Autor: Hexal


Langinformationen

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Estramon – Depotpflaster enthält das dem körpereigenen Estrogen identische Hormon Estradiol und gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die zur so genannten Hormonersatztherapie (HRT) eingesetzt werden.

Estramon – Depotpflaster ist ein Pflaster, das auf die Haut aufgeklebt wird. Es setzt nach Aufkleben auf die Haut geringe Mengen an Estradiol frei, welche die Haut durchdringen und direkt in den Blutstrom gelangen.

Anwendungsgebiete

  • Hormonersatzbehandlung bei Beschwerden durch einen Mangel an dem weiblichen Geschlechtshormon Estrogen bei Frauen nach den Wechseljahren

Die Anwendung von Estramon - Depotpflaster ohne regelmäßigen Zusatz von Gelbkörperhormonen (Gestagenen) darf nur bei Frauen erfolgen, bei denen die Gebärmutter entfernt ist.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen über 65 Jahren vor.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Estramon darf nicht angewendet werden

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Estradiol oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile von Estramon sind
  • wenn Sie Brustkrebs haben oder früher hatten bzw. wenn ein entsprechender Verdacht besteht
  • wenn Sie einen bösartigen Tumor haben oder hatten, dessen Wachstum durch Zufuhr von Estrogenen angeregt wird oder bei einem entsprechenden Verdacht (z. B. Krebs der Gebärmutterschleimhaut)
  • wenn bei Ihnen Blutungen aus der Scheide auftreten, deren Ursache noch nicht geklärt ist
  • wenn bei Ihnen eine unbehandelte übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) besteht
  • wenn es bei Ihnen jemals zur Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß gekommen ist. Dies kann zum Verschluss eines Blutgefäßes in den Beinen (tiefe Venenthrombose) und zu Thromboembolien führen, zum Beispiel in der Lunge (Lungenembolie) oder anderen Organen
  • wenn Sie an einer Blutgerinnungsstörung leiden, z. B. Antithrombin-, Protein C- oder Protein S-Mangel
  • wenn Sie jemals einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder heftige Brustschmerzen wegen Brustenge (Angina pectoris) erlitten haben
  • wenn Sie an einer Lebererkrankung leiden oder bei zurückliegenden Lebererkrankungen. Sie dürfen Estramon nicht anwenden, solange sich wichtige Leberwerte nicht normalisiert haben.
  • wenn Sie an einer Stoffwechselerkrankung mit Störung des roten Blutfarbstoffs leiden (Porphyrie)

Bei Frauen mit intaktem Uterus darf Estramon – Depotpflaster nicht angewendet werden, außer unter gleichzeitiger regelmäßiger Gabe von Gelbkörperhormonen (Gestagenen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Die Anwendung von Estramon sollte nur zur Behandlung solcher Beschwerden begonnen werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen. In jedem Fall sollte Ihr Arzt mindestens 1-mal jährlich eine sorgfältige Abschätzung von Nutzen und Risiken der Behandlung vornehmen. Die Behandlung mit Estramon sollte nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt.

Medizinische Untersuchungen/Kontrolluntersuchungen:

Vor Beginn einer Hormonersatztherapie (HRT) und in regelmäßigen Abständen danach wird Ihr Arzt feststellen, ob die Behandlung für Sie geeignet ist. Dies schließt eine Erfassung aller Krankheiten in Ihrer Vorgeschichte und bei nahen Verwandten sowie eine entsprechende ärztliche Untersuchung ein. Sie sollten regelmäßig Ihre Brüste untersuchen und Ihrem Arzt jede Veränderung mitteilen. Die Untersuchungen, einschließlich Mammographie sollten entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Gesundheitssituation durchgeführt werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Estramon anwenden.

Unter einer Behandlung mit Estramon können diese Krankheitsbilder erneut auftreten oder sich verschlimmern:

  • gutartige Geschwulst der Gebärmutter (Uterusmyom, auch Fibrom genannt)
  • eine Erkrankung, bei der sich die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, z. B. in der Beckenhöhle (Endometriose)
  • bei einem erhöhten Risiko einer Blutgerinnungsstörung (Thrombose, Venenthrombose, Lungenembolie) (siehe „HRT und Thrombosen“). Wenn sich bei Ihnen schon einmal ein Blutgerinnsel in einer Vene gebildet hat, dürfen Sie Estramon nicht verwenden.
  • erhöhtes Risiko für einen estrogenabhängigen Tumor, z.B. wenn eines Ihrer nahen Familienmitglieder (Mutter, Schwester oder Tochter) Brustkrebs hat
  • hoher Blutdruck
  • eine Lebererkrankung, z.B. gutartige Lebergeschwulst (Leberadenom)
  • Diabetes mit oder ohne Gefäßbeteiligung
  • Gallensteine
  • Migräne oder (starke) Kopfschmerzen
  • systemischer Lupus erythematodes (eine Erkrankung des Immunsystems)
  • eine übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
  • Epilepsie
  • Asthma

Eine engmaschige Überwachung Ihres Gesundheitszustandes ist erforderlich, wenn bei Ihnen eine der oben genannten Situationen oder Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat.

Wenn Sie Estramon bereits anwenden und die betreffende Erkrankung sich verschlechtert, müssen Sie Ihren Arzt darüber informieren.

Beenden Sie die Anwendung von Estramon sofort, wenn eine der unter Abschnitt

„Estramon darf nicht angewendet werden“ genannten Erkrankungen auftritt oder eine der folgenden Situationen eintritt:

  • Ihre Haut verfärbt sich gelb (Gelbsucht) oder Ihre Leberfunktion verschlechtert sich
  • Ihr Blutdruck erhöht sich plötzlich deutlich
  • Sie bekommen erstmalig migräneartige Kopfschmerzen
  • Sie werden schwanger

Hinweis: Estramon ist kein Verhütungsmittel und bietet keinen Schutz vor einer Schwangerschaft.

Welche Risiken können bei der Anwendung von Estramon auftreten? Krebs der Gebärmutterschleimhaut

Wenn Estrogene langfristig ohne Zusatz eines Gestagens bei Frauen mit Gebärmutter angewendet werden, steigt das Risiko für einen Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Um dieses Risiko zu vermindern, sollten die Estrogene mit einem Gestagen kombiniert werden.

Zwischenblutungen

Während der ersten Behandlungsmonate können unregelmäßige Blutungen aus der Scheide auftreten (Durchbruch- oder Schmierblutung). Wenn diese Schmierblutungen länger als ein paar Monate andauern, erst nach ein paar Monaten einsetzen oder nach Beendigung der Anwendung von Estramon weiter bestehen, sollten Sie Ihren Arzt so bald wie möglich informieren.

Hormonersatztherapie (HRT) und Brustkrebs

In klinischen Studien wurde bei Frauen, die über mehrere Jahre Estrogene oder Estrogen- Gestagen-Kombinationen angewendet haben, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko festgestellt. Das Risiko steigt mit der Behandlungsdauer einer HRT an, scheint jedoch 5 Jahre nach Beendigung der Behandlung wieder auf das Grundrisiko zurückzukehren. Bei Frauen, die ein Kombinationspräparat zur HRT anwenden, besteht ein geringfügig höheres Risiko für Brustkrebs als bei Frauen, die Estrogene allein einnehmen. Wenn Veränderungen an Ihren Brüsten auftreten, müssen Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er wird Ihnen mehr darüber sagen.

HRT und Eierstockkrebs

In einigen Studien wurde bei Frauen, die länger als 5 bis 10 Jahre Estrogene angewendet haben, von einem erhöhten Eierstockkrebsrisiko berichtet. Ob die Anwendung von Estrogenen in Kombination mit Gestagenen das Eierstockkrebsrisiko erhöht, ist nicht bekannt.

HRT und Thrombosen

Das Risiko für eine Venenthrombose ist größer

  • wenn Sie oder einer Ihrer nahen Verwandten in Ihrer Vorgeschichte eine Venenthrombose hatten oder an Blutgerinnungsstörungen leiden
  • wenn Sie Estrogene anwenden
  • mit zunehmenden Alter
  • wenn Sie Krebs haben
  • wenn Sie starkes Übergewicht haben
  • während einer Schwangerschaft oder der Zeit unmittelbar nach der Geburt Ihres Kindes
  • wenn Sie an einem systemischen Lupus erythematodes leiden (eine Störung des Immunsystems)

Die Bedeutung von Krampfadern für das Auftreten einer Venenthrombose ist unklar.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine dieser Situationen auf Sie zutrifft. Wenn Sie Gerinnungshemmer anwenden, müssen die Risiken und der Nutzen einer HRT sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Es gibt Situationen, in denen das Risiko einer Venenthrombose vorübergehend erhöht ist:

  • nach Unfällen
  • während einer größeren Operation
  • wenn Sie lange Zeit immobilisiert sind (z.B. wenn Sie Bettruhe einhalten müssen)

In diesen Situationen könnte es nötig sein, dass Sie die Anwendung von Estramon vorübergehend unterbrechen. Sie müssen die Anwendung 4 - 6 Wochen vor einer geplanten Operation abbrechen. Die Behandlung sollte gegebenenfalls erst wieder aufgenommen werden, wenn Ihre Bewegungsfähigkeit vollständig wiederhergestellt ist.

Informieren Sie daher bitte Ihren Arzt, dass Sie eine HRT anwenden, wenn eine der oben erwähnten Situationen eintritt.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn während der Anwendung von Estramon schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb oder Atemnot auftreten. Dies könnte ein Anzeichen eines Blutgerinnsels sein; in diesem Fall müssen Sie die Anwendung von Estramon sofort beenden.

In klinischen Studien wurde gezeigt, dass die Anwendung von Arzneimitteln zur HRT im Vergleich zur Nicht-Anwendung mit einem 1,3- bis 3-fach erhöhten Risiko für eine Venenthrombose (die Bildung eines Blutpfropfes in einer der Bein- oder Lungenvenen bzw. einer anderen Vene im Körper) verbunden ist. Dieses zusätzliche Risiko ist im 1. Jahr der HRT am höchsten.

HRT und Erkrankungen der Herzkranzgefäße

Die Anwendung von Arzneimitteln zur HRT hat keine günstigen Auswirkungen auf Herzkrankheiten. Das Risiko für das Auftreten von Herzinfarkt oder Brustenge (Angina pectoris) ist während der Einnahme/Anwendung von Estrogenen in Kombination mit Gestagenen leicht erhöht. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Verwenden Sie keine Estramon-Pflaster mehr und suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen Brustschmerzen auftreten, die in einen Arm oder in den Hals ausstrahlen. Derartige Schmerzen können Anzeichen einer Herzerkrankung sein.

HRT und das Risiko eines Schlaganfalls

Einige Studien haben gezeigt, dass das Risiko eines Schlaganfalls während der Behandlung zur HRT bis um das 1,5-fache steigt. Wenn Sie schon einmal einen Schlaganfall hatten, dürfen Sie Estramon nicht verwenden.

Mangel an Schilddrüsenhormonen

Im Fall einer Schilddrüsenhormonersatztherapie sollten Sie während der Anwendung von Estramon regelmäßig Ihre Schilddrüsenfunktion überwachen lassen, um sicher zu stellen, dass Ihre Schilddrüsenhormonwerte im zulässigen Bereich liegen.

HRT und sonstige Erkrankungszustände

  • Die Anwendung von Estramon kann eine Flüssigkeitsansammlung im Körper bewirken. Wenn Sie an Funktionsstörungen des Herzens oder der Nieren leiden, müssen Sie während der Anwendung von Estramon überwacht werden.
  • In einigen Fällen kann es durch die Anwendung von Estrogenen zu einer erheblichen

Erhöhung der Blutfettwerte kommen; dies kann in seltenen Fällen zu einer

Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen. Wenn bei Ihnen bestimmte Blutfettwerte (Triglyceride) erhöht sind (Hypertriglyceridämie), müssen Sie während der Anwendung von Estramon überwacht werden.

  • Die Anwendung von Estramon kann bei Frauen, die nach dem 65. Lebensjahr eine HRT begonnen haben, möglicherweise zu einem erhöhten Risiko für das Auftreten

einer Demenz führen.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn einer der oben genannten Warnhinweise auf Sie zutrifft oder früher einmal auf Sie zutraf.

Anwendung von Estramon zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Estramon und andere Arzneimittel können einen wechselseitigen Einfluss sowohl auf die Wirkungen als auch auf die Nebenwirkungen haben.

Einige Arzneimittel können die Wirkung von Estramon vermindern. Dies kann zu unregelmäßigen Blutungen führen. Dazu zählen folgende Arzneimittel:

  • Arzneimittel gegen Epilepsie (wie z. B. Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin)
  • Arzneimittel gegen Tuberkulose (Rifampicin, Rifabutin)
  • Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (Nevirapin, Efavirenz, Ritonavir, Nelfinavir, Rifampicin)
  • pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können die Wirkung von Estramon vermindern
  • Phenylbutazon, ein Arzneimittel gegen Schmerzen und Entzündungen

Arzneimittel, die Ketoconazol (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen) enthalten, können die Nebenwirkungen und die Wirkung von Estramon erhöhen.

Estramon kann die Wirksamkeit oder Verträglichkeit anderer Arzneimittel beeinflussen, z.B.:

  • Cyclosporin, ein Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems
  • Lamotrigin, ein Arzneimittel gegen Epilepsie

Laboruntersuchungen:

Die Einnahme von Estrogenen kann die Ergebnisse mancher Untersuchungen (Schilddrüsenhormone, Glukosetoleranz) beeinflussen. Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung ansteht, informieren Sie bitte den Arzt darüber, dass Sie Estramon anwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie dürfen Estramon nicht anwenden, wenn Sie schwanger sind, schwanger werden können oder stillen.

Wenn Sie während der Behandlung mit Estramon schwanger werden, müssen Sie die Anwendung von Estramon unverzüglich abbrechen und Ihren Arzt benachrichtigen.

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen bekannt.

Wie wird es angewendet?

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Estramon - Depotpflaster nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Estramon - Depotpflaster sonst nicht richtig wirken kann.

Zu Beginn und bei der Fortführung der Behandlung von Estrogen-Mangelbeschwerden wird Ihr Arzt Ihnen die niedrigste wirksame Dosis verordnen und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich halten.

Estramon kann kontinuierlich (ohne Pause) oder zyklisch (21 Tage Anwendung gefolgt von 7 Tagen Pause) angewendet werden.

Bei Frauen mit Gebärmutter muss die Behandlung mit Estramon für mindestens 12 – 14 Tage eines 28-tägigen Zyklus mit einer entsprechenden (vom Arzt zu verschreibenden) Dosis eines Gestagens kombiniert werden (siehe auch Abschnitt 2).

Bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, wird der Zusatz eines Gestagens nicht empfohlen, außer in Fällen, in denen Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) diagnostiziert wurden (siehe auch Abschnitt 2).

Eine ununterbrochene Anwendung von Estramon kann bei Frauen nach Entfernung der Gebärmutter durchgeführt werden oder wenn während des behandlungsfreien Zeitraumes die Estrogen-Mangelbeschwerden wieder stark in Erscheinung treten.

Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, stehen Estramon 25 µg-, 50 µg-, 75 µg- und 100 µg- Depotpflaster zur Verfügung.

Für die Erhaltungstherapie sollte die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt werden.

Ein Estramon Depotpflaster wird zweimal wöchentlich auf die hintere Hüftpartie geklebt, d.h. im Abstand von 3 bzw. 4 Tagen wird das verbrauchte Pflaster durch ein Neues ersetzt.

Die Stelle, auf die das Depotpflaster aufgeklebt wird, sollte bei jedem neuen Pflaster gewechselt werden. Die geeignetsten Stellen zum Anbringen des Pflasters sind Hautpartien unter der Taille, wo sich die Haut wenig faltet.

  1. Die Estramon - Depotpflaster sind einzeln verpackt. Reißen Sie unmittelbar vor der Anwendung die Umhüllung an dem Einschnitt neben einer Beutelecke auf und entnehmen Sie das Depotpflaster ohne es zu beschädigen.
  2. Das Estramon - Depotpflaster wird vorsichtig an der gestanzten Linie nach oben und unten gebogen, bis sich der größere Teil der Abziehfolie entlang der gestanzten Linie von der Klebefläche des Depotpflasters löst. Dieser Teil der Abziehfolie wird an einer der entstandenen Spitzen vom Depotpflaster abgezogen.
  3. Kleben Sie die frei gewordene Klebefläche auf eine gesunde, gesäuberte Hautstelle der hinteren Hüftpartie auf.
  4. Dann heben Sie den linsenförmigen Teil des Depotpflasters leicht an, entfernen den verbliebenen Teil der Abziehfolie und kleben das Depotpflaster vollständig auf.
  5. Nach dem Ankleben drücken Sie das Depotpflaster etwa 10 Sekunden mit der flachen Hand fest an. Bei jedem neuen Depotpflaster wird die Hüftseite gewechselt.

Das Depotpflaster darf nicht auf die Brust geklebt werden! Sie sollten das Pflaster nicht direkt der Sonne aussetzen. Bitte berühren Sie möglichst nicht die Klebefläche.

Bitte fetten/cremen Sie die Hautstelle nicht unmittelbar vor dem Aufkleben ein.

Das Estramon - Depotpflaster haftet auch beim Baden, Duschen oder bei körperlicher Aktivität gut auf der Haut. Sollte sich das Estramon Depotpflaster in heißem Badewasser oder in der Sauna von der Haut lösen, müssen Sie ein neues Depotpflaster aufkleben.

So wenden Sie Estramon – Depotpflaster richtig an:

Wenn Sie eine größere Menge von Estramon angewendet haben als Sie sollten

Eine Überdosierung mit Estradiol, dem Wirkstoff von Estramon – Depotpflaster, ist auf Grund der Anwendungsweise praktisch auszuschließen und kann durch Entfernen des Pflasters rasch behoben werden.

Hinweise auf eine Überdosierung können Spannungsgefühl in den Brüsten, unregelmäßige Blutungen, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe oder Blähungen sein.

Auch bei Kindern ist bei versehentlichem Aufkleben des Pflasters nicht mit bedenklichen Folgen zu rechnen. Es können Übelkeit und Bauchschmerzen eintreten.

Wenn Sie die Anwendung von Estramon vergessen haben

Falls Sie vergessen haben ein Pflaster zum vorgesehenen Zeitpunkt zu wechseln, ist dies kein Grund zur Beunruhigung. Sie sollten es aber sobald wie möglich erneuern. Der darauf folgende Pflasterwechsel sollte dann wieder zu dem dafür vorgesehenen Zeitpunkt erfolgen.

Wenn Sie die Anwendung von Estramon abbrechen

Eine Unterbrechung der Behandlung mit Estramon kann das Risiko von Durchbruch- oder Schmierblutungen erhöhen. Falls das eintritt, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Holen Sie nach einer längeren Behandlungspause den Rat Ihres Arztes ein, bevor Sie wieder mit der Anwendung der Pflaster beginnen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10

Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10

Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10

Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein

Falls eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten, benötigen Sie unverzüglich medizinische Betreuung:

  • plötzlich auftretende Brustschmerzen
  • Brustschmerzen, die in einen Arm oder in den Hals ausstrahlen
  • Atemnot
  • schmerzhafte Schwellungen und Rötungen der Beine
  • gelbliche Verfärbung der Augen und der Gesichtshaut (Gelbsucht)
  • ungewöhnliche Scheidenblutungen oder Schmierblutungen (Durchbruchblutungen) nach längerer Anwendung von Estramon-Pflastern oder nach Beendigung der Estramon- Behandlung
  • Veränderungen an der Brust, insbesondere runzelige Haut, Veränderungen der Brustwarzen und Brustknoten, die Sie sehen oder tasten können
  • schmerzhafte Monatsblutungen
  • unklare migräneartige Kopfschmerzen

Verwenden Sie Estramon nicht weiter und suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf, falls eines oder mehrere der oben genannten Symptome auftreten. Bitte beachten Sie die Risiken, die generell mit einer Hormonersatztherapie verbundenen sind (siehe Kapitel 2, „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Reaktionen an der Anwendungsstelle (wie Rötung und Juckreiz), Kopfschmerzen, Brustspannen und Schmerzen in der Brust sowie schmerzhafte Regelblutung und Menstruationsbeschwerden waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen unter Estramon.

Die folgenden Nebewirkungen wurden unter Estramon oder allgemein einer Estrogen- Therapie berichtet:

Erkrankungen des Immunsystems

  • gelegentlich: lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion mit Herz- /Kreislaufbeschwerden, Atemnot und schweren Hautreaktionen (anaphylaktische Reaktion)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

  • häufig: Gewichtszunahme oder -abnahme
  • sehr selten: verminderte Verträglichkeit von Kohlenhydraten

Psychiatrische Erkrankungen

  • häufig: Depression
  • selten: Angstzustände, Libido erhöht oder erniedrigt

Erkrankungen des Nervensystems

  • häufig: Kopfschmerzen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit
  • gelegentlich: Schwindel
  • selten: Missempfindungen (z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühl) der Haut, Migräne
  • sehr selten: unwillkürliche Bewegungen

Herzerkrankungen

  • gelegentlich: spürbarer Herzschlag

Gefäßerkrankungen

  • gelegentlich: Bluthochdruck
  • selten: venöse Thromboembolie (Bildung von Blutgerinnseln)

Augenerkrankungen

  • gelegentlich: Sehstörungen
  • selten: Kontaktlinsenunverträglichkeit

Erkrankungen des Magen-/Darm-Trakts

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

  • sehr häufig: Reaktionen an der Anwendungsstelle, Hautrötung
  • häufig: Hautjucken, Hautausschlag, trockene Haut
  • gelegentlich: Hautverfärbung, Nesselsucht
  • selten: Haarausfall, Behaarung mit männlichem Verteilungsmuster bei Frauen, Akne
  • sehr selten: schwere Hautschädigungen

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

  • selten: Gefühl der „schweren“ Beine, Schmerzen in Armen und Beinen, Muskelkrämpfe

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

  • sehr häufig: Brustspannen und Brustschmerzen, schmerzhafte Regelblutung, Menstruationsbeschwerden
  • häufig: verlängerte Regelblutung, unregelmäßige Vaginalblutung (Zwischen- bzw. Schmierblutung), Uteruskrämpfe, Scheidenentzündung, Endometriumhyperplasie (übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut)
  • gelegentlich: Brustkrebs (siehe auch Abschnitt 2), Brustschmerzen, Spannungsgefühl der Brust
  • selten: gutartige Gebärmuttertumore aus glatten Muskelfasern (Uterusleiomyome), Zysten im Gewebe um die Eileiter (paratubare Zysten), Schleimhautvorwölbung im Bereich des Gebärmutterhalses (endozervikale Polypen), Aussetzen der Menstruation, Scheidenausfluss, Brustvergrößerung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

  • häufig: Schmerzen, Rückenschmerzen, Schwäche, Wasseransammlung im Gewebe (periphere Ödeme), Gewichtsveränderungen
  • selten: Veränderungen des sexuellen Verlangens (Libidoveränderungen), Müdigkeit

Veränderungen der Laborwerte

  • gelegentlich: veränderte Leberfunktionswerte

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 30°C lagern.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Außenkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Das entfernte Pflaster mit den Klebeflächen nach innen zusammenfalten und im Hausmüll entsorgen.

Weitere Informationen

Was Estramon enthält

  • Der Wirkstoff ist Estradiol (17 -Estradiol). 1 Depotpflaster (Matrixsystem) mit 30 cm² enthält 6 mg Estradiol (17 -Estradiol) entsprechend einer durchschnittlichen Abgaberate von 75 Mikrogramm pro Tag.
  • Die sonstigen Bestandteile sind: Alpha-Tocopherolkonzentrat, Acrylat-Copolymer, Deckfolie: Polyethylenterephthalat und Abziehfolie: Polyester, einseitig silikonisiert

Wie Estramon aussieht und Inhalt der Packung transdermales Pflaster zum Aufkleben

Packungsgröße: 4 Pflaster

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Hexal Pharma GmbH, 1020 Wien, Österreich

Hersteller:

Hexal AG, 83607 Holzkirchen, Deutschland

Z.Nr.: 1-22781

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Jänner 2013.

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