Autor: MSD


Langinformationen

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Mercilon ist ein Präparat zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung, ein sogenanntes kombiniertes orales Kontrazeptivum bzw. die «kombinierte Pille». Jede Tablette enthält eine geringe Menge von zwei verschiedenen weiblichen Hormonen, und zwar Desogestrel als Gelbkörperhormon und Ethinylestradiol als Östrogen. Mercilon wird wegen den geringen Hormonmengen in der Kategorie der niedrigdosierten oralen Kontrazeptiva eingestuft. Da alle Tabletten der Packung die gleichen Hormone in der gleicher Dosierung enthalten, handelt es sich um ein monophasisches orales Kontrazeptivum. Orale Kontrazeptiva sind wirksame Methoden zur Schwangerschaftsverhütung.

Die kombinierte Pille kann auch positive Auswirkungen haben, die über die Empfängnisverhütung hinausgehen. Ihre Menstruation kann schwächer und kürzer sein. Die Gefahr eines Eisenmangels kann sich dadurch verringern, Beschwerden während der Menstruation werden leichter oder verschwinden ganz. Darüber hinaus wurden einige schwerwiegende Erkrankungen bei Frauen, die Pillen mit 50 µg Ethinylestradiol oder mehr («hochdosierte Pillen») einnehmen, weniger häufig beobachtet. Dabei handelt es sich um gutartige Brusterkrankungen, Eierstockzysten, Infektionen im Beckenbereich, ektopische Schwangerschaften (Schwangerschaften, bei denen sich der Embryo ausserhalb der Gebärmutter einnistet) während der Anwendung sowie um Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Auskleidung der Gebärmutter) und der Eierstöcke während und nach der Anwendung. Möglicherweise ist dies auch bei niedriger dosierten Pillen der Fall, konnte aber noch nicht nachgewiesen werden.

Mercilon darf nur auf Verschreibung eines Arztes bzw. einer Ärztin angewendet werden.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Bevor Sie mit der Einnahme hormonaler Mittel zur Schwangerschaftsverhütung beginnen, sollte Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese (Vorkommnisse von eigenen Krankheiten und von Krankheiten in der Familie) erheben sowie eine gründliche allgemeine und gynäkologische Untersuchung durchführen. Eine Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Während der Anwendung von Mercilon empfehlen sich ärztliche Kontrolluntersuchungen in periodischen Abständen.

Auch bevor Sie von einem anderen Verhütungsmittel auf Mercilon übergehen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin fragen (vgl. auch «Wie verwenden Sie Mercilon? Wenn Sie von einer anderen Pille auf Mercilon wechseln»).

Hormonale Empfängnisverhütungsmittel können weder vor AIDS noch vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen schützen.

Nehmen Sie Mercilon nicht ein, wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden. Bevor Sie mit der Einnahme beginnen, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn eine dieser Situationen zutrifft. Er/sie wird Ihnen vielleicht raten, eine andere Pille einzunehmen oder sogar eine ganz andere (nicht hormonelle) Verhütungsmethode anzuwenden.

Mercilon darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegenüber Ethinylestradiol, Desogestrel oder einem Inhaltsstoff von Mercilon;

vermuteter oder bestehender Schwangerschaft;

vorausgegangenen oder bestehenden Kreislaufstörungen, insbesondere Erkrankungen im Zusammenhang mit Thrombosen (Entstehung von Blutgerinnseln) in den Blutgefässen der Beine (tiefe Venenthrombose), in den Lungen (Lungenembolie), im Herz (Herzinfarkt) oder in anderen Körperteilen;

vorausgegangenem Schlaganfall (verursacht durch ein Blutgerinnsel oder das Platzen eines Blutgefässes im Hirn);

vorausgegangenen oder bestehenden Störungen, die Vorstadien eines Herzinfarktes sein können (wie Angina pectoris oder Schmerzen in der Brust) oder eines Schlaganfalls (z.B. vorübergehenden Durchblutungsstörungen);

Migräne in der Vorgeschichte in Verbindung mit z.B. Seh- und Sprechstörungen oder Schwäche oder Taubheit in irgendeinem Körperteil;

schwerer Zuckerkrankheit, die zu Veränderungen an Ihren Blutgefässen geführt hat;

vorausgegangene oder bestehende Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) gepaart mit hohen Fettwerten im Blut;

vorausgegangenen oder bestehende Gelbsucht (gelbe Verfärbung der Haut) oder schwere Lebererkrankung;

vorausgegangenen oder bestehenden Krebs, bei denen Geschlechtshormone eine Rolle spielen (z.B. Brust- oder Gebärmutterkrebs);

vorausgegangenen oder bestehenden gutartigen oder bösartigen Lebertumoren;

ungeklärten Scheidenblutungen.

Sollte einer dieser Zustände während der Anwendung von Mercilon erstmalig auftreten, setzen Sie Mercilon sofort ab und suchen Sie Ihren Arzt auf bzw. Ihre Ärztin. Verwenden Sie in der Zwischenzeit mechanische oder chemische empfängnisverhütende Methoden.


Bei der Anwendung der kombinierten Pille in untenstehenden Situationen, ist eine engmaschige Überwachung notwendig. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn folgende Krankheiten oder Zustände bestehen oder einmal bestanden haben (vgl. auch Abschnitt «Beeinflussung der Blutgerinnung, Risiken für Gefässerkrankungen»):

Rauchen; Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus); Übergewicht; Bluthochdruck; Herzklappenfehler oder bestimmte Herzrhythmusstörungen; Venenentzündungen (oberflächliche Phlebitis); Krampfadern; Migräne; Epilepsie. Sie oder ein direkter Verwandter hat oder hatte eine Thrombose (Blutgerinnsel); einen Herzinfarkt bzw. einen Schlaganfall; hohe Cholesterin- bzw. Triglyzeridwerte (Blutfettwerte). Ein Mitglied Ihrer Familie hat oder hatte Brustkrebs. Sie haben Leber- (z.B. Gelbsucht mit oder ohne Juckreiz) oder Gallenblasenerkrankungen (z.B. Gallensteine); Crohnsche Krankheit oder Colitis ulcerosa (chronische entzündliche Darmkrankheiten); systemischer Lupus erythematodes (SLE; eine Erkrankung der Haut, die sich über den ganzen Körper ausbreitet); hämolytisches Urämiesyndrom (HUS; eine Störung der Blutgerinnung, die zu Nierenversagen führt); Sichelzellenanämie. Bei Zuständen, die erstmalig aufgetreten sind oder sich verschlimmert haben während der Schwangerschaft oder einer früheren Anwendung von Sexualhormonen (z.B. Porphyrie (eine Stoffwechselstörung); Otosklerose (bestimmte Form der Mittelohrschwerhörigkeit); Herpes-Erkrankungen; Veitstanz (Chorea minor); episodisch auftretende Schwellungen im Gesicht, Hals, Armen und Beinen (hereditäres Angioödem). Wenn Sie Chloasma (gelbbraune Pigmentflecken auf der Haut, besonders im Gesicht) haben oder hatten, sollten Sie sich nicht zu stark der Sonne oder ultravioletten Strahlen aussetzen.

Sollte einer der hier beschriebenen Zustände bei der Anwendung von Mercilon erstmalig, erneut auftreten oder sich verschlimmern, setzen Sie sich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung.

Die Pille und Thrombose

Eine Thrombose ist eine Gerinnselbildung, die die Blutgefässe blockieren können (u.a. in tiefen Beinvenen). Wenn sich das Gerinnsel von einer Vene loslöst, kann es in die Arterie einer Lunge gelangen, diese blockieren und eine sogenannte Lungenembolie verursachen. Tiefe Venenthrombosen kommen selten vor.

Bei Frauen, die hormonale Empfängnisverhütungsmittel anwenden, besteht ein leicht erhöhtes Risiko. Das Risiko für Gerinnselbildung ist bei der Erstanwendung einer Pille am höchsten. Thrombosen können auch vorkommen, wenn Sie schwanger werden.

Bei Anwenderinnen, die Desogestrel-haltige Pillen einnehmen, besteht im Vergleich zu solchen die Levonorgestrel-haltige Pillen einnehmen ein leicht erhöhtes Risiko für eine tiefe Venenthrombose. Wenn 10?000 Frauen Levonorgestrelhaltige-Pillen während einem Jahr einnehmen, würde bei 2 Frauen eine Thrombose vorkommen. Wenn 10?000

Wie wird es angewendet?

Eine Packung Mercilon enthält 21 weisse Tabletten. Auf der Rückseite der Packung ist für jede Tablette der entsprechende Wochentag vermerkt. Die Tabletten sollen nach den untenstehenden Anweisungen jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden. Jede Tablette ist unzerkaut zu schlucken, am besten mit etwas Wasser. Nehmen Sie die 1. Tablette aus dem Feld des betreffenden Wochentages (z.B. Mon für Montag). Der Pfeilrichtung folgend nehmen Sie nun jeden Tag eine Tablette, bis die Packung leer ist, das heisst während insgesamt 21 Tagen. An den 7 darauffolgenden Tagen, nehmen Sie keine Tabletten ein. Während diesen 7 Tagen wird Ihre Periode (Entzugsblutungen) beginnen, in der Regel am 2. oder 3. Tag nach Einnahme der letzten Tablette. Starten Sie mit der nächsten Packung am 8. Tag, unabhängig davon, ob die Blutung schon aufgehört hat oder nicht. Dies bedeutet, dass Sie immer am gleichen Wochentag mit einer neuen Packung beginnen und auch dass Sie die Monatsblutungen immer ungefähr an den gleichen Wochentagen jeden Monat haben werden.

Einnahme der ersten Packung Mercilon

Wenn Sie in den letzten Monaten kein hormonelles Verhütungsmittel eingenommen haben

1) Warten Sie auf den Beginn Ihrer nächsten Periode. Am ersten Tag dieser Periode nehmen Sie die erste Tablette Mercilon aus der oberen Reihe der Packung, die mit dem Wochentag gekennzeichnet ist, an dem Ihre Periode beginnt. Mercilon wirkt sofort, d.h. die Anwendung einer zusätzlichen nicht hormonalen Verhütungsmethode ist nicht notwendig.

2) Sie können auch am Tag 2?Tag 5 Ihrer Periode beginnen. In diesem Fall muss allerdings während der ersten 7 Tage der Tabletteneinnahme zusätzliche empfängnisverhütende mechanische oder chemische Methoden angewendet werden (keine Methoden wie Knaus-Ogino oder Temperaturmessung).

3) Wenn Ihre Periode vor mehr als 5 Tagen begonnen hat, warten Sie auf die folgende Periode und beginnen dann erst mit der Einnahme von Mercilon.

Wenn Sie von einem anderen kombinierten hormonalen Verhütungsmittel (kombinierte Pille, Vaginalring oder transdermales Pflaster) wechseln

Sie können die erste Tablette Mercilon am darauffolgenden Tag nach Beendigung der alten Packung einnehmen (d.h. ohne einnahmefreien Intervall). Wenn Ihre alte Packung auch Tabletten ohne Wirkstoffe enthält, beginnen Sie mit der ersten Mercilon Tablette am Tag nachdem Sie die letzte wirkstoffhaltige Tablette aus der alten Packung eingenommen haben (bei Unsicherheit, fragen Sie Ihre Arzt/Ärztin bzw. Ihre Apotheker/Apothekerin). Sie können auch später beginnen, allerdings nicht später als am Tag nach dem einnahmefreien Intervall der alten Pille oder nachdem Sie die letzte Tablette ohne Wirkstoff aus der alten Packung eingenommen haben. Falls Sie einen Vaginalring oder ein transdermales Pflaster anwenden, beginnen Sie mit der Anwendung von Mercilon an dem Tag, an welchem der Ring oder das Pflaster entfernt wird, jedoch spätestens am Tag, an dem der neue Ring oder das neue Pflaster hätten appliziert werden müssen.

Wenn Sie vorschriftsgemäss vorgehen, ist keine zusätzliche mechanische empfängnisverhütende Methode anzuwenden (z.B. Kondom).

Wenn Sie von einer Gestagen-Pille (Minipille) auf Mercilon wechseln

Sie können die Minipille an jedem beliebigen Tag absetzen und mit der Einnahme von Mercilon beginnen. Benutzen Sie allerdings während der ersten 7 Tage der Mercilon-Einnahme zusätzlich Methoden zur Empfängnisverhütung.

Wenn Sie von einer Hormon-Injektion, einem Implantat oder einer gestagenabgebenden Spirale wechseln

Beginnen Sie mit der Einnahme von Mercilon, wenn Ihre nächste Injektion fällig wäre oder an dem Tag, an dem Ihr Implantat resp. Ihre Spirale entfernt wird. Benutzen Sie aber an den ersten 7

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie bei allen Arzneimitteln können auch bei Mercilon Nebenwirkungen auftreten. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn sie Vorkommnisse bemerken, insbesondere solche die schwerwiegend und dauerhaft sind, oder wenn Sie denken, dass sich etwas an Ihrem Gesundheitszustand geändert hat und die Pille dafür verantwortlich sein könnte.

Die schwerwiegenden Ereignisse, welche in Verbindung mit der Pillen Einnahme auftreten können, wurden in den Kapiteln «Die Pille und Thrombose» und «Die Pille und Tumore» beschrieben. Bitte lesen Sie diese Kapitel für zusätzliche Angaben und suchen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bei Bedarf auf.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei Pillen-Anwenderinnen festgestellt. Diese Nebenwirkungen treten eher in den ersten Monaten der Pillen-Einnahme auf und nehmen mit der Zeit ab.

Häufig

Übelkeit, Bauchschmerzen.

Gewichtszunahme.

Kopfschmerzen.

Stimmungsschwankungen (z.B. depressive Stimmung).

Schmerzen in der Brust, Spannungsgefühl.

Gelegentlich

Erbrechen, Durchfall.

Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe.

Migräne.

Verringerter Geschlechtstrieb (Libido).

Brustvergrösserung.

Hautausschlag und Nesselfieber.

Zwischenblutungen, Ausbleiben der Zyklusblutung.

Blutdruckerhöhung.

Pilzinfektionen (Candidasis), Scheidenentzündung, Entzündung des Gebärmutterhalses.

Selten

Schlechte Verträglichkeit von Kontaktlinsen.

Überempfindlichkeitsreaktionen.

Gewichtsabnahme.

Erhöhter Geschlechtstrieb.

Drüsensekretion (Brust).

Hörstörungen.

Sehstörungen.

Hautreaktionen wie Erythema nodosum oder Erythema multiforme, verstärkte Körperbehaarung (Hirsutismus).

Gallensteine, Gelbsucht infolge Gallenstauung.

Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt, Schlaganfall (siehe «Wann ist bei der Anwendung von Mercilon Vorsicht geboten?»).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie alle Ihre Mercilon Tabletten ausser Reichweite von Kindern auf und Ihre Reservepackungen an einem trockenen und dunklen Ort, bei 15?25 °C. Das Produkt soll nicht angewendet werden, wenn man z.B. eine Änderung in der Tablettenfarbe feststellt oder wenn die Tabletten zerbröckeln oder sonstige Anzeichen einer Zersetzung vorliegen.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Weitere Informationen

1 Tablette enthält: Desogestrel 0,150

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