Wirkstoff(e) Atazanavir
Zulassungsland Schweiz
Hersteller Bristol-Myers Squibb SA
Suchtgift Nein
ATC Code J05AE08
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur Abgabe ohne aerztliche Verschreibung
Pharmakologische Gruppe Direkt wirkende antivirale Mittel

Zulassungsinhaber

Bristol-Myers Squibb SA

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Atazanavir-Mepha Kapseln Atazanavir Mepha Pharma AG

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Reyataz Kapseln enthalten den Wirkstoff Atazanavir, ein Virostatikum (gegen Viren wirksam), das in Kombination mit anderen antiretroviralen Substanzen bei HIV-infizierten Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren eingesetzt wird (HIV = Humanes Immundefizienz-Virus). Der Wirkstoff Atazanavir geh√∂rt zu der Substanzklasse der Proteaseinhibitoren. Reyataz darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der √Ąrztin angewendet werden.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Was sollte dazu beachtet werden?

Es gibt bestimmte Gesundheitszust√§nde, bei deren Auftreten vor oder w√§hrend der Anwendung von Reyataz spezielle Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind. Siehe dazu Kapitel ¬ęWann ist bei der Einnahme von Reyataz Vorsicht geboten?¬Ľ.

Das Virostatikum in Reyataz ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Infektionskrankheiten verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gew√§hlten oder nicht richtig dosierten Virostatikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus f√ľr die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an, auch wenn diese Person die gleiche Krankheit oder dieselben Symptome zeigt wie Sie.

Reyataz kann Ihren Gesundheitszustand verbessern. Ihre HIV-Infektion wird jedoch nicht geheilt. Auch w√§hrend der Einnahme dieses Arzneimittels k√∂nnen Sie HIV auf andere Personen √ľbertragen, obwohl das Risiko durch eine effektive antiretrovirale Therapie verringert ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer √Ąrztin √ľber die Vorsichtsmassnahmen, die notwendig sind, um die Infizierung anderer Personen zu verhindern.

Anwendung bei Kindern: Siehe dazu Kapitel ¬ęWie verwenden Sie Reyataz?¬Ľ.

Wann ist bei der Einnahme von Reyataz Vorsicht geboten?

Ihr Arzt oder Ihre √Ąrztin sollen √ľber √Ąnderungen Ihres Gesundheitszustandes und √ľber allf√§llige Nebenwirkungen informiert sein, da in gewissen Situationen spezielle Massnahmen erforderlich sein k√∂nnen.

Konsultieren Sie bei folgenden Erkrankungen Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin, bevor Sie Reyataz einnehmen:

  • Leberfunktionsst√∂rungen (z.B. eingeschr√§nkte Leberfunktion, Hepatitis B oder C, Gelbsucht).
  • Nierenfunktionsst√∂rungen, die eine H√§modialyse erfordern.
  • Laktoseintoleranz. Die Kapseln enthalten Laktose: 82,2¬†mg (150¬†mg Kapsel), 109,6¬†mg (200¬†mg Kapsel) und 164,4¬†mg (300¬†mg Kapsel). Diese geringen Mengen d√ľrften keine Laktoseintoleranz ausl√∂sen.
  • Unvertr√§glichkeit gegen bestimmte Zucker (angeborene Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption).
  • H√§mophilie vom Typ A oder B (erh√∂htes Blutungsrisiko).
  • Diabetes mellitus.

Es ist auch wichtig, dass Ihr Arzt oder Ihre √Ąrztin zu jedem Zeitpunkt √ľber Ihren Gesundheitszustand informiert sind. Wenn die folgenden Symptome vorbestehen oder w√§hrend der Behandlung mit Reyataz auftreten, sind eventuell √§rztliche Massnahmen erforderlich:

  • Erh√∂hung der Blutzuckerspiegel, weil dadurch Diabetes entstehen bzw. sich verschlechtern kann.
  • Herzrhythmusst√∂rungen (rascher und/oder unregelm√§ssiger Herzschlag).
  • Umverteilung von K√∂rpergewebe (Lipodystrophie) und Stoffwechselst√∂rungen (metabolische St√∂rungen).
  • Erh√∂hter Cholesterin- und/oder Triglyzerid-Blutspiegel (Dyslipid√§mie).
  • Erh√∂hter Milchs√§uregehalt im Blut (Laktatazidose).
  • Erh√∂hte Leberenzymwerte (Bilirubin, Transaminasen).
  • Hautausschl√§ge: Innerhalb der ersten 3 Wochen nach Behandlungsbeginn mit Reyataz k√∂nnen Hautausschl√§ge auftreten, die im Allgemeinen leicht bis m√§ssiger Natur sind. In den meisten F√§llen verschwinden diese Hautausschl√§ge innerhalb von 2 Wochen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin √ľber Hautver√§nderungen.
  • Schwerwiegende Hautreaktionen und -ver√§nderungen: Falls Sie schwere Hautreaktionen oder -ver√§nderungen bemerken, m√∂glicherweise in Verbindung mit anderen Symptomen, informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin.
  • Umverteilung des K√∂rperfettgewebes (Lipodystrophie): Unter antiretroviralen Kombinationstherapien wurde in einigen F√§llen √ľber eine Umverteilung des Fettgewebes berichtet. Dabei kam es zu Fettgewebeschwund unter der Haut (z.B. im Bereich des Gesichtes und der Beine) und zu Anh√§ufung von Fettgewebe im Nacken, in der Brust und im Bauch. Informieren Sie in diesem Fall Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin.
  • Nierensteine: Unter Behandlung mit Reyataz wurde √ľber das Auftreten von Nierensteinen berichtet. Falls Sie Anzeichen oder Symptome von Nierensteinen bemerken (Schmerzen an der K√∂rperseite, Blut im Urin, Schmerzen beim Urinieren) m√ľssen Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin informieren.
  • Nierenfunktionsst√∂rung: Unter Behandlung mit Reyataz wurde √ľber das Auftreten von chronischen Nierenerkrankung berichtet. Bitte fragen Sie dazu Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin.
  • Gallenblasenst√∂rungen: Unter Behandlung mit Reyataz wurde ebenfalls √ľber Gallenblasenst√∂rungen (inkl. Gallensteine) berichtet. Falls Sie Anzeichen oder Symptome von Gallenblasenst√∂rungen bemerken (z.B. Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, √úbelkeit) m√ľssen Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin informieren.
  • Knochenerkrankung (Osteonekrose): Unter antiretroviraler Kombinationsbehandlung kann sich eventuell eine als Osteonekrose bezeichnete Knochenerkrankung entwickeln (Absterben von Knochengewebe infolge unzureichender Blutversorgung des Knochens). Zu den vielen Risikofaktoren f√ľr diese Erkrankung z√§hlen u.a. die Dauer der antiretroviralen Kombinationsbehandlung, die Anwendung von Kortikosteroiden, Alkoholkonsum, eine starke Unterdr√ľckung des Immunsystems oder ein h√∂herer Body-Mass-Index (Verh√§ltniszahl zur Beurteilung des K√∂rpergewichts). Anzeichen einer Osteonekrose sind Gelenksteife, -beschwerden und -schmerzen (insbesondere in H√ľfte, Knie und Schulter) sowie Bewegungsschwierigkeiten. Falls Sie solche Anzeichen bemerken, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin.
  • Entz√ľndliche Symptome (Opportunistische Infektionen): Bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion (AIDS), die fr√ľher eine opportunistische Infektion hatten, k√∂nnen kurz nach Beginn der antiretroviralen Behandlung entz√ľndliche Reaktionen und Symptome auftreten, die auf fr√ľhere Infektionen zur√ľckzuf√ľhren sind. Es wird angenommen, dass diese Symptome Anzeichen einer verbesserten Immunabwehr sind, die nun begonnen hat, latente Infektionen (= im K√∂rper vorhandene, unbemerkte Infektionen) zu bek√§mpfen. Falls Sie irgendwelche Symptome einer Infektion bemerken, informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin.

Nach Beginn der Einnahme von Arzneimitteln zur Behandlung Ihrer HIV-Infektion kann unter Umst√§nden eine Autoimmunerkrankung auftreten (ein Zustand, bei dem das Immunsystem gesundes K√∂rpergewebe angreift). Eine Autoimmunerkrankung kann viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten. Wenn Sie irgendwelche Anzeichen einer Infektion oder andere Symptome, wie z.B. Muskelschw√§che, eine Schw√§che, die in den H√§nden und F√ľssen beginnt und sich in Richtung Rumpf fortsetzt, Herzklopfen, Zittern oder Hyperaktivit√§t bemerken, informieren Sie unverz√ľglich Ihren Arzt bzw. Ihre √Ąrztin, damit die erforderlichen Massnahmen eingeleitet werden k√∂nnen.

Die Wirkung von Reyataz auf die Reaktionsf√§higkeit, die Fahrt√ľchtigkeit und die F√§higkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, ist nicht bekannt. Unter Behandlung mit Reyataz und anderen antiretroviralen Substanzen wurde Schwindelgef√ľhl beobachtet.

Es gibt Arzneimittel, welche die Wirkung von Reyataz beeinflussen k√∂nnen oder deren Wirkung durch Reyataz beeinflusst werden kann. Die folgenden Arzneimittel d√ľrfen nur mit ausdr√ľcklicher Genehmigung Ihres Arztes bzw. Ihrer √Ąrztin zusammen mit Reyataz eingenommen werden, da eventuell spezielle Massnahmen erforderlich sind:

  • andere als die f√ľr Sie verschriebenen Pr√§parate zur Behandlung der HIV-Infektion.
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Irinotecan1 (gegen Darmkrebs).
  • ein Pr√§parat gegen Herzrhythmusst√∂rungen mit dem Wirkstoff Lidocain.
  • ein trizyklisches Antidepressivum oder ein Antidepressivum mit dem Wirkstoff Trazodon.
  • ein Antimykotikum vom Triazol-Typ, z.B. mit dem Wirkstoff Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol oder Voriconazol (gegen Pilzinfektionen).
  • ein Pr√§parat aus der Klasse der Kalziumantagonisten, z.B. mit dem Wirkstoff Felodipin,Nifedipin oder Nicardipin1 (gegen Herz-/Kreislaufbeschwerden).
  • ein Makrolid-Antibiotikum, z.B. mit dem Wirkstoff Clarithromycin oder ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Rifabutin.
  • ein Pr√§parat zur D√§mpfung des Immunsystems (Immunsuppressivum) mit dem Wirkstoff Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus.
  • ein orales Kontrazeptivum (Empf√§ngnisverh√ľtungsmittel) mit dem Wirkstoff Ethinylestradiol, der in einer bestimmten √§rztlich verschriebenen Dosierung eingenommen werden muss. Grunds√§tzlich werden zus√§tzlich Barrieremethoden (Pr√§servative) zum gleichzeitigen Schutz vor HIV-Infektion empfohlen (siehe dazu auch Kapitel ¬ęWas sollte dazu beachtet werden?¬Ľ).
  • ein Antazidum (Mittel gegen saures Aufstossen); diese Arzneimittel d√ľrfen nicht gleichzeitig mit Reyataz eingenommen werden. Reyataz sollte 2 Stunden vor oder 1 Stunde nach diesen Arzneimitteln eingenommen werden.
  • ein Pr√§parat gegen Erektionsst√∂rungen mit den Wirkstoffen Sildenafil oder Tadalafil.
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Phenprocoumon, Warfarin1, Edoxaban, Rivaroxaban oder Apixaban (Blutgerinnungshemmer).
  • ein Antiepileptikum, z.B. mit dem Wirkstoff Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Lamotrigin, Primidon oder Topiramat.
  • ein Pr√§parat aus der Klasse der Betarezeptorenblocker, z.B. mit dem Wirkstoff Bisoprolol oder Carvedilol.
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Fluticason oder Budesonid (zur Behandlung von Allergien oder Asthma).
  • einen H2-Rezeptorblocker oder Protonenpumpenhemmer (¬ęS√§urehemmer¬Ľ, Mittel zum Schutz vor Magenerkrankungen oder zur Behandlung von Magenerkrankungen), weil eine S√§urehemmung im Magen die Absorption von Atazanavir vermindern kann.
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Buprenorphin (zur Behandlung von Opioidabh√§ngigkeit und Schmerzen).
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Bosentan (zur Behandlung von hohem Blutdruck in den Gef√§ssen der Lunge sowie zur Behandlung bei Fingergeschw√ľren).
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Salmeterol (zur Behandlung von Asthma und Bronchialerkrankungen).
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Boceprevir1 (zur Behandlung von Hepatitis C).
  • ein Pr√§parat mit den Wirkstoffen Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir (zur Behandlung von Hepatitis C).
  • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Colchicin (zur Behandlung von Gicht).

1 Diese Arzneimittel sind in der Schweiz nicht zugelassen

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder √§usserlich anwenden.

Darf Reyataz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Reyataz darf in der Schwangerschaft oder der Stillzeit bzw. w√§hrend der ersten 2 Monate nach der Geburt nur angewendet werden, wenn dies von Ihrem Arzt oder Ihrer √Ąrztin speziell angeordnet wurde.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin, wenn Sie schwanger werden wollen, wenn Sie denken, schwanger zu sein oder wenn Sie den Wunsch haben zu stillen.

HIV-infizierten M√ľttern wird abgeraten, ihre Kinder zu stillen, um eine √úbertragung des Virus durch die Muttermilch auf das Kind zu vermeiden. Reyataz ist in der Muttermilch nachgewiesen worden. Es gibt keine Daten √ľber die Auswirkungen von Reyataz auf die Milchproduktion.

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Wie wird es angewendet?

Erwachsene

Ihr Arzt bzw. Ihre √Ąrztin hat Ihnen das Pr√§parat Reyataz entweder zusammen mit oder ohne Ritonavir verschrieben. Befolgen Sie strikte die Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer √Ąrztin. Wenn Reyataz zusammen mit Ritonavir angewendet wird, lesen Sie ebenfalls aufmerksam die Patienteninformation von Norvir (Wirkstoff: Ritonavir). In Kombination mit Reyataz hat Norvir eine andere Funktion als alleine verwendet und wird deshalb anders dosiert.

Übliche Dosierung: Bei Erwachsenen beträgt die Dosierung in der Regel 300 mg Reyataz 1× täglich (1 Kapsel zu 300 mg oder 2 Kapseln zu 150 mg) kombiniert mit 100 mg Ritonavir 1× täglich.

Einnahme von Reyataz Kapseln: Reyataz sollte jeden Tag zur selben Zeit mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Kapseln nicht öffnen, sondern unzerkaut einnehmen.

Vorgehen bei vergessener Einnahme: Wenn Sie eine Einnahme von Reyataz vergessen haben, holen Sie diese so schnell wie m√∂glich nach und nehmen Sie die verschriebene Tagesdosis mit etwas Essen ein. Nehmen Sie danach das Arzneimittel wie vom Arzt oder der √Ąrztin verordnet weiter ein. Dosis auf keinen Fall verdoppeln.

Vorgehen bei √úberdosierung: Wenn Sie zuviel Reyataz eingenommen haben, benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin. Diese verf√ľgen √ľber entsprechende Informationen und k√∂nnen √ľber ev. erforderliche Massnahmen entscheiden. Sollte Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin nicht erreichbar sein, gehen Sie bitte in ein Spital und nehmen Sie Reyataz und alle anderen Medikamente, die Sie eingenommen haben, mit.

Wichtige Hinweise: Es ist wichtig, dass Sie die von Ihrem Arzt oder Ihrer √Ąrztin verschriebene Dosis einhalten. Nur so kann ein optimaler Therapieerfolg erzielt und eine allf√§llige Resistenzentwicklung am besten verlangsamt werden. Deshalb d√ľrfen Sie auf keinen Fall die verschriebene Dosis von sich aus √§ndern oder die t√§gliche Einnahme stoppen. Sollten Sie Reyataz nicht wie verschrieben einnehmen k√∂nnen, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin. √Ąndern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer √Ąrztin oder Apothekerin.

Kinder

Reyataz in Kombination mit Ritonavir kann bei Kindern angewendet werden, die mindestens 6 Jahre alt sind und ein K√∂rpergewicht von mindestens 15 kg haben. Der Arzt bzw. die √Ąrztin wird im Einzelfall entscheiden, ob w√§hrend der Behandlung zus√§tzlich eine √úberwachung der Herzfunktion des Kindes erforderlich ist.

Die Dosierung und Anwendung von Reyataz und Ritonavir bei Kindern, basiert auf dem K√∂rpergewicht, und wird vom Arzt bzw. der √Ąrztin individuell festgelegt und muss strikte eingehalten werden. Reyataz Kapseln m√ľssen in Kombination mit Ritonavir und mit einer Mahlzeit genommen werden.

Dosierung f√ľr Kinder im Alter von 6 bis <18 Jahren: Reyataz/Ritonavir

Körpergewicht
(kg)

Dosis Reyataz

Dosis Ritonavir

15 bis <35 kg

1 Kapsel zu 200 mg 1× täglich

100 mg 1× täglich

‚Č•35 kg

1 Kapsel zu 300 mg 1× täglich

100 mg 1× täglich

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wann darf Reyataz nicht eingenommen werden?

Reyataz darf nicht angewendet werden, wenn Sie

  • eine bekannte √úberempfindlichkeit gegen√ľber den Inhaltsstoffen von Reyataz haben.
  • eine m√§ssiggradige oder schwere Leberfunktionsst√∂rung haben oder je hatten.
  • folgende Arzneimittel einnehmen:
    • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Rifampicin (Antibiotikum), Amiodaron, Flecainid, Propafenon oder Chinidin1 (gegen Herzrhythmusst√∂rungen) sowie Triazolam oder oral einzunehmendes Midazolam (Schlafmittel).
    • ein Pr√§parat mit den Wirkstoffen Elbasvir/Grazoprevir (Virostatika) oder Glecaprevir/Pibrentasvir¬†(Virostatika) zur Behandlung von chronischer Hepatitis C Infektion.
    • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Saquinavir (HIV-Proteaseinhibitor) zur Behandlung von HIV.
    • Blutgerinnungshemmer aus der Wirstoffklasse der direkten oralen Koagulanzien (DOAK):
      • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Dabigatran, bei Kombination mit Ritonavir.
      • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Betrixaban1.
    • ein Mutterkornalkaloid/Ergotalkaloid, z.B. mit dem Wirkstoff Ergotamin1, Dihydroergotamin1, Ergonovin1 oder Methylergonovin1.
    • ein Pr√§parat mit Johanniskraut (Johanniskraut kann die Wirksamkeit der HIV-Behandlung beeintr√§chtigen).
    • einen Kalziumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazemtyp zur Behandlung von erh√∂htem Blutdruck, Herzrhythmusst√∂rungen oder Angina pectoris.
    • Bepridil1, ein Kalziumantagonist zur Behandlung von Angina pectoris.
    • ein Statin (HMG-CoA-Reduktasehemmer) mit dem Wirkstoff Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin1 zur Behandlung von erh√∂hten Blutfettwerten.
    • ein Pr√§parat mit dem Wirkstoff Lomitapid1 (Inhibitor des mikrosomalen Triglycerid-Transfer-Proteins) zur Behandlung von erh√∂hten Blutfettwerten.
    • Vardenafil, ein Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsst√∂rungen.
    • Alfuzosin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Prostatabeschwerden.
    • Cisaprid1, ein Arzneimittel zur Behandlung von bestimmten Magenproblemen.
    • Sildenafil, wenn dieser Wirkstoff zur Behandlung von hohem Blutdruck in den Gef√§ssen der Lunge (pulmonale arterielle Hypertonie) eingesetzt wird.
    • Lurasidon oder Pimozid1, Arzneimittel zur Behandlung von Schizophrenie.
    • Quetiapin, ein Arzneimittel zur Behandlung der Schizophrenie, bipolarer St√∂rungen und von depressiven Erkrankungen (Episoden einer Major Depression).

1 Diese Arzneimittel sind in der Schweiz nicht zugelassen

Welche Nebenwirkungen kann Reyataz haben?

Wie bei anderen Arzneimitteln k√∂nnen auch unter Reyataz Nebenwirkungen auftreten. Bei der Behandlung einer HIV-Infektion ist es jedoch schwierig zu unterscheiden, ob die Nebenwirkungen auf Reyataz, auf andere Begleitmedikationen oder auf die Grunderkrankung selbst zur√ľckzuf√ľhren sind. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin benachrichtigen, wenn sich Ihr Gesundheitszustand √§ndert.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Reyataz auftreten:

  • Die h√§ufigsten Nebenwirkungen unter Reyataz in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln waren √úbelkeit, Gelbsucht und Durchfall.
  • Andere Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Schlafst√∂rungen, Kribbeln, Taubheitsgef√ľhl oder Schmerzen an den H√§nden oder F√ľssen, Ged√§chtnisst√∂rungen, Verwirrtheit, Schwindel, Gehst√∂rungen, gelbliche Verf√§rbung der Lederhaut des Auges (Sklerenikterus), Magen-/Darmbeschwerden, Erbrechen, Geschmacksst√∂rungen, trockener Mund, Bauchspeicheldr√ľsenentz√ľndung (Pankreatitis), Entz√ľndung der Mundschleimhaut, Leberentz√ľndung (Hepatitis), gleichzeitige Vergr√∂sserung der Leber und Milz, Hautausschlag und -r√∂tung (siehe auch Absatz unten), Juckreiz, Ekzeme, Haarausfall, √úberempfindlichkeitsreaktionen, Appetitst√∂rungen, Gewichtszunahme oder¬†-abnahme, erh√∂hter Milchs√§uregehalt im Blut (Laktatazidose), Gelenk- und Muskelschmerzen, Angstgef√ľhle, Depression, Ohnmacht, Bluthochdruck, Oedeme, Herzklopfen, Herzrhythmusst√∂rungen, Atembeschwerden, St√∂rung der Nierenfunktion, Nierensteine, chronische Nierenerkrankung, Gallenblasenst√∂rungen (z.B. Gallensteine), Harndrang, Brustvergr√∂sserung beim Mann, M√ľdigkeit, Kraftlosigkeit, Brustschmerzen, Fieber, Unwohlsein, Umverteilung des Fettgewebes (Lipodystrophie), Knochenerkrankung (Osteonekrose).

Hautausschl√§ge und -r√∂tungen: Hautausschl√§ge treten unter Behandlung mit Reyataz h√§ufig auf, klingen aber in der Regel innerhalb von 2 Wochen ab. Schwere Formen von Hautausschl√§gen wurden im Zusammenhang mit anderen Symptomen (Stevens Johnson Syndrom, Erythema multiforme, toxische Hautreaktionen) beobachtet. Falls bei Ihnen schwere Hautausschl√§ge oder Hautausschl√§ge mit einem oder mehreren der nachfolgend beschriebenen Symptomen auftreten, m√ľssen Sie die Behandlung mit Reyataz stoppen und sofort Ihren Arzt oder Ihre √Ąrztin informieren: Unwohlsein oder grippe√§hnliche Symptome, Fieber, Muskel- oder Gelenkschmerzen, rote oder entz√ľndete Augen (Konjunktivitis), Blasen, wunde Stellen in der Mundh√∂hle, Schwellungen des Gesichtes, schmerzende, warme oder r√∂tliche Kn√∂tchen unter der Haut.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin informieren.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Arzneimittel soll vor Kindern gesch√ľtzt aufbewahrt und nur bis zu dem auf dem Beh√§lter mit ¬ęEXP¬Ľ bezeichneten Datum verwendet werden.

Reyataz Kapseln sind in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15 - 25 ¬įC) aufzubewahren. HDPE-Flasche nach Gebrauch fest verschliessen.

Weitere Ausk√ľnfte erteilen Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre √Ąrztin oder Apothekerin. Diese Personen verf√ľgen √ľber die ausf√ľhrliche Fachinformation.

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Weitere Informationen

Was ist in Reyataz enthalten?

Wirkstoffe

1 Kapsel zu 150 mg: 150 mg Atazanavir.

1 Kapsel zu 200 mg: 200 mg Atazanavir.

Hilfsstoffe

1 Kapsel Reyataz zu 150 mg und 200 mg enthält zudem die Farbstoffe Indigotin (E132), Titandioxid (E171), Eisenoxid/E172 (Kapseln zu 300 mg), sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

56288 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Reyataz? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Reyataz Kapseln 150 mg und 200 mg Atazanavir: Packungen zu je 60 Kapseln.

Reyataz Kapseln 300 mg Atazanavir: Packungen zu 30 Kapseln.

Zulassungsinhaberin

Bristol-Myers Squibb SA, Steinhausen.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbeh√∂rde (Swissmedic) gepr√ľft.

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Hersteller Bristol-Myers Squibb SA
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden