphorie).

H√§ufig: Ver√§nderungen der Aktiviertheit (meist D√§mpfung, aber auch Steigerung oder Erregungszust√§nde), Schlaflosigkeit und St√∂rungen im Denken und F√ľhlen (z. B. Denkst√∂rungen, Wahrnehmungsst√∂rungen/Halluzinationen, Verwirrtheit).

Sehr selten: Abh√§ngigkeit (siehe auch Abschnitt 2. ‚ÄěWas sollten Sie vor der Einnahme von Morphin Aristo 30 mg beachten?‚Äú), Verminderung der Libido oder Potenzschw√§che.

Erkrankungen des Nervensystems
Morphin f√ľhrt dosisabh√§ngig zu einer Atemd√§mpfung und Beruhigung in unterschiedlichem Ausma√ü von leichter M√ľdigkeit bis zur Benommenheit.

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen.

Sehr selten: Zittern (Tremor), unwillk√ľrliches Muskelzucken, epileptische Krampfanf√§lle.

Insbesondere bei hoher Dosierung gesteigerte Schmerzempfindlichkeit, die nicht auf eine weitere Dosiserhöhung von Morphin anspricht.

Augenerkrankungen
Sehr selten: verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern.

Pupillenverengung ist ein typischer Begleiteffekt.

Herzerkrankungen
Gelegentlich: klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz.

Es können Gesichtsrötungen, Herzklopfen, allgemeine Schwäche bis hin zum Ohnmachtsanfall und Herzversagen auftreten.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Selten: Krämpfe der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmen).

Sehr selten: Atemnot (Dyspnoe).

Bei intensivmedizinisch behandelten Patienten sind Wasseransammlungen in der Lunge, die nicht auf einer Störung der Herzfunktion beruhten, (nicht-kardiogen bedingte Lungenödeme) beobachtet worden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Magen-Darm)
Dosisabhängig können Übelkeit und Mundtrockenheit auftreten.

Bei Dauerbehandlung ist Verstopfung ein typischer Begleiteffekt.

Häufig: Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und Geschmacksveränderungen.

Selten: Erh√∂hung der Pankreasenzyme bzw. eine Entz√ľndung der Bauchspeicheldr√ľse (Pankreatitis).

Sehr selten: Darmverschluss, Bauchschmerzen.

Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: Gallenkoliken.

Sehr selten: Erhöhung leberspezifischer Enzyme.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht (Urticaria), Juckreiz (Pruritus). Sehr selten: andere Hautausschläge (Exantheme) und Wasseransammlung im Gewebe (periphere

√Ėdeme) - bilden sich nach Absetzen zur√ľck.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Muskelkrämpfe, Muskelstarre.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Störungen bei der Blasenentleerung.

Selten: Nierenkoliken.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Es kann zu einer Gewöhnung und eventuell zum Nachlassen der Wirksamkeit (Toleranzentwicklung) kommen.

Selten: Entzugssymptome oder Abh√§ngigkeit (Symptome siehe Abschnitt 3 ‚ÄěWenn Sie die Einnahme von Morphin Aristo 30 mg abbrechen‚Äú).

Sehr selten: Schw√§che (Asthenie), Unwohlsein, Sch√ľttelfrost. Ausbleiben der Regelblutung. Zahnver√§nderungen, wobei jedoch ein urs√§chlicher Zusammenhang zur Morphin- Behandlung nicht hergestellt werden kann.

Ponceau-4R kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie Anzeichen einer der oben geschilderten, schwerwiegenden Nebenwirkungen bei sich beobachten, rufen Sie den n√§chst erreichbaren Arzt zu Hilfe. Bei anderen unerw√ľnschten Wirkungen sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt √ľber die weitere Behandlung.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blister und der Faltschachtel nach ‚ÄěVerwendbar bis:‚Äú angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals √ľber das Abwasser (z. B. nicht √ľber die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

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Weitere Informationen

Was Morphin Aristo 30 mg enthält

Der Wirkstoff ist: Morphinsulfat (Ph. Eur.)

1 Retardtablette enthält 30 mg Morphinsulfat (Ph. Eur.) entsprechend 22,5 mg Morphin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Stearinsäure (Ph. Eur) [pflanzlich], Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], hochdisperses Siliciumdioxid, Macrogol 400, Titandioxid (E 171), Ponceau-4R-Aluminiumsalz (E 124) und Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132).

Wie Morphin Aristo 30 mg aussieht und Inhalt der Packung

Morphin Aristo 30 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Retardtabletten erhältlich.

Morphin Aristo 30 mg Retardtabletten sind runde, hellgrau bis hellblau schimmernde Tabletten ohne Bruchkerbe. Morphin Aristo 30 mg Retardtabletten sind mit der Pr√§gung ‚Äě30‚Äú versehen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Aristo Pharma GmbH

Wallenroder Straße 8-10 13435 Berlin Deutschland

Tel.: +49 30 71094-4200

Fax: +49 30 71094-4250

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt √ľberarbeitet im November 2020.

Ihre √Ąrztin/Ihr Arzt, Ihre Apotheke und Aristo Pharma GmbH w√ľnschen Ihnen gute Besserung!

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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2022

Quelle: Morphin Aristo 30 mg Retardtabletten - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Morphin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Aristo Pharma GmbH
Betäubungsmittel Ja
Zulassungsdatum 27.11.2009
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Abgabestatus Apothekenpflichtig
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden