Gentamicin 160 Hexal SF

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GENTAMICIN 160 HEXAL SF Injektionslösung 5 St 5 ST
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Wirkstoff(e) Gentamicin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Hexal Aktiengesellschaft
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 07.10.1982
ATC Code J01GB03
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Aminoglykosid-Antibiotika

Zulassungsinhaber

Hexal Aktiengesellschaft

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Sulmycin Salbe Gentamicin MSD Sharp & Dohme Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gentamycin-mp Ampullen 40 Gentamicin InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH
Gentamicin 80 Hexal SF Gentamicin Hexal Aktiengesellschaft
Dexa-Gentamicin Dexamethason Gentamicin Ursapharm Arzneimittel GmbH
Decoderm comp Salbe Gentamicin Flupredniden Almirall Hermal GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Gentamicin HEXAL SF ist ein Arzneimittel zur Behandlung von schweren bakteriellen Infektionen (Aminoglykosid-Antibiotikum), die durch Gentamicin-empfindliche Erreger verursacht sind.

Grunds√§tzliche Anwendungsgebiete f√ľr Aminoglykosid-Antibiotika, zu denen Gentamicin HEXAL SF geh√∂rt, sind Infektionen durch Erreger, die gegen√ľber anderen, weniger gesundheitssch√§dlichen Arzneimitteln widerstandsf√§hig sind, sowie schwere Infektionen mit gramnegativen Erregern, im Krankenhaus erworbene Infektionen sowie Infektionen bei abwehrgeschw√§chten Patienten mit Mangel an bestimmten wei√üen Blutk√∂rperchen (Neutropenie).

Gentamicin HEXAL SF kann unter den genannten Voraussetzungen angewendet werden bei:

  • Infektionen der Harn- und Geschlechtsorgane (Gonorrhoe und Syphilis geh√∂ren nicht zum Anwendungsbereich)
  • Lungenentz√ľndungen, die im Krankenhaus erworben wurden (nosokomiale Pneumonien) (Da Lungenentz√ľndungen im ambulanten Bereich √ľberwiegend durch Pneumokokken verursacht werden, ist Gentamicin HEXAL SF in diesen F√§llen nicht das Mittel der ersten Wahl.)
  • bakteriell bedingten Entz√ľndungen der Herzinnenhaut (Endokarditis)
  • Entz√ľndungen im Bauchraum
  • im Krankenhaus erworbenen schweren Allgemeininfektionen (nosokomiale Sepsis)
  • Hirnhautentz√ľndung (Meningitis) durch gramnegative Erreger
  • Infektionen der Knochen und eitrigen Gelenkentz√ľndungen
  • Infektionen oder drohender Infektionsgefahr bei Patienten mit reduzierter Abwehrlage

Hinweis

Im Sinne einer kalkulierten Chemotherapie ist eine Kombinationsbehandlung vorwiegend zusammen mit einem Betalaktam-Antibiotikum (z. B. Penicillin) oder mit einem gegen anaerobe Bakterien wirksamen Antibiotikum angezeigt bei lebensbedrohlichen Infektionen mit unbekanntem Erreger, bei gemischten anaeroben/aeroben Infektionen, bei bakteriell bedingten Entz√ľndungen der Herzinnenhaut (Endokarditis), bei Allgemeininfektionen mit Pseudomonas sowie bei abwehrgeschw√§chten Patienten mit Mangel an bestimmten wei√üen Blutk√∂rperchen (Neutropenie).

Die allgemein anerkannten Richtlinien f√ľr den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Gentamicin HEXAL SF zu ber√ľcksichtigen.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Gentamicin HEXAL SF darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Gentamicin oder andere Aminoglykoside oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Gentamicin HEXAL SF anwenden

  • bei Patienten mit Vorerkrankungen mit gest√∂rter Reiz√ľbertragung zwischen Nerv und Muskel
    (z. B. bei Myasthenia gravis, Parkinson-Krankheit), da Gentamicin die Reiz√ľbertragung zwischen Nerv und Muskel blockiert.
  • bei Patienten, die gleichzeitig Mittel zur Muskelerschlaffung (Muskelrelaxantien) erhalten (z. B. bei Gabe von Gentamicin bei Operationen).

Die Nierenfunktion, das Hörvermögen und die Gleichgewichtsfunktion sowie Leber- und Laborwerte sollten kontinuierlich vor, während und nach der Therapie kontrolliert werden. Es sollten möglichst keine anderen Arzneimittel mit potentiell gehör- oder nierenschädigender Wirkung gleichzeitig verabreicht werden. Lässt sich dies nicht vermeiden, ist eine besonders engmaschige Kontrolle der Nierenfunktion angezeigt.

Therapiebegleitende Kontrollen der Gentamicin-Konzentrationen im Serum sind bei allen problematischen Behandlungen notwendig. Bei mehrmals t√§glicher Gabe sollten Spitzenkonzentrationen von 10 ‚Äď 12 mg/l und Talkonzentrationen von 2,0 mg/l nicht √ľberschritten werden. Bei einmal t√§glicher Gabe liegen bisher keine einheitlichen Empfehlungen hinsichtlich der Spitzenkonzentrationen vor, Talkonzentrationen sollten < 1,0 mg/l betragen.

Gentamicin HEXAL SF sollte bei fortgeschrittener Einschränkung der Nierenfunktion oder bei vorbestehender Innenohrschädigung nur in lebensbedrohlichen Situationen angewendet werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie unter schwerem Durchfall leiden.

Anwendung von Gentamicin HEXAL SF zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Muskelrelaxantien (Mittel zur Muskelerschlaffung) und Ether (ein Narkosegas)

Die blockierende Wirkung von Gentamicin HEXAL SF bei der Reiz√ľbertragung zwischen Nerv und Muskel (neuromuskul√§rer Block) wird durch Ether und Mittel zur Muskelerschlaffung verst√§rkt.

Methoxyfluran (ein Narkosegas)

Gentamicin HEXAL SF kann die nierenschädigende Wirkung von Methoxyfluran verstärken. Bei gleichzeitiger Anwendung sind schwerste Nierenschädigungen möglich.

Andere Arzneimittel, die nieren- oder gehörschädigend sein können

Ein erh√∂htes Nebenwirkungsrisiko haben Patienten, die gleichzeitig oder anschlie√üend mit Arzneimitteln behandelt werden, die potentiell nieren- oder geh√∂rsch√§digend sein k√∂nnen, wie z. B.: Amphotericin B (Pilzmittel), Colistin (Antibiotikum), Cephalosporine (Antibiotikaklasse), Ciclosporin (Mittel zur Unterdr√ľckung der Reaktivit√§t des Immunsystems), Cisplatin (Mittel zur Chemotherapie bei Tumoren), Vancomycin (Glykopeptid-Antibiotikum), Schleifendiuretika (harntreibende Mittel) wie Etacryns√§ure und Furosemid.

Bei Cisplatin enthaltenden Arzneimitteln ist zu beachten, dass noch 3 bis 4 Wochen nach Gabe dieser Substanzen die nierenschädigende Wirkung von Gentamicin HEXAL SF verstärkt werden kann.

Andere Antibiotika

Die Kombinationstherapie mit geeigneten Antibiotika (z. B. mit Betalaktam-Antibiotika) kann die Wirkung verstärken (synergistischer Effekt).

Wirkungsverstärkungen mit Acylamino-Penicillinen auf Pseudomonas aeruginosa (Bakterien), mit Ampicillin auf Enterokokken (Bakterien) und mit Cephalosporinen auf Klebsiella pneumoniae (Bakterien) sind beschrieben worden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Gentamicin w√§hrend der Schwangerschaft vor. Tierstudien haben eine reproduktionstoxische Wirkung von Gentamicin gezeigt. Gentamicin durchdringt die Plazentaschranke und erreicht im Gewebe des im Mutterleib befindlichen Kindes und im Fruchtwasser messbare Konzentrationen. Es besteht die potentielle Gefahr, dass Gentamicin zu Sch√§den des Innenohrs und der Niere beim ungeborenen Kind f√ľhrt. Deshalb sollte Gentamicin w√§hrend der Schwangerschaft grunds√§tzlich nur bei lebensbedrohlichen Indikationen angewendet werden und wenn keine sichereren Behandlungsalternativen zur Verf√ľgung stehen.

Stillzeit
Gentamicin geht in geringen Mengen in die Muttermilch √ľber, und niedrige Konzentrationen wurden im Serum gestillter S√§uglinge gefunden. Ist eine Anwendung von Gentamicin HEXAL SF in der Stillzeit erforderlich, sollte abgestillt werden.

Beim gestillten Säugling können Durchfälle und eine Sprosspilzbesiedelung der Schleimhäute auftreten. An die Möglichkeit einer Sensibilisierung sollte gedacht werden.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrst√ľchtigkeit und die F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen durchgef√ľhrt.

Gentamicin HEXAL SF enthält Natrium

Diese Arzneimittel enthalten Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml, d.h., sie sind nahezu ‚Äěnatriumfrei‚Äú.

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Wie wird es angewendet?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Als Anfangsdosis werden unabh√§ngig von der Nierenfunktion 1,5 ‚Äď 2,0 mg Gentamicin/kg K√∂rpergewicht (KG) empfohlen.

Die empfohlene Tagesdosis bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion beträgt 3 - 6 mg/kg KG pro Tag und sollte bevorzugt als Einmaldosis, ansonsten aufgeteilt in 2 Einzeldosen gegeben werden.

Die empfohlene Tagesdosis bei Kindern nach dem ersten Lebensmonat beträgt 4,5 - 7,5 mg/kg KG pro Tag und sollte bevorzugt als Einmaldosis, ansonsten aufgeteilt in 2 Einzeldosen gegeben werden.

Die empfohlene Tagesdosis bei Neugeborenen ist 4 - 7 mg/kg KG pro Tag. Aufgrund der längeren Halbwertszeit erhalten die Neugeborenen die erforderliche Dosis als Einzeldosis.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte die empfohlene Tagesdosis reduziert und an die Nierenfunktion angepasst werden.

Monitoring-Hinweis
Es wird empfohlen, die Serumkonzentration von Gentamicin zu √ľberwachen, vor allem bei √§lteren Patienten, bei Neugeborenen und Patienten mit eingeschr√§nkter Nierenfunktion. Die Proben werden am Ende des Dosierungsintervalls (Talspiegel) genommen. Talspiegel sollen

2 mg/l bei zweimal t√§glicher Anwendung und 1 mg/l bei einmal t√§glicher Dosierung nicht √ľberschreiten.

Zur Behandlung von neutropenischen Patienten und zur Endokarditistherapie sollte die Gesamttagesdosis auf drei Einzelgaben verteilt werden

Insbesondere bei der Kombinationsbehandlung (z. B. mit einem Betalaktam-Antibiotikum in der √ľblichen Dosierung) ist auch die Verabreichung der gesamten Tagesdosis, also die einmal t√§gliche Gabe m√∂glich. Klinische und tierpharmakologische Untersuchungen ergaben Hinweise, dass diese Applikationsform, im Vergleich zur Aufteilung in mehrere Einzeldosen, Vorteile sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit als auch Vertr√§glichkeit aufweist.

Empfehlungen zur Dosierung und Therapie√ľberwachung von Gentamicin

Zur Kontrolle der Serumspiegel von Gentamicin wird die Bestimmung der Serumspiegel empfohlen. Da Gentamicin haupts√§chlich √ľber die Nieren ausgeschieden wird, muss die Dosierung bei Patienten mit eingschr√§nkter Nierenfunktion angepasst werden.

Siehe auch Hinweise f√ľr medizinisches Fachpersonal am Ende der Gebrauchsinformation.

Art der Anwendung

Gentamicin HEXAL SF wird in den Muskel (intramuskulär), in die Vene (intravenös) oder unter die Bindehaut (subkonjunktival) gespritzt oder in die Vene infundiert.

Um hohe Spitzenkonzentrationen zu vermeiden, empfiehlt sich eine Infusion √ľber eine Dauer von 30

‚Äď 60 Minuten.

Sulfitfreie Gentamicin-L√∂sungen k√∂nnen, falls √§rztlich angezeigt, unverd√ľnnt direkt in die Vene ge- spritzt werden. Die Injektion muss langsam w√§hrend 2 ‚Äď 3 Minuten erfolgen.

Gentamicin-L√∂sungen k√∂nnen zur Infusion mit isotonischer Natriumchloridl√∂sung verd√ľnnt werden.

Hinweis

Gentamicin HEXAL SF sollte stets getrennt von anderen Arzneimitteln verabreicht werden. Gentamicin HEXAL SF darf auf keinen Fall in einer Injektions- bzw. Infusionslösung mit Betalaktam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Cephalosporine) gemischt werden, da es zu einer chemisch-physikalischen Inaktivierung der Kombinationspartner kommt.

Dies gilt auch f√ľr eine Kombination von Gentamicin mit Diazepam, Furosemid, Flecainidacetat bzw. Heparin-Natrium.

Dauer der Anwendung

√úber die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Bei √ľblichen bakteriellen Infektionserkrankungen richtet sich die Behandlungsdauer nach dem Verlauf der Erkrankung. Normalerweise ist eine Behandlungsdauer von 7 ‚Äď 14 Tagen ausreichend.

Die Dauer der Behandlung sollte 10 ‚Äď 14 Tage m√∂glichst nicht √ľberschreiten.

Eine erneute Behandlung mit Gentamicin HEXAL SF unmittelbar im Anschluss an eine vorangegangene Behandlung mit einem Aminoglykosid sollte vermieden werden. Das therapiefreie Intervall sollte m√∂glichst 7 ‚Äď 14 Tage betragen.

Wenn Sie eine größere Menge Gentamicin HEXAL SF angewendet haben, als sie sollten

Gentamicin HEXAL SF besitzt eine enge therapeutische Breite. Bei Anhäufung von Gentamicin HEXAL SF im Körper (Kumulation), z. B. infolge eingeschränkter Nierenfunktion, kann es zur Nierenschädigung und zur Schädigung des Gehör- und Gleichgewichtsnervs (Nervus statoacusticus) kommen. Nierenschädigungen korrelieren mit Talspiegeln von größer als 4 mg Gentamicin/l.

Behandlung bei √úberdosierung

Bei Überdosierung muss Gentamicin abgesetzt werden. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel (Antidot). Gentamicin kann durch Blutwäsche (Hämodialyse) entfernt werden.

Therapie bei Blockade der Reiz√ľberleitung zwischen Nerv und Muskel (neuromuskul√§re Blockade)

Bei Blockade der Reiz√ľberleitung zwischen Nerv und Muskel (meist durch Wechselwirkungen verursacht) ist die Gabe von Calciumchlorid zweckm√§√üig, gegebenenfalls ist eine k√ľnstliche Beatmung angebracht.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel k√∂nnen auch diese Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Bei Auftreten der folgenden, Nebenwirkungen, die mit unbekannter Häufigkeit auftreten können, sollten Sie sofort einen Arzt informieren:

Allergische Reaktionen (einschließlich schwerwiegender allergischer Reaktionen wie Anaphylaxie) einschließlich:

  • Allergische Hautreaktionen (z. B. Hautr√∂tungen mit Hitzegef√ľhl [Rash], Juckreiz, Nesselausschlag mit Bl√§schen- und Quaddelbildung [urtikarielles Exanthem].
  • Arzneimittelfieber und √úberempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade bis zum allergischen (anaphylaktischen) Schock.
  • Schwere allergische Reaktion der Haut und der Schleimh√§ute, begleitet von Blasenbildung und R√∂tung der Haut, die in sehr schweren F√§llen die inneren Organe beeintr√§chtigen und lebensbedrohlich sein k√∂nnen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrose)
  • Schwellung der H√§nde, F√ľ√üe, Kn√∂chel, des Gesichts, der Lippen oder des Rachens, die zu Schluck- oder Atembeschwerden f√ľhren kann
  • Ohnmacht, Schwindel, Benommenheit (niedriger Blutdruck)

Beim Auftreten von Nebenwirkungen sollte eine ausreichende Fl√ľssigkeitszufuhr und Urinproduktion gew√§hrleistet sein.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Häufig (kann bis zu 1 Behandelten von 10 betreffen)

Störungen der Nierenfunktion, wie Einschränkung der Filtration (glomeruläre Filtrationsrate), jedoch meist reversibel. Die wichtigsten Risikofaktoren sind hohe Gesamtdosis, lange Behandlungsdauer und erhöhte Serumspiegel (hohe Talspiegel) von Gentamicin; daneben können Alter, Verminderung des zirkulierenden Blutvolumens (Hypovolämie) und Schock zusätzliche Risiken darstellen. Klinische Zeichen einer Nierenschädigung sind: Vorkommen von Eiweiß und Blutkörperchen im Harn (Proteinurie/Hämaturie), Auftreten von Zylindern im Harn (Zylindrurie), Verminderung der täglichen Harnausscheidung (Oligurie), Erhöhung der Konzentrationen von Kreatinin und Harnstoff im Serum.

Selten (kann bis zu 1 Behandelten von 1.000 betreffen)

  • Erniedrigte Kalium-, Calcium- und Magnesiumkonzentrationen im Blut (Hypokali√§mie, Hypokalz√§mie, Hypomagnesi√§mie) bei hochdosierter Langzeitbehandlung (mehr als 4 Wochen).
  • Reversibler Anstieg von Leberenzymen (Transaminasen, alkalische Phosphatase) sowie der Konzentration von Bilirubin (Blutabbauprodukt) im Serum.

Sehr selten (kann bis zu 1 Behandelten von 10.000 betreffen)

  • Empfindungsst√∂rungen in Armen und Beinen, z. B. Kribbeln, Pelzigsein, Taubsein (periphere Par√§sthesien) und strumpff√∂rmige Empfindungsst√∂rungen (Polyneuropathien) im Bereich der Unterschenkel und F√ľ√üe.
  • Ver√§nderung der Zahl der Blutpl√§ttchen und bestimmter wei√üer Blutk√∂rperchen.
  • Akutes Nierenversagen.
  • Hohe Phosphat- und Aminos√§urespiegel im Urin (sogenanntes De-Toni-Fanconi-√§hnliches Syndrom, im Zusammenhang mit hohen Dosen √ľber einen l√§ngeren Zeitraum).

H√§ufigkeit nicht bekannt (auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar)

Schädigungen des Gehör- und Gleichgewichtsnervs (Nervus statoacusticus, N. VIII), wobei sowohl das Gleichgewichts- als auch das Hörorgan betroffen sein können. Dabei stehen Störungen des Gleichgewichtsorgans im Vordergrund.

Hörstörungen betreffen zuerst den Hochtonbereich. Eine Schädigung des Gehörorgans ist in den meisten Fällen bleibend (irreversibel). Wichtigster Risikofaktor ist eine vorbestehende Störung der Nierenfunktion; ferner steigt das Risiko mit der Höhe der Gesamt- und Tagesdosis. Anzeichen der Nervenschädigung sind z. B. Schwindel, Ohrenklingen/Ohrensausen (Tinnitus), Minderung des Hörvermögens, irreversibler Hörverlust und irreversible Taubheit.

  • Schmerzen an der Injektionsstelle.
  • Infektion mit anderen Gentamicin-resistenten Keimen
  • Durchfall, mit oder ohne Blut und/oder Magenkr√§mpfe

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett/Umkarton nach ‚Äěverwendbar bis‚Äú angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

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Weitere Informationen

Was Gentamicin HEXAL SF enthält

Der Wirkstoff ist Gentamicin.

1 Ampulle Gentamicin 40 HEXAL SF mit 1 ml Injektionslösung enthält 40 mg Gentamicin (als Gentamicinsulfat).

1 Ampulle Gentamicin 80 HEXAL SF mit 2 ml Injektionslösung enthält 80 mg Gentamicin (als Gentamicinsulfat).

1 Ampulle Gentamicin 160 HEXAL SF mit 2 ml Injektionslösung enthält 160 mg Gentamicin (als Gentamicinsulfat).

Die sonstigen Bestandteile sind: Acetylcystein, Natriumedetat (Ph. Eur.), Natriumhydroxid (zur pH- Einstellung), Wasser f√ľr Injektionszwecke

Wie Gentamicin HEXAL SF aussieht und Inhalt der Packung

Klare, farblose Lösung in einer Klarglasampulle.

Packungen mit

Gentamicin 40 HEXAL SF:

  • 5 Ampullen mit jeweils 1 ml Injektionsl√∂sung
  • 10 Ampullen mit jeweils 1 ml Injektionsl√∂sung
  • 20 Ampullen mit jeweils 1 ml Injektionsl√∂sung
    Gentamicin 80 HEXAL SF:
  • 5 Ampullen mit jeweils 2 ml Injektionsl√∂sung
  • 10 Ampullen mit jeweils 2 ml Injektionsl√∂sung
  • 20 Ampullen mit jeweils 2 ml Injektionsl√∂sung
    Gentamicin 160 HEXAL SF:
  • 5 Ampullen mit jeweils 2 ml Injektionsl√∂sung
  • 20 Ampullen mit jeweils 2 ml Injektionsl√∂sung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG Industriestraße 25 83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

oder

Lek Pharmaceuticals d.d. Verovskova ulica 57 1526 Ljubljana Slowenien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt √ľberarbeitet im Januar 2021.

Die folgenden Informationen sind f√ľr medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Empfehlungen zur Dosierung und Therapie√ľberwachung von Gentamicin

Dosierung (Erwachsene)

120 mg Gentamicin (1,5 ‚Äď 2 mg Gentamicin/kg KG)
Initialdosis:
Infusionsdauer: 30 ‚Äď 60 Minuten
Erhaltungsdosis: 3 ‚Äď 6 mg Gentamicin/kg KG/Tag

Dosierungsintervall: Die Dosierungsintervalle können der individuellen Halbwertszeit angepasst werden. Die Berechnung der Halbwertszeit erfolgt aufgrund der gemessenen

    Konzentrationen (Spitzen- und Talspiegel) entweder graphisch oder mit
    Taschenrechner (siehe Beispiel):
Beispiel: Halbwertszeit
 

ln 2√ó(t2 - t1)

0,69√ó7 4,83

t1/ 2 =

  =   =  

= 2,5 Stunden

ln(c1 c2 )

ln(7 1)

1,95

Blutentnahmen: Sie erfolgen am Ende eines Dosierungsintervalls (Talspiegel) und
    unmittelbar nach Ende der Infusion (Spitzenspiegel). Überhöhte Talspiegel
    (größer als 2 mg Gentamicin/l bei konventioneller Dosierung und größer 1

mg Gentamicin/l bei täglicher Einmaldosierung) weisen auf eine Akkumulation hin (Nephrotoxizität!), Dosierungsintervall verlängern oder eventuell Dosis reduzieren.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Gentamicin wird hauptsächlich durch glomeruläre Filtration ausgeschieden. Demzufolge muss die Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion entsprechend angepasst werden.

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Zuletzt aktualisiert: 18.08.2022

Quelle: Gentamicin 160 Hexal SF - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Gentamicin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Hexal Aktiengesellschaft
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 07.10.1982
ATC Code J01GB03
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Aminoglykosid-Antibiotika

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden