Eisen

Eisen

Grundlagen

Eisen ist ein wichtiger Mineralstoff und Mikron√§hrstoff, der f√ľr den menschlichen K√∂rper lebensnotwendig ist. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildung von H√§moglobin, dem roten Farbstoff im Blut, der f√ľr den Sauerstofftransport im K√∂rper verantwortlich ist. Ein Eisenmangel kann daher zu Blutarmut, M√ľdigkeit und Leistungseinbu√üen f√ľhren.

In der Medizin wird Eisen häufig als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, um Eisenmangelzustände zu behandeln oder diesen vorzubeugen. Auch bei bestimmten Krankheiten, bei denen der Eisenbedarf erhöht ist, wie beispielsweise bei Anämie, wird Eisen eingenommen. Es ist wichtig, dass die Einnahme von Eisen unter ärztlicher Aufsicht erfolgt, um die richtige Dosierung sicherzustellen und mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, H√ľlsenfr√ľchte und Vollkornprodukte sind gute Quellen f√ľr Eisen.

Medikamente mit Eisen

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Addaven Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Kaliumiodid Natriumfluorid Natriumselenit Fresenius Kabi Deutschland GmbH
Rulofer N Eisen(II)-fumarat Lomapharm GmbH
Floradix mit Eisen Eisen(II)-gluconat SALUS Haus Dr. med. Otto Greither Nachf. GmbH & Co. KG Beiname: SALUS Haus GmbH & Co. KG
ADDEL TRACE, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Natriumfluorid Kaliumiodid Natriumselenit Laboratoire Aguettant SAS
Eisen Verla 35 mg Eisen(II)-gluconat Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG

Wirkung

Pharmakodynamik

Eisen ist f√ľr die Aufrechterhaltung einer optimalen Gesundheit erforderlich, insbesondere f√ľr die Bildung der roten Blutk√∂rperchen, die den Sauerstoff durch den K√∂rper transportieren. Ein Eisenmangel bedeutet, dass der K√∂rper nicht gen√ľgend gesunde rote Blutk√∂rperchen produzieren kann. Eine Eisenmangelan√§mie tritt auf, wenn die k√∂rpereigenen Eisenspeicher auf ein zu niedriges Niveau sinken und das gespeicherte Eisen nicht ausreicht, um eine normale Produktion roter Blutk√∂rperchen zu unterst√ľtzen. Unzureichendes Eisen in der Nahrung, gest√∂rte Eisenaufnahme, Blutungen, Schwangerschaft oder Eisenverlust √ľber den Urin k√∂nnen zu Eisenmangel f√ľhren. Zu den Symptomen einer Eisenmangelan√§mie geh√∂ren M√ľdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzklopfen, Schwindel und Kopfschmerzen. Die Einnahme von Eisen in Form von Nahrungserg√§nzungsmitteln, wie z. B. Eisensulfat, erm√∂glicht einen schnelleren Anstieg des Eisenspiegels, wenn die Nahrungszufuhr und die Eisenspeicher nicht ausreichend sind.

Pharmakokinetik

Oral verabreichtes Eisen hat je nach Umstand eine sehr unterschiedliche Bioverf√ľgbarkeit, die unter anderem von der Wertigkeit des Eisens (Fe2+ oder Fe3+), von der Nahrungsaufnahme und vom Grad des Eisenmangels abh√§ngt. Zweiwertiges Eisen ist besser l√∂slich und hat daher in der Regel eine h√∂here Bioverf√ľgbarkeit als dreiwertiges Eisen (Fe3+). Die Absorption erfolgt haupts√§chlich im D√ľnndarm, insbesondere im Zw√∂lffingerdarm und im proximalen Jejunum. Etwa 60 % des Eisens wird in die Erythrozyten aufgenommen. Der Rest des Eisens befindet sich im Muskelgewebe (als Teil des Myoglobins) und in einer Vielzahl verschiedener Enzyme sowie in seiner Speicherform Ferritin.¬†

Toxizität

Nebenwirkungen

  • Verdunkelung des Stuhls¬†
  • Bauchschmerzen
  • Sodbrennen ¬†
  • √úbelkeit
  • Verstopfung ¬†
  • Bl√§hungen ¬†¬†
  • Erbrechen ¬†
  • Durchfall

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Eisenhaltige Produkte bergen besonders bei Kindern ein Risiko f√ľr √úberdosierungen. Eisen in zu gro√üen Mengen ist toxisch f√ľr das Magen-Darm-System, das Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem. Zu den m√∂glichen Symptomen nach einer √ľberm√§√üigen Aufnahme von Eisen geh√∂ren √úbelkeit, Bl√§hungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und schwarzer/teeriger Stuhl. Zu den Symptomen einer √úberdosierung in den fortgeschritteneren Stadien geh√∂ren bl√§uliche Lippen, Fingern√§gel und Handfl√§chen, Schl√§frigkeit, Tachykardie, Krampfanf√§lle, metabolische Azidose, Lebersch√§den und kardiovaskul√§re Dysfunktion. Sollten diese Symptome auftreten, muss umgehend ein Arzt kontaktiert werden.

Chemische & physikalische Eigenschaften

Summenformel Fe
Molare Masse (g¬∑mol‚ąí1) 55.84
Aggregatzustand fest
Dichte (g¬∑cm‚ąí3) 7.87
Schmelzpunkt (¬įC) 1538
Siedepunkt (¬įC) 2,861
CAS-Nummer 7439-89-6
PUB-Nummer 23925
Drugbank ID DB01592

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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