Autor: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH


Langinformationen

Was ist es und wofür wird es verwendet?

WAS IST TARIVID UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?
1.1 Tarivid ist ein Bakterien abtötendes (bakterizides) Antibiotikum/Chemotherapeutikum mit breitem Wirkungsspektrum aus der Gruppe der Chinolone.
1.2 Tarivid ist zur Behandlung folgender bakterieller Infektionen geeignet, wenn sie durch Ofloxacin-empfindliche Erreger verursacht worden sind:
Akute, chronische und wiederkehrende Infektionen der Atemwege (Bronchitis), verursacht durch Haemophilus influenzae oder andere gramnegative und multiresistente Erreger sowie durch Staphylococcus aureus.
Lungenentzündungen (Pneumonien), insbesondere verursacht durch Problemkeime wie z. B. Escherichia coli, Klebsiella, Enterobacter, Proteus, Pseudomonas, Legionella, Staphylococcus. Da Lungenentzündungen im ambulanten Bereich (außerhalb des Krankenhauses erworben) überwiegend durch Pneumokokken verursacht werden, ist Tarivid in diesen Fällen nicht das Mittel der ersten Wahl.
Chronische und wiederkehrende Infektionen von Hals, Nase und Ohren, insbesondere wenn sie durch gramnegative Keime, einschließlich Pseudomonas, oder durch Staphylococcus verursacht worden sind. Damit ist Tarivid nicht anzuwenden bei der Behandlung der akuten Mandelentzündung (Angina tonsillaris) durch betahämolysierende Streptokokken (siehe auch Abschnitt 3.2).
Infektionen der Weichteile und der Haut.
Infektionen der Knochen (Osteitis, Osteomyelitis).
Infektionen des Bauchraumes, einschließlich des kleinen Beckens, und bakteriell bedingte Durchfälle, die einer antibiotischen Behandlung bedürfen.
Infektionen der Niere, der Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Blase, Harnröhre) und der Geschlechtsorgane; Gonorrhö (Tripper).
Septische Infektionen (Blutvergiftung).
Gegen Treponema pallidum (Syphilis-Erreger) ist Ofloxacin nicht wirksam.
Wie alle Arzneimittel kann Tarivid Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei den Häufigkeitsangaben von Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zu Grunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Herzerkrankungen
Gelegentlich: Pulsbeschleunigung (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen).
Sehr selten wurden bestimmte Herzrhythmusstörungen (z. B. ventrikuläre Tachykardien, Torsade de Pointes) sowie auch kurzfristiger Bewusstseinsverlust (Synkopen) beobachtet (s. auch Abschnitt 2.2).
Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen
Sehr selten: Porphyrie-Attacken bei Patienten mit Porphyrie (seltene Stoffwechselerkrankung).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Mangel an bestimmten Blutzellen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose oder Panzytopenie), Zerfall der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie), Erhöhung der Zahl bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie), schwerwiegende Störungen der Blutzellenbildung (Knochenmarksdepression).
Zeichen solcher Blutbildstörungen können sein:
Blässe und Schwäche, rötlich gefärbter Urin,
entzündliche Schleimhautveränderungen (z. B. im Mund- und Rachen-, After- und Genitalbereich), eine Halsentzündung und unerwartet dauerhaftes oder wiederkehrendes Fieber oder
verstärkte Blutungsneigung (z. B. verstärkte Neigung zu Blutergüssen) und das gehäufte Auftreten von sog. Petechien (kleine, punktförmige, rötliche Flecken in der Haut und an den Schleimhäuten).
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Unruhe, Nervosität, Benommenheit, Kopfschmerzen.
Selten: Schläfrigkeit, Sinnesstörungen wie Missempfindungen (z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühl), Hyper- oder Hypästhesien (gesteigerte bzw. verringerte Empfindung von Berührungsreizen), Geschmacks- und Geruchsstörungen (bis zum Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinnes), Krampfanfälle, extrapyramidale Symptome (z. B. erhöhte bzw. erniedrigte Muskelspannung, unbeabsichtigte Bewegungen des Gesichts bzw. des Körpers, verlangsamter Bewegungsbeginn, Bewegungsarmut) oder muskuläre Koordinationsstörungen (z. B. Zittern, Gangunsicherheit).
Häufigkeit nicht bekannt: Nervenstörung (sensorische oder sensomotorische periphere Neuropathie, s. auch Abschnitt 2.2).
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Augenbrennen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
Selten: Sehstörungen (z. B. Verschwommensehen, Doppeltsehen und verändertes Farbensehen).
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich: Schwindel
Selten: Gleichgewichtsstörungen, Hörstörungen wie Ohrgeräusche (Tinnitus).
Sehr selten: Hörverlust.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Gelegentlich: Hustenreiz, Nasenlaufen.
Selten: Atemnot, Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus).
Sehr selten: Schwere Atemnot, allergisch bedingte Lungenentzündung (Pneumonitis).
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
Häufig:, Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Durchfall, Übelkeit, Erbrechen.
Selten: Darmentzündung (Enterokolitis, in Einzelfällen auch mit Blut im Stuhl), pseudomembranöse Kolitis (schwerwiegende Darmentzündung, s. auch Abschnitte 2.2 und 4.2).
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: Beeinträchtigung der Nierenfunktion (diese zeigt sich z. B. als Anstieg des Serumkreatinin).
Sehr selten: Akutes Nierenversagen (Anzeichen können sein: starke Zu- und Abnahme der Urinausscheidung, verbunden mit allgemeinem Krankheitsgefühl), akute interstitielle Nephritis (allergisch bedingte Nierenentzündung).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Symptome wie Juckreiz, Ausschlag.
Selten: Schwitzen, Nesselsucht (Urtikaria), bläschenförmiger oder pustulöser Ausschlag.
Sehr selten: Lichtüberempfindlichkeit der Haut (z. B. Sonnenbrand-ähnliche Reaktionen, Verfärbung oder Ablösung der Nägel, s. auch Abschnitt 2.2 ), entzündliche Erkrankung der Blutgefäße (Vaskulitis) mit kleinen, punktförmigen, rötlichen Flecken in der Haut und an den Schleimhäuten (Petechien), Bläschen oder Knötchen, die in Einzelfällen zum Absterben von Haut (Hautnekrosen) führen kann; an gleicher Stelle wiederkehrender Ausschlag (fixes Arzneimittelexanthem), schwerwiegende Haut- und Schleimhautreaktionen (Erythema multiforme, toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom).
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Selten: Sehnenbeschwerden (z. B. Schmerzen, Sehnenentzündung).
Sehr selten: Sehnenriss (z. B. der Achillessehne, s. auch Abschnitt 2.2). Gelenk- und Muskelbeschwerden (z. B. Schmerzen), Schädigung des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse), Muskelschwäche (von besonderer Bedeutung bei Patienten mit Myasthenia gravis, einer schweren Muskelerkrankung).
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Appetitlosigkeit.
Sehr selten: Anstieg oder Abfall des Blutzuckers, insbesondere bei Patienten, die mit blutzuckersenkenden Mitteln behandelt werden (s. auch unter "Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Tarivid ist erforderlich").
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Gelegentlich: Folgeinfektionen durch unempfindliche Erreger (Bakterien, Pilze), s. auch Abschnitt 2.2.
Gefäßerkrankungen
Gelegentlich: Blutdruckabfall (sehr selten bis zum Kreislaufzusammenbruch mit Bewusstlosigkeit, bei deutlich wahrnehmbarem Blutdruckabfall Infusion sofort abbrechen).
Selten: Hitzewallungen, Blutdruckanstieg.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Schmerzen und Rötung an der Infusionsstelle, Entzündung der Vene.
Sehr selten: Fieber.
Erkrankungen des Immunsystems
Selten: Anaphylaktische/anaphylaktoide Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwellungen der Haut und Schleimhäute, z. B. des Gesichts, der Zunge und im Bereich des Kehlkopfes (Angioödeme).
Sehr selten: Entzündung von kleinen Blutgefäßen (Vaskulitis), die auch innere Organe einbeziehen kann. Überempfindlichkeitsreaktionen mit schwerwiegendem Blutdruckabfall (anaphylaktischer/anaphylaktoider Schock).
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: Beeinträchtigung der Leberfunktion mit Anstieg von Leberenzymen und/oder Bilirubin (Gallenfarbstoff im Blut).
Sehr selten: Gelbsucht in Folge verminderter Ausscheidung des Gallenfarbstoffes (cholestatischer Ikterus), Leberentzündung (Hepatitis), schwerer Leberschaden.
Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich: Verwirrtheit, Erregungszustände, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit.
Selten: Psychotische Reaktionen mit z. B. Halluzinationen (Fehlwahrnehmungen), Angstzustände, intensive Traumerlebnisse (bis zum Alptraum), Depression.
Sehr selten: Psychotische Reaktionen und Depressionen mit Selbstgefährdung bis hin zu suizidalen Gedanken oder Handlungen (s. auch Abschnitt 2.2).
Hinweis
Bis auf sehr seltene Fälle (einzelne Fälle von z. B. Geruchs-, Geschmacks- und Hörstörungen) sind die beobachteten unerwünschten Wirkungen nach Absetzen von Tarivid wieder abgeklungen.
Was ist generell beim Auftreten von Nebenwirkungen zu tun?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie unter der Behandlung mit Tarivid eine der hier aufgeführten Nebenwirkungen bemerken oder andere unerwünschte Wirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.
Falls eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z. B. pseudomembranöse Kolitis, manche Blutbildveränderungen, schwere anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen und schwere Hautreaktionen) unter Umständen lebensbedrohlich werden können.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Tarivid darf nicht angewendet werden
wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Ofloxacin, dem Wirkstoff von Tarivid, anderen Chinolonen (d.h. Arzneistoffen aus derselben chemischen Stoffgruppe wie Ofloxacin) oder einem der sonstigen Bestandteile von Tarivid sind. Grund: Gefahr einer Überempfindlichkeitsreaktion.
wenn Sie an einer Epilepsie (Anfallsleiden) leiden oder Ihnen bekannt ist, dass Sie infolge einer Schädigung des Gehirnes (z. B. durch Verletzungen, Entzündungen oder Schlaganfall) zu Krampfanfällen neigen (erniedrigte Krampfschwelle). Grund: Gefahr der Auslösung von Krampfanfällen.
wenn bei Ihnen jemals nach Anwendung von Chinolonen Sehnenbeschwerden aufgetreten sind. Grund: Gefahr von Sehnenriss.
von Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren, da Gelenkknorpelschäden nicht mit Sicherheit auszuschließen sind.
während der Schwangerschaft.
wenn Sie stillen.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Tarivid ist erforderlich,
wenn Sie bereits bei der Behandlung mit anderen Chinolonen schwere Nebenwirkungen (z. B. schwere Reaktionen des Nervensystems) entwickelt haben. In diesen Fällen haben Sie möglicherweise ein erhöhtes Risiko, auch auf Tarivid mit solchen Nebenwirkungen zu reagieren.
wenn Sie möglicherweise zu Krampfanfällen neigen. In diesen Fällen sollte Tarivid – wie andere Chinolone auch – nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Dies gilt z. B. wenn bei Ihnen eine Schädigung des Gehirns besteht, wenn Sie gleichzeitig bestimmte Mittel gegen rheumatische Beschwerden und Schmerzen (Fenbufen oder vergleichbare nichtsteroidale Antiphlogistika) einnehmen oder mit Arzneimitteln, die die Krampfschwelle herabsetzen, wie beispielsweise Theophyllin, behandelt werden (siehe auch Abschnitt 2.3).
wenn bei Ihnen schwere, anhaltende und/oder blutige Durchfälle auftreten. Diese Symptome können, während oder in den ersten Wochen nach der Behandlung mit verschiedenen Antibiotika (insbesondere Breitspektrum-Antibiotika), ein Hinweis auf eine durch das Bakterium Clostridium difficile hervorgerufene Darmentzündung sein, deren schwerste Form die pseudomembranöse Kolitis ist (s. auch Abschnitte 4.1 und 4.2).
wenn bei Ihnen Sehnenbeschwerden (z. B. Schmerzen) auftreten. Diese Symptome können auf eine unter der Behandlung mit Chinolonen selten beobachtete Sehnenentzündung hinweisen. Diese kann - vorwiegend bei der Achillessehne - zum Sehnenriss führen. Ältere Patienten neigen eher zur Sehnenentzündung. Ein Sehnenriss kann, wie bei anderen Chinolonen, bereits innerhalb von 48 Stunden nach Behandlungsbeginn und beidseitig auftreten. Das Auftreten eines Sehnenrisses scheint durch Behandlung mit Kortikosteroiden (?Kortison-Präparaten) begünstigt. Bei Verdacht auf eine Sehnenentzündung ist sofort ärztlicher Rat einzuholen und die betroffene Sehne entsprechend zu behandeln, vor allem ruhig zu stellen. Die Behandlung mit Tarivid ist nach Rücksprache mit dem Arzt zu beenden (siehe auch Abschnitte 2.1 und 4.1).
wenn bei Ihnen eine eingeschränkte Nierenfunktion besteht. Tarivid sollte dann nur nach Dosisanpassung und unter ärztlicher Überwachung der Nierenfunktion eingesetzt werden.
wenn Sie Symptome wie z. B. Pilzbefall der Schleimhäute mit Rötung und weißlichen Belägen der Schleimhäute feststellen. Insbesondere die längere Anwendung von Antibiotika kann zur Vermehrung von Erregern führen, die gegen das eingesetzte Arzneimittel wie Tarivid unempfindlich sind. Die genannten Symptome können Zeichen einer möglichen Folgeinfektion mit solchen Erregern sein. Folgeinfektionen sind entsprechend zu behandeln.
wenn Sie orale Antidiabetika (z. B. Glibenclamid) oder Insulin anwenden. Ihre Blutzuckerwerte müssen sorgfältig überwacht werden, weil es zu Unterzuckerungen kommen kann. Anzeichen einer Unterzuckerung können sein: Heißhunger, Nervosität, Schwitzen, Zittern.
da bei Anwendung von Tarivid Lichtschäden an der Haut (Photosensibilisierung) auftreten können. Es wird empfohlen, dass Sie sich nicht unnötig starker Sonnenbestrahlung oder künstlicher UV-Strahlung (z. B. Höhensonne, Solarium) aussetzen, um eine Photosensibilisierung zu vermeiden.
wenn bei Ihnen eine erbliche Stoffwechselstörung der roten Blutkörperchen besteht (Mangel an Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase) oder in der Familiengeschichte vorkam. In diesen Fällen kann Tarivid Reaktionen auslösen, die zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen (Hämolyse).
wenn bei Ihnen eine eingeschränkte Leberfunktion besteht. Tarivid sollte dann nur unter ärztlicher Überwachung der Leberfunktion eingesetzt werden, da die Anwendung von Tarivid Leberschäden hervorrufen kann.
wenn bei Ihnen das Risiko einer veränderten Herzfunktion (QT-Intervallverlängerung) besteht. Dies kann der Fall sein bei Elektrolytstörungen oder bestimmten Herzerkrankungen (Herzleistungsschwäche, Infarkt, verlangsamten Herzschlag, angeborener Verlängerung des QT-Intervalls). Auch bei Anwendung bestimmter Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika der Klassen IA und III), Gemütserkrankungen (bestimmte Antidepressiva und Neuroleptika), Infektionen (Makrolide, bestimmte Mittel gegen Pilze oder Malaria) und mancher Mittel gegen Allergien (einige nicht müde machende Antihistaminika, z. B. Astemizol, Terfenadin, Ebastin) besteht ein erhöhtes Risiko, da sie das QT-Intervall verlängern können.
wenn bei Ihnen Zeichen einer Nervenstörung der für Bewegung oder Empfindung zuständigen Nervenfasern auftreten. Solche Störungen können rasch einsetzen; sie können sich zeigen als Muskelschwäche, Schmerz, Brennen, Kribbeln, Störung des Tast-, Temperatur- oder Lagesinns, Taubheitsgefühl oder andere Empfindungsstörungen. Bei diesen Zeichen informieren Sie Ihren Arzt. Tarivid sollte abgesetzt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden.
wenn bei Ihnen derzeit eine psychiatrische Erkrankung besteht oder aus der Vergangenheit bekannt ist. Unter der Behandlung mit Chinolonen, einschließlich Ofloxacin, sind Depressionen wie auch psychotische Reaktionen berichtet worden. Sehr selten entwickelten sie sich zu suizidalen Gedanken und selbstgefährdendem Verhalten, manchmal schon nach einer einzelnen Dosis von Ofloxacin. Falls unter der Behandlung mit Tarivid eine ungewöhnlich starke Niedergeschlagenheit oder psychiatrische Symptome (z. B. Angst, Realitätsverkennung) auftreten, ist die Behandlung zu unterbrechen und der Arzt zu informieren. Er wird über geeignete Maßnahmen und die weitere Behandlung entscheiden.
Laborbestimmungen von Opiaten oder Porphyrin (Bestandteil und Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs) im Urin können unter Behandlung mit Tarivid falsch-positive Ergebnisse liefern. Gegebenenfalls sollten positive Ergebnisse durch spezifischere Methoden bestätigt werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Auf Grund fehlender Studien am Menschen und wegen einer möglichen Gelenkknorpelschädigung beim wachsenden Organismus durch Chinolone darf Tarivid bei Schwangeren und in der Stillzeit nicht angewendet werden. Wird während einer Behandlung mit Tarivid eine Schwangerschaft festgestellt, so ist der Arzt zu benachrichtigen.

Wie wird es angewendet?

WIE IST TARIVID ANZUWENDEN?
Tarivid ist immer genau nach Anweisung des Arztes anzuwenden. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
3.1 Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis: s. Tabelle 1.

Tabelle 1: übliche Dosis bei normaler Nierenfunktion
AnwendungsgebieteEinzel- und Tagesgaben
Infektionen der Harnwege1 x 100 mg bis 2 x 100 mg (bzw. 1 x 200 mg) Ofloxacin pro Tag
Infektionen der Nieren und Geschlechtsorgane2 x 100 mg bis 2 x 200 mg Ofloxacin pro Tag
Infektionen der Atemwege sowie von Hals, Nase und Ohren2 x 200 mg Ofloxacin pro Tag
Infektionen der Haut und Weichteile2 x 200 mg Ofloxacin pro Tag
Infektionen der Knochen2 x 200 mg Ofloxacin pro Tag
Infektionen des Bauchraumes (einschließlich bakteriell bedingter Durchfälle)2 x 200 mg Ofloxacin pro Tag
Septische Infektionen2 x 200 mg Ofloxacin pro Tag
Im Einzelfall kann es erforderlich sein, die Dosis bei Erregern mit unterschiedlicher Empfindlichkeit, bei schweren Infektionen (z. B. der Atemwege oder der Knochen), oder wenn Sie ungenügend auf die Behandlung ansprechen, zu erhöhen. In diesen Fällen kann die Dosis auf 2 x 400 mg Ofloxacin pro Tag gesteigert werden. Das Gleiche gilt für Infektionen mit erschwerenden Begleitumständen.
Es ist wichtig, dass die Zeitabstände zwischen den Gaben annähernd gleich sind.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Für Patienten mit mäßig und schwer eingeschränkter Nierenleistung - diese wird bestimmt als Ausscheidung von Kreatinin aus dem Blut (Kreatinin-Clearance) oder als Kreatiningehalt im Blut (Serumkreatinin) - wird folgende Dosierung vorgeschlagen:
Die erste Dosis ist entsprechend der Art und Schwere der Erkrankung wie bei Patienten mit normaler Nierenleistung. Die weitere Behandlung erfolgt mit geringeren Dosen bzw. in größeren Zeitabständen zwischen den Einzelgaben. Die folgenden Angaben dienen Ihrem Arzt als Richtlinie für die Fortführung der Therapie (Erhaltungsdosis, s. Tabelle 2).
Kreatinin-Clearance
Serumkreatinin
Tabelle 2: Erhaltungsdosis bei eingeschränkter Nierenfunktion
(Kreatinin-Ausscheidung)(Gehalt an Kreatinin im Blut)Erhaltungsdosis
50 bis 20 ml/min1,5 bis 5 mg/dl100 mg bis 200 mg Ofloxacin pro Tag
unter 20 ml/minüber 5 mg/dl100 mg Ofloxacin pro Tag
Hämo- oder Peritonealdialyse100 mg Ofloxacin pro Tag
Im Einzelfall (s. oben) kann es erforderlich sein, die Dosis zu erhöhen.
Dosierung bei eingeschränkter Leberleistung
Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberleistung (z. B. bei Leberzirrhose (Schrumpfleber) mit Bauchwassersucht) kann die Ausscheidung von Ofloxacin vermindert sein. Es wird daher empfohlen, in solchen Fällen eine Tageshöchstdosis von 400 mg Ofloxacin nicht zu überschreiten.
3.2 Tarivid i.v. 400 mg ist zur langsamen intravenösen Infusion (sog. ?Tropf) bestimmt. Die Infusionszeit muss mindestens 30 Minuten pro 200 mg Ofloxacin betragen. Dies ist insbesondere zu beachten, wenn Tarivid gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet wird, die den Blutdruck senken können, oder mit barbiturathaltigen Narkosemitteln.
Tarivid i.v. 400 mg ist mit folgenden (möglicherweise gleichzeitig infundierten) Lösungen verträglich: isotonische Natriumchloridlösung, Ringerlösung, Glucoselösung 5%.
Tarivid i.v. 400 mg darf nur mit anderen Lösungen gemischt werden, wenn die Kompatibilität (Verträglichkeit) erwiesen ist. Tarivid i.v. 400 mg darf nicht mit Heparin gemischt werden.
Tarivid i.v. 400 mg sollte nur als frisch angebrochene Lösung verwendet werden.
Nachdem sich der Zustand des Patienten gebessert hat, kann von der Behandlung mit der Infusionslösung dosisgleich auf die Behandlung mit Tabletten übergegangen werden.
3.3 Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Ansprechen der Erreger und Ihrem Krankheitszustand. Grundsätzlich wird empfohlen, die Behandlung mindestens 3 Tage über die Entfieberung und das Abklingen der Krankheitserscheinungen hinaus fortzuführen.
Bei akuten Infektionen genügt meistens eine Behandlung von 7 bis 10 Tagen. Bei Infektionen durch Salmonellen (Erreger z. B. von Darminfektionen) beträgt die übliche Behandlungsdauer 7 bis 8 Tage, bei Infektionen durch Shigellen (Ruhrerreger) 3 bis 5 Tage und bei Darminfektionen durch Escherichia coli (Darmkeim) 3 Tage.
Für unkomplizierte Infektionen der unteren Harnwege reicht üblicherweise eine Behandlungsdauer von 3 Tagen aus.
Bei Infektionen der Knochen beträgt die Behandlungsdauer 3 bis 4 Wochen, im Einzelfall auch länger.
Falls bei nachgewiesener Empfindlichkeit Infektionen mit betahämolysierenden Streptokokken (wie z. B. Wundrose) behandelt werden, muss dies zumindest 10 Tage lang erfolgen, um Spätschäden - wie rheumatischem Fieber oder Nierenentzündung (Glomerulonephritis) - vorzubeugen. Da betahämolysierende Streptokokken jedoch unterschiedlich empfindlich gegen Ofloxacin sind, erfordert die Behandlung solcher Infektionen den Nachweis der Empfindlichkeit dieser Erreger im Einzelfall.
Bis zum Vorliegen weiterer Erfahrungen wird empfohlen, eine Behandlungsdauer von 2 Monaten nicht zu überschreiten.
Wenn die Anwendung von Tarivid vergessen wurde
Eine unterlassene Einzelgabe muss möglichst bald nachgeholt und die Behandlung dann - wie ursprünglich vorgesehen - fortgeführt werden; die zulässige Tagesdosis sollte dabei aber nicht überschritten werden.
Auswirkungen, wenn die Behandlung mit Tarivid abgebrochen wird
Unregelmäßige Gaben, zu geringe Einzel- oder Tagesgaben und zu kurze Behandlungsdauer können den Behandlungserfolg gefährden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Die folgenden Nebenwirkungen (nähere Erläuterungen zu diesen Nebenwirkungen siehe oben) können unter Umständen lebensbedrohlich sein. In diesen Fällen ist sofort ein Arzt zu informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt.
Pseudomembranöse Kolitis (schwere Darmerkrankung):
Hier muss der Arzt (auch schon bei Verdacht) eine Beendigung der Behandlung mit Tarivid in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht angewendet werden.
Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie):
Diese können auch schon bei erstmaliger Anwendung auftreten und sich rasch (d.h. innerhalb von Minuten oder Stunden nach Gabe) entwickeln. Hier muss die Behandlung mit Tarivid sofort abgebrochen und eine ärztliche Behandlung mit den üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen (z. B. Gabe von Antihistaminika, Kortikosteroiden, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) muss eingeleitet werden.
Krampfanfälle:
Entsprechende ärztliche Notfallmaßnahmen sind zu ergreifen wie Freihaltung der Atemwege und Gabe von krampflösenden Arzneimitteln.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Die Infusionsflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Infusionslösung soll nach Öffnung der Infusionsflasche sofort verwendet werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Weitere Informationen

WEITERE INFORMATIONEN
Was Tarivid i.v. 400 mg enthält:
Der Wirkstoff ist: Ofloxacinhydrochlorid. 1 Flasche mit 200 ml Infusionslösung enthält 440 mg Ofloxacinhydrochlorid, entsprechend 400 mg Ofloxacin.
Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Salzsäure 3,6 % zur pH-Einstellung, Wasser für Injektionszwecke.
Wie Tarivid i.v. 400 mg aussieht und Inhalt der Packung:
Klare grün-gelbliche Lösung. Tarivid i.v. 400 mg ist in Packungen mit 5 Flaschen mit jeweils 200 ml Infusionslösung erhältlich.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
65926 Frankfurt am Main
Postanschrift:
Postfach 80 08 60
65908 Frankfurt am Main
Telefon: (01 80) 2 22 20 10 0,06 ?/Anruf
Telefax: (01 80) 2 22 20 11*
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2008.

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