Adipositas (Fettleibigkeit)

Adipositas (Fettleibigkeit)
Internationale Klassifikation (ICD) E66.-
Symptome Gewichtszunahme, krankhafte Fettansammlung, Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Hyperhidrosis, Sodbrennen, Schlafapnoe, erhöhtes Risiko auf Folgeerkrankungen
Mögliche Ursachen Gene, psychosoziale Faktoren, Körperliche Inaktivität, zu hohe Energiezufuhr, Medikamenteneinnahme
Mögliche Risikofaktoren Körperliche Inaktivität, zu hohe Energiezufuhr, psychische Störungen, psychischer Stress, einschneidende Veränderungen im Leben
Wirkstoffe Orlistat , Liraglutid , Bupropion , Naltrexon

Grundlagen

Unter Adipositas oder Fettleibigkeit wird die relative Zunahme der Fettmasse verstanden. Das hei√üt, dass im Gegensatz zu den anderen Baustoffen des K√∂rpers √ľberproportional viel Fett vorhanden ist. Um eine Abgrenzung vom √úbergewicht zu erm√∂glichen, werden mehrere Quantifizierungen verwendet.

Der Body Mass Index (BMI)

Aktuell spielt vor allem der BMI eine gro√üe Rolle bei der Diagnostik von Adipositas. Bei diesem Wert wird die K√∂rpergr√∂√üe mit dem Gewicht in Bezug gesetzt. Durch Anwendung der Formel ‚Äě(Gewicht in kg) / (Gr√∂√üe in m)¬≤‚Äú ergibt sich der BMI.

Je nach BMI werden mehrere Gewichtsklassen eingeteilt:

  • Untergewicht: BMI unter 18,5
  • Normalgewicht: BMI zwischen 18,5 und 25
  • √úbergewicht: BMI zwischen 25 und 30
  • Adipositas: BMI √ľber 30

Auch wenn der BMI heute wohl das g√§ngigste Ma√ü zur Bewertung des K√∂rpergewichtes ist, gibt es auch bei diesem einen entscheidenden Nachteil. So wird die Zusammensetzung des K√∂rpergewichtes √ľberhaupt nicht ber√ľcksichtigt. Vor allem bei Sportlern wird deswegen oft √úbergewicht oder gar Adipositas angezeigt, auch wenn deren Fettanteil im Normbereich liegt.

Hip-Waist-Ratio (Taillen-H√ľft-Verh√§ltnis)

Ein weiteres wichtiges Beurteilungskriterium f√ľr das K√∂rpergewicht ist das Verh√§ltnis zwischen H√ľftumfang und Taillenumfang. Daf√ľr wird der Taillenumfang einfach durch den H√ľftumfang dividiert.

Bei Frauen sollte die Hip-Waist-Ratio laut den von der WHO festgesetzten Risikogrenzen unter 0,85 liegen, bei Männern unter 1,00. Andere Institute schlagen eine geringere Hip-Waist-Ratio vor. So sollte diese bei Frauen unter 0,80 und bei Männern unter 0,90 liegen.

Messung des Bauchumfanges

Auch die Betrachtung des Bauchumfanges kann f√ľr die Bewertung des K√∂rpergewichts herangezogen werden. Vor allem in neueren Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass dieser eine gro√üe Bedeutung f√ľr die Beurteilung eines gesunden K√∂rpergewichtes hat.

Bei Frauen sollte der Bauchumfang unter 80cm liegen, bei M√§nnern unter 94cm. Ab einem Bauchumfang von mehr als 88cm bei Frauen oder mehr als 102cm bei M√§nnern spricht man von einer bedenklichen Fettverteilung, die ein stark erh√∂htes Risiko f√ľr Folgeerkrankungen mit sich bringt.

Einteilung der Fettverteilung

Die Adipositas kann aufgrund der Fettverteilung in zwei Formen eingeteilt werden.

  • Abdominale Adipositas: Diese wird gerne auch als Bierbauch bezeichnet und kommt vor allem bei M√§nnern vor. Das Risiko f√ľr Folgeerkrankungen ist bei dieser Fett-Verteilungsform betr√§chtlich erh√∂ht. Man spricht deswegen auch gerne vom gef√§hrlichen Bauchfett.
  • Periphere Adipositas: Hier lagert sich das Fett gleichm√§√üig im Unterhautfettgewebe an. Gr√∂√üere Fettansammlungen findet man vor allem an den Extremit√§ten, wie zum Beispiel an den H√ľften. Diese Verteilungsform wird oft auch als weibliche Form bezeichnet und ist weniger gef√§hrlich als die abdominale Adipositas.

Ursachen

Bei der Adipositas wird zwischen primären und sekundären Ursachen unterschieden. Bei sekundärer Adipositas gibt es eine zugrunde liegende Erkrankung, die als Verursacher infrage kommt. Bei einer primären Adipositas besteht die Erkrankung, ohne dass eine verursachende Grunderkrankung gefunden werden kann.

Primäre Adipositas

Bei dieser ist die genaue Ursache vielen F√§llen unbekannt. Da es oftmals zu einer famili√§ren H√§ufung kommt, geht man davon aus, dass sowohl die Gene als auch psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen. Denn neben den Genen bekommen wir von unseren Eltern auch gewisse Verhaltensweisen vererbt. Diese betreffen vor allem den Lebensstil, der meistens von den Eltern √ľbernommen wird, auch wenn dieser alles andere als gesund ist.

Sekundäre Adipositas

Zahlenmäßig spielt diese nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem ist es wichtig, dass diese Form ausgeschlossen wird, bevor eine Therapie begonnen wird. Ansonsten kann die eingesetzte Behandlung nicht nur ineffektiv, sondern vor allem auch gefährlich sein.

Zu den möglichen Grunderkrankungen, die eine Adipositas auslösen können, zählen:

  • hormonelle Ver√§nderungen
  • Unterfunktion der Schilddr√ľse
  • Morbus Cushing
  • polyzystisches Ovar
  • gutartiger Tumor der Bauchspeicheldr√ľse mit Insulin-Aussch√ľttung
  • zentralnerv√∂se Ver√§nderungen
  • Sch√§digung des Hypothalamus
  • Neubildungen in oder am Hypothalamus

Neben anderen Erkrankungen können auch Medikamente an der Entstehung von Fettleibigkeit beteiligt sein. Darunter fallen vor allem Antidepressiva, Neuroleptika, Hypnotika, Antiepileptika, Steroide, Antihistaminika, orale Antidiabetika und Insulin.

Forschung nach weiteren Ursachen

Auch wenn sehr viele Menschen von Fettleibigkeit betroffen sind und diese auch sehr negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, gibt es noch relativ wenige Daten zu deren Entstehung und Behandlung. Heute findet man immer mehr Forschungen auf diesem Gebiet. Dadurch sollen neue und effektivere Methoden der Behandlung und der Vorbeugung entwickelt werden.

So wird heute zum Beispiel vermutet, dass durch ein Ungleichgewicht gewisser Botenstoffe im Gehirn die Regulation von Appetit und S√§ttigung bei vielen adip√∂sen Menschen nicht funktioniert. So wird auch bei Energie√ľberschuss weiter ein Hunger-Signal gesendet. Zudem bleibt das S√§ttigungsgef√ľhl aus, wodurch sich das √úberangebot von N√§hrstoffen nochmals erh√∂ht.

Unterst√ľtzt wird diese Theorie von der Tatsache, dass sich bei jedem Patienten mit Adipositas eine positive Energiebilanz findet. Das hei√üt, dass mehr N√§hrstoffe aufgenommen werden, als der K√∂rper verbraucht. Die Ursache, warum dies so ist, warum der K√∂rper dies nicht selbst verhindert, ist jedoch unbekannt.

Schlechter Lebensstil und Adipositas

Bei all den Versuchen, die Ursachen f√ľr das starke √úbergewicht zu kl√§ren, muss jedoch erw√§hnt werden, dass vor allem auch der Lebensstil eine gro√üe Rolle spielt. K√∂rperliche Inaktivit√§t und zu hohe Energiezufuhren m√ľssen einfach dazu f√ľhren, dass Fettreserven aufgebaut liegen.

Bei vielen Adip√∂sen ist auch zu beobachten, dass vor allem psychischer Stress und einschneidende Ver√§nderungen im Leben das Gewicht au√üer Kontrolle geraten lassen. Dazu z√§hlen unter anderem die Heirat, die Trennung oder eine berufliche Ver√§nderung. Bei Frauen spielen auch Schwangerschaften eine gro√üe Rolle. Auch psychische St√∂rungen wie zum Beispiel Depressionen f√ľhren h√§ufig zu einer Gewichtszunahme.

Im Laufe des Lebens steigt das K√∂rpergewicht nahezu automatisch immer weiter an. Dabei ist es ein langsamer Prozess, der ungef√§hr bis ins 65. Lebensjahr anh√§lt. Und auch im fortgeschrittenen Alter ist oft eine Gewichtszunahme zu beobachten, da die k√∂rperlichen Aktivit√§ten durch Abn√ľtzungen des Bewegungsapparates und andere Erkrankungen eingeschr√§nkt sind. Somit ist es oft schon ein Erfolg, wenn man sein Gewicht √ľber viele Jahre konstant halten kann.

Symptome

Allgemein erh√∂ht sich das Risiko auf Folgeerkrankungen, je l√§nger und st√§rker ausgepr√§gt die Adipositas ist. So k√∂nnen sogenannte entz√ľndungsf√∂rdernde Adipokine, also hormonbasierte Botenstoffe, welche im menschlichen Fettgewebe produziert werden, beispielswei√üe an der Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 oder Arteriosklerose beteiligt sein.

Im Folgenden werden einige Körpersysteme und exemplarische Schäden durch Adipositas dargestellt. Dabei handelt es sich bei Weitem nicht um eine vollständige Liste der möglichen Folgen des Übergewichtes.

Herz-Kreislauf-System

Atmungssystem

  • Anstrengungsdyspnoe
  • obstruktives Schlafapnoesyndrom
  • respiratorische Insuffizienz
  • Atelektasen
  • Hyperventilationssyndrom

Stoffwechselsystem

Sonstige

Mehreren Studien und Statistiken nach steigt die Sterblichkeit mit dem BMI an. Je ausgepr√§gter die Adipositas ist, desto wahrscheinlicher ist der fr√ľhzeitige Tod. Die durch Adipositas hervorgerufenen Sch√§den sind jedoch nicht unbedingt dauerhaft. Viele Ver√§nderungen und St√∂rungen k√∂nnen durch die Reduktion des eigenen Gewichtes wieder r√ľckg√§ngig gemacht oder zumindest vermindert werden.

Diagnose

√úber die Angabe von Gewicht und K√∂rpergr√∂√üe und Messung von Bauch- und H√ľftumfang kann einfach und schnell er√∂rtert werden, ob ein normiertes K√∂rpergewicht vorliegt oder nicht.

Die Anamnese

Um eine Behandlung erm√∂glichen zu k√∂nnen, muss trotzdem eine ausf√ľhrliche Anamnese gemacht werden. Diese sollte eine ganze Reihe von Punkten beinhalten, die der genauen Diagnose dienen und die Wahl der richtigen Therapie erleichtern.

Diese sollte mindestens folgende Themenbereiche abdecken:

  • Familienanamnese: Er√∂rterung der Genetik als auch der soziale Vererbung von Verhaltensweisen, da beide bei der Entstehung von Adipositas eine wesentliche Rolle spielen.
  • Sozialanamnese: Sucht nach Informationen zum sozio√∂konomischen Status des Patienten. Es ist wichtig, dass der Patient mit seinem Umfeld, seiner Lebenssituation, seinen Familienstrukturen und dem Freundeskreis in die Diagnose und Therapie ber√ľcksichtigt wird, um einen Erfolg erzielen zu k√∂nnen.
  • Medikamentenanamnese: Sowohl aktuelle als auch fr√ľhere Medikamente k√∂nnen einen Hinweis auf Ursachen, bereits entstandene Organsch√§den und erfolglose Therapieans√§tze geben. Dabei sollten nicht nur rezeptpflichtige Mittel, sondern auch rezeptfreie Mittel und Nahrungserg√§nzungsmittel er√∂rtert werden.
  • Gewichtsanamnese: Neben dem aktuellen Gewicht muss auch der Gewichtsverlauf dokumentiert werden. Dieser gibt Hinweise auf die Ursachen und damit auch auf m√∂gliche Therapieans√§tze.
  • Di√§tanamnese: Gescheiterte Versuche der Gewichtsreduktion geben Hinweise auf den Leidensdruck durch das √úbergewicht und helfen dabei, bei neuerlichen Versuchen bessere Methoden zu verwenden.
  • Ern√§hrungsanamnese: Diese kann aus einem ehrlichen und ausf√ľhrlichen Esstagebuch bestehen. Dies dient nicht nur der Diagnose, sondern kann auch f√ľr therapeutische Zwecke umgesetzt werden.
  • Motive¬†f√ľr die Gewichtsreduktion: Um einen Plan entwickeln zu k√∂nnen, ist es wichtig, die Motive zu kennen. Auch die Zielwerte h√§ngen von der Motivation ab.

Physikalische Untersuchungen

Nach der Anamnese ist eine komplette internistische und physikalische Untersuchung indiziert, die √ľberpr√ľft, inwieweit die Adipositas schon zu Sch√§den in anderen Organsystemen gef√ľhrt hat. Vor allem das Herz-Kreislauf-System, der Fettstoffwechsel, der Zuckerstoffwechsel und der Blutdruck werden von einer Adipositas negativ beeinflusst.

Therapie

Eine Therapie von √úbergewicht ist generell erst ab einem BMI von 30 indiziert. Jedoch k√∂nnen gewisse Faktoren dazu f√ľhren, dass eine √§rztliche Intervention auch schon ab einem BMI von 25 sinnvoll wird. Die ist vor allem bei einer abdominalen Adipositas oder zwei zus√§tzlichen Risikofaktoren sinnvoll. Das Gleiche gilt f√ľr bestehende Erkrankungen, die durch eine Gewichtsreduktion verbessert werden k√∂nnen.

F√ľr eine erfolgreiche Therapie muss ein individueller und realistischer Zeitplan aufgestellt werden. Dabei sollte erst einmal die Stabilisation des aktuellen Gewichtes und dann eine langsame Reduktion des Gewichtes angestrebt werden. Im Folgenden werden einige Strategien genannt, die bei der Gewichtsreduktion angewandt werden k√∂nnten.

Verminderung der Kalorienaufnahme

Schwerpunktmäßig sollte vor allem die Fettzufuhr reduziert werden, idealerweise wird die aufgenommene Gesamtenergie vermindert. Dabei sollte insgesamt ein tägliches Energiedefizit von 500 bis 800 kcal angestrebt werden.

Körperliche Aktivität

Durch k√∂rperliche Aktivit√§t kann der Kalorienverbrauch erh√∂ht werden. Zudem kann durch Sport auch der Appetit gesenkt und Stress besser kontrolliert werden. F√ľr viele ist der Sport auch ein stabilisierendes soziales Ereignis. Zudem hat Bewegung immer einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System, welches besonders von der Adipositas negativ beeinflusst wird.

Im Idealfall sollte man mindestens dreimal w√∂chentlich 30 Minuten Sport betreiben. Nat√ľrlich ist es besser, wenn man √∂fter und l√§nger trainiert. Generell sollte man sich aber erreichbare Ziele setzen. Denn es ist besser, regelm√§√üig wenig zu trainieren, als unregelm√§√üige Intensivtrainings. Diese haben keinen zus√§tzlich positiven Einfluss auf das Gewicht und k√∂nnen zudem noch demotivierend wirken.¬†

Weitere Unterst√ľtzung

Die Gewichtsreduktion kann je nach persönlicher Situation noch durch viele weitere Maßnahmen gefördert werden. Dazu zählen Verhaltenstherapien, psychosoziale Hilfeleistungen und die Teilnahme an Selbsthilfegruppen.

Medikamentöse Therapie

Sowohl Tabletten als auch Pulverformen existieren, um beim Abnehmen behilflich zu sein. Zum Einsatz kommt zum Beispiel das Antiadipositum Orlistat¬†(Xenical), welches die Bauchspeicheldr√ľse hemmt, wodurch Fette nicht mehr so gut aufgenommen werden k√∂nnen. Ein anderes Mittel ist das Anorektikum Sibutramin¬†(Reductil), welches √ľber Botenstoffe im Gehirn das S√§ttigungsgef√ľhl f√∂rdert. Weitere Mittel sind derzeit in Entwicklung.

Als alleiniges Mittel zur Gewichtsreduktion ist jedoch auch das beste frei verkäufliche Medikament nicht geeignet, weswegen Arzneimittel bei Bedarfsfall in Kombination mit anderen gewichtsreduzierenden Maßnahmen eingenommen werden sollten. Zudem ist es nur in besonderen Fällen und nach dem Scheitern konservativer, nichtmedikamentöser Maßnahmen indiziert.

Operative Therapie

Bei diesen m√ľssen die Patienten immer genauestens √ľber die Risiken und Folgen des Eingriffes aufgekl√§rt werden. Denn durch die bestehende Adipositas ist auch das Risiko bei der Operation stark erh√∂ht.

Die Indikation zur Operation ist erst ab einem BMI von 40 gegeben. Bei einem BMI √ľber 35 kann eine Operation in Betracht gezogen werden, wenn Begleiterkrankungen eine schnelle Gewichtsreduktion verlangen oder wenn alle anderen Therapieversuche gescheitert sind.

Grundsätzlich wird bei diesen chirurgischen Eingriffen versucht, das Magenvolumen zur reduzieren. Dadurch kommt es nur zu einer limitierten Nahrungszufuhr, die wiederum die Gewichtsreduktion mit sich bringt.

Zu den verschiedenen Verfahren gehören unter anderem:

  • Gastric Banding (Magenband):¬†Ein Silikonband wird um den Magen gelegt und dann je nach Bedarf mit Fl√ľssigkeit gef√ľllt. Dadurch wird der Eingang zum Magen verkleinert, es k√∂nnen immer nur kleine Nahrungsmengen aufgenommen werden.
  • Vertikale Gastroplastik: Durch Klammern√§hte wird ein Teil des Magens abgetrennt und durch ein Silikonband gesichert.
  • Magenballon: In den Magen wird ein Ballon eingesetzt, der je nach Bedarf mit mehr oder weniger Fl√ľssigkeit gef√ľllt wird. Diese Methode wird heute eher selten angewendet, da sie einige Komplikationen mit sich bringt.

F√ľr eine dauerhafte Senkung des K√∂rpergewichtes sollten jedoch auch die Essgewohnheiten ver√§ndert und optimiert werden. Zudem braucht es nach der Operation weiterhin eine intensive internistische, ern√§hrungsmedizinische und psychologische Betreuung der Patienten.

Ernährungsempfehlungen bei Adipositas

Um die eigene Ernährung verbessern zu können, muss man sich erst einmal mit dem eigenen Energiebedarf auseinandersetzen. Dieser hängt unter anderem von der Größe, dem Gewicht, dem Geschlecht und der körperlichen Belastung im Alltag ab. Anhand des Energiebedarfes kann dann abgeschätzt werden, wie viele Kalorien man täglich zu sich nehmen sollte.

Dabei sollte man darauf Wert legen, dass alle Nahrungsbestandteile in ausreichender Menge aufgenommen werden. Um dies erreichen zu k√∂nnen, muss man sich intensiv mit der Zusammensetzung der Nahrung und deren quantitativen und qualitativen Energiegehalt auseinandersetzen. Schon beim Einkaufen muss darauf geachtet werden, die richtigen Lebensmittel zu kaufen. Dazu sollte man √ľben, die N√§hrstoffinformationen auf Lebensmittelpackungen richtig zu lesen und zu interpretieren.

Nicht nur die Art der aufgenommenen Lebensmittel, sondern auch deren Zubereitung spielt eine gro√üe Rolle. So sollte man auf fettarme Zubereitungsarten zur√ľckf√ľhren, die auch den Vitamingehalt der Nahrung nicht zerst√∂ren.

Keine kurzfristigen Umstellungen

Ganz egal, wie man seine Ern√§hrung ver√§ndert, es sollte sich immer um eine langfristige Optimierung handeln und nicht um kurzfristige Di√§ten. Diese f√ľhren zwar oft zu einer schnellen Gewichtsreduktion, jedoch bleibt der bef√ľrchtete Jo-Jo-Effekt nur selten aus.

Um dies realisieren zu k√∂nnen, sollte man sich nur auf Ver√§nderungen einlassen, mit denen man auch langfristig leben kann. Es hat wohl wenig Nachhaltigkeit zu sagen, dass man nie wieder nascht, jedoch kann man die Menge an S√ľ√üigkeiten drastisch reduzieren.

Konkrete Hinweise f√ľr eine bessere Ern√§hrung

Doch was kann man jetzt konkret ver√§ndern, um eine bessere Ern√§hrung zu erreichen? Im Folgenden werden einige Hinweise gegeben. Schlussendlich muss man ausprobieren, was f√ľr einen selbst durchf√ľhrbar und wirksam ist.

M√∂gliche Ver√§nderungen f√ľr eine gute Ern√§hrung:

  • Eliminierung oder drastische Reduktion von Alkohol
  • Einsparung von Kohlenhydraten, die die Spaltung von Fetten im K√∂rper verhindern
  • Erh√∂hung des Protein-Anteils in der Nahrung, die vor allem auch den Appetit z√ľgeln
  • Reduktion der Fettzufuhr, Konzentration auf unges√§ttigte Fetts√§uren
  • Ausreichende Fl√ľssigkeitsaufnahme in Form von ungezuckerten Getr√§nken

Allgemeine Maßnahmen zum verbesserten Essverhalten

  • Die Einnahme der Mahlzeiten sollte, wenn m√∂glich, immer am selben Ort erfolgen.
  • Man sollte sich gen√ľgend Zeit f√ľr das Essen nehmen, um es genie√üen zu k√∂nnen.
  • Eine attraktive Zubereitung und Pr√§sentation der Speisen erh√∂ht den Genussfaktor.
  • Ablenkungen w√§hrend dem Essen sollten vollkommen vermieden werden.
  • Anstatt nachzusch√∂pfen, sollte man schon zu Beginn eine angemessene Portion anrichten.
  • Verbessertes S√§ttigungsgef√ľhl durch hohe Eiwei√üzufuhr und Fettreduktion
  • Kohlenhydraten in Form von komplexen Kohlenhydraten (Ballaststoffe, Vollkorn)
  • Reduktion einfacher Kohlenhydrate (Zucker)
  • Sollte ein Hungergef√ľhl auftreten, kann durch sportliche Aktivit√§t, Hobbys oder einfachen Ma√ünahmen wie Z√§hneputzen eine Ablenkung erfolgen.

Prognose

Die eigentliche Gewichtsreduktion ist f√ľr viele Betroffene nicht das gro√üe Problem. Durch Di√§ten und Sport schaffen sie es immer wieder, einige Kilogramm Gewicht zu reduzieren. Doch nach der Di√§t ist es oftmals nahezu unm√∂glich, das neue Gewicht zu halten. Der Jo-Jo-Effekt sorgt meistens daf√ľr, dass das Gewicht schon wenige Monate nach der Di√§t noch h√∂her ist als vor der Di√§t.

Eine dauerhafte Gewichtsreduktion kann nur durch langfristige Behandlungskonzepte erreicht werden. Man sollte nicht in einer bestimmten Zeit ein gewisses Wunschgewicht erreichen wollen, sondern durch eine dauerhafte √Ąnderung des Lebensstils ein ges√ľnderes Leben f√ľhren, welches die √ľberfl√ľssigen Kilos langsam, aber dauerhaft eliminiert.

Eine Di√§t sollte also nicht prim√§r erfolgsorientiert sein, sondern als eine lebenslange und ausgewogene Ern√§hrung fungieren. Man sollte sie also so optimieren, dass sie gesund ist und einem auch schmeckt. Denn nur dann ist sie auch dauerhaft durchf√ľhrbar. Die gute Ern√§hrung allein ist auch nicht genug, sondern muss immer mit ausreichend k√∂rperlicher Bet√§tigung kombiniert werden.

Vorbeugen

Die wichtigste und effektivste Maßnahme, um einer Adipositas vorbeugen zu können, ist das Erreichen und Halten eines stabilen Gewichtes. Im Laufe des Lebens ist die Tendenz des Körpergewichtes immer zunehmend. Es ist schon ein Erfolg, wenn man das aktuelle Gewicht halten und der allgemeinen Tendenz der Gewichtszunahme trotzen kann.

Dazu sollte auf eine fettarme und ballaststoffreiche Nahrungszusammensetzung Wert gelegt werden. Vor allem Lebensmittel mit geringer Energiedichte sind geeignet, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Diese haben wenige Kalorien, da sie reich an Wasser oder Ballaststoffen sind.

Zwischenmahlzeiten, Fastfood und zuckerhaltige oder alkoholische Getränke sollten so gut es geht vermieden werden.

Beim Sport ist vor allem das Ausdauertraining sinnvoll, da hier der Kalorienverbrauch √ľberproportional gesteigert wird. So kann durch die erh√∂hte Muskelt√§tigkeit eine Adipositas dauerhaft verhindert werden.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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