Akute Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

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Internationale Klassifikation (ICD) K29.1
Symptome epigastrischer Schmerz, gastrointestinale Blutung, Vergiftungserscheinungen, Fieber, Kreislaufschwäche, Schmerzen, Übelkeit, häufiges Aufstoßen, Sodbrennen, Appetitlosigkeit
Mögliche Ursachen Alkohol, Nikotin, magenreizende Genussmittel, Schmerzmittel, Stress, Läufer-Magen, Helicobacter pylori

Grundlagen

Gastritis, oder auch Magenschleimhautentzündung genannt, ist eine entzündungsbedingte Schädigung der Magenschleimhaut (lat. Tunica mucosa gastrica), wobei es je nach Variation zu oberflächliche bis tiefere Änderungen im Drüsengewebe kommen kann. Man unterscheidet prinzipiell zwischen akuter und chronischer Gastritis.

Mögliche Ursache für Magenschmerzen

Die Magenschleimhaut ist eine Schutzschicht, die den Magen von innen auskleidet. So wird die Magenwand vor den Verdauungssäften geschützt. Durch Verletzungen der Schleimhaut, die auch Erosionen genannt werden, können die Säfte des Magens die Zellen der Magenwand zerstören. Die betroffene Person verspürt dabei meistens Magen-Darm-Beschwerden. Jedoch kann eine Gastritis auch über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleiben.

Vielfältige Ursachen und ernste Folgen

Die Ursachen für die Gastritis sind sehr vielfältig, jedoch kann die akute Gastritis in vielen Fällen ohne zurückbleibende Schäden abheilen. In manchen Fällen kann sich aus einer Gastritis aber auch ein Magengeschwür entwickeln. Dabei handelt es sich um eine tiefere Wunde der Schleimhaut. Diese kann dann zu Magenblutungen, einem Magendurchbruch oder sogar Magenkrebs führen.

Ursachen

Wie schon oben erwähnt, können die Ursachen für eine Magenschleimhautentzündung vielfältig sein. Schädigende Stoffe oder auch andere Faktoren, die einen Überschuss an Magensäure hervorrufen, können dabei die Ursachen bilden. Prinzipiell können folgende Auslöser einer akuten Gastritis auftreten:

  • Überdurchschnittliche Einnahme von Alkohol
  • Überdurchschnittliche Einnahme von Nikotin 
  • Überdurchschnittlicher, gehäufter Konsum von Magenreizenden Genussmitteln (z.B.: Kaffee, scharfe Gewürze)
  • Überdurchschnittlicher, überdosierter Konsum von bestimmen Medikamenten (Schmerzmittel, Entzündungshemmer) 
  • Psychischer und physischer Stress
  • Durch Bakterien induzierte Lebensmittelvergiftung (z.B.: Staphylokokken, Salmonellen) Hierbei spielen weniger die aufgenommenen Bakterien eine Rolle, als deren Stoffwechselprodukte. Diese wirken nämlich in unserem Körper wie ein Gift, das die Magenschleimhaut zerstört. In manchen Fällen kann eine Magenschleimhautentzündung ansteckend sein. Dabei können sich die Erreger durch dieselbe Toilettennutzung mehrerer Personen ausbreiten.
  • Reizungen der Magenschleimhaut durch Fremdkörper wie eine Magensonde
  • Säuren oder Laugen
  • Operative Eingriffe bzw. Kreislaufversagen (d.h. Schock)
  • „Läufer-Magen“ durch Faktoren wie Laufen, Ernährung und Hormone bedingte Übersäuerung des Magens

Infektionen

Der Magen ist prinzipiell sehr gut gegen alle möglichen Erreger geschützt. Vor allem im Rahmen einer Gastroenteritis kommt es aber trotzdem aufgrund von Erregern zur akuten Gastritis.

Eine besondere Form der akuten Gastritis wird durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst. Hierbei ist es wichtig, den genauen Erreger nachzuweisen, damit eine Therapie erfolgen kann.

Symptome

Das wichtigste Symptom der akuten Gastritis ist der Schmerz, der als epigastrischer Schmerz bezeichnet wird. Dieser liegt direkt über dem Magen, also im Oberbauch. Aber das bedeutet nicht, dass jeder mit einer akuten Gastritis auch an Magenschmerzen leiden muss. Im Gegensatz dazu verläuft die Entzündung der Magenschleimhaut häufig schmerzfrei ab. Gastritis kann dabei unterschiedliche, vielfältige Beschwerden auslösen. Dabei sind die Hauptsymptome sowohl für eine akute als auch chronische Magenschleimhautentzündung charakteristisch. Ein Unterschied besteht jedoch: bei akuter Gastritis treten die Symptome abrupt auf, während sich diese bei einer chronischen Form über einen längeren Zeitrahmen ausbilden. 

Provokation durch Mahlzeiten

Generell kann beobachtet werden, dass die Symptome der akuten Gastritis vor allem nach den Mahlzeiten verstärkt auftreten. So kann man zwischen diesen auch vollkommen schmerzfrei sein, aber jegliche Aufnahme von Nahrung löst durch die Dehnung der Magenwand starke Schmerzen aus.

Dies schlägt dann auch auf das Sättigungsgefühl. So merken viele Betroffene auch ohne Magenschmerzen, dass sie einfach früher satt werden. Es kann aber auch Übelkeit, häufiges Aufstoßen, Sodbrennen, Appetitlosigkeit, ein fader Geschmack im Mund oder ein unangenehmes Völlegefühl auftreten.

Blut im Erbrochenen

Im Rahmen einer schweren (erosiven) Gastritis kann auch Blut im Erbrochenen vorkommen. Die Symptome gleichen hierbei einer oberen gastrointestinalen Blutung, einem potenziell gefährlichen Krankheitsbild, weswegen immer eine Abklärung durch einen Facharzt erfolgen muss.

Bei einer akuten Gastritis kann es je nach Ursache der Schleimhautentzündung zu einer ganzen Reihe weitere Symptome kommen. Dazu gehören nicht nur allgemeine Vergiftungserscheinungen, sondern auch Fieber und Kreislaufschwäche.

Diagnose

Bei Magenproblemen wird im Normalfall zuerst der Hausarzt besucht. Bei Notwendigkeit kann Sie dieser zu einem Gastroenterologen, einem Magen-Facharzt, weiterleiten.

Die Verdachtsdiagnose der akuten Gastritis kann dabei mit Hilfe einer Anamnese, Erfragung zu Ihrer Krankheitsgeschichte, gestellt werden. In weiterer Folge kann es auch zu einer körperlichen Untersuchung kommen. Dabei wird meistens die Bauchregion abgehört. Dabei achtet der Arzt auf Darmgeräusche und Puls der größeren Blutgefäße. Mit Abklopfen des Bauches können Ansammlungen von Luft bzw. Flüssigkeiten registriert werden. Durch das Abtasten der Region, inklusive Leber und Milz können auch Verhärtungen festgestellt werden. 

Sichere Diagnose durch die Endoskopie

Eine Methode akute Gastritis eindeutig nachzuweisen, ist die Endoskopie. Dazu wird ein Schlauch mit einer Kamera über den Mund in den Magen eingeführt. 

Bei einer akuten Gastritis zeigt sich eine rote und aufgeschwollene Schleimhaut. Mit einer kleinen Zange können auch winzigste Proben entnommen werden, um auch die eindeutige Ursache der Gastritis herausfinden zu können (d.h. Biopsie). 

Nur durch die Proben kann ausgeschlossen werden, dass es sich um ein gefährlicheres Krankheitsbild handelt. So können ein Magenkrebs oder ein Magengeschwür ausgeschlossen werden. Zudem können auch Erreger nachgewiesen werden, um eine gefährliche Infektion mit dem Helicobacter pylori auszuschließen (z.B.: mithilfe eines Urease-Schnelltests).

Therapie

Leichtere Formen akuter Gastritis können in den meisten Fällen auch von allein spontan Abheilen. Auch der Einsatz von Medikamenten kann weitere Verletzungen der Magenschleimhaut vorbeugen und die Heilung fördern. Schwerere Gastritis muss mit spezifischeren Methoden behandelt werden.

Spontane Abheilung unterstützen

Es gibt einige Wege, wie man die Abheilung unterstützen kann. So sollte man auf jeden Fall alle eingenommenen Medikamente und auch rezeptfreie Mittel dahingehend überprüfen, ob sie die Magenschleimhaut schädigen können.

Als erste Maßnahme kann man alles, was die Magenschleimhaut reizt, in dem Zeitraum der akuten Gastritis weglassen. Der Verzicht auf Kaffee, Alkohol und Nikotin könnte dabei den Heilungsprozess erheblich verbessern.

Zudem könnte man ein bis zwei Tage vollkommen auf feste Nahrung verzichten, oder zumindest eine Schonkost zu sich nehmen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann dabei helfen, die Gastritis schneller wieder abklingen zu lassen.

Begleitsymptome symptomatisch behandeln

Wenn neben den Magenschmerzen auch Übelkeit und Erbrechen auftritt, ist es natürlich sinnvoll, dieses so gut wie möglich zu unterbinden. Dafür stehen so genannte Antiemetika zur Verfügung, die den Brechreiz drosseln.

Rezeptfreie Säure-Hemmer

Sollte das Problem weiterhin bestehen, kann man daran denken so genannte Säure-Hemmer zu nehmen, die in der Apotheke frei erhältlich sind. Diese drosseln die Ansäuerung im Magen, wodurch die Symptome gelindert werden können. Dies sollte aber mit Maß und Ziel gemacht werden, da die Säure im Magen ja auch den Sinn hat vor Infektionen zu schützen. Wirkstoffe, die die Magensäure neutralisieren, den Magensäure-pH-Wert angeben und säurebedingte Beschwerden bessern, nennt man auch Antazida. 

Eradikation bei einer bakteriellen Ursache

Wenn man feststellen kann, dass die akute Gastritis durch Bakterien ausgelöst wurde, wie zum Beispiel durch den Helicobacter pylori, dann macht es Sinn, eine so genannte Eradikation durchzuführen. Dabei werden alle Bakterien im Magen vorrübergehend zerstört.

H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer in schweren Fällen

Bei schweren Fällen akuter Gastritis kann auch an H2-Blocker oder Protonenpumpenhemmer gedacht werden. Beide sorgen dafür, dass im Magen weniger Säure gebildet wird, welche die verletzte Magenschleimhaut natürlich reizt und eine Abheilung verhindert. Diese Medikamente dürfen nur nach der genauen Abklärung durch einen Arzt eingenommen werden.

Prognose

Vor allem leichte Fälle akuter Gastritis sollten auch ohne medikamentöse Therapie innerhalb weniger Tage wieder spontan ausheilen. Bei schweren Fällen muss zwar mit Medikamenten nachgeholfen werden, in der Regel können jedoch auch diese gut behandelt werden.

Helicobacter pylori verschlechtert Prognose

Etwas anders ist es bei akuter Gastritis, die durch Helicobacter pylori ausgelöst wird. Hier kann sich häufig eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut entwickeln. Deswegen darf mit einer akuten Gastritis nicht leichtfertig umgegangen werden - es ist immer eine ärztliche Abklärung notwendig. Nur so kann durch eine Eradikation die Chronifizierung (d.h. Übergang von vorübergehender zu chronischer Erkrankung) verhindert werden.

Magengeschwüre und Magenblutungen als gefährliche Folge

Die genaue Beobachtung ist auf jeden Fall indiziert. Denn in einigen Fällen kann sich aus der Gastritis auch ein Magengeschwür bilden. Auch das Auftreten von lebensgefährlichen Magenblutungen ist nicht ausgeschlossen.

Vorbeugen

Die Prophylaxe ist vor allem dann wichtig, wenn man schon einmal eine akute Gastritis durchgemacht hat. Denn dann kann man annehmen, dass die Magenschleimhaut dazu neigt, sich zu entzünden.

Generell kann man sagen, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilfreich sein könnte. Dazu gehört, dass der Fettanteil reduziert und genügend Ballaststoffe aufgenommen werden. Auf üppiges Würzen, Zitrusfrüchte, Kaffee, Alkohol und Nikotin sollte man so gut es geht verzichten.

Beim Essen selbst ist es hilfreich langsam und entspannt zu essen.

Magenschädigende Medikamente meiden

Neben diesen Verhaltensweisen bezüglich der Ernährung sollte man auch auf Überdosierungen von Medikamenten verzichten, die die Schleimhaut reizen. Dazu gehören zum Beispiel ein Großteil der entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamente, wie zum Beispiel Azetylsalizylsäure, Ibuprofen oder Naproxen.

Für genügend Entspannung und Erholung sorgen

Stress und Belastungen schlagen sich nur allzu gerne auch auf den Magen nieder. Deswegen sollte man darauf achten, dass man Möglichkeiten und Zeiten findet, in denen man sich entspannen und erholen kann. Nicht nur Entspannungstechniken, sondern auch Sport kann dabei helfen, für Ausgeglichenheit zu sorgen.

Im Allgemeinen kann eine Prophylaxe mit säurehemmenden Medikamenten die Inzidenz akuter Stressgastritis bei intensivmedizinisch behandelten Hochrisikopatienten reduzieren. Dabei werden H2-Blocker intravenös injiziert, Protonenpumpeninhibitoren oder Wirkstoffe, die Magensäure neutralisieren verwendet. 

Dies kann auch für folgende PatientInnen der Fall sein: 

  • schwere Verbrennungen
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Gerinnungsstörungen
  • Sepsis
  • Kreislaufversagen
  • Polytraume
  • bestimmte Organversagen oder eine Vorgeschichte von Magengeschwüren oder gastrointestinalen Blutungen

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