Wirkstoff(e) Lidocain
Zulassungsland Deutschland
Hersteller B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 17.07.1998
ATC Code N01BB02
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Lokalanästhetika

Zulassungsinhaber

B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Licain-Actavis 1 % M Lidocain Actavis Group PTC ehf
Xylocain 2 % Lidocain Aspen Pharma Trading Limited
Xylocain viscös 2 % Lidocain AstraZeneca GmbH
Licain - Actavis 1 % Injektionslösung 100 mg/ 10 ml Lidocain Actavis Group PTC ehf
Xylocain 4 % Lidocain AstraZeneca GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Lidocain Braun 1 % ist ein Arzneimittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetikum vom Säureamid- Typ)

Lidocain Braun 1 % wird angewendet zur lokalen (örtlich begrenzten) und regionalen (d.h. ausgedehn- teren) Nervenblockade.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

    • bei bekannter √úberempfindlichkeit gegen Lokalan√§sthetika vom S√§ureamid-Typ,
    • bei schweren St√∂rungen des Herz-Reizleitungssystems (Herzrhythmusst√∂rungen),
    • bei akutem Versagen der Herzleistung,
    • bei Schock,
    • zur Periduralan√§sthesie (R√ľckenmarksan√§sthesie) in der Geburtshilfe bei einer drohenden oder be- reits bestehenden Blutung.

Zus√§tzlich sind die speziellen Gegenanzeigen f√ľr die Spinal- und die Periduralan√§sthesie zu beachten, wie z. B.

  • nicht korrigierter Mangel an Blutvolumen,
  • erhebliche St√∂rungen der Blutgerinnung,
  • erh√∂hter Hirndruck.

Zur Durchf√ľhrung einer r√ľckenmarksnahen An√§sthesie unter den Bedingungen einer Blutgerinnungs- prophylaxe siehe unter ‚ÄěBesondere Vorsicht bei der Anwendung von Lidocain Braun 1 % ist er-

forderlich“.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Lidocain Braun 1 % ist erforderlich

falls Sie an einer

  • Nieren- oder Lebererkrankung oder
  • Myasthenia gravis (einer schweren Muskelerkrankung) leiden oder wenn
  • die Injektion in einem entz√ľndeten Gebiet stattfinden soll.

Hinweis:

Das Risiko postspinaler Kopfschmerzen, das bei Jugendlichen und Erwachsenen bis ca. 30 Jahren bei der Durchf√ľhrung der Spinalan√§sthesie gegeben ist, l√§sst sich durch die Wahl geeigneter d√ľnner Injek- tionskan√ľlen deutlich senken.

Der anwendende Arzt wird vor der Anwendung von Lidocain Braun 1 %

  • grunds√§tzlich auf eine gute Auff√ľllung des Kreislaufes achten,
  • eine intraven√∂se Injektion oder Infusion nur unter sorgf√§ltiger Kreislauf√ľberwachung durchf√ľhren und alle Ma√ünahmen zur Beatmung, Therapie von Krampfanf√§llen und zur Wiederbelebung zur Verf√ľgung haben.

Vor der Injektion des Lokalan√§sthetikums ist darauf zu achten, dass das Instrumentarium zur Wiederbe- lebung (z. B. zur Freihaltung der Atemwege und zur Sauerstoffzufuhr) und die Notfallmedikation zur Therapie toxischer Reaktionen sofort verf√ľgbar sind.

Ferner wird der behandelnde Arzt folgende Hinweise beachten:

Ist eine Allergie gegen Lidocainhydrochlorid 1 H2O bekannt, so muss mit einer Kreuzallergie gegen andere Säureamid-Lokalanästhetika gerechnet werden.

Bei Anwendung im Hals-Kopf-Bereich besteht ein h√∂herer Gef√§hrdungsgrad, weil das Risiko f√ľr zent- ralnerv√∂se Vergiftungszeichen erh√∂ht ist.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Bei Risikopatienten und bei Verwendung h√∂herer Dosierungen (mehr als 25 % der maximalen Einzeldosis bei einzeitiger Gabe) intraven√∂sen Zugang f√ľr Infusion anlegen (Volumensubstituti- on).
  • Dosierung so niedrig wie m√∂glich w√§hlen.
  • In der Regel keinen gef√§√üverengenden Zusatz verwenden (s. Dosierungsanleitung).
  • Korrekte Lagerung des Patienten beachten.
  • Vor Injektion sorgf√§ltig in zwei Ebenen aspirieren (Drehung der Kan√ľle).
  • Vorsicht bei Injektion in infizierte Bereiche (aufgrund verst√§rkter Resorption bei herabgesetzter Wirksamkeit).
  • Injektion langsam vornehmen.
  • Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren.
  • Allgemeine und spezielle Kontraindikationen sowie Wechselwirkungen mit anderen Mitteln be- achten.

Es ist zu beachten, dass unter Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulantien, wie z. B. He- parin), nichtsteroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln nicht nur eine versehentliche Gef√§√üver- letzung im Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen f√ľhren kann, sondern dass allge- mein mit einer erh√∂hten Blutungsneigung gerechnet werden muss. Entsprechende Laboruntersuchungen sind vor der Anwendung von Lidocain Braun 1 % durchzuf√ľhren. Gegebenenfalls ist die Antikoagulantientherapie zeitig genug abzusetzen.

Eine An√§sthesie bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen (Thrombosepro- phylaxe) mit niedermolekularem Heparin sollte nur unter besonderer Vorsicht durchgef√ľhrt werden.

Bei bestehender Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Acetylsalicyls√§ure) wird in den letzten f√ľnf Tagen vor der geplanten r√ľckenmarksnahen Injektion eine Bestimmung der Blutungszeit als notwendig angesehen.

Kinder

F√ľr Kinder sind Dosierungen individuell unter Ber√ľcksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen. F√ľr die Anwendung zur An√§sthesie bei Kindern sollten niedrigkonzentrierte Lidocainhydrochlorid 1 H2O-L√∂sungen (0,5 %) gew√§hlt werden. Zur Erreichung von vollst√§ndigen motorischen Blockaden kann die Verwendung von h√∂her konzentrierten Lidocainhydrochlorid 1 H2O-L√∂sungen (1 %) erforder- lich sein.

√Ąltere Menschen

F√ľr √§ltere Menschen sind Dosierungen individuell unter Ber√ľcksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen. Vornehmlich bei √§lteren Patienten kann eine pl√∂tzliche arterielle Hypotension (Blutdruck- abfall) als Komplikation bei Periduralan√§sthesie mit Lidocain Braun 1 % auftreten.

Bei Anwendung von Lidocain Braun 1 % mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder an- wenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschrei- bungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die gleichzeitige Gabe gef√§√üverengender Arzneimittel f√ľhrt zu einer l√§ngeren Wirkdauer von Lidocain Braun 1 %.Bei gleichzeitiger Gabe von Lidocain Braun 1 % und Mutterkorn-Alkaloiden (wie z. B. Ergotamin) oder Epinephrin kann ein ausgepr√§gter Blutdruckabfall auftreten.

Vorsicht ist geboten bei Einsatz von Beruhigungsmitteln, die ebenfalls die Funktion des Zentralner- vensystems (ZNS) beeinflussen und die schädigende Wirkung von Lokalanästhetika verändern können. Es besteht ein Wechselspiel zwischen Lokalanästhetika einerseits und Beruhigungsmitteln andererseits. Die letztgenannte Medikamentengruppe hebt die Krampfschwelle des ZNS an.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Aprindin und Lidocain Braun 1 % ist eine Verstärkung der Neben- wirkungen möglich. Aprindin hat aufgrund der chemischen Strukturähnlichkeit mit Lokalanästhetika ähnliche Nebenwirkungen.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Therapie mit bestimmten Herzmedikamenten (Propranolol, Diltiazem und Verapamil). Durch eine Abnahme der Lidocain -Ausscheidung kommt es zu einer deut- lichen Verlängerung der Auscheidungszeit mit der Gefahr der Anhäufung von Lidocain.

Kombinationen verschiedener Lokalanästhetika rufen additive Wirkungen an Herz-Kreislauf- System und ZNS hervor.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Gabe des H2- Blockers Cimetidin. Durch eine Abnahme der Le- berdurchblutung und Hemmung des Abbaus können bereits nach Interkostalblockade schädigende Lidocain-Blutkonzentrationen auftreten.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lidocain mit Erythromycin (einem Antibiotikum) und Fluvoxamin (einem Mittel zur Behandlung seelischer Erkrankungen) kann die Ausscheidungsdauer von Lidocain verlängert oder der Blutspiegel von Lidocain erhöht sein. Daher ist Vorsicht geboten, um eine Anhäufung von Lidocain im Körper zu vermeiden.

Die Wirkung nicht depolarisierender Muskelrelaxantien (bestimmte Arzneimittel zur Muskeler- schlaffung) wird durch Lidocain Braun 1 % verlängert.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Lidocain soll in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden. Kontraindiziert ist die Epiduralanästhesie mit Lidocain in der Geburtshilfe bei drohenden oder beste- henden Blutungen.

Stillzeit

Eine Gefährdung des Säuglings bei Anwendung von Lidocain in der Stillzeit erscheint unwahrschein- lich.

Verkehrst√ľchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Bei operativer, zahn√§rztlicher oder gro√üfl√§chiger Anwendung von Lidocain Braun 1 % muss vom Arzt im Einzelfall entschieden werden, ob Sie aktiv am Stra√üenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen d√ľrfen.

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Wie wird es angewendet?

Lidocain Braun 1 % wird im Allgemeinen durch einen Arzt angewendet. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich √ľber die Anwendung nicht ganz im Klaren sind.

Arten der Anwendung

Lidocain Braun 1 % wird in Abh√§ngigkeit vom jeweiligen An√§sthesieverfahren intrakutan, subkutan oder zur r√ľckenmarksnahen Leitungsan√§sthesie peridural injiziert, in einem umschriebenen Bezirk in das Gewebe eingespritzt (Infiltration) oder in Abh√§ngigkeit von den anatomischen Verh√§ltnissen nach gezielter Punktion lokal appliziert.

Lidocain Braun 1 % sollte nur von Personen mit entsprechenden Kenntnissen zur erfolgreichen Durch- f√ľhrung der jeweiligen An√§sthesieverfahren angewendet werden.

Grundsätzlich gilt, dass bei kontinuierlicher Anwendung nur niedrig konzentrierte Lösungen von Lidocainhydrochlorid 1 H2O appliziert werden.

Die Injektionsl√∂sung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach √Ėffnung des Beh√§ltnisses erfolgen. Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen.

Dosierungsempfehlungen

Grunds√§tzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gew√ľnschte ausrei- chende An√§sthesie erreicht wird. Die Dosierung ist entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die √ľbliche Dosis:

Bei Applikation in Gewebe, aus denen eine schnelle Resorption von Substanzen erfolgt, sollte eine

Einzeldosierung von 300 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O ohne gef√§√üverengenden Zusatz oder 500 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O mit gef√§√üverengendem Zusatz nicht √ľberschritten werden. Bei Kindern und √§lteren Patienten muss eine Dosisanpassung vorgenommen werden. F√ľr die einzelnen Anwen- dungsarten gelten als Einzeldosen f√ľr Jugendliche √ľber 15 Jahren und Erwachsene mit einer durch-

schnittlichen K√∂rpergr√∂√üe folgende Empfehlungen f√ľr Lidocainhydrochlorid 1 H2O-haltige Injektions- l√∂sungen:

0,5 ml pro Segment 0,9 ml pro Segment 1,3 ml pro Segment 1,5 ml pro Segment 1,3 ml pro Segment 1,0 ml pro Segment 0,7 ml pro Segment

Oberflächenanästhesie bis zu 300 mg

Hautquaddelnpro Quaddel bis zu 20 mg
Infiltrationbis zu 300 mg
periphere Nervenblockadebis zu 300 mg
Stellatum-Blockadebis zu 100 mg
Grenzstrang-Blockadebis zu 300 mg
Paravertebralanästhesiebis zu 300 mg
Epiduralanästhesiebis zu 300 mg
Feldblockbis zu 500 mg

Bei der Periduralan√§sthesie ist altersabh√§ngig zu dosieren. F√ľr den Lumbalbereich gelten folgende Richtwerte:

5jährige:

10jährige:

15jährige:

20jährige:

40jährige:

60jährige:

80jährige:

Lidocainhydrochlorid 1 H2O kann mit einem gefäßverengendem Zusatz, wie z. B. Epinephrin, zur Wir- kungsverlängerung kombiniert werden; bewährt hat sich ein Epinephrinzusatz von 1 : 100 000 bis

1 : 200 000.

Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand bzw. ver√§nderter Plasmaeiwei√übindung (z. B. schwe- ren Nieren-, Leber- oder Tumorerkrankungen, Schwangerschaft) m√ľssen grunds√§tzlich kleinere Dosen angewendet werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird eine verk√ľrzte Wirkzeit der Lokalan√§sthetika beobachtet. Dies wird auf einen beschleunigten Transport des Lokalan√§sthetikums in die Blutbahn, durch Blut√ľber- s√§uerung und gesteigertes Herz-Zeit-Volumen zur√ľckgef√ľhrt.

Bei Lebererkrankungen ist die Toleranz gegen S√§ureamid-Lokalan√§sthetika herabgesetzt. Verantwort- lich hierf√ľr wird eine verminderte Stoffwechselleistung der Leber gemacht sowie eine verringerte Pro- teinsynthese mit einer daraus resultierenden niedrigeren Plasmaproteinbindung von Lokalan√§sthetika. In diesen F√§llen wird ebenfalls eine erniedrigte Dosis empfohlen.

Bei Patienten mit zerebralem Anfallsleiden muss verstärkt auf die Manifestation zentralnervöser Symp- tome geachtet werden. Auch bei nicht hohen Lidocainhydrochlorid 1 H2O-Dosen muss mit einer gestei- gerten Krampfbereitschaft gerechnet werden. Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom können allergische und toxische Reaktionen des Nervensystems auf Lokalanästhetika vermehrt auftreten.

Bei Patienten mit Zeichen einer Herzinsuffizienz oder klinisch relevanten St√∂rungen der Erregungsbil- dung und ‚Äďausbreitung im Herzen ist die Dosis zu reduzieren und eine stete Kontrolle der Funktionspa- rameter erforderlich, auch nach Wirkungsende des Lokalan√§sthetikums. Nichtsdestoweniger kann die lokale oder regionale Nervenblockade das an√§sthesiologische Verfahren der Wahl sein.

In der geburtshilflichen Periduralanästhesie ist wegen der veränderten anatomischen Verhältnisse eine Dosisreduktion um etwa ein Drittel erforderlich.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Lidocain Braun 1 % zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Lidocain Braun 1 % erhalten haben, als Sie sollten:

  1. Symptome einer √úberdosierung:
    Lidocain Braun 1 % wirkt in niedrigen schädigenden Dosierungen als zentrales Nervenstimulans, in hohen schädigenden Dosisbereichen kommt es zu Dämpfung der zentralen Funktionen.
    Eine schwere √úberdosierung verl√§uft in 2 Phasen: Sie werden unruhig, klagen √ľber Schwindel, akustische und visuelle St√∂rungen sowie Kribbeln, vor allem an Zunge und Lippenbereich. Die Sprache ist verwaschen, Sch√ľttelfrost und Muskelzuckungen sind Vorboten eines drohenden genera- lisierten Krampfanfalls. Bei fortschreitender √úberdosierung kommt es zu einer zunehmenden Funk- tionsst√∂rung des Hirnstammes mit den Symptomen Atemdepression und Koma bis hin zum Tod.
  2. Notfallmaßnahmen und Gegenmittel
    Notfallmaßnahmen und Gegenmittel werden durch den behandelnden Arzt entsprechend den Krank- heitszeichen sofort eingeleitet.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apothe- ker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Lidocain Braun 1 % Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auf- treten m√ľssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar.

Die möglichen Nebenwirkungen nach Anwendung von Lidocain Braun 1 % entsprechen weitgehend denen anderer Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ.

Unerw√ľnschteWirkungen f√ľr den gesamten K√∂rper, die bei √úberschreiten eines Blutplasmaspiegels von 5 bis 10 Mikrogramm Lidocain pro ml auftreten k√∂nnen, stehen in engem Zusammenhang mit der Art der Anwendung und der Art, Auspr√§gung, St√§rke und Dauer der Wirkungen, die Lidocain generell auf den Organismus aus√ľbt. Daher ist deren H√§ufigkeit und Schwere dosisabh√§ngig. Sie betreffen das Zent-

ralnerven- und das Herzkreislaufsystem (Zu Symptomen, die das Zentralnervensystem betreffen, siehe auch Abschnitt ‚ÄěWenn Sie eine gr√∂√üere Menge Lidocain Braun 1 % erhalten haben, als Sie soll- ten‚Äú.). Im einzelnen k√∂nnen folgende Nebenwirkungen auftreten:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufigkeit nicht bekannt (Einzelfallberichte)

Methämoglobinämie (eine bestimmte chemische Veränderung des Blutfarbstoffs)

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

Allergische Reaktionen in Form von Urtikaria (Nesselausschlag), √Ėdemen, Bronchospasmus, Atemnot und Kreislaufsymptome

Erkrankungen des Nervensystems

H√§ufig treten nach Spinalan√§sthesie vor√ľbergehende Schmerzen in den unteren Extremit√§ten und im unteren R√ľckenbereich auf. Diese Schmerzen k√∂nnen bis zu 5 Tagen anhalten, klingen aber danach spontan ab.

Selten k√∂nnen nach zentralen Nervenblockaden ‚Äď haupts√§chlich nach Spinalan√§sthesie ‚Äď neurologische Komplikationen wie anhaltende Par√§sthesien oder L√§hmungen der unteren Extremit√§ten sowie Inkonti- nenz auftreten (z.B. Cauda-equina-Syndrom).

Herzerkrankungen

Häufig:

Leichter Blutdruckanstieg infolge der verstärkenden und beschleunigenden Wirkung von Lidocain auf die Herztätigkeit.

Ein Blutdruckabfall kann ein erstes Zeichen f√ľr eine sch√§dliche Wirkung auf das Herz sein.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufigkeit nicht bekannt (Einzelfallbericht):

Die Ausl√∂sung einer malignen Hyperthermie (eine schwere Allgemeinreaktion auf bestimmte Narko- semittel mit Fieber, Muskelzerfall und Nierensch√§digung) ist, wie bei anderen Lokalan√§sthetika, auch f√ľr Lidocain nicht auszuschlie√üen. Im allgemeinen wird jedoch der Einsatz von Lidocain bei Patienten mit maligner Hyperthermie f√ľr sicher gehalten, auch wenn

√ľber das Auftreten einer malignen Hyperthermie bei einem Patienten, der Lidocain zur Periduralan√§sthesie erhalten hatte, berichtet wurde.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn einer der aufgef√ľhrten Nebenwirkungen Sie er- heblich beeintr√§chtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich aufzubewahren.

Sie d√ľrfen das Arzneimittel nach dem auf Beh√§ltnis und √§u√üerer Umh√ľllung angegebenen Verfallsda- tum nicht mehr verwenden.

Die Injektionsl√∂sung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach √Ėffnung der Ampullen erfolgen. Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen.

Sie d√ľrfen Lidocain Braun 1% nur verwenden, wenn die L√∂sung klar und die Beh√§ltnisse unversehrt sind.

6. WEITERE INFORMATIONEN Was Lidocain Braun 1 % enthält

  • Der Wirkstoff ist Lidocainhydrochlorid 1 H2O.
    1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O entsprechend 8,12 mg Lidocain.
  • Die sonstigen Bestandteile sind:
    Natriumchlorid, Natriumhydroxid, Wasser f√ľr Injektionszwecke

Wie Lidocain Braun 1 % aussieht und Inhalt der Packung

Lidocain Braun 1 % ist eine Injektionslösung, d.h., eine Lösung zur Verabreichung mittels einer Sprit- ze.

Lidocain Braun 1 % ist eine klare farblose wässrige Lösung

Lidocain Braun 1 % ist erhältlich in:

  • Glasampullen zu 5 ml, in Packungen zu 10 Ampullen
  • Kunststoffampullen (Mini-Plasco) zu 5 ml, in Packungen zu 10, 20 und 100 (als 5 x 20 x 5 ml) Ampullen

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

B. Braun Melsungen AG  
Carl-Braun-Straße 1 Postanschrift:
34212 Melsungen 34209 Melsungen
Tel.-Nr.: 05661-71-0  
Fax-Nr.: 05661-71-4567  

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt √ľberarbeitet in 10.2014

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Zuletzt aktualisiert: 24.08.2023

Quelle: Lidocain Braun 1% - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Lidocain
Zulassungsland Deutschland
Hersteller B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 17.07.1998
ATC Code N01BB02
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Lokalanästhetika

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden