Piroxicam

Piroxicam

Grundlagen

Piroxicam ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und EntzĂŒndungen. Er gehört zur prominenten Gruppe der NSAR - nichtsteroidalen Antirheumatika, zu der auch Ibuprofen oder Aspirin gehören. Piroxicam gehört zur Gruppe der Oxicame. Piroxicam hat schmerzlindernde, fiebersenkende und antientzĂŒndliche Wirkungen und wird fĂŒr leichte bis mittelschwere SchmerzzustĂ€nde, wie zum Beispiel menstruationsbedingte Schmerzen oder Zahnschmerzen eingesetzt. Piroxicam hemmt die Cyclooxygenase 1 (COX-1) und hat keine narkotisierende Wirkung. Es liegt als weißes kristallines Pulver vor und ist unlöslich in Wasser.

Grafik Strukturformel des Wirkstoffs Piroxicam

Medikamente mit Piroxicam

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Piroxicam-ratiopharm 20 mg Injektionslösung Piroxicam Ratiopharm GmbH
Piroxicam STADA 20 mg Tabs Tabletten Piroxicam STADAPHARM
Piroxicam STADA 10 mg Tabs Tabletten Piroxicam STADAPHARM
Piroxicam HEXAL 20mg/ml Piroxicam Hexal Aktiengesellschaft
Piroxicam HEXAL 20 mg tabs Piroxicam Hexal Aktiengesellschaft

Wirkung

Piroxicam wirkt, indem es das Enzym Cyclooxygenase, kurz COX, hemmt.  Man spricht hierbei auch gerne von COX-Hemmern. Durch die Bindung des Wirkstoffs an der Bindungsstelle kann das eigentliche Substrat, nĂ€mlich die ArachidonsĂ€ure, nicht an den Rezeptor binden. Die Hemmung der Cyclooxygenase fĂŒhrt zu einer Abnahme der Prostaglandin-Synthese. Die Prostaglandine wiederum sind in EntzĂŒndungsreaktionen involviert. Es gibt mehrere Cyclooxygenase-Enzyme (COX1&2).

Piroxicam wird in der Leber umgewandelt. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die HÀlfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt bei 50 Stunden. 

Dosierung

Nehmen Sie Piroxicam immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Erwachsene:

Die ĂŒbliche empfohlene Dosis betrĂ€gt 20 mg tĂ€glich.

Die Tageshöchstdosis liegt ebenfalls bei 20 mg. 

Jugendliche (ab 15 Jahren):

Die ĂŒbliche empfohlene Dosis betrĂ€gt 20 mg tĂ€glich.

Die Tageshöchstdosis liegt ebenfalls bei 20 mg.

Nebenwirkungen

Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Sehr hÀufig:

HĂ€ufig:

  • Blutarmut
  • Eosinophilie
  • Leukopenie
  • Thrombozytopenie
  • Verminderung des Blutfarbstoffs und der zellulĂ€ren Bestandteile
  • Magen-Darm-Blutungen
  • Appetitlosigkeit
  • gesteigerter Appetit
  • Gewichtszunahme
  • hoher Blutzucker
  • Kopfschmerzen
  • (Dreh-)Schwindel
  • MĂŒdigkeit
  • SchlĂ€frigkeit
  • Benommenheit
  • Fieber
  • OhrgerĂ€usche
  • Aufstoßen
  • VöllegefĂŒhl
  • Verdauungsstörungen
  • Magen-Darm-GeschwĂŒre
  • EntzĂŒndung der Mundschleimhaut
  • Gastritis
  • DĂŒnn-/DickdarmentzĂŒndung 
  • Gallestauung
  • Hepatitis
  • Hautausschlag
  • Juckreiz
  • Schwitzen
  • Schwellungen
  • erhöhter Blutharnstoff
  • erhöhte Leberfunktionswerte
  • erhöhte alkalische Phosphatase

Gelegentlich:

Selten:

  • Verschlimmerung einer bestehenden Kollagenose
  • entzĂŒndliche GewebeschĂ€digung
  • KrampfanfĂ€lle
  • Schock
  • akute HerzschwĂ€che
  • EntzĂŒndung der BlutgefĂ€ĂŸe
  • Haarausfall
  • Nagelablösung
  • Nagelwachstumsstörung

Sehr selten:

  • VerstĂ€rkung einer infektionsbedingten EntzĂŒndung
  • verstĂ€rkte und verlĂ€ngerte Blutungen
  • Herzinfarkt
  • Mund- und Schleimhautblutungen
  • Pankreatitis
  • SpeiseröhrenentzĂŒndung
  • Unterbauchbeschwerden
  • Leberversagen
  • membranartige Verengungen in DĂŒnn- und Dickdarm
  • Stevens-Johnson-Syndrom
  • toxische epidermale Nekrolyse

HĂ€ufigkeit unbekannt:

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

  • andere Nichtsteroidale Antirheumatika
  • AcetylsalicylsĂ€ure
  • Glukokortikoide
  • Antikoagulanzien (BlutverdĂŒnner)
  • Antithrombotika
  • Thrombozytenaggregationshemmer
  • SSRI’s (Medikamente zur Behandlung von Depressionen)
  • Antihypertonika inkl. ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten, Betablocker und Diuretika (Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck)
  • Kaliumsparende Diuretika (harntreibende Medikamente) 
  • Herzglykoside (Medikamente zur Behandlung von HerzschwĂ€che)
  • Orale Antidiabetika (Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2)
  • Phenytoin
  • Lithium
  • Probenecid
  • Sulfinpyrazon
  • Methotrexat
  • Cyclophosphamid
  • Vincaalkaloide
  • Ciclosporin
  • Tacrolimus
  • Cimetidin
  • Colestyramin
  • Arzneimittel mit hoher Proteinbindung
  • Alkohol

Gegenanzeigen

Piroxicam darf in folgenden FĂ€llen NICHT eingenommen werden:

  • bei Allergie gegen Piroxicam, oder andere Oxicame
  • bei Allergie gegen andere Medikamente aus der Gruppe der NSAR
  • bei gastrointestinalen Ulzera
  • bei Blutungen oder Perforationen im Magen-Darm-Bereich
  • bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, bei denen Blutungen auftreten können
  • bei Störungen in der Blutbildung
  • bei erhöhter Blutungsneigung
  • bei Blutungen allgemein
  • bei schwerer Herz-, Nieren- oder. Leberinsuffizienz
  • bei Behandlung von Schmerzen nach einer Bypass-Operation

AltersbeschrÀnkung

Patienten unter 15 Jahren und ĂŒber 80 Jahren sollten Piroxicam NICHT anwenden. 

Schwangerschaft & Stillzeit

Piroxicam sollte in der Schwangerschaft NICHT eingenommen werden, da es Herz- und Nierenprobleme beim Ungeborenen auslösen kann. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es beim ungeborenen Baby zum Verschluss des Ductus ateriosus botalli kommen, was wiederum zu einer NierenschĂ€digung fĂŒhren kann. 

Piroxicam sollte in der Stillzeit NICHT eingenommen werden, da es in die Muttermilch ĂŒbertritt und wegen der langen Halbwertszeit bedenklich ist. 

Sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit können als Alternative Ibuprofen (1.&2. Schwangerschaftsdrittel und Stillzeit) und Paracetamol (ganze Schwangerschaft & Stillzeit) eingenommen werden. 

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code M01AC01, M02AA07, S01BC06
Summenformel C15H13N3O4S
Molare Masse (g·mol−1) 331,346
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,5
Schmelzpunkt (°C) 198-201
Siedepunkt (°C) 571,36
PKS Wert 6,3
CAS-Nummer 36322-90-4
PUB-Nummer 54676228
Drugbank ID DB00554

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Thomas Hofko

Thomas Hofko
Autor

Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor fĂŒr pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders fĂŒr die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden