Metamizol

Metamizol

Grundlagen

Metamizol, auch bekannt unter den Kurzbezeichnungen Natriumnovaminsulfonat, Dipyron, Sulpyrin oder Noramidopyrin-Methansulfonat ist ein schmerzlindernder und fiebersenkender Wirkstoff aus der Gruppe der Nichtopioid-Analgetika. Metamizol hat aufgrund einer seltenen aber schwerwiegenden Nebenwirkung (Agranulozytose) heute in vielen LĂ€ndern keine Zulassung mehr. Im deutschsprachigen Raum ist die Anwendung jedoch noch weit verbreitet. Meist wird es in Form von Tabletten verabreicht.

Geschichte

N-Methyl-N-(2,3-Dimethyl-5-Oxo-1-Phenyl-3-Pyrazolin-4-yl-)aminomethansulfonsĂ€ure, die chemische Bezeichnung fĂŒr Metamizol, war erstmals 1922 unter dem Namen NovalginÂź von der Hoechst AG verfĂŒgbar. 

Wirkung

Pharmakodynamik

Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht entschlĂŒsselt. Gesichert ist die Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase, das fĂŒr die Schmerzentstehung essenziell ist. Forscher vermuten jedoch hinter Opioid- und 5-HT-Rezeptoren weitere Angriffsziele des Arzneistoffes, welche auch zu gewissen Teilen die Schmerzwahrnehmung beeinflussen können. 

Pharmakokinetik

Metamizol wird ausschließlich als Natrium-Salz (Metamizol-Natrium) angewandt. Dadurch wird es möglich, den Stoff als Tablette zu verabreichen. Die Metabolisierung erfolgt in der Leber und die BioverfĂŒgbarkeit betrĂ€gt rund 90%. Die Plasmahalbwertszeit betrĂ€gt rund 2,5 Stunden. Die Ausscheidung erfolgt ĂŒber die Nieren.

Wechselwirkungen

Eine gleichzeitige Gabe mit Chlorpromazin sollte vermieden werden, da es zu einer gefÀhrlichen Hypothermie kommen kann.

In Kombination mit Methotrexat kann es zu einer LeberschÀdigung kommen.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen

Aufgrund der seltenen und lebensbedrohlichen Nebenwirkung Agranulozytose wird Metamizol in vielen LÀndern nicht mehr angewandt. Die HÀufigkeit liegt bei einem Behandelten pro 1 000 000 Patienten. 

Andere Nebenwirkungen, die gelegentlich auftreten können, sind:

  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Arzneimittelexanthem (allergische Reaktion der Haut)
  • RotfĂ€rbung des Urins
  • verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
  • Hautreaktionen

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral):  4351 mg.kg−1

Chemische & physikalische Eigenschaften

Summenformel C13H16N3NaO4S
Molare Masse (g·mol−1) 333,34
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 224,5–227
CAS-Nummer 68-89-3
PUB-Nummer 3111
Drugbank ID DB04817

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

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Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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