Was ist es und wofür wird es verwendet?

Progynova/Progynova mite enthält das weibliche Sexualhormon Estradiol, das zu den sogenannten Östrogenen gehört. Seine Eigenschaften sind mit denen des natürlichen Hormons Estradiol, das während der fruchtbaren Jahre der Frau bis zum Eintritt der Menopause (Wechseljahre) von den Eierstöcken produziert wird, identisch.

Die Menopause ist ein natürlicher Vorgang. Sie tritt bei der Frau gewöhnlich zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein. Sie kann aber auch bei jüngeren Frauen eintreten, nämlich wenn deren Eierstöcke durch einen chirurgischen Eingriff entfernt wurden. Nach der Menopause produzieren die Eierstöcke viel weniger Östrogen als vorher.

Progynova/Progynova mite wird nach Erlöschen der Monatsblutungen oder nach operativer Entfernung der Eierstöcke zur Behandlung von Beschwerden der Wechseljahre angewendet. Eine solche Behandlung wird als Hormonersatztherapie bezeichnet.

Wechseljahrbeschwerden können sich äussern durch Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, nervöse Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl. Bei Patientinnen ohne Symptome wie Hitzewallungen, Schweissausbrüche oder Schlafstörungen beseitigt Progynova/Progynova mite jedoch weder Stimmungsschwankungen noch depressive Zustände.

Mit Progynova/Progynova mite lassen sich auch die in den Wechseljahren recht häufig bestehenden Reizzustände der Harnblase sowie die normalerweise im Alter auftretenden Rückbildungserscheinungen der Schleimhäute im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane günstig beeinflussen.

Bei Frauen mit intakter Gebärmutter wird der Arzt oder die Ärztin zusätzlich zu Progynova/Progynova mite ein zweites, ähnliches Hormonpräparat verschreiben, dessen Wirkstoff als Gestagen bezeichnet wird. Das Gestagen verhindert ein unerwünschtes Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und schützt somit die Gebärmutter vor einer möglichen Wucherung. Zu diesem Zweck muss es 10?14 Tage pro Monat eingenommen werden. Die Dosierung des Gestagens und die Behandlungsdauer erfolgen nach Anweisung des Arztes oder der Ärztin. Am Ende der Gestagenbehandlungsperiode kommt es zu einer menstruationsähnlichen Blutung.

Progynova/Progynova mite darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle eines Arztes oder einer Ärztin verwendet werden.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Körperliche Betätigung und eine natürliche Ernährung sind sinnvolle Massnahmen in der Menopause, mit denen Sie die Wirkung von Progynova/Progynova mite unterstützen können.

Progynova/Progynova mite ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung (siehe: «Wann ist bei der Einnahme von Progynova/Progynova mite Vorsicht geboten?»).

In jedem Fall ist es erforderlich, das vom Arzt oder der Ärztin vorgesehene Dosierungsschema einschliesslich der Anwendungspausen, die Behandlungsdauer sowie die für gynäkologische Kontrolluntersuchungen festgelegten Termine gewissenhaft einzuhalten.

Eine Hormonersatztherapie kann mit höheren Risiken gewisser Krankheiten, wie Brustkrebs, Herz-Kreislaufkrankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall, venösen Thrombosen und Lungenembolien ? Bildung von Blutgerinnseln in den Gefässen) verbunden werden.

Bei einer längeren Hormonersatztherapie mit einem anderen Präparat wurde in sehr seltenen Fällen eine Abnahme des Erinnerungsvermögens und der geistigen Leistungsfähigkeit bei älteren Frauen beobachtet.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen die Risiken einer Hormontherapie gegenüber dem erwarteten Nutzen abwägen.

Progynova/Progynova mite darf nicht angewendet werden, wenn Sie:

schwanger sind oder stillen,

wenn Sie diagnostisch nicht abgeklärte vaginale Blutungen haben,

an Brustkrebs leiden, bei Ihnen ein Verdacht auf Brustkrebs besteht,

an einem hormonabhängigen Tumor wie Gebärmutter- oder Eierstockkrebs leiden oder bei Ihnen ein solcher Verdacht besteht,

einen Lebertumor (gut- und bösartiger) haben oder hatten,

an einer Erkrankung der Blutgefässe, die auf Gerinnselbildung beruht (Venenthrombose, Thrombose, Embolie) leiden oder gelitten haben,

wenn Sie vor kurzem einen Herzinfarkt und/oder Schlaganfall hatten,

eine Überempfindlichkeit (Allergie) gegenüber den Bestandteilen haben.

Wenn eines der oben aufgeführten Ereignisse während der Therapie mit Progynova/Progynova mite zum ersten Mal bei Ihnen auftritt, sollten Sie die Behandlung unverzüglich abbrechen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.


Vor Beginn der Einnahme von Progynova/Progynova mite wird Sie der Arzt oder die Ärztin gründlich allgemein und gynäkologisch untersuchen, und er wird Ihnen die Selbstuntersuchung der Brust empfehlen und Sie dementsprechend unterrichten.

Bei Langzeitanwendung von Progynova/Progynova mite sollten in Abständen von etwa 6 Monaten vorsorglich Kontrolluntersuchungen erfolgen.

Frauen mit intaktem Uterus

Während der Behandlung mit Progynova/Progynova mite darf es nicht zu einer Schwangerschaft kommen (siehe: «Darf Progynova/Progynova mite während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»). Zur Empfängnisverhütung sind gegebenenfalls nichthormonale Methoden (mit Ausnahme der Kalendermethode nach Knaus-Ogino und der Temperaturmethode) anzuwenden. Bleiben unter der Behandlung Entzugsblutungen in regelmässigen Abständen von etwa 28

Wie wird es angewendet?

Wenn Sie zurzeit kein anderes Präparat zur Hormonsubstitutionstherapie anwenden oder einnehmen und keine Monatsblutungen haben, können Sie sofort mit der Anwendung von Progynova/Progynova mite beginnen.

Wenn Sie bereits ein anderes Präparat anwenden oder einnehmen, beginnen Sie die Therapie mit Progynova/Progynova mite am ersten Tag nach Absetzen der Therapie mit dem anderen Präparat oder gemäss ärztlicher Anweisung.

Wenn Sie eine intakte Gebärmutter haben, wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ein zusätzliches Hormon (Gestagen) verschreiben und Sie diesbezüglich informieren.

Eine Durchdrückpackung Progynova/Progynova mite enthält 28 Dragees, auf der Rückseite der Packung ist für jedes Dragee der entsprechende Wochentag vermerkt. Beginnen Sie die Einnahme von Progynova/Progynova mite z.B. an einem Mittwoch, so entnehmen Sie ein mit «MI» beschriftetes Dragee und fahren nachher wie angegeben in Pfeilrichtung mit der Einnahme weiter.

Falls vom Arzt oder der Ärztin nicht anders verordnet, wird täglich 1 Dragee Progynova (2 mg) nach dem Essen unzerkaut mit Flüssigkeit eingenommen. Wenn versäumt wurde, das Dragee zur gewohnten Zeit einzunehmen, sollte die Einnahme innerhalb der nächsten 12 Stunden nachgeholt werden.

Die Dragee-Einnahme erfolgt kontinuierlich, d.h. wenn Ihre erste Packung aufgebraucht ist, beginnen Sie am nächsten Tag sofort mit der nächsten Packung. Im Verlauf der weiteren Behandlung kann der Arzt oder die Ärztin die Dosis auf 1 Dragee Progynova mite (1 mg) täglich reduzieren.

Auch bei der reduzierten Dosis erfolgt die Dragee-Einnahme kontinuierlich, d.h. wenn Ihre erste Packung aufgebraucht ist, beginnen Sie am nächsten Tag sofort mit der nächsten Packung.

Falls Sie Ihren Uterus noch haben, wird der Arzt oder die Ärztin Ihnen zusätzlich zu Progynova/Progynova mite ein Gestagenpräparat verschreiben. Er/Sie wird Ihnen genau erklären, wann, in welcher Menge und wie lange Sie ein solches Präparat einnehmen müssen.

Was tun, wenn Sie zu viele Progynova/Progynova mite Dragees eingenommen haben?

Es liegen keine Berichte über eine Überdosierung vor. Es könnten aber Übelkeit, Erbrechen und irreguläre Blutungen auftreten. Eine spezifische Behandlung ist nicht nötig, aber Sie sollten Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Nach einer Anwendungsdauer von 6 Monaten empfiehlt es sich grundsätzlich, Progynova/Progynova mite nach Rücksprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin abzusetzen, um feststellen zu können, ob noch behandlungsbedürftige Beschwerden bestehen.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen, welche im Zusammenhang mit einer Hormonsubstitutionstherapie auftreten können, sind im vorangegangenen Abschnitt, «Wann ist bei der Anwendung von Progynova/Progynova mite Vorsicht geboten?» beschrieben. Bitte lesen Sie diesen Abschnitt für weitere Informationen.

Folgende weitere Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Progynova/Progynova mite Dragees auftreten:

Häufige unerwünschte Wirkungen (?1/100, <1/10).</span>

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (?1/1000, <1/100).</span>

Störungen im Magen-Darm-Trakt

Häufig: Unterleibsschmerzen, Blähungen, Übelkeit.

Allgemeine Störungen

Häufig: Ödeme (Wassereinlagerung), Veränderungen des Körpergewichtes.

Muskelskelettale Störungen

Gelegentlich: Muskelkrämpfe.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich: Migräne.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Brustspannen, Änderungen im Blutungsmuster (einschliesslich Durchbruchblutungen und Spotting).

Gelegentlich: Brustvergrösserungen.

Über andere unerwünschte Wirkungen wurde bei Anwenderinnen von HRT berichtet, der Zusammenhang mit Progynova/Progynova mite wurde jedoch weder bestätigt noch widerlegt.

Angeborene, familiäre und genetische Störungen

Verschlimmerung von Porphyrie (eine seltene Krankheit des Stoffwechsels).

Störungen im Magen-Darm-Trakt

Erbrechen.

Störungen der Leber und Galle

Gelbsucht.

Psychische Störungen

Veränderungen des Sexualtriebes.

Reproduktionssystem und Brust

Vergrösserungen von Uterusleiomyomen (gutartiges Geschwür der Gebärmutter), Veränderungen in der Ausprägung der Zervikalsekretion.

Haut und Anhangsgebilde

Hautflecken, die persistieren können, Juckreiz, Hautrötung.

Bei Vorliegen eines erblich bedingten Angioödems (in Episoden auftretendes Anschwellen von Körperteilen wie Händen, Füssen, Gesicht und Atemwege) kann die Einnahme von Östrogenen diese Symptome hervorrufen oder verschlimmern.

Viele Nebenwirkungen verschwinden wieder, ohne dass Sie die Behandlung unterbrechen oder abbrechen müssen. Falls gewisse Nebenwirkungen jedoch andauern oder sehr unangenehm werden, oder wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel sind sorgfältig aufzubewahren und vor Kindern zu sichern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet und es soll bei Raumtemperatur (15?25 °C) aufbewahrt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Weitere Informationen

Progynova

Jedes blaue Dragee enthält:

Wirkstoff: 2 mg Estradiolvalerat.

Hilfsstoff: Color.: Indigotin (E 132), weitere Hilfsstoffe.

Progynova mite

Jedes beige Dragee enthält:

Wirkstoff: 1 mg Estradiolvalerat, weitere Hilfsstoffe.

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